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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Auktionen

Alte und Neuere Meister bei Lempertz in Köln

Abgekupfert


Lucas van Valckenborch, Der Turmbau zu Babel, um 1594/97

Eindeutig auf den Alten Meistern liegt der Schwerpunkt der Auktion „Alte Kunst“ von Lempertz am 14. Mai in Köln. So viele hohe Erwartungen verbergen sich in keiner anderen Sparte wie bei den Meistern des späten Mittelalters bis zum 18ten Jahrhundert. Einer der wichtigsten von ihnen ist Lucas van Valckenborch. Sein mittelgroßes Gemälde „Der Turmbau zu Babel“ ist mit 400.000 bis 500.000 Euro nicht nur eines der Hauptwerke der Auktion, sondern für die Kunstgeschichte eine regelrechte Neuentdeckung. Denn bis vor kurzem verbarg sich diese Version eines im 16ten Jahrhundert außerordentlich beliebten Bildthemas, von dem aus der Hand Valckenborchs bisher sechs Varianten bekannt waren, in einer italienischen Privatsammlung. Vier dieser zum Teil sehr ähnlichen Bilder befinden sich heute in Museumsbesitz, eines im Pariser Louvre. Es ist auf das Jahr 1594 datiert und weist mit der vorliegenden Tafel die meisten Ähnlichkeiten auf. Charakteristisch ist insbesondere der kegelförmige Aufbau des gewaltigen Turmes, den Valckenborch wiederum von Pieter Bruegel d.Ä. übernommen haben dürfte. Wie Ameisen wirken die Menschen auf dem steinernen Ungetüm, das bald einstürzen wird – Sinnbild für die Hybris des Menschen, die durch Gott bestraft wird. ...mehr

Winterberg in Heidelberg überzeugt wieder vor allem mit Arbeiten auf Papier aus fünf Jahrhunderten

Dürers Glück


Albrecht Dürer, Das große Glück oder Die Nemesis, um 1501/02

Seinen Ruf als einem der wichtigsten Anbieter für Grafik im südwestdeutschen Raum zu bestätigen, strebt das Heidelberger Auktionshaus Winterberg auch in seiner kommenden Auktion an, nicht zuletzt mithilfe einer gewohnt offensiven Schätzpreisgestaltung. Das trifft schon auf die Alten Meister zu: 53.500 Euro beispielsweise erwartet Winterberg für einen als ausgezeichnet klassifizierten Abzug von Albrecht Dürers berühmtem Kupferstich „Das große Glück oder Die Nemesis“ um 1501/02 – so viel wie noch nie auf dem deutschsprachigen Markt. 65.000 Euro sollen es für eine lavierte Bleistift- und Federzeichnung in Bister von Jean-Honoré Fragonard sein, betitelt „La Fête de Bonne Maman“ und 1926 anlässlich einer Ausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam öffentlich gezeigt. Der Verdacht, dass das Blatt Teil deutscher Raubkunst während der Besetzungen Frankreichs 1940/45 ist, fand sich nicht bestätigt. ...mehr

Auch bei Christie’s demonstrierten die Impressionisten und Moderne in New York einen starken, aber keineswegs euphorischen Markt

Experimente ausgeschlossen


Eine gewisse Reserviertheit der Bieter wie tags zuvor bei Sotheby’s kennzeichnete auch die New Yorker Impressionisten- und Moderneabendauktion von Christie’s am 4. Mai. Schon der Gesamtumsatz von knapp 156 Millionen Dollar einschließlich der Aufgelder fiel angesichts der Gesamtschätzung von mindestens 160 Millionen Dollar eher enttäuschend aus. Betroffen von der Zurückhaltung gegenüber den zum Teil sehr mutigen Schätzungen des Auktionshauses waren insbesondere die französischen Impressionisten, aber auch Positionen der klassischen Moderne wie Pablo Picasso. Eigentlich als eines der beiden Toplose vorgesehen, musste eine grisailleartige Darstellung einer im Schneidersitz lagernden Odaliske aus Picassos mehrteiliger Serie „Les femmes d’Alger“, entstanden zwischen Dezember 1954 und Februar 1955, sich bei 19 Millionen Dollar mit Platz zwei begnügen. 20 bis 30 Millionen Dollar waren vorgesehen. Bei gleicher Schätzung schaffte auch das zweite Toplos, Claude Monets „Les Peuliers“ ebenfalls aus einer Serie ähnlicher Aufnahmen langer Pappeln am Flussufer der Epte von 1891, lediglich die untere Grenze. Im Verhältnis dazu am erfolgreichsten unter den Spitzenwerken war Maurice de Vlamincks fauvistische „Paysage de banlieue“ aus dem Jahr 1905, die sich bei einer Taxe von 18 bis 25 Millionen Dollar den ersten Platz mit Monets Baumlandschaft teilte und ihrem Schöpfer einen neuen Auktionsrekord bescherte. ...mehr

Das Auktionshaus Fischer in Heilbronn tritt mit Porzellan, Keramik, Silber, Bronzen und anderen Antiquitäten an

Was träumt die kleine Meerjungfrau?


Vasenpaar, KPM, 1849/70

Zwei Seejungfrauen sind im Schutz der Dunkelheit an die im Mondlicht schimmernde Meeresoberfläche aufgestiegen und schmiegen sich an aus der nächtlichen See ragende Felsen. Eine blickt dem Betrachter tief und doch mit geheimnisvollem Ausdruck in die Augen. Sie bietet ihre fein geflochtene Haarpracht wie die ansprechenden Rundungen ihres entblößten Oberkörpers ohne jede Koketterie zur Betrachtung dar, weist jedoch gleichzeitig mit einer dezenten Geste des Zeigefingers nach links aus dem Bild hinaus. Der wandernde Blick findet ihre Gefährtin, deren Körper von einer Felsgruppe und ihrem quer darauf ruhenden Arm sowie den vor der Brust in einen lockeren Knoten gelegten Haarsträhnen weitgehend verborgen wird. So richtet sich die Aufmerksamkeit ganz auf den entrückten Ausdruck ihres verträumt in die Ferne des nächtlichen Sternenhimmels gewandten Gesichtes, aus dem eine tiefe innere Sehnsucht zu sprechen scheint. Das zerzauste Haar, in dem sich Zweige von Seegras verfangen haben, verleiht ihr zudem eine wildromantische Anmutung, die im Kontrast zu der gefällig gepflegten Erscheinung ihres Pendants steht. Die nächtliche Szenerie, die sich als fein modulierte Malerei auf einem Paar amphorenförmiger Vasen der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin entfaltet, entführt den Betrachter in die Fantasiewelt eines Hans Christian Andersen. Fast scheint es, als sei hier die hoffnungslos in ihren Menschenprinzen verliebte Protagonistin des 1837 entstandenen Kunstmärchens portraitiert, gemeinsam mit einem der fünf sie begleitenden Geschwister. ...mehr

Kunsthandwerk bei Lempertz in Köln

Hochzeitssilber gegen die Insolvenz


Matthias Hünetiz, Säulenuhr, Hamburg 1660

Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim war ein bedeutender Förderer der romantischen Bewegung am Rhein. Nicht zuletzt seinem Engagement ist es zu verdanken, dass der Kölner Dombau nach einer annähernd dreihundertjährigen Unterbrechung seit 1840 weitergeführt und schließlich zu Ende gebracht werden konnte, und ein weiteres Hauptwerk des neugotischen Kirchenbaus, die Apollinariskirche in Remagen, wäre ohne seine ideelle wie finanzielle Beteiligung ebenfalls undenkbar. Darüber hinaus besaß er eine bedeutende Kunstsammlung, die sich auch auf andere Epochen als das deutsche Mittelalter erstreckte. Ein regelrechtes Kunstkammerobjekt ist eine barocke Säulenuhr, Mitte des 17ten Jahrhunderts in Form einer korinthischen Säule mit spiralartiger Ornamentik gestaltet und mit einem 1660 datierten Werk des Hamburger Uhrmachers Matthias Hünetiz versehen. Den Abschluss des 74 Zentimeter hohen vergoldeten Bronzeobjekts bildet ein Himmelskörper, der die Mondphasen angibt. Irgendwann im 20sten Jahrhundert ging das meisterhafte Stück aus der Fürstenberg-Sammlung in rheinischen Privatbesitz über, und von dort kommt es nun zu Lempertz: Für 50.000 bis 70.000 Euro soll die Uhr in der Kunsthandwerksauktion am 13. Mai versteigert werden. ...mehr

Alte und Neuere Meister sowie Kunsthandwerk bei Van Ham in Köln

Sturz in den Abgrund


Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia, In letzter Not, 1842

Über Hügel und Täler, durch Wälder und Felder geht der Ritt des reichen Arabers unter abendlichem Himmel. Doch plötzlich stürzt ein großer Löwe aus dem Dickicht hervor, befällt mit Krallen und Zähnen den Schimmel, beißt sich an ihm fest, bevor das Pferd in fesselloser Panik in eine gewaltige Schlucht springt und samt dem wilden Angreifer in die Tiefe stürzt wie ein tosender Wasserfall im Hintergrund. Lediglich dem Reiter, der schon zuvor den Löwen mit seinem Säbel bearbeitet hat, gelingt es, sich am Ast eines Baumes festzukrallen und damit seinem sicheren Verderben zu entgehen. „In letzter Not“ ist denn auch der Titel dieses Bildes, in dem Natur und Kultur wie beschleunigte Atome aufeinanderprallen. Gemalt hat es Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia, der vor genau zweihundert Jahren geborene javanische Fürstensohn, der 1829 als talentierter Künstler nach Holland kam und die wichtigste Phase seines Lebens in Dresden verbrachte. Hier entstand 1842 auch „In letzter Not“, sein bislang größtes bekanntes Gemälde. ...mehr

Alte und Neuere Meister bei Karl & Faber in München

Das Ideal weiblicher Schönheit


Rembrandt, Lieven Willemsz van Coppenol, der Schreibmeister (Der große Coppenol), um 1658

Karl & Faber trennen erstmals die Kunst des 20sten Jahrhunderts von den Alten und Neueren Meister, die am kommenden Freitag den Start ins Auktionsjahr des Münchner Versteigerers beschreiten. In Zukunft soll es pro Saison zwei Termine geben; für die Moderne ist dann der Juni reserviert. Als Spezialist für Zeichnungen und Druckgrafik überwiegen bei Karl & Faber auch diesmal die Arbeiten auf Papier, die gerade bei den Alten Meistern wieder mit einigen musealen Stücken aufwarten können. Von Rembrandt stammt etwa das Portrait des Schreibmeister Lieven Willemsz van Coppenol, der mit seinen Utensilien, einer Schreibfeder und einem leeren Blatt in der Hand, aus dem Bild heraus den Betrachter anblickt. Auf einem separaten Papierstreifen gibt Coppenol zugleich ein Beispiel seines Könnens und hat ein Gedicht Jan Sixt de Chandeliers in Schönschrift niedergelegt. Der exquisite, tiefschwarze und schattenreiche Druck von etwa 1658 überzeugt zudem mit seiner ausgezeichneten Provenienz, zu der unter anderem die Sammlung des Herzogs von Sachsen gehört. Daher erscheinen die veranschlagten 15.000 bis 18.000 Euro für den „Großen Coppenol“ günstig. ...mehr

Alte und Neuere sowie Moderne Kunst bei Ketterer in München

Postkarte mit Konzert


Philipp Otto Runge, Die Zeiten, 1805

Anders als üblich bringt das Münchner Auktionshaus Ketterer die Werke älterer Künstler erst eine Woche nach den Zeitgenossen auf den Markt: Am kommenden Samstag geht es um rund 180 Alte und Neuere Meister sowie circa 250 Arbeiten der Moderne. Da Ketterer das späte 19te und das 20ste Jahrhundert am 4. Juni noch einmal in einer großen „Hauptauktion“ würdigen wird, kommen in diesem Bereich vorerst nur die günstigeren Arbeiten bis um die 20.000 Euro zum Aufruf. Bei den Älteren darf es dagegen etwas mehr sein. Höhepunkt ist hier ein vierteiliger Grafikzyklus des Romantikers Philipp Otto Runge. Der 1777 im damals schwedischen Wolgast geborene Künstler, dessen Todestag sich im vergangenen Jahr zum zweihundertsten Mal jährte, entwickelte „Die Zeiten“ seit dem Jahr 1802 unter dem starken Einfluss der frühromantischen Literatur, beispielsweise Ludwig Tiecks. Von Runges Zeitgenossen wurden die motivreichen, von jedem szenischen Geschehen völlig losgelösten und insofern inhaltlich abstrakten Bilder menschlicher Figuren in jugendstilartig anmutenden Pflanzenornamenten begeistert aufgenommen, nicht zuletzt von Goethe. Das Besondere an der Offerte Ketterers: Es handelt sich hier um ein komplettes Exemplar aus der ersten Auflage des Jahres 1805, als Runge noch mit einer malerischen Ausführung rechnete. Erst auf Goethes Drängen hin entstand 1807 eine zweite, mit wohl 250 Ausführungen zehnmal so umfangreiche Auflage. 40.000 bis 60.000 Euro sind veranschlagt. ...mehr

Zeitgenössische Kunst bei Christie’s in New York

Klassische Gegenwartskunst zu stolzen Preisen


Die höchsten Erwartungen im Reigen der großen New Yorker Frühjahrsauktionen von Vormodernen, Modernen und Zeitgenossen hegt am 11. Mai Christie’s mit der Gegenwartskunst. Die Gesamtschätzung der 66 zur Abendauktion arrangierten Lose liegt bei rund 230 Millionen Dollar. Die Position des Hauptloses strebt eine Version von Andy Warhols berühmten und vielfach reproduziertem Selbstportrait als wirr frisierter Dämon aus dem Jahr 1986 an, ganz in Rot und auf dem Monumentalformat von rund 270 mal 270 Zentimetern. 30 bis 40 Millionen Dollar soll diese nur im Jahr ihrer Entstehung öffentlich ausgestellte Fassung kosten. Warhol verspricht ohnehin der Star des Abends zu werden: Nicht weniger als 70 bis 100 Millionen Dollar sind für seine acht Offerten – mehr stellt kein anderer Künstler – veranschlagt. 20 bis 30 Millionen Dollar entfallen auf eine weitere Selbstreflexion, diesmal am Beginn seines Ruhmes 1963/64, als der Mitdreißiger noch kurze Haare, Krawatte, Trenchcoat und Sonnenbrille trug. Viermal hat er sich damals in blau-violetter Färbung wie ein gesuchter Verbrecher in Szene gesetzt. Ein Einzelstück aus derselben Bildfolge in Rot bietet Christie’s für 6 bis 8 Millionen Dollar an. Warhols voyeuristisches Interesse am Schicksal nicht nur seiner selbst, sondern auch Anderer äußert sich 1964 in seiner Abkonterfaktur des bebrillten Kindermörders Ellis Ruiz Baez in der Serie „Monst Wanted Men“ für 4 bis 6 Millionen Dollar und 1978 in seiner zehnteilige Serie von Sportlerbildnissen. Die komplette Folge kommt ebenfalls für 4 bis 6 Millionen Dollar zum Aufruf. ...mehr

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Berlin entdeckt Fahrelnissa Zeid

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