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Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner

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AktuellAktuell:Auktionen

Zezschwitz beschließt das Jahr mit einer großen Auswahl an Muranoglas sowie italienischem Design

Ein Amerikaner auf Murano


Flavio Poli, Hängelampe „Million Flowers“, 1950

Fünf Stangen aus Stahl streben von einem Sockel in die Höhe und halten einen orangefarbenen tropfenförmigen Glaskörper. Er ist mit Opal- und Klarglas überfangen und schimmert in einer zwischenschichtigen Oxidverschmelzung in verschiedenen Blau- und Brauntönen. Dieses artifizielle Glasobjekt stammt von dem Amerikaner Steve Tobin, der sich schon früh von der Natur zu seinen Kunstwerken inspirieren ließ. Als erster Ausländer durfte Tobin auf die Einladung der Glasbläserwerkstatt Seguso Vetri d’arte auf der venezianischen Insel Murano eine eigene Werkstatt eröffnen. Jetzt kommen die beiden Objekte aus der Serie „Cocoon“ von 1989 für jeweils 10.000 Euro bei der Versteigerung im Münchner Auktionshaus Zezschwitz unter den Hammer. Sonst führt die Liste der Glaskünstler fast nur italienische Namen, wie Flavio Poli, der mit seiner Hängelampe „Million Flowers“ von 1950 bei einem vielleicht etwas zu hoch gegriffenen Schätzwert von 55.000 Euro das Spitzenstück der Auktion stellt. Dieses Unikat besteht aus einem Gitternetz auf dem kleine farblose, orange- und rosafarbene Glasblumen mit Goldeinschlüssen angebracht sind. Vier Birnen bringen die eiförmige Lampe zum Leuchten. ...mehr

Die Käufer bei Hauswedell & Nolte wollten nicht alle hohen Erwartungen der modernen und zeitgenössischen Kunst mittragen. Manchmal waren sie von den Arbeiten aber richtig begeistert

Mehr Mut zum Experiment!


Fritz von Uhde, Strickendes Mädchen, 1882/83

Auch der zweite Versuch, Wassily Kandinskys impressionistisches Ölgemälde „Park im Herbst“ auf einer deutschen Auktion an den Mann zu bringen, ist gescheitert: Nach Ketterer in München vor einen Jahr musste am 3. Dezember auch Hauswedell & Nolte in Hamburg bei 180.000 Euro für den 1903 datierten kleinen Karton passen. Dieser Rückgang war, neben Ernst Barlachs Bronzefigur „Der Rächer“ aus dem Jahr 1914 für geschätzte 160.000 Euro, die größte, wenn auch nicht ganz überraschende Enttäuschung der Abendauktion des Hamburger Unternehmens. Insgesamt wurden von den 95 Angeboten 49 übernommen, also gut die Hälfte, was freilich für eine Prestigeauktion ein eher mäßiges Ergebnis darstellt. Wie schon die vergangene Auktion im Juni vermisste man etwas die wirklichen Spitzenstücke sowie eine breite Basis an hervorragenden Werken auch weniger bekannter Künstler, die neugierig hätten machen können. ...mehr

Fotografie bei Van Ham in Köln

Sinnesreize


Den Abschluss des Jahres bildet beim Kölner Auktionshaus Van Ham die Fotografieversteigerung. Rund 280 Losnummern mit unterschiedlicher Provenienzen und circa 160 Aufnahmen aus einer amerikanischen Privatsammlung bestreiten das Gesamtprogramm. Mit allen Arten von Reizen beeindruckt das Hauptprogramm. Oft sind sie weiblicher Natur: Bert Sterns zehnteilige Serie „Marilyn Monroe – The Last Sitting“ aus dem Jahr 1962 in Abzügen von 1978 beispielsweise für 16.000 bis 18.000 Euro oder zum gleichen Preis Heinz Hajek-Halkes berühmter „Schwarz-Weißer Akt“ von 1930/36 ebenfalls freilich nur in einem späteren Abzug wären hier zu nennen. Im eigentlichen Sinne reizvoll sind aber auch die auf den ersten Blick nüchtern-sachlich erscheinenden Arbeiten Andreas Gurskys, weil das Auge doch stetig sucht nach einem festen Punkt oder einer Art Bildmitte in dem Häusermeer von „Cairo, General View“ aus dem Jahr 1992 – eines der fünf Exemplare wird für 35.000 bis 45.000 Euro angeboten – oder dem Fußballfeld von „Liège“ aus dem Jahr 1984 für 20.000 bis 25.000 Euro. ...mehr

Sotheby’s versteigert in London Alte Meister aus Europa mit einem Schwerpunkt auf britischen Meisterwerken

Statussymbol des Adels


George Stubbs, Brood Mares and Foals

Mit dem Titel „Zuchtstuten und Fohlen“ könnte man meinen, bei dem Bild handele es sich um ein wissenschaftliches Werk und es sei ausreichend beschrieben. Doch George Stubbs drückt in der Beziehung der Pferde zueinander, in den sanften Blätterkronen und dem wolkigen Himmel eine Harmonie und Ruhe aus, wie sie ihres gleichen sucht. Stubbs gilt als der unübertroffene Meister in der Darstellung der Pferdezucht, des beliebten Hobbys seiner meist adeligen Auftraggeber. Anmut und Vervollkommnung der Pferderassen stehen hinter dem profanen Motiv von Pferden auf der Weide zurück. Obwohl die Pferde in ihrer Ursprünglichkeit und natürlichen Schönheit gezeigt werden, deutet doch das Strohdach des Stalls im Hintergrund an, dass sie Teil eines finanziellen Investments ihres Besitzers sind. Das Bild, das nun bei Sotheby’s in London versteigert werden soll, ist auf 10 bis 15 Millionen Pfund angesetzt. Denn zu der technischen und motivischen Qualität des Gemäldes kommt noch die hervorragende Provenienz hinzu. Colonel George Lane Parker of Woodbury, der zweite Earl of Macclesfield, gab Stubbs den Auftrag zu diesem Werk. Seither befand sich im Besitz der Familie. So steht das Bild auch für eine große Tradition in der englischen Malerei des 18ten Jahrhunderts. ...mehr

Quittenbaum in München hat seine Auktionsserie „Höhepunkte der Design-Geschichte“ diesmal unter das Motto Tischkultur gestellt

Nicht nur Design


Koloman Moser, Paar Stühle, 1904

Zum Abschluss des Jahres gönnt sich das Münchner Auktionshaus Quittenbaum noch einmal eine ganz besondere Auktion. Eingegliedert in die Serie „Höhepunkte der Design-Geschichte“ als die siebte Ausgabe bietet sie eigentlich sogar ein bisschen mehr: Denn das teuerste Stück ist nicht ein Möbel oder eine Lampe, sondern ein Gemälde. Gabriele Münters Ölbild „See am Ostertag“ aus dem Jahr 1935, von der Künstlerin selbst in ihrem Arbeitsheft verzeichnet und von der Münter-Stiftung für das Werkverzeichnis vorgesehen, soll für 130.000 bis 160.000 Euro unter den Hammer kommen. Angesichts des Motivs, das in typischem suggestivem Münter-Blau einen Blick über ein Haus am See hinweg bis zu fernen Bergen bietet, und auch des für die Künstlerin fast stattlichen Formats von rund 65 Zentimetern Breite erscheint der Preis nicht unrealistisch. Die Malereiofferte beschränkt sich dann allerdings nur noch auf Max Peiffer Watenphuls „Landschaft bei Gaeta“ aus dem Jahr 1936 mit einer gleichwertigen Impression aus der Bucht bei Amalfi auf der Rückseite für 15.000 bis 22.000 Euro. ...mehr

Sotheby’s setzt zum Saisonende in Paris Glanzpunkte mit der modernen und zeitgenössischen Kunst

Allegorie der Unterdrückung


„Water-Worshipper“ ist ein Sinnbild für die Unterdrückung der Minderheiten in Nordamerika. Auf der linken Seite der ausladenden Holztafel von 1984 hat Jean-Michel Basquiat eine braunrote Figur mit anklagend ausgebreiteten Armen hingestellt, die an Kachinaholzpuppen der Indianer erinnert; die Figur auf der rechten Seite trägt noch die Fesseln der Gefangenschaft um den Hals, angereichert mit Hinweisen auf die Kolonialisierung. Basquiat wählte den Titel „Wasser-Anbeter“ für sein Kunstwerk, denn sowohl in seiner Heimat Haiti als auch in Afrika gab es die Wasserverehrer, links mit betenden Armen zur Sonne, rechts mit einer Schlange im Arm. Schon mit 24 Jahren schuf er in seiner schroffen, an Kindermalereien erinnernden charakteristischen Art dieses Meisterwerk, diese zum Bild gewordene kulturelle Erinnerung. 2,3 bis 3 Millionen Euro wollen Sotheby’s und der Einlieferer bei der Abendauktion „Art Contemporain“ in Paris dafür sehen. ...mehr

Die Moderne Kunst im Wiener Dorotheum endete mit einer hohen Zuschlagsquote. Doch bei den Spitzenpreisen gab es manche Ausfälle

Kein Bedarf nach Venedig


Weitgehend unaufgeregt verlief die Versteigerung moderner Kunst am 24. November im Wiener Dorotheum. Mit 59 verkauften von 84 angebotenen Werken war die 70prozentige Zuschlagsquote bei einem Bruttoumsatz von knapp 2 Millionen Euro erfreulich hoch, doch den Preisvorstellungen des Hauses wollten die Kunden im Detail nicht immer uneingeschränkt folgen. So blieben einige der Hauptlose wie Giorgio de Chiricos „Venezia – Isola di San Giorgio“ aus einer Serie von Venedigbildern um 1965 bei 180.000 bis 250.000 Euro oder Fritz Wotrubas weiblicher, fast gesichtsloser Torso in Beton aus den 1950er Jahren nach einem Original von 1946 bei 70.000 bis 110.000 Euro unveräußert. Einige andere Arbeiten mussten unterhalb der Schätzungen vergeben werden, bei den Italienern beispielsweise Giacomo Manzùs „Cardinale in Piedi“ von 1975 für 70.000 Euro. Erwartet waren mindestens 80.000 Euro. ...mehr

Wolfdietrich Hassfurther hat in seiner Wiener Auktion Kunst vom 19ten Jahrhundert bis zur Gegenwart versammelt und kann mit einigen bedeutenden Werken der österreichischen Moderne aufwarten

Nachtwandler im Mondschein


Rudolf von Alt, Die Eisengießerei Kitschelt in der Skodagasse, 1898

Es ist nicht übertrieben, von zentralen Werken der modernen österreichischen Kunstgeschichte zu sprechen, um einige der Angebote des Wiener Auktionshauses Hassfurther zu charakterisieren. Zumindest für ein Werk gilt dies uneingeschränkt: Rudolf von Alts Aquarell „Die Eisengießerei Kitschelt in der Skodagasse“ aus dem Jahr 1898. Die Wiener Secession, die den bereits 85jährigen Maler in ihrem Gründungsjahr 1897 zu ihrem Ehrenpräsidenten ernannte, krönte die ungemein dichte, der damals gerade aktuellen Strömung des Impressionismus nahestehende Momentaufnahme industrieller Alltäglichkeit noch im Jahr seiner Entstehung 1898 mit einem goldenen Lorbeerkranz. Unzählige Male war das Blatt seither ausgestellt, unter anderem auch vor fünf Jahren auf der großen Alt-Ausstellung in der Wiener Albertina. Für den Rang, den es folglich einnimmt, erscheinen die 130.000 bis 170.000 Euro, die Hassfurther angesetzt hat, relativ moderat, doch bekanntlich folgt der Markt nicht immer den Gesetzen, die die Kunstgeschichtsschreibung aufzustellen versucht. ...mehr

In der Abendauktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst bei Grisebach spielten sich die großen Überraschungen bei den kleinen Preisen ab

Wie die Großen in New York


Hohe Zuschlagsraten, aber ein an den Spitzen mitunter zäher Verkauf – diese Bilanz hat die großen New Yorker Auktionen von Christie’s und Sotheby’s vor drei Wochen gekennzeichnet. Es spricht zunächst einmal für den hohen Standard der Villa Grisebach in Berlin, dass das Ergebnis der Abendauktion moderner und zeitgenössischer Kunst am 26. November ein ähnliches war: eine Zuschlagsquote von gut 84 Prozent, ein Bruttoumsatz von gut 8,5 Millionen Euro, auch zum Teil sehr beachtliche Steigerungen im Mittelfeld, aber die Hoffnungen auf einen Millionenpreis wurden enttäuscht. Zumindest einer war eigentlich fest eingeplant: Mit 1 bis 1,3 Millionen Euro hatten die Experten Emil Noldes Ölgemälde „Landschaft (mit ruhenden Kühen)“ aus dem Jahr 1925 bewertet, doch die Gebote endeten schon bei 850.000 Euro. Es wurde trotzdem zugeschlagen. 800.000 bis 1,2 Millionen Euro sollte Max Beckmanns „Kleines Varieté (in Mauve und Blau)“ aus dem Jahr 1933 bringen, doch auch hier blieb das Ergebnis hinter den Erwartungen zurück: 750.000 Euro erhält der österreichische Privatsammler für seine Einlieferung. Mit 340.000 Euro immerhin im oberen Bereich der Schätzung landete Max Beckmanns Deckfarbenaquarell „Dream (Traum)“ von 1944. ...mehr

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