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Am 30.11.2017 110. Auktion: Druckgraphik des 15. - 19. Jahrhunderts

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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Auktionen

Alte Meister bei Christie’s in London

Very British


George Stubbs, Gimcrack on Newmarket Heath, with a trainer, a jockey and a stable lad, um 1765

Unübersehbar ist der England-Schwerpunkt auf der Londoner Frühsommerauktion von Altmeistern bei Christie’s. Über ein Viertel der Künstler – weit mehr also sonst üblich – lebte und arbeitete auf der Insel, und auch einige der Hauptlose stammen von Engländern. Allen voran mit weitem Abstand steht ein fast zwei Meter breites Gemälde George Stubbs’. Es bietet eine Szene auf der berühmten britischen Pferderennbahn Newmarket Heath mit einem der seinerzeit wohl berühmtesten und erfolgreichsten Rennpferde, Gimcrack. Dem jugendlichen Jockey, der gerade auf das von einem erfahrenen Trainer am Zaum gehaltene schwarze Ross zugeht, ist der Respekt vor dem schlanken muskulösen Tier sichtlich anzumerken. Entstanden ist das Gemälde um 1765, als der Lebemann, Spieler, Trinker und Kunstfreund Frederick St. John, 2nd Viscount Bolingbroke, Gimcrack erwarb. Bis 1943 war das Gemälde im Besitz der Bolingbrokes, 1951 ging es für 12.000 Guineen an die auf Sportgemälde spezialisierte Woolavington Collection. Diese möchte es jetzt für 20 bis 30 Millionen Pfund wieder verkaufen. ...mehr

Alte Kunst und Kunsthandwerk bei Neumeister in München

Napoleon am Scheideweg


Albrecht Adam, Napoleon vor dem brennenden Smolensk, 1836

Kein Geringerer als Kaiser Napoleon I. steht im Mittelpunkt der kommenden Kunstauktion von Neumeister in München. Der französische Staatsmann, der die Welt veränderte, dessen Lebensweg aber auch ein Heer von Leichen pflasterte, übt bis in die Gegenwart seine Faszination aus. Ungezählt sind seine Biografen, Maler, Darsteller. Albrecht Adams Ölbild „Napoleon vor dem brennenden Smolensk“ aus dem Jahr 1836 ist vielleicht keines der ganz großen Meisterwerke, die sich diesem Mann widmen, aber eines, das die erschütternden historischen Ereignisse, die des Kaisers Wirken zur Folge hatte, in einen prägnanten Augenblick bündelt. Eher nachdenklich, sein baldiges Ende vielleicht erahnend, schaut der Eroberer von seinem weißen Ross auf die toten Soldaten herab, derweil im Hintergrund die russische Stadt raucht und glüht. Das baldige Ende des Feldzugs vor den Toren Moskaus scheint hier schon vorweggenommen. Als Begleiter von Napoleons Stiefsohn Eugène de Beauharnais war Adam selbst bei dem Geschehnis in Smolensk 1812 zugegen. Später hat er Napoleons Russlandfeldzug in zahlreichen Bildern vergegenwärtigt, von denen das vorliegende 1837 in einer Ausstellung des Münchner Kunstvereins mit Wohlwollen aufgenommen wurde. Mit einer Schätzung von 80.000 bis 90.000 Euro ist es eines der beiden Hauptlose des Tages. ...mehr

Der High End-Kunstmarkt brummt, nicht zuletzt dank einer immer größeren internationalen Sammlerschar. Das hat Christie’s bei seiner Gegenwartskunstauktion in London zum Erfolg verholfen

Morgenröte in Fernost


Seine Londoner Abendauktion mit zeitgenössischer Kunst hat Christie’s bei einem Bruttoumsatz von rund 78,8 Millionen Pfund abgeschlossen. Damit konnte der Versteigerer die obere Grenze der Gesamttaxe, die allerdings die Aufgelder nicht einkalkuliert, und auch das zweitbeste Ergebnis in dieser Sparte erreichen. Francis Outred, Chef der Zeitgenossen-Abteilung, führt dies auf die immer größere werdende internationale Sammlerschaft zurück, die auch außerhalb ihres eigenen, heimatlichen Terrains für die Stars des Kunstgeschäfts offen ist. So hätten sich diesmal Käufer aus 16 Nationen an der Auktion beteiligt. Zum Hauptlos machten sie Francis Bacons „Study for a Portrait“, 1953 im Londoner Atelier seines Malerfreundes Rodrigo Moynihan entstanden, der auch der erste Besitzer des fast zwei Meter hohen Bildes war. Eingeschätzt auf einen Betrag um die 11 Millionen Pfund, konnte die düstere Leinwand, aus der nur schemenhaft das Bildnis eines unbekannten Herrn aufscheint, schließlich für 16 Millionen Pfund einem europäischen Sammler zugeschlagen werden. Den zweiten Platz der Ergebnisliste besetzte, wie vorgesehen, Andy Warhols gelber „Mao“ vor pink- und rosafarbenem Hintergrund aus dem Jahr 1973. Die erzielten 6,2 Millionen Pfund lagen im unteren Bereich der Schätzung von 6 bis 8 Millionen Pfund. ...mehr

Ergebnisse: Biedermeier, moderne und zeitgenössische Kunst bei Hassfurther in Wien

An der Quelle


Rudolf von Alt, Der Neue Markt (Mehlmarkt), 1836

Mit einer hohen Verkaufsrate von gut siebzig Prozent schloss das Wiener Auktionshaus Wolfdietrich Hassfurther seiner Versteigerung überwiegend moderner und zeitgenössischer Kunst ab. Wie schon im vergangenen Dezember stand auch diesmal wieder ein Aquarell Rudolf von Alts ganz oben auf der Ergebnisliste. „Der neue Markt“ von 1836, parallel zur heutigen Einkaufsmeile von Wien, der Kärtner-Straße, gelegen mit der großen Brunnenanlage Georg Raphael Donners im Zentrum, erzielte ein Ergebnis von 149.000 Euro. 70.000 bis 130.000 Euro hatte Hassfurther für die detaillierte Wiedergabe des quirligen Treibens und der barocken Häuserarchitektur veranschlagt. Etwas höher und damit auf Platz 1 der Ergebnisliste positionierte sich Albin Egger-Lienz’ Ölgemälde „Die Quelle“. Der Bauer, der sich mit letzter Kraft über den ausgetrockneten Boden zu einer kleinen Wasserstelle geschleppt, robbte sich auf 165.00 Euro hoch. Dieses späte Werk, das Egger-Lienz in mehreren Versionen ausgeführt hat, war mit 120.000 bis 170.000 Euro bewertet. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst mit guten Ergebnissen bei Bassenge in Berlin

Keineswegs prüde


Ein ausgewogenes Ergebnis mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von gut 65 Prozent und einigen hohen Einzelzuschlägen brachte die Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Bassenge in Berlin. Toplos wurde Kurt Schwitters’ collagierte Merzzeichnung „Ohne Titel (Woll)“ aus dem Jahr 1924. Von 90.000 auf 120.000 Euro konnte Bassenge den Preis in die Höhe treiben; den Zuschlag erhielt ein Pariser Kunsthändler. Ein vergleichbares, ähnlich kleines Stück von 1926 brachte bei Hauswedell & Nolte in Hamburg wenige Tage später 110.000 Euro, beide Ergebnisse repräsentieren den gegenwertigen pekuniären Rang der originellen Schwitters-Collagen. Ein zweites Hauptstück war Felix Nussbaums eindrückliches Portrait einer jungen Frau in Schwarz mit Hut und Perlenkette aus dem Jahr 1927. Die anspruchsvolle Schätzung von 80.000 Euro wurde hier nicht erreicht, doch mit 75.000 Euro ist das mittelgroße Ölbild durchaus gerecht bewertet. Weniger Anklang fand das Auktionshaus im Hochpreissegment der ihm ureigensten Domäne, der Grafik. Ernst Ludwig Kirchners aquarellierte Kreidezeichnung „Elbzillen“ aus der Dresdner Zeit um 1909/10 für 80.000 Euro blieb ebenso unveräußert wie die zweifarbige Lithografie „Bruder und Schwester“ von 1908. 120.000 Euro waren auch für ein so seltenes Stück wie dieses, von dem nur noch zwei weitere Drucke bekannt sind, zu viel. ...mehr

Das Heilbronner Auktionshaus Fischer ist wieder in der Glasstadt Zwiesel zur Gast und versteigert dort Waren aus 500 Jahren Glasproduktion

Explosion und Erosion


Vasenpaar mit Chinoiseriedekor, Gräflich Buquoysche Glashütten, Georgenthal oder Silberberg, um 1825/30

Tiefrot wie Siegellack schimmert der Glasgrund, auf dem sich goldene chinesische Drachen ringeln und kleine Libellen mit allerlei Schmetterlingen, Mücken und Käferchen elegante Arrangements aus Bambus, Gräsern und exotischen Blüten umschwirren. Zierliche Sternennetzborten komplettieren das Chinoiseriedekor der beiden Vasen aus dem in der Verarbeitung besonders anspruchsvollen und daher seltenen roten Hyalithglas. Sie stammen aus den Gräflich Buquoyschen Glashütten in Südböhmen, die das Patent auf das exquisite Material hielt. In roter Farbe ist es noch seltener als in dem gängigeren Schwarz. Um 1825 bis 1830 entstanden, ist das seltene Vasenpaar mit 7.000 Euro das durch die Experten des Auktionshauses Dr. Jürgen Fischer bei weitem höchst dotierte Stück der 22ten Glasauktion in Zwiesel. Die zerbrechliche Ware verteilt sich auf zehn Kategorien von sehr unterschiedlichem Umfang. ...mehr

Eine Auktion nur mit Sitzgelegenheiten bei Zezschwitz in München

Stühle für die Himmelsrichtungen


Carlo Bugatti, Paar Armlehnsessel, um 1895

Eine Reise durch die Kunstgeschichte des Stuhls ist die kommende Veranstaltung von Zezschwitz in München. Rund 280 Sitzgelegenheiten vom beginnenden 19ten Jahrhundert bis in die Gegenwart hat das Auktionshaus für seine Sonderauktion „seats II“ zusammengetragen. Zu den ältesten Stücken gehört eine eiserne Gartenbank, die 1836 auf Basis eines Entwurfs des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel gegossen wurde. Dieser hatte Stühle in ähnlichen, mit antikisch anmutenden Grotesken unter anderem für die sogenannten Römischen Bäder im Potsdamer Schlosspark Sanssouci entworfen. 7.500 Euro werden für das gut einen Meter breite Stück erwartet. Bereits stark auf den Funktionalismus weist ein bequemer Liegestuhl voraus, den die New Yorker Marks Adjustable Folding Chair Company 1876 nach einem Entwurf Cavedra B. Sheldons herstellte. Das für 3.800 Euro angebotene Stück lässt sich reisepraktisch auf Koffergröße einklappen. Die Firma Thonet macht dann mit einer Reihe ihrer Bugholzstühle, angefangen bei der Nummer 4 um 1859, für bis zu 1.900 Euro auf sich aufmerksam. Und für ein Paar der maurisch-gotischen Armlehnsessel des Italieners Carlo Bugatti aus dem ausgehenden 19ten Jahrhundert werden voraussichtlich 15.000 Euro fällig. ...mehr

Hauptsächlich mit der alten Kunst taten sich Hauswedell & Nolte schwer. Moderne und Zeitgenossen liefen in Hamburg besser

Sonderbare Preisgestaltung


51 der 96 ausgewählten Werke, also ziemlich genau die Hälfte, konnte das Hamburger Auktionshaus Hauswedell & Nolte in seiner Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst unter die Leute bringen. Wie schon so manches Mal in der Vergangenheit lagen Erfolg und Misserfolg wieder recht dicht beieinander. Gelegentlich mutete die Preisgestaltung auch etwas merkwürdig an. 80.000 Euro für die hübsche, aber keineswegs bedeutende Farbgrafik „Feeding the ducks“ von Mary Cassatt um 1895 schienen von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Insgesamt war die Grafik, die einen Angebotsschwerpunkt bildete, zu hoch bewertet, so auch die Lithografie „Der Nachhauseweg (Selbstbildnis mit Kriegskrüppel)“ Max Beckmanns aus dem Jahr 1919 für 125.000 Euro. Die 300.000 Euro für Paul Klees „Verlassene Kulturen“ auf einem Tuschfederaquarell von 1924 waren ebenfalls zuviel: Vor fünf Jahren hatte das kleine Blatt bei Kornfeld in Bern nur 330.000 Franken gekostet. ...mehr

Ein Spitzweg bei Art & Auktionen in München

Herzhaftes Gähnen im Wind


Carl Spitzweg, Auf der Bastei, um 1856

Nach einem recht geglückten Betriebsstart vor drei Jahren hat das Münchner Auktionshaus Art & Auktionen nur noch wenig von sich reden gemacht. Anders als wohl erhofft ist das Mutterhaus Neumeister auf dem Gebiet von Kunst und Kunsthandwerk alter Meister nach wie vor der große Bruder, und gegen die starke Konkurrenz von Ketterer bei Modernen und Zeitgenossen sowie von Quittenbaum und Zezschwitz bei Jugendstil, Art Déco und Design haben sich Martina und Michael Scheublein schon gar nicht durchsetzen können. Am 1. Juli aber darf man einmal aufmerken, denn zum Aufruf kommt nichts Geringeres als ein schöner, fertiger, charakteristischer Carl Spitzweg. Das im jüngsten Werkverzeichnis gut dokumentierte und zuletzt 1985 und 2002/03 öffentlich ausgestellte Werk aus der Zeit um 1856 trägt den Titel „Auf der Bastei“ und zeigt einen wachhabenden Soldaten beim herzhaften Gähnen, derweil die Spatzen ihre Nester in die Kanonenrohre bauen und die Wäsche des Mannes im Wind trocknet. Dieses friedensvolle, pazifistische Motiv hat Spitzweg öfters verarbeitet, so auf einem Gemälde, das erst im vergangenen April bei Koller angeboten wurde. Das Zürcher Auktionshaus ist damit allerdings an 500.000 bis 800.000 Franken gescheitert. Für das ungewöhnlich breitformatige Bild bei Art & Auktionen werden 400.000 Euro erwartet. ...mehr

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