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AktuellAktuell:Auktionen

Alte Meister bei Christie’s in London

Für Pferdefreunde


George Stubbs’ „Gimcrack on Newmarket Heath“ wird zum Auktionsrekord von 20 Millionen Pfund bei Christie’s verkauft

Insgesamt sehr gute Ergebnisse für britische Kunst und ein guter Absatz einer vor allem für englische Kunden interessanten Altmeisterofferte – das ist die Bilanz der Abendauktion „Old Master & British Paintings“ von Christie’s in London. Mit einem Bruttoergebnis von 49,8 Millionen Pfund lag man am 5. Juli eher an der unteren Grenze der Gesamtschätzung. Mit zwanzig Rückgängen wurde zudem rund ein Drittel der 61 Losnummern umfassenden Offerte nicht angenommen. Auf der anderen Seite gab es jedoch Rekorde für zwei zentrale Künstler des 18ten Jahrhunderts in England: 20 Millionen Pfund erzielte George Stubbs’ Szene auf der berühmten britischen Pferderennbahn Newmarket Heath mit Trainer, jugendlichem Jockey, Stallbursche, mehreren Sportsfreunden im Hintergrund sowie vor allem Gimcrack, dem seinerzeit wohl berühmtesten Rennpferd der Insel. Wenngleich die New Yorker Galerie Piers Davies Fine Art als einzige ein Gebot für die breiformatige Leinwand abgab, wurde doch die untere Grenze von 20 bis 30 Millionen Pfund erreicht. Damit reiht sich Stubbs neben Rubens, Rembrandt, Turner, Pontormo und seit dieser Woche auch unter Francesco Guardi die teuersten Altmeister ein, deren Gemälde bisher die Marke von 20 Millionen Pfund erreichten. ...mehr

Rückblick: Skandinavisches Design und ein wenig Kunst bei Quittenbaum

Aus Tynells reichem Lampenladen


Paavo Tynell, Paar Tischlampen, um 1950

Spezialauktionen, wie sie Askan Quittenbaum in schöner Regelmäßigkeit stattfinden lässt, haben einen besonderen Anspruch, es aber auch nicht immer leicht. So konnte man bei der Versteigerung ausschließlich skandinavischen Designs sowie einiger Werke der bildenden Kunst am 31. Mai in München nicht mit Sensationen rechnen. Doch dürfte Quittenbaum auch jetzt wieder auf eine treue Gruppe von Freunden nordeuropäischer Möbel, Lampen und sonstiger Einrichtungsgegenstände der vergangenen hundert Jahre hoffen. So wurden die gut 330 Losnummern des Hauptprogramms zu rund 35 Prozent zugeschlagen, eine geschlossene Privatsammlung, in eigenem Katalog vorgestellt, brachte es auf knapp 37 Prozent. Mit den Nachverkäufen erhöhten sich die Werte auf 42 Prozent beziehungsweise gute 53 Prozent und bescherten Quittenbaum einen Nettoumsatz von gut 400.000 Euro. ...mehr

Die letzte Auktionsrunde bei Koller in Zürich war ein Fest für die Schweizer Kunst

Anker in Millionenpreisen


Albert Anker, Mädchenbildnis

Die Versteigerung Schweizer Kunst war eine der besten, die das Zürcher Auktionshaus Koller in seiner bisherigen Geschichte abhalten konnte. Kapitale Stücke der wichtigsten Künstler um und in den drei Jahrzehnten nach 1900 erzielten Höchstpreise und zum Teil sensationelle Preissteigerungen. Allen voran stand der Realist Albert Anker. Mit besonderem Andrang war schon im Vorfeld für sein Bildnispaar eines Mädchen und eines Knaben zu rechnen. Vom Künstler einst als Pendants geschaffen, wurden die anmutigen Kinderbildnisse später durch Erbgang für Jahrzehnte voneinander getrennt. Unabhängig voneinander bei Koller eingeliefert, kletterten die beiden kleinen Leinwände nun weit über ihre Schätzungen zwischen 450.000 und 700.000 Franken hinaus und wurden schließlich für insgesamt 6,3 Millionen Franken einem Schweizer Privatsammler zugeschlagen. Mit Aufgeld kostete diese geglückte Wiedervereinigung fast 7,3 Millionen Franken, wobei das Mädel mit 3,3 Millionen Pfund erwartungsgemäß noch etwas stärker abschnitt als der Bub. Zusammen sorgte das Paar für einen neuen Anker-Auktionsrekord. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst sowie Jugendstil im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Gutes aus dem Hause Hoffmann


Alfons Walde erwies sich einmal mehr als zugkräftiger Klassiker in der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst am 21. Juni im Wiener Auktionshaus im Kinsky. Mit 130.000 Euro führte sein pastoses Ölbild auf Karton „Sommer in Tirol“ die Ergebnisliste bei den Modernen an, nachdem es bei 80.000 bis 150.000 Euro bereits auf der Schätzpreisliste an erster Position gestanden hatte. Erst mit großem Abstand folgte dann bei 60.000 Euro Alexej von Jawlenskys flott gemaltes „Stillleben mit Katze und Pinseltopf“ aus der Zeit um 1915, angeboten für 35.000 bis 70.000 Euro. Waren diese Ergebnisse kaum überraschend, so sorgte Viktor Hammers dekorativ-gefühlvolle Terrakottafigur einer stehenden Frau, vielleicht als Flora aufzufassen, für ein wenig Aufregung: Von 10.000 bis 20.000 Euro kletterte die lebensgroße Darstellung aus dem Atelier dieses wenig bekannten Österreichers, der 1968 in New York starb, auf 45.000 Euro. ...mehr

Das Berner Auktionshaus Kornfeld konnte mit der modernen und zeitgenössischen Kunst nicht an den Vorjahreserfolg anknüpfen

Erfolg für Hodler, Pech für Munch


Ferdinand Hodler, Vue de Montana vers le Val d’Hérens et le Val d’Hérémence, 1915

Nicht zu den ganz großen in der Geschichte des Berner Auktionshauses Kornfeld gehörte die 253. Versteigerung von 170 ausgewählten Werken. Der Nettoumsatz von knapp 17,4 Millionen Franken, zu denen man noch rund 720.000 Franken aus einer Sonderauktion mit Grafiken Max Beckmanns rechnen kann, lag doch deutlich unter den 37 Millionen Franken des vergangenen Jahres. Auch die Zuschlagsquote von 65,3 Prozent zeigte, dass die Kundschaft von dem Angebot Eberhard W. Kornfelds, des 87jährigen Grand Seigneurs unter den Kunsthändlern, diesmal nicht durchwegs angetan war. Nur einmal wurde die Millionenmarke erklommen, wenn auch mit 4 Millionen Franken für Ferdinand Hodlers „Vue de Montana vers le Val d’Hérens et le Val d‘Hérémence“ ein durchaus beachtlicher. 3,5 Millionen Franken hatten auf dem Etikett der stilisierten Bergwelt aus dem Jahr 1915 gestanden. Hodlers Frühwerk „Müller, Sohn und Esel“ von 1881/82 indes, angeboten für 450.000 Franken, fand ebenso wie Edvard Munchs späte „Landschaft in Skøyen“ von 1920/28 bei 2,4 Millionen Franken keinen Abnehmer. Zwei Versionen der Lithografie „Madonna – Liebendes Weib“ von Munch wurden mit 230.000 Franken und 290.000 Franken zum Teil deutlich unterhalb der Schätzungen zugewiesen. ...mehr

Vor allem die Außenskulpturen fanden bei Ketterers „kleiner“ Auktion mit zeitgenössischer Kunst in München reisenden Absatz

Abstrakte ausverkauft


Der Aufwand hat sich gelohnt: Von den 32 Gartenskulpturen, für die das Münchner Auktionshaus Ketterer zur Versteigerung zeitgenössischer Kunst einen eigenen Katalog aufgelegt hat, blieb nur ein Los unveräußert. Ansonsten aber wurden alle aus verschiedenen, überwiegend süddeutschen Privatsammlungen eingelieferten Skulpturen übernommen, und zwar oft erheblich über ihren Schätzungen. Dazu zählte auch das Hauptlos der Auktion, Fritz Koenigs rund zweieinhalb Meter hohe Bronze „Mona II“ von 1971, die sich von 40.000 bis 50.000 Euro zum neune Auktionsrekord von 80.000 Euro erhob. Das zweite Hauptlos, Pablo Atchugarrys weiße Marmorfaltung „Senza titolo“ von 2006, brachte es immerhin noch auf 32.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Gut beboten wurden auch Gianpietro Carlessos kantige Raumverschlingung „Decostruzione XXIV“ aus weißem Marmor von 1994 mit 28.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR), Michael Croissants zu einer Kubusform abstrahierter „Kopf“ aus geschweißter Bronze von 1989 mit 25.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), Hans Nagels Vier-Säulen-Gruppe „ER 28“ in allansichtiger Kreuzform von 1970/72 mit 10.000 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), László Szabós knorpelige Bronze „Quellkönigin“, ein Entwurf für einen Brunnen von 1971, mit 14.000 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) und Josef Staubs loopingartig gedrehter Chromstahl „Apollo“ von 1994 mit 24.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Einschließlich der Aufgelder konnte Ketterer mit den Werken der überwiegend weniger bekannten oder jüngeren Bildhauer fast eine halbe Million Euro umsetzen. ...mehr

Alte Meister bei Christie’s in London

Very British


George Stubbs, Gimcrack on Newmarket Heath, with a trainer, a jockey and a stable lad, um 1765

Unübersehbar ist der England-Schwerpunkt auf der Londoner Frühsommerauktion von Altmeistern bei Christie’s. Über ein Viertel der Künstler – weit mehr also sonst üblich – lebte und arbeitete auf der Insel, und auch einige der Hauptlose stammen von Engländern. Allen voran mit weitem Abstand steht ein fast zwei Meter breites Gemälde George Stubbs’. Es bietet eine Szene auf der berühmten britischen Pferderennbahn Newmarket Heath mit einem der seinerzeit wohl berühmtesten und erfolgreichsten Rennpferde, Gimcrack. Dem jugendlichen Jockey, der gerade auf das von einem erfahrenen Trainer am Zaum gehaltene schwarze Ross zugeht, ist der Respekt vor dem schlanken muskulösen Tier sichtlich anzumerken. Entstanden ist das Gemälde um 1765, als der Lebemann, Spieler, Trinker und Kunstfreund Frederick St. John, 2nd Viscount Bolingbroke, Gimcrack erwarb. Bis 1943 war das Gemälde im Besitz der Bolingbrokes, 1951 ging es für 12.000 Guineen an die auf Sportgemälde spezialisierte Woolavington Collection. Diese möchte es jetzt für 20 bis 30 Millionen Pfund wieder verkaufen. ...mehr

Alte Kunst und Kunsthandwerk bei Neumeister in München

Napoleon am Scheideweg


Albrecht Adam, Napoleon vor dem brennenden Smolensk, 1836

Kein Geringerer als Kaiser Napoleon I. steht im Mittelpunkt der kommenden Kunstauktion von Neumeister in München. Der französische Staatsmann, der die Welt veränderte, dessen Lebensweg aber auch ein Heer von Leichen pflasterte, übt bis in die Gegenwart seine Faszination aus. Ungezählt sind seine Biografen, Maler, Darsteller. Albrecht Adams Ölbild „Napoleon vor dem brennenden Smolensk“ aus dem Jahr 1836 ist vielleicht keines der ganz großen Meisterwerke, die sich diesem Mann widmen, aber eines, das die erschütternden historischen Ereignisse, die des Kaisers Wirken zur Folge hatte, in einen prägnanten Augenblick bündelt. Eher nachdenklich, sein baldiges Ende vielleicht erahnend, schaut der Eroberer von seinem weißen Ross auf die toten Soldaten herab, derweil im Hintergrund die russische Stadt raucht und glüht. Das baldige Ende des Feldzugs vor den Toren Moskaus scheint hier schon vorweggenommen. Als Begleiter von Napoleons Stiefsohn Eugène de Beauharnais war Adam selbst bei dem Geschehnis in Smolensk 1812 zugegen. Später hat er Napoleons Russlandfeldzug in zahlreichen Bildern vergegenwärtigt, von denen das vorliegende 1837 in einer Ausstellung des Münchner Kunstvereins mit Wohlwollen aufgenommen wurde. Mit einer Schätzung von 80.000 bis 90.000 Euro ist es eines der beiden Hauptlose des Tages. ...mehr

Der High End-Kunstmarkt brummt, nicht zuletzt dank einer immer größeren internationalen Sammlerschar. Das hat Christie’s bei seiner Gegenwartskunstauktion in London zum Erfolg verholfen

Morgenröte in Fernost


Seine Londoner Abendauktion mit zeitgenössischer Kunst hat Christie’s bei einem Bruttoumsatz von rund 78,8 Millionen Pfund abgeschlossen. Damit konnte der Versteigerer die obere Grenze der Gesamttaxe, die allerdings die Aufgelder nicht einkalkuliert, und auch das zweitbeste Ergebnis in dieser Sparte erreichen. Francis Outred, Chef der Zeitgenossen-Abteilung, führt dies auf die immer größere werdende internationale Sammlerschaft zurück, die auch außerhalb ihres eigenen, heimatlichen Terrains für die Stars des Kunstgeschäfts offen ist. So hätten sich diesmal Käufer aus 16 Nationen an der Auktion beteiligt. Zum Hauptlos machten sie Francis Bacons „Study for a Portrait“, 1953 im Londoner Atelier seines Malerfreundes Rodrigo Moynihan entstanden, der auch der erste Besitzer des fast zwei Meter hohen Bildes war. Eingeschätzt auf einen Betrag um die 11 Millionen Pfund, konnte die düstere Leinwand, aus der nur schemenhaft das Bildnis eines unbekannten Herrn aufscheint, schließlich für 16 Millionen Pfund einem europäischen Sammler zugeschlagen werden. Den zweiten Platz der Ergebnisliste besetzte, wie vorgesehen, Andy Warhols gelber „Mao“ vor pink- und rosafarbenem Hintergrund aus dem Jahr 1973. Die erzielten 6,2 Millionen Pfund lagen im unteren Bereich der Schätzung von 6 bis 8 Millionen Pfund. ...mehr

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