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AktuellAktuell:Auktionen

Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in London mit einem herausragenden und vielen normalen Ergebnissen

Interesse auch an Jugendsünden


Ihren Meister hatte sie, die Londoner Abendauktion von Impressionisten und Modernen bei Sotheby’s am vergangenen Dienstag. Wenig überraschend sein Name: Pablo Picasso. Angeboten auf der Nummer acht war sein 1932 entstandenes Ölbild „La Lecture“, das seine damalige Geliebte Marie-Thérèse Walter in sanftem, träumerischem Schlummer über einem in den Schoß gesunkenen Buch zeigt. 12 bis 18 Millionen Pfund hatte Sotheby’s für die Leinwand angesetzt, deren Entstehung in unmittelbare zeitliche Nähe zu dem Rekordbild „Nu au plateau de sculpteur (Nude, Green Leaves and Bust)“ fällt, welches im letzten Mai 95 Millionen Dollar erzielt hatte. Vielleicht war es neben der farblich und linear harmonischen Komposition selbst auch dieses schillernde Umfeld, das die Wertentwicklung des Gemäldes während der Auktion noch positiver verlaufen ließ als erwartet. 22,5 Millionen Pfund bewilligte ein anonymer Bieter schließlich für das Gemälde, mit Aufgeld also mehr als 25,2 Millionen Pfund oder umgerechnet rund 30 Millionen Euro. Dafür darf er aber auch ein Bild sein Eigen nennen, das zu den schönsten und besten gehört, die Picasso aus dieser Phase seines Lebens hinterlassen hat. ...mehr

Seine kommende Designauktion stellt das Münchner Auktionshaus Quittenbaum fast ganz in den Dienst Italiens

In italienischem Licht


Die gute Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre erlaubt es dem Münchner Auktionshaus Quittenbaum, nicht nur besondere Höhepunkte modernen und zeitgenössischen Designs vom breiten Angebot abzusondern und in eigenen Versteigerungen zu präsentieren, sondern gelegentlich sogar einzelne Rubriken und Schwerpunkte herauszustellen und auch hier eine stattliche Bandbreite für weniger pralle Geldbörsen vorzulegen. So ist die 94ste Auktion am 15. Februar unter dem Titel „La Dolce Vita“ mehr als nur ein italienischer Abend. Bereits mittags um 12 Uhr geht es los mit rund 420 Objekten italienischer Designer des 20sten Jahrhunderts. Den Anfang macht hier als einer von mehreren besonders hervorgehobenen Künstlern der vor gut drei Jahren verstorbene Ettore Sottsass – und auch hier formuliert Quittenbaum einen Anspruch: Nicht ein Gebrauchsgegenstand, sondern ein Beispiel aus dem allgemein weniger bekannten malerischen Œuvre des auf diesem Gebiet eher autodidaktisch agierenden Meisters trägt hier die Nummer eins. Es ist eine abstrakte Komposition aus dem Jahr 1956, ein Jahr bevor Sottsass die künstlerische Leitung der ebenso renommierten wie experimentierfreudigen Möbelfirma Poltronova übernahm. Die Temperaarbeit soll 8.000 bis 10.000 Euro kosten. ...mehr

Nach der impressionistischen und modernen Kunst hat Sotheby’s in London die Auktion einer illustren Privatsammlung anberaumt und schlägt mit ihr die Brücke zur Gegenwartskunst

Bildnis eines Rivalen


Paul Éluard gehört zu den frühesten Mitstreitern der neuen surrealistischen Bewegung. Schon 1919 stieß der Poet zum Künstlerkreis um André Breton, der ihm als Dichter des Surrealismus die größte Nähe zur Malerei bescheinigte. Als „Freund der Maler“ hielt Éluard engen Kontakt mit Pablo Picasso, Man Ray, Joan Miró und Max Ernst. Letzterer malte 1923 sogar Teile von Éluards Wohnhaus in Eaubonne nördlich von Paris aus. 1929 lernt er dann auch den jungen Salvador Dalí kennen, was für ihn folgenreich wird. Denn Éluard verliert kurze Zeit später seine Frau Gala an den spanischen Maler. Sie lässt sich 1932 von ihm scheiden, heiratet 1934 Dalí und kehrt trotz lebenslanger Liebesbriefe von Éluard nicht zu ihrem ersten Ehemann zurück. Doch Dalí hat seinem Rivalen auch ein Denkmal gesetzt: Ein büstenartiges Portrait des Dichters, schwebend über dem Horizont einer Farblandschaft und angefüllt mit allerlei Freudschen Symbolen, die Wesen und Gedankenwelt Éluards spiegeln. Das 1929 entstandene Werk markiert somit einen Wendepunkt in Dalís persönlichem Leben, aber auch in seiner Kunst. Trat er damals doch der Surrealistengruppe bei und wurde einer ihrer Hauptvertreter. ...mehr

Impressionisten, Moderne und Surrealismus bei Christie’s in London

Die Wilden


Als „Wilde“ wurden sie bezeichnet, als „fauves“, die lose Gruppe der französischen Maler um Henri Matisse, André Derain und Maurice de Vlaminck, die 1905 zum ersten Mal in einer Schau des Salon d’Automne mit ihren Bildern das Publikum erregte. Ausgangspunkt ihrer Kunst waren die postimpressionistischen Strömungen; doch galt ihnen der Impressionismus als zu flüchtig, der Pointillismus als zu theoretisch. Vielmehr strebten sie ein Zusammenspiel der Farben und Formen an, das ihren subjektiven, gesteigerten Empfindungen einen Ausdruck geben sollte. Nicht mehr länger ein naturalistisches Abbild der Landschaft war ihnen wichtig, sondern ein geistiges und gefühlsbetontes. Bevor sie im Pariser Salon d’Automne ihre Kunst zeigten, weilten Matisse und Derain im Sommer 1905 in dem alten Fischerdorf Collioure an der Mittelmeerküste nahe der spanischen Grenze und schufen vom Ort und seiner Umgebung zahlreiche Gemälde, die heute als erster Höhepunkt der neuen Kunstrichtung gelten. Auch Derains Gemälde „Bateaux à Collioure“, das Christie’s zu seinen Highlights der kommenden Auktionsrunde in London zählt, stammt aus diesem Sommer und weißt die typischen Merkmale von ungemischten Farben, vereinzelten Farbklecksen, starken Kontrasten und der Freiheit vom Vorbild auf. So leuchtet der Sandstrand in einem kräftigen Rot, der Himmel schwelt zwischen Gelb und Grün, und als farblicher Gegenpol tritt das Meer in Blau- und Türkistönen dazwischen. Mit 4 bis 6 Millionen Pfund erwartet Christie’s zwar keinen neuen Auktionsrekord für die nicht allzu große Leinwand aus einer Schweizer Privatsammlung, doch gehört die Schätzung zu den höher Preisen bei André Derain. ...mehr

Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in London

Junge Frauen bei der Lektüre


Nicht nur bei den Alten Meistern in New York, auch bei den Impressionisten und Modernen in London stellt Sotheby’s das Hauptlos der ersten großen Kunstauktionen im neuen Jahr. Diesmal geht es um Pablo Picassos „La Lecture“: Die junge Frau, Picassos Geliebte Marie-Thérèse Walter, vom Künstler in zahlreiche gerundete Formen zerlegt und partiell mit pastelligen Farben ausgemalt, scheint über ihrem Buch gerade eingeschlafen und lehnt mit geschlossenen Augen in ihrem Sessel. Nicht ohne Grund ist das 65 mal 51 Zentimeter große Ölbild mit 12 bis 18 Millionen Pfund so hoch bewertet, entstand es doch 1932 in unmittelbarer zeitlicher Nähe zur „Nu au plateau de sculpteur (Nude, Green Leaves and Bust)“. Und die hatte erst im vergangenen Mai bei Christie’s für 95 Millionen Dollar einen neuen Picasso-Rekord eingefahren. Zuletzt wurde die schlafende Marie-Thérèse Walter 1989 auf einer New Yorker Auktion versteigert. Gut gepasst hätte es in die vor wenigen Tagen zu Ende gegangene Picasso-Retrospektive im Kunsthaus Zürich, als eines der Werke, die schon 1932 in die große vom Meister selbst kuratierte Schau am selben Ort aufgenommen worden war. ...mehr

Auch Christie’s sprach von seiner Auktion mit Alten Meistern und Kunst des 19ten Jahrhunderts in New York von einem starken Markt, musste aber dann doch einige schmerzliche Ausfälle hinnehmen

Venedig sehen und viel Geld ausgeben


Luca Carlevarijs, Venedig – Blick auf dem Molo nach Westen

Spürbar stark war das Gefälle diesmal bei den New Yorker Altmeisterauktionen zwischen Christie’s und Sotheby’s. Während Letzteres mit einigen Spitzenwerken, darunter ein Tizian, glänzende Ergebnisse erzielen konnte, musste die Konkurrenz bei Christie’s sich mit einem eher mäßigen Interesse der internationalen Sammler zufriedengeben. Hochkarätig war auch hier das Angebot, doch fehlte es an wirklichen Zugpferden ebenso wie an einer angemessen nüchternen Preispolitik des Hauses. So blieben von den 75 am Vormittag des 26. Januar versteigerten Hauptwerken immerhin 29 unveräußert, was fast vierzig Prozent entspricht, und die Zuschlagsquote für alle knapp dreihundert Offerten lag mit rund siebzig Prozent insgesamt sogar höher als die für die Auswahlwerke. Insbesondere im preislichen Mittelfeld hatte Christie’s die Strapazierfähigkeit seiner Kunden überschätzt. 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar für eine büßende Maria Magdalena von Artemisia Gentileschi oder 700.000 bis 1 Million Dollar für ein mäßiges Knabenbildnis des Ferdinando Gonzaga von Peter Paul Rubens waren einfach zu hoch gegriffen für die keineswegs exzeptionelle Qualität. ...mehr

Freude bei Sotheby’s in New York über die Alten Meister: Höhe Umsätze und mehrere Auktionsrekorde, getrübt etwas durch die Sammlung Safra

Venezianische Grandezza


Tiziano Vecellio, genannt Tizian, Sacra Conversazione: Die Madonna mit dem Kind und den Heiligen Lukas und Katharina von Alexandrien, um 1560

Während bei Christie’s der Jammer über eine eher bescheiden verlaufene Auktion nicht gering war, konnte sich Sotheby’s über seine Alten Meister in New York nur freuen. Über 90 Millionen Dollar spielten die knapp 380 Losnummern am 27. Januar ein, wobei auf die in einem separaten Katalog versammelten Prunkstücke der Löwenanteil kam. Wie nicht anders zu erwarten, stand Tizians sacra conversazione mit den Heiligen Lukas und Katharina von Alexandria im Mittelpunkt. Die aus der Sammlung Heinz Kisters’ stammende Leinwand aus der Reifezeit des Venezianers erfüllte die Erwartungen – aber auch nicht mehr: Bei 15 Millionen Dollar und damit beim neuen Auktionsrekord wurde sie zur unteren Schätzung einem anonymen Sammler aus dem europäischen Raum zugeschlagen. Die eigentlichen Wettkämpfe um die anspruchsvollen, aber preislich stetigeren Kunstschätze früherer Jahrhunderte spielten sich woanders ab. Schon die ersten Losnummern, unter denen sich die ältesten Meister vor allem Italiens versammelt hatten, zeigten dies eindrucksvoll. ...mehr

Rückblick: Fotografie bei Bassenge

Ein Maler sieht durch’s Objektiv


Wer war Edmund Kesting? Mit einem Schlagwort ist diese Frage nicht zu beantworten. Denn Kesting ist nicht einfach in eine Schublade zu stecken. Der 1892 in Dresden geborene Künstler trat als Maler, Grafiker, Fotograf und Pädagoge hervor, wechselte nonchalant zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, liebte neue Entwicklungen, wie konstruktivistische Collagen und Assemblagen, nannte Avantgardekünstler wie Kurt Schwitters, László Moholy-Nagy, El Lissitzky oder Alexander Archipenko seine Freunde, gehörte in den 1920er Jahren zum Sturm-Kreis Herwarth Waldens, betrieb damals in Dresden und Berlin eine private Kunstschule, galt während der Nazi-Diktatur als „entartet“, kam dann zudem in der DDR während der 1950er Jahre unter die Räder der Formalismusdebatte, musste daher 1953 sein Amt als Leiter der Fotoklasse an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee niederlegen und auf Ausstellungen verzichten, fand in der DDR erst nach seinem Tod ab den 1980er Jahren offizielle Anerkennung und gab 1958 in Halle das Fotobuch „Ein Maler sieht durch’s Objektiv“ heraus. Denn gerade die künstlerische Beschäftigung mit der Lichtbildnerei wurde ab 1925 ein wichtiges Ausdrucksfeld in seinem Schaffen. Kesting experimentierte etwa mit Mehrfachbelichtungen, Fotogrammen oder Negativmontagen. Für diese faszinierende Vielschichtigkeit fand er 1930 eine treffende bildliche Entsprechung, indem er sich selbst frontal im Halbdunkel fotografierte und davor eine mit einem Pinsel sein Gesicht malende, hell erleuchtete Hand setzte. ...mehr

Ergebnisse: Kunst und Antiquitäten bei Fischer in Luzern

Abschied fällt schwer


Jan de Beer zugeschrieben, Madonna mit Kind in einer Landschaft, flankiert von Engel und Pilger

Die Alten Meister bildeten den Höhepunkt der großen Herbstauktion des Luzerner Traditionsunternehmens Fischer. So konnten auch drei der hochgehandelten Stücke unter die Leute gebracht werden: Eine zwischen Spätgotik und Frührenaissance vermittelnde Madonna in einer Landschaft, flankiert von einem Pilger und einem Engel, die dem Antwerpener Maler Jan de Beer zugeschrieben wird, brachte es auf taxgerechte 110.000 Franken. Von 60.000 bis 90.000 Franken auf 107.000 Franken steigerte sich sogar Andries Benedettis üppiges Stillleben mit Hummer, Früchten und viel Geschirr aus der ersten Hälfte des 17ten Jahrhunderts, und mit 120.000 Franken zur unteren Schätzpreisgrenze schaffte eine Darstellung Christi an der Geißelsäule, interessanterweise mit einem knienden Dominikaner daneben, aus der Hand Francisco de Zurbaráns von 1620 den Tageshöchstpreis. Auf 80.000 Franken brachte es ferner eine charaktervoll gearbeitete Anbetung des Christuskindes durch die heiligen drei Könige aus der Hand des „Meisters von Sigmaringen“ vom Anfang des 16ten Jahrhunderts. Insbesondere die fast derb gearbeiteten Männerköpfe beeindrucken durch ihre Authentizität und Volksnähe. Die Schätzung hatte lediglich bei 15.000 bis 25.000 Franken gelegen. ...mehr

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