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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Rückblick: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Neumeister in München

Eine Heimat für Park und Hahn


Kurz und griffig hatte das Münchner Auktionshaus Neumeister den Sonderkatalog seiner Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst „shape“ betitelt. Vereint war darin eine gute Hundertschaft Skulpturen des späten 19ten bis frühen 21sten Jahrhunderts. Sie schlug sich achtbar, zeigte aber, dass wirklich teure Stücke auf dem deutschen Markt schwer unterzubringen sind, wenn der jeweilige Stil gerade nicht in Mode ist oder dem Werk keine besondere Provenienz anhaftet. Die anspruchsvoll taxierte Kunst der Arte Povera und des Minimalismus beispielsweise wurde von einer Flaute erwischt: Sowohl Giulio Paolinis „Tableau vivant“, eine Auseinandersetzung mit den traditionell-akademischen Vorstellungen von Kunst aus dem Jahr 1985, für geschätzte 60.000 bis 80.000 Euro als auch Jannis Kounellis’ völlig unheroisches „Monumento al Borghese corraggioso“ aus dem Jahr 1971 für 90.000 bis 100.000 Euro blieben unveräußert. Für Sol LeWitts dreiteilige, weißgefasste Holzkonstruktion „Complex Forms no. 19“ von 1988 gab es erst ein Nachgebot über 82.000 Euro, 8.000 Euro unterhalb der Schätzung. ...mehr

Für Franz von Stuck gab es bei Christie’s in London einen neuen Auktionsrekord

Liebe im Frühling


Franz von Stuck, Liebesfrühling, 1917

Die letzte Auktion mit Gemälden der verschiedenen europäischen Schulen des 19ten Jahrhunderts bei Christie’s in London hielt nur wenige Überraschungen bereit. Schon das Gesamtergebnis von etwas mehr als 3,8 Millionen Pfund lag unter der Schätzpreissumme von 4,4 Millionen Pfund, und mehr als ein Drittel der 72 Losnummern fand keine Abnehmer. Das Interesse der Bieter konzentrierte sich auf einige ausgewählte Positionen, unter anderem auf Franz von Stuck. Der Münchner Malerfürst war mit dem mythologisch-symbolistischen „Liebesfrühling“ zugegen, den ein braungebrannter Hirtenjüngling mit Blütenkranz im Haar seiner anmutig sich im Gras räkelnden nackten Angebeteten auf der Holzflöte versüßt. Am selben Ort wurde das 1917 entstandene Leinwandgemälde bereits neun Jahre zuvor für 160.000 Pfund versteigert, damals der zweithöchste Auktionspreis für ein Stuck-Gemälde. Nun setzte es sich mit 300.000 Pfund sogar an die Spitze des Stuck-Auktionsrankings. Die Schätzung hatte bei 150.000 bis 250.000 Pfund gelegen. ...mehr

Rückblick: Alte Meister bei Christie’s in London

Hundertprozent Wertsteigerung


Pieter Breughel d.J., Schlacht zwischen Fastnacht und Fastenzeit

Werden die kommenden Altmeisterauktionen von Sotheby’s und Christie’s in New York Ende Januar wieder ein recht umfangreiches Programm auffahren, so hatten sich die Londoner Versteigerungen im vergangenen Dezember recht bescheiden gegeben. Den schwachen Absatz ein halbes Jahr zuvor im Hinterkopf hatte Christie’s für die Abendveranstaltung am 6. Dezember nur 36 Stücke zusammengestellt. Immerhin rund ein Viertel davon – zehn Losnummern – blieb wiederum unveräußert, doch stand dieser Negativquote eine stattliche Anzahl neuer Auktionsrekorde und starker Wertsteigerungen entgegen. Dadurch lag auch der freilich vergleichsweise bescheidende Gesamtumsatz von etwas über 24 Millionen Pfund im oberen Bereich der Gesamtschätzung. Spektakulärstes Stück war Pieter Breughels d.J. Lebenspanorama „Schlacht zwischen Fastnacht und Fastenzeit“, eine über 170 Zentimeter breite Leinwand mit einer Fülle von Figuren inmitten einer Stadtlandschaft als Sinnbild menschlicher Schwächen und Verfehlungen. Auf 3,5 bis 4,5 Millionen Pfund angesetzt, landete das Gemälde nach zähem Wettbewerb schließlich bei 6,1 Millionen Pfund ohne Aufgeld und konnte damit die 3,256 Millionen Pfund verdoppeln, die es fast auf den Tag genau fünf Jahre zuvor am selben Ort schon einmal erzielt hatte. Der bisherige Brueghel-Rekord wurde um 1,5 Millionen Pfund überboten. ...mehr

Das Möbellager wurde bei Koller in Zürich bei weitem nicht geräumt. Dennoch gab es für einige Stücke herausragende Preise

Eine halbe Million leuchtet


François Rémond zugeschrieben, Paar Girandolen, Paris um 1790/95

Beschränkung auf das Wesentliche lautete offenbar das Motto der Bieterschar auf Kollers Versteigerung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen am 8. Dezember in Zürich: Nur rund 42 Prozent der gut 350 Objekte wurden zugeschlagen, bei der Einlieferung des Zürcher Edelgaleristen Richard Redding lag die Quote sogar nur bei 38 Prozent. Doch gerade im ersten Auktionsteil mit eben jenen Kostbarkeiten des Rokoko, Klassizismus und Empire, die der gelernte Restaurator noch in seinem Laden stehen hatte, folgten die hohen Zuschläge oft zugunsten russischer Bieter teils Schlag auf Schlag. Den Anfang machte mit 320.000 Franken ein Paar Girandolen mit Putto und jungem Mädchen, das gegen Ausgang des 18ten Jahrhunderts wohl von François Rémond und Dominique Daguerre nach Vorlagen von Etienne Maurice Falconet geschaffen wurde. Hier wurde die Schätzung von 180.000 bis 250.000 Franken ebenso übertroffen wie wenig später bei einer großen Pariser Rokoko-Pendule von Antoine Gosselin mit einem Werk von Jean Martin um 1760 für 200.000 Franken: Angesetzt waren für das wegen seiner Schildpattauflagen auffällige Stück 110.000 bis 160.000 Franken. ...mehr

Alte Meister bei Christie’s in New York

Schinken mit Blockflöte


Hans Memling, Muttergottes, das Kind stillend

Kaum siebzehn Zentimeter misst die kleine Holztafel im Durchmesser, trotzdem handelt es sich um eine kaum zu bezahlende Kostbarkeit: Mit 6 bis 8 Millionen Dollar hat Christie’s eine runde Muttergottes mit dem an der Brust säugenden Christusknäblein bewertet, die am 25. Januar in der New Yorker Altmeisterauktion zum Aufruf kommen soll. Schöpfer der gut dokumentierten und in jüngerer Zeit mehrfach ausgestellten Darstellung ist der aus dem südhessischen Seligenstadt stammende, vor allem aber im flämischen Brügge tätige Hans Memling, einer der exponiertesten Meister spätgotischer Tafelmalerei nördlich der Alpen. Zuletzt hat sie im Jahr 2007 den Besitzer gewechselt, davor ging sie im Dezember 1978 für 48.000 Pfund bei Christie’s in London über den Tresen. Nun ist sie eines der Hauptlose einer Versteigerung, die mit etwas über hundert Losnummern und einem monetären Gesamtumfang von bis zu 79 Millionen Dollar einschließlich einer französischen Sektion der Altmeisterauktion bei Sotheby’s einen Tag später nicht nachsteht. ...mehr

Trotz hoher Erwartungen war die Jubiläumsauktion bei Fischer in Heilbronn erfolgreich

Indianerin für Leipzig


Johann Philipp Stenglin I., Humpen mit Elfenbeinwandung, Augsburg um 1670

Nachdem die Vorbehaltszuschläge nun geklärt, die Nachverkäufe abgeschlossen sind und die Bilanz bereinigt ist, kann das Heilbronner Auktionshaus Fischer seine 200. Jubiläumsauktion nun insgesamt als Erfolg verbuchen: 56,5 Prozent der genau zweihundert Losnummern fanden einen Abnehmer, rund 2,3 Millionen Euro brutto wurden umgesetzt. Was Fischer selten schafft, kam nun gleich mehrmals vor: das Erreichen der 100.000er-Marke. Seine obere Schätzung von 70.000 bis 100.000 Euro traf ein Augsburger Deckelhumpen, dessen vergoldete Silbermontierung von Johann Philipp Stenglin I. um 1670 eine reiche Elfenbeinschnitzerei mit einer Darstellung des barmherzigen Samariters umschließt. Aus der qualitätvollen Gemäldeabteilung setzte sich Hermann Max Pechsteins expressionistischer „Waldweg“ von 1927 noch über die anvisierten 80.000 bis 100.000 Euro hinaus bei 120.000 Euro ab. Unerreichbar aber waren die 260.000 Euro, die ein monumentales Glasbild namens „Fire and Glass I“ von Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová einspielte und nun von Prag in die USA wanderte. Für das zweite dieser 1960/61 für die Eingangshalle einer Glasexportfirma in Gablonz an der Neiße angefertigten abstrakten Kompositionen reichte es dann aber nicht mehr zu den erhofften 200.000 bis 300.000 Euro. ...mehr

Gemälde und Skulpturen Alter Meister bei Sotheby’s in New York

Die sammelfreudige Mrs. Ripley


Lucas Cranach d.Ä., Lucretia

Das neue Kunstauktionsjahr beginnt bei Sotheby’s in New York mit den alten Meistern ziemlich forsch: Nach der eher schlappen Dezemberauktion in London mit einem mageren Angebot von nicht einmal vierzig Losnummern und nur rund 20 Millionen Pfund Bruttoumsatz listet die Vormittagsauktion am 26. Januar immerhin 85 Werke mit einem Gesamtvolumen von bis zu 72 Millionen Dollar. Ein eindeutiges Hauptlos gibt es nicht: Italienische Arbeiten etwa von Simone Martini und Giovanni Antonio Canal stehen etwa gleichrangig neben alten Niederländern wie Anthonis van Dyck und Jan van Huysum. Ganz vorn mischt auch ein deutscher Künstler mit: Lucas Cranachs Verbildlichung der grimmig-verzweifelt sich den Tod gebenden römischen Tugendheldin Lucretia steht bei 4 bis 6 Millionen Dollar zur Verfügung. Das Bildnis einer Dame in eleganter Renaissancekleidung seines Sohnes Lucas Cranach d.J. aus der Sammlung des Unternehmers Clarence Palitz ist mit 150.000 bis 200.000 Dollar voraussichtlich nicht ganz so teuer. ...mehr

Rückblick: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Bassenge in Berlin

Überraschung mit Hodler


Ferdinand Hodler, Stehender männlicher Akt, die Hände auf der Brust

Eine Sensation vom Kaliber einer Zeichnung Jan Toorops, die Bassenge in seiner Auktion von Gemälden und Arbeiten auf Papier aus den Epochen bis zum 19ten Jahrhundert auf 425.000 Euro steigern konnte, hatte die moderne und zeitgenössische Kunst nicht mehr zu bieten. Doch auch in dieser Sparte erzielte das Berliner Unternehmen ein insgesamt hervorragendes Ergebnis. Schon die Zuschlagsquote von über 73 Prozent dokumentierte das hohe Interesse an der zwischen Malerei, Zeichnung und Grafik ausgewogenen Offerte. Das Hauptlos stand ziemlich zu Beginn in Form der ersten Weimarer Bauhaus-Mappe bereit, die jeweils zwei Blätter von Lyonel Feininger, Johannes Itten, Paul Klee, Georg Muche, Gerhard Marcks, Oskar Schlemmer und Lothar Schreyer enthält. Als komplette Folge ist diese zweite Veröffentlichung des Staatlichen Bauhauses heute außerordentlich selten. Das Getty-Museum in Kalifornien griff hier zu und gewährte die 100.000 Euro, die Bassenge für die vierzehn Blätter vorgesehen hatte. ...mehr

Für exzellente Stücke des Jugendstil und Art Déco gab es bei Quittenbaum hervorragende Preise

Griechenland schreitet voran


René Lalique, Henkelvase „Cattleya“, 1898/1900

Der Name René Lalique steht für ausgefallene Glaskreationen des Art Déco. Vor allem mit seinen Vasen in stilisierten Formen der Natur ist er auf dem deutschen Auktionsmarkt häufig zugegen. In der Regel wandern diese Stücke im dreistelligen oder unteren und mittleren vierstelligen Eurobereich über das Auktionspult; selten wird die Marke von 10.000 Euro übertroffen. So war es auch, als Quittenbaum in seiner letzten regulären Auktion mit Kunstgewerbe des frühen 20sten Jahrhunderts die gelbbraun patinierte Vase „Palmes“ von 1923 mit reliefierten Palmblättern bei 500 Euro, die Vase „Chamarande“ von 1926 mit Henkel aus Heckenrosen für 1.500 Euro und die Vase „Bacchantes“ von 1927 mit tanzenden Bacchantinnen auf leicht grün getöntem Grund bei 4.300 Euro verkaufte. Als dann aber in der Silberabteilung Laliques frühe Henkelvase „Cattleya“ zum Aufruf kam, gab es bei den Kunden kein Halten mehr. Das florale Jugendstilobjekt von 1898/1900 mit einer exaltierten Orchideenblüte als Mündung war schon recht ansehnlich mit 20.000 bis 24.000 Euro und damit tendenziell richtig bewertet. Als dann schließlich 55.000 Euro daraus wurden, war die Überraschung bei Quittenbaum perfekt. ...mehr

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