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AktuellAktuell:Auktionen

Gemälde und Skulpturen Alter Meister bei Sotheby’s in New York

Die sammelfreudige Mrs. Ripley


Lucas Cranach d.Ä., Lucretia

Das neue Kunstauktionsjahr beginnt bei Sotheby’s in New York mit den alten Meistern ziemlich forsch: Nach der eher schlappen Dezemberauktion in London mit einem mageren Angebot von nicht einmal vierzig Losnummern und nur rund 20 Millionen Pfund Bruttoumsatz listet die Vormittagsauktion am 26. Januar immerhin 85 Werke mit einem Gesamtvolumen von bis zu 72 Millionen Dollar. Ein eindeutiges Hauptlos gibt es nicht: Italienische Arbeiten etwa von Simone Martini und Giovanni Antonio Canal stehen etwa gleichrangig neben alten Niederländern wie Anthonis van Dyck und Jan van Huysum. Ganz vorn mischt auch ein deutscher Künstler mit: Lucas Cranachs Verbildlichung der grimmig-verzweifelt sich den Tod gebenden römischen Tugendheldin Lucretia steht bei 4 bis 6 Millionen Dollar zur Verfügung. Das Bildnis einer Dame in eleganter Renaissancekleidung seines Sohnes Lucas Cranach d.J. aus der Sammlung des Unternehmers Clarence Palitz ist mit 150.000 bis 200.000 Dollar voraussichtlich nicht ganz so teuer. ...mehr

Rückblick: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Bassenge in Berlin

Überraschung mit Hodler


Ferdinand Hodler, Stehender männlicher Akt, die Hände auf der Brust

Eine Sensation vom Kaliber einer Zeichnung Jan Toorops, die Bassenge in seiner Auktion von Gemälden und Arbeiten auf Papier aus den Epochen bis zum 19ten Jahrhundert auf 425.000 Euro steigern konnte, hatte die moderne und zeitgenössische Kunst nicht mehr zu bieten. Doch auch in dieser Sparte erzielte das Berliner Unternehmen ein insgesamt hervorragendes Ergebnis. Schon die Zuschlagsquote von über 73 Prozent dokumentierte das hohe Interesse an der zwischen Malerei, Zeichnung und Grafik ausgewogenen Offerte. Das Hauptlos stand ziemlich zu Beginn in Form der ersten Weimarer Bauhaus-Mappe bereit, die jeweils zwei Blätter von Lyonel Feininger, Johannes Itten, Paul Klee, Georg Muche, Gerhard Marcks, Oskar Schlemmer und Lothar Schreyer enthält. Als komplette Folge ist diese zweite Veröffentlichung des Staatlichen Bauhauses heute außerordentlich selten. Das Getty-Museum in Kalifornien griff hier zu und gewährte die 100.000 Euro, die Bassenge für die vierzehn Blätter vorgesehen hatte. ...mehr

Für exzellente Stücke des Jugendstil und Art Déco gab es bei Quittenbaum hervorragende Preise

Griechenland schreitet voran


René Lalique, Henkelvase „Cattleya“, 1898/1900

Der Name René Lalique steht für ausgefallene Glaskreationen des Art Déco. Vor allem mit seinen Vasen in stilisierten Formen der Natur ist er auf dem deutschen Auktionsmarkt häufig zugegen. In der Regel wandern diese Stücke im dreistelligen oder unteren und mittleren vierstelligen Eurobereich über das Auktionspult; selten wird die Marke von 10.000 Euro übertroffen. So war es auch, als Quittenbaum in seiner letzten regulären Auktion mit Kunstgewerbe des frühen 20sten Jahrhunderts die gelbbraun patinierte Vase „Palmes“ von 1923 mit reliefierten Palmblättern bei 500 Euro, die Vase „Chamarande“ von 1926 mit Henkel aus Heckenrosen für 1.500 Euro und die Vase „Bacchantes“ von 1927 mit tanzenden Bacchantinnen auf leicht grün getöntem Grund bei 4.300 Euro verkaufte. Als dann aber in der Silberabteilung Laliques frühe Henkelvase „Cattleya“ zum Aufruf kam, gab es bei den Kunden kein Halten mehr. Das florale Jugendstilobjekt von 1898/1900 mit einer exaltierten Orchideenblüte als Mündung war schon recht ansehnlich mit 20.000 bis 24.000 Euro und damit tendenziell richtig bewertet. Als dann schließlich 55.000 Euro daraus wurden, war die Überraschung bei Quittenbaum perfekt. ...mehr

Zum 25jährigen Firmenjubiläum hat sich die Villa Grisebach selbst beschenkt: In Berlin gab es hohe Zuschlagsquoten, herausragende Einzelergebnisse und Erfolg vor allem mit der neu ins Programm genommenen Kunst des 19ten Jahrhunderts

Römische Ruinen in Berlin


Friedrich Nerly, Forum Romanum, 1830

Die Villa Grisebach hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Rund 1500 Werke aus drei Jahrhunderten standen Ende November in Berlin zum Verkauf. Die Zuschlagsquoten von 80 Prozent aufwärts für die einzelnen Segmente lagen selten so hoch, und der Bruttoumsatz von 55,4 Millionen Euro für das Jahr 2011 ist der beste in der 25jährigen Firmengeschichte. Mit diesen Werten stellt sich die Villa Grisebach an die Spitze der deutschen Auktionshäuser. Neben den „Ausgewählten Werken“ konnte erstmals die ansehnliche Sammlung von Kunst des 19ten Jahrhunderts mit berühmten Vertretern wie Carl Gustav Carus, Adolph von Menzel oder Lovis Corinth punkten, zusammengestellt vom neuen Gesellschafter Florian Illies. Dieser Bereich hatte in den vergangenen Jahren meist hinter dem Schwerpunkt des Auktionshauses mit Klassischer Moderne und Zeitgenössischer Kunst zurückgestanden. Doch die Versteigerung vom 23. November zeigte deutlich, dass von Grisebach für dieses Segment zukünftig mehr zu erwarten ist. Mit knapp 87 Prozent abgesetzter Positionen war das 19te Jahrhundert sogar erfolgreicher als die Auktionen zur Klassischen Moderne und zur Kunst nach 1945. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst sowie Design bei Nagel in Stuttgart

Langsam kommt Majerus


Franz von Stuck, Der lustige Ritt, 1900

Mit einer Zuschlagsquote von 44 Prozent schloss die Versteigerung ausgewählter Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst bei Nagel zwar nicht überragend gut ab. Doch von der derzeitigen Kunstmarktblüte, die den deutschen Auktionatoren ein gutes Vorweihnachtsgeschäft bescherte, profitierte auch das Stuttgarter Unternehmen in Form guter Einzelresultate. An erster Stelle ist hier Franz von Stucks Ölgemälde „Der lustige Ritt“ von 1900 zu nennen, in welchem ein liebestoller Kentaur mit seinem unbekleideten Objekt der Begierde wild durch die Nacht sprintet. Das seit über einem halben Jahrhundert in baden-württembergischem Privatbesitz befindliche Bild, auf 40.000 Euro angesetzt, wurde schließlich erst um 110.000 Euro weitervermittelt. Zuschlagspreise in dieser Größenordnung wurden auf dem deutschsprachigen Markt bislang nur bei Neumeister in München erzielt. ...mehr

Selektives Bieten bei der modernen und zeitgenössischen Kunst von Karl & Faber

Die Blaue Reiterin


Gabriele Münter war wieder der Glücksbringer auf der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Karl & Faber in München. Wie schon im vergangenen Juni besetzte die Protagonistin des „Blauen Reiters“ auch diesmal die oberen Ränge der Zuschlagsliste mit Werken von erheblich gestiegenem Wert: Von 90.000 bis 120.000 Euro auf 140.000 Euro wurde ihr trotz expressiven Pinselstrichs anmutig gestalteter „Dorfplatz in Sandvig auf Bornholm“ aus dem Jahr 1919 gehoben, ihre fünfzehn Jahre jüngere „Prozession in Murnau“ mit freudig im Wind flatternden Fahnen schoss sogar von 120.000 bis 150.000 Euro auf 210.000 Euro. Beide Gemälde bleiben im süddeutschen Raum. Erstere Leinwand war noch nie öffentlich ausgestellt und zuletzt vor mehr als fünfunddreißig Jahren auf einer Auktion bei Hauswedell & Nolte in Hamburg zu haben. Das andere Bild stammt aus dem Nachlass der Künstlerin und wurde aus einer süddeutschen Privatsammlung eingeliefert, die es in den vergangenen Jahren mehrmals für Ausstellungen hergab. Nur Münters frühe, studienhafte Arbeit „Pietà“ von circa 1909 fand – obwohl mit fast fünfzig Zentimetern das größte der drei Bilder – erst im Nachverkauf bei 39.000 Euro einen Abnehmer. Hier waren eigentlich 60.000 bis 80.000 Euro veranschlagt. ...mehr

Die Zeitgenössische Kunst lief bei Lempertz in Köln exzellent

Wettstreit der Farbkleckse


Mit zeitgenössischer Kunst scheinen derzeit auch auf dem deutschen Auktionsmarkt hervorragende Geschäfte möglich zu sein. Lempertz in Köln jedenfalls erzielte mit seiner Auktion insgesamt die besten Ergebnisse mit Kunst in diesem Herbst. Schon die Zuschlagsquote von knapp 68 Prozent nach Anzahl der Lose lag höher als bei der klassischen Moderne und bei den Alten Meistern sowieso. Im Hochpreissegment gab es fast keine Absatzschwierigkeiten, von zwei Arbeiten der italienischen Arte Povera von Fabrizio Plessi und Michelangelo Pistoletto für Preise zwischen 110.000 und 180.000 Euro abgesehen blieb hier kein Los unveräußert. Insbesondere die ungegenständliche Kunst reüssierte: Alle drei Hauptlose Emil Schumachers, „Siles“ von 1959, „Merz“ von 1963 und das 1989 entstandene Spätwerk „Kerim“, wurden für 160.000 Euro und 190.000 Euro im Rahmen der Schätzungen vom Schweizer Kunsthandel und einer deutschen Privatsammlung übernommen. Von 90.000 bis 100.000 Euro auf 230.000 Euro mächtig steigern konnte sich ein kleines, aber strukturtiefes „Abstraktes Bild“ Gerhard Richters mit der Werknummer 862-5 von 1999. Es ging zugunsten der Deutschen Krebshilfe an einen deutschen Sammler. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Hauswedell & Nolte in Hamburg

Keine Experimente


Zum dritten Mal in Folge führt ein Werk Willi Baumeisters die Zuschlagsliste der Auktion moderner und zeitgenössischer Kunst bei Hauswedell & Nolte in Hamburg an. Nach 180.000 Euro und 225.000 Euro für charakteristische abstrakte Arbeiten von 1955 und 1953 gab es am 2. Dezember nun sogar 250.000 Euro für des Künstlers „Monturi“ aus dem Jahr 1954. Das in einer Suite ähnlicher Bilder entstandene Werk mit einem großen körnigen Kreis in der Mitte und zahlreichen vorwitzig darunter hervorlugenden Farbflächen konnte damit seine Schätzung von 180.000 Euro noch deutlich übertreffen und dokumentiert den steigenden Marktwert des 1955 gestorbenen Meister der deutschen Abstraktion. Auch seine kleine Papierarbeit „Montaru“ ebenfalls von 1954, auf der ein großes schwarzes, an den Rändern ausgefranstes Rechteck über mehrere zaghaft sich anschmiegende Farbflächen dominiert, wurde von 50.000 Euro auf stattliche 82.000 Euro gehoben. Nur Baumeisters Frühwerk, die noch figurative, aquarellierte und gouachierte Bleistiftzeichnung „Springer-Gruppe“ von 1929 wollte für 12.000 Euro bisher niemand haben. ...mehr

Kunst und Kunsthandwerk des 20sten Jahrhunderts bei Zezschwitz in München

Der Teure aus dem Norden


Bei einer eher durchschnittlichen Zuschlagsquote von knapp 30 Prozent nach Anzahl der Lose konnte das Münchner Auktionshaus von Zezschwitz auf seiner Jubiläumsauktion zum zehnjährigen Bestehen am 1. Dezember zumindest einige schöne Einzelergebnisse erzielen. Am dichtesten war die Abnahmequote bemerkenswerterweise bei der bildenden Kunst der klassischen Moderne: Selbst bei dem auf Kunsthandwerk des Jugendstil und Art Déco spezialisierten Unternehmen schlug sich der derzeitige Kaufrausch bei der Kunst des 20sten Jahrhunderts nieder, obwohl sie hier nur Nebenschauplatz war. Gleich zu Beginn sorgte eine spätimpressionistische Landschafts-„Studie von Capri“ des gebürtigen Flensburgers Hans Christiansen aus dem Jahr 1906 für eine Überraschung: Von 5.000 Euro erhöhte sich hier der Wert auf den Rekordpreis für ein Gemälde des Künstlers von 25.000 Euro. ...mehr

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