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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Auktionen

Kunst und Antiquitäten bei Neumeister in München

Ach, wie sie schmerzvoll klagen


Johann Michael Hoppenhaupt II zugeschrieben, Armlehnstuhl, Berlin Mitte 18. Jahrhundert

Das Kunstauktionshaus Neumeister in München lässt die zweite Jahreshälfte wie viele Kollegen eher sanft losgehen. In der Auktion Alte Kunst am 29. September findet sich überwiegend Preiswertes im vier- und niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Antiquitäten stellen eines der Hauptlose in Form eines eleganten Rokokofauteuils, dessen feine Schnitzereien auf die Kunst Johann Michael Hoppenhaupt d.Ä. verweist. Noch in den 1930er Jahren befand sich ein ähnlicher Stuhl im Berliner Schlossmuseum und wurde in der Literatur mehrfach abgebildet. Auch die erhaltenen Entwürfe Hoppenhaupts im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für den Hof Friedrichs des Großen lassen ziemlich sicher auf die Autorschaft des gebürtigen Lausitzers schließen. 35.000 Euro soll das gute Stück kosten. Aus der gleichen Epoche stammt ein feiner Spiegelrahmen mit locker gruppierten Blattranken. Die verfeinerte Stilstufe lässt auf französischen Einfluss schließen, vielleicht entstand der 15.000 Euro teure Einrichtungsgegenstand im Rheinland. ...mehr

Die zweite Auktion aus dem Lager der Stuttgarter Galerie Valentien mit Irene Lehr

Volles Rohr


Auch auf der zweiten Versteigerung von Beständen der Stuttgarter Galerie Valentien durch die Berliner Auktionatorin Irene Lehr kam ein erfreuliches Gesamtergebnis zustande. Fast 590.000 Euro spielten die 266 verkauften Werke am vergangenen Samstag ein. Etwas über 310 Losnummern standen zur Disposition. Das entspricht einer Quote von gut 85 Prozent – gewohntes Lehr-Niveau also. Ein Wehmutstropfen nur, dass sich nicht auch das Hauptlos unter den Zuschlägen wiederfand. Doch 150.000 Euro für ein Blumenstillleben Gabriele Münters aus dem Jahr 1933 war den Sammlern einfach zu viel. Das in Öl gemalte Stück, das in das von der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung neu herausgegebene Werkverzeichnis aufgenommen wird, steht noch für 140.000 Euro auf der Nachverkaufsliste. Zum Hauptlos der Auktion avancierte daher Lyonel Feiningers Tuschfederaquarell „Nieder-Grundstedt“ aus dem Jahr 1917. Auf 40.000 Euro angesetzt, ging das im Juli 1917 datierte Blatt erst bei 62.000 Euro in neue Hände über. ...mehr

Die Gläubiger der Lehman Brothers wollen Geld sehen. Nun wird deren Firmensammlung bei Sotheby’s in New York dazu gemacht

Betty, wohin schaust du?


Was sieht diese Frau? Warum dreht sie sich um? Wendet sie sich vom Betrachter und Fotografen weg oder ist es eine inszenierte Pose? Ist sie traurig oder fröhlich? All diese Fragen wirft Gerhard Richter mit seiner Fotografie von „Betty“ auf. Wir sehen nur ihre dynamisch gedrehten Schultern, etwas von ihrer Wange, ihren schönen Hals und ihr zusammengestecktes Haar. Vielleicht blickt Betty auch gleichsam etwas wehmütig auf das Schicksal der Neuberger Berman Collection zurück. 2003 verleibten sich die Lehman Brothers die amerikanische Investmentgesellschaft ein, übernahmen damit auch die rund 600 Werke umfassende Firmensammlung und gliederten die zeitgenössische Kunst in ihre eigenen Klassiker der amerikanischen Nachkriegskunst ein. Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach der Lehman-Pleite, deren Schockwelle heute noch zu spüren sind, werden die Arbeiten nun wieder zu Geld gemacht, um die Lehman-Gläubiger wohl nur ansatzweise zu befriedigen. Sotheby’s ist dazu auserkoren, in einem ersten Schritt knapp 150 Werke amerikanischer und europäischer Gegenwartskunst mit einigen fernöstlichen Einsprengseln unter die Leute zu bringen. Rund 10 Millionen Dollar sollen es werden. Auf „Betty“, Richters fotografische Lithografie von 1991, entfallen dabei 100.000 bis 150.000 Dollar. ...mehr

Quittenbaum versteigert Murano-Glas, Design und Afrikanische Kunst in München

Mystisches Leuchten


Giuseppe Barovier, Vase „murrina“, um 1914

Sanftes Blau, geheimnisvolles Grün, tiefes Lila, kräftiges Rot oder schillerndes Gold entführen den Betrachter in eine fantasievolle Welt von Farben und Transparenz. Kontraste von zerbrechlich Filigranem und massiv Robustem prägen das Bild. Die Rede ist von Glas – ein Material, das die Menschen seit der Antike bezaubert. Die Wiege der mitteleuropäischen Glasherstellung ist Venedig, wo die Faszination im 13ten Jahrhundert sogar so weit ging, dass den Glasbläsern auf Murano unter Androhung der Todesstrafe verboten war, das streng gehütete Geheimnis der Herstellung auszuplaudern und sie wie Gefangene auf der Insel lebten. 300 Murano- und Studio-Glasobjekte aus dem 20sten Jahrhundert kommen nun bei Quittenbaum zur Versteigerung. Neben diesen zerbrechlichen Objekten kann das Münchner Auktionshaus außerdem in einer Sektion „Design“ mit hochwertigen Einrichtungsobjekten von namhaften Möbelentwerfern und -fabrikanten aufwarten. Ferner kommen auch Freunde der afrikanischen Stammeskunst auf ihre Kosten. ...mehr

Kunst und Antiquitäten bei Schmidt in Dresden

Feldmarschall und Hasardeur


Anton Graff, Ernst Haubold von Miltitz, 1770

Die Miltitz waren eine bedeutende sächsische Adelsfamilie. Sogar auf der kommenden Auktion bei Schmidt in Dresden spielen sie eine Rolle. Da schaut zunächst, gleich als die erste von immerhin fast neunhundert Losnummern, der aufklärerisch gesinnte Ernst Haubold von Miltitz aus einem gedrungen ovalen Rahmen heraus. Die hervorragende Malweise des sympathisch und bescheiden wirkenden Herrn im Dreiviertelprofil lässt auf niemanden geringeres schließen als den großen Portraitisten Anton Graff. 12.000 Euro soll das um 1770 entstandene Bildnis kosten, das sich ehemals in der Halle des Schlosses Siebeneichen, dem Sitz der Familie, befand. 1946 von den russischen Besatzern beschlagnahmt und seither in der Gemäldegalerie Alte Meister aufbewahrt, wurde es vor sieben Jahre restituiert. Ernst Haubolds Sohn Dietrich von Miltitz hat als einer der Förderer romantischer Dichter und Denker, die sich als sogenannter Scharfenberger Kreis auf seinem Schloss trafen, sogar eine gewisse Berühmtheit erlangt. Als Johann Eleazar Zeissig, genannt Schenau, ihn 1773 malte, war er noch ein kleiner Knabe und durfte mit Hund, Hut und Laute irgendwo zwischen Feldmarschall, Hasardeur und Bänkelsänger posieren. Der Bub mit der gleichen Provenienz wie sein Vater wird von Schmidt für 18.000 Euro angeboten. ...mehr

Das Porzellan ist wieder der Höhepunkt bei Kunst und Kunsthandwerk im Schloss Ahlden

Meißen und ein wenig mehr


Johann Joachim Kändler, Leopard, um 1740

Als eine der ersten Adressen für Kunsthandwerk darf das Auktionshaus Schloss Ahlden auch mit Blick auf seine kommende Auktion am 18. und 19. September gelten. Ausgezeichnete Ergebnisse hatten in der vergangenen Auktion die Richtigkeit der Entscheidung bestätigt, das Porzellan, das sich inzwischen als die stärkste Stütze des niedersächsischen Hauses etabliert hat, als krönenden Abschluss in eine eigene Sonderauktion zu verlagern. Also wird es auch diesmal gemacht: Am Sonntagnachmittag gelangen rund 350 Preziosen des „weißen Goldes“ vom frühen 18ten bis zum 20ten Jahrhundert zum Aufruf. Wie kaum anders zu erwarten, hat Meißen hier wieder seine Nase ganz weit vorn. Vor allem die figürlichen Stücke erweisen sich stets als begehrte Sammlerobjekte, wenn sie die Begabung eines bekannten Modelleurs mit der Seltenheit der Ausführung verbinden. Dies trifft beispielsweise auf Johann Joachim Kändlers „Schauspieler Jodelet als Beltrame“ aus einer Serie französischer Komödianten um 1745 für 29.000 Euro, auf seinen Harlekin mit Passglas aus der italienischen commedia dell’arte um 1740 für 35.000 Euro oder einen steifen kursächsischen Offizier um 1750 für 24.000 Euro zu. Paarweise treten sie in diesen Jahren als Duellanten auf, die soeben die Degen bei 45.000 Euro gegeneinander zücken, oder zu dritt in Form eines Türkenpaars mit Begleiter für 38.000 Euro. ...mehr

Trotz schwieriger Zeiten glänzen bei Koller in Zürich die Möbel und Einrichtungsgegenstände wieder

Nützliche Tiere


Filippo Buonocore und Bartolomeo Granucci, Paar Spiegel, Neapel um 1720/30

Man darf gespannt sein auf die kommende Auktion von Möbeln und Einrichtungsgegenständen bei Koller in Zürich. Zuletzt hat sich dieses luxuriöse Marktsegment als ausgesprochen schwierig erwiesen: Die vergangene Frühjahrsauktion endete mit lediglich einem Zuschlag jenseits der 100.000 Franken-Grenze, und der Rückgang fast der gesamten Spitzenriege glich mehr oder weniger einem Debakel. Davon unbeeindruckt aber ist die Qualität des Angebots am 16. September wieder unverändert hoch. Für 240.000 bis 360.000 Franken wird beispielsweise ein Paar fast drei Meter hoher Prunkspiegel angeboten, das einst zum Inventar des Palazzo Saluzzo di Corigliano in Neapel und damit einer reichsten neapolitanischen Familien des 18ten Jahrhunderts gehörte. Entworfen wurden die dezent mit Sirenen, Drachen und Blumengirlanden verzierten Stücke um 1720/30 von dem Architekten Filippo Buonocore, der auch den Palast umgebaut hat, und Bartolomeo Granucci. ...mehr

Koller in Zürich tritt diesmal ohne Millionenpreise bei den Alten und Neueren Meister an

Starkes Mittelfeld


Pieter Breughel d.J. und Josse de Momper d.J., Der Kalvarienberg, 1618

Seit geraumer Zeit gehen dem Zürcher Auktionshaus Koller für seine Altmeisterauktionen die ganz dicken Fische nicht mehr so oft ins Netz. Millionenpreise waren in den Boomjahren bis 2008 häufiger dabei gewesen, dann aber kam der Einbruch. Bis heute hat das Preisniveau etwas nachgegeben, die Schätzungen sind etwas vorsichtiger ausgelegt. Auf der anderen Seite reagieren gerade die Einlieferer älterer Stücke immer noch sehr sensibel, beobachten den Markt und halten ihre Kunstwerke, wenn sie sie nicht unbedingt verkaufen müssen, eher zurück. Sind in London und New York die Spitzenwerke schon seit rund einem Jahr wieder regelmäßig zu Gast, leidet der europäische Festlandsmarkt noch immer unter dieser Zurückhaltung der Sammler. Wenn, dann gehen sie auf Nummer sicher – für die kleineren Häuser ist da wenig Spielraum. ...mehr

Die zweite Auktion aus dem Lager der Stuttgarter Galerie Valentien mit Irene Lehr

Erneut zu Gast bei den Schwaben


Unter den Anbietern moderner und zeitgenössischer Kunst im deutschen Südwesten ist die Stuttgarter Galerie Valentien eine der ambitioniertesten und interessantesten. Größere Aufmerksamkeit zog das Haus von Freerk C. Valentien im vergangenen Herbst auf sich, als ein reicher Lagerbestand wegen des vorgesehenen Umzugs in die neuen, aber weniger umfänglichen Galerieräume im Gänseheideviertel durch die Berliner Auktionatorin Irene Lehr unter den Hammer kam. Die Auktion spielte bei einer Zuschlagsquote von rund 96 Prozent hervorragende 750.000 Euro ein. Bezogen ist das neue Domizil, das bereits im vergangenen Frühjahr eröffnet werden sollte, indes immer noch nicht – eine kleine Verzögerung, so die Auskunft. Man nutzt die Wartezeit, um in Haus und Garten des bisherigen Sitzes an der Gellertstraße einen weiteren Lagerräumungsverkauf, ergänzt um einige zusätzliche Einlieferungen, durchzuführen. Am 18. September wird die Auktion stattfinden. ...mehr

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