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AktuellAktuell:Auktionen

Kunst des 19ten Jahrhunderts bei Grisebach in Berlin

Suppe mit Ballkleid


Franz Ludwig Catel, Heimkehrende Fischer in einer Grotte nahe des Palazzo Donn’ Anna am Capo Posillipo mit Blick über den Golf von Neapel auf den Vesuv, 1821/22

Seit das Berliner Auktionshaus Villa Grisebach das 19te Jahrhundert in einer eigenen Versteigerung präsentiert, wird das Angebot immer umfangreicher und qualitätvoller. Gut hundert Positionen listet der Katalog zur Kunst der Neueren Meister, und es sind erstklassige Arbeiten darunter. Ganz oben rangiert, mit einer Schätzung über 120.000 bis 150.000 Euro auch preislich, Franz Ludwig Catels einen Meter breite Leinwand mit dem umständlichen Titel „Heimkehrende Fischer in einer Grotte nahe des Palazzo Donn’ Anna am Capo Posillipo mit Blick über den Golf von Neapel auf den Vesuv“. Das bislang unbekannte Gemälde, das mit der Datierung 1821/22 in den kommenden Werkkatalog Catels aufgenommen wird, ist charakteristisch für die künstlerische Handschrift des Berliner Italienreisenden, der sein Leben 1856 in Rom beschloss. Fast ein wenig Hackertscher Klassizismus wirkt hier nach, doch durch und durch romantisch ist das Motiv, genommen aus dem täglichen Leben der nach außen hin so idyllisch anmutenden Mittelmeergegend. ...mehr

„Ausgewählte Werke“ der modernen und zeitgenössischen Kunst bei Grisebach in Berlin

Nageln für Rerik


„La Abuelita“, das „Großmütterchen“, ist eines der Hauptlose betitelt, die die Berliner Villa Grisebach als „Ausgewählte Werke“ an der Spitze seiner großen Frühjahrsauktionen präsentiert: Eine stattliche, überlebensgroß aus der Tiefe von den Knien ab aufwärts ins Bild aufragende Dame, die den Betrachter streng, mit zusammengekniffenem Mund über ihre kleine Lesebrille hinweg fixiert. Der leicht grünlich schimmernde mächtige Körper steckt in einem braunen Kleid mit pastellfarbener Spitze und einem transparenten Überwurf aus Atlas, über den blütenartige Ornamente zucken. Eine fette Katze zu ihren Füßen mit Schleifchen um den Hals betont eher das Imposante dieser Erscheinung, als dass sie sie mildert. Unten rechts klemmen Signatur und Datierung des Bildes: Fernando Botero, der in Europa wohl bekannteste südamerikanische Künstler unserer Tage, schuf diese gut 180 Zentimeter hohe Leinwand im Jahr 1969 – wider alle Konventionen der seinerzeitigen Kunst, die irgendwo zwischen Abstraktion und Pop Art ondulierte, von altmeisterlichen Portraits aber wenig wissen wollte. Nicht weniger als 300.000 bis 400.000 Euro verlangt die resolute Oma für ihren Ortswechsel. ...mehr

Ergebnisse: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Lehr in Berlin

Kadett und Nonne


Ganz zu den vorgesehenen 150.000 Euro hat es dann doch nicht gereicht für Egon Schieles „Sitzende Frau“, die die Berliner Auktionatorin Irene Lehr auf ihrer 36. Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst als Toplos präsentierte. Für die 1917 ein Jahr vor dem frühen Tod des Künstlers entstandene Bleistiftzeichnung kamen schließlich 118.000 Euro heraus. Von diesem Wermutstropen abgesehen lief die Veranstaltung aber wieder wie am Schnürchen: Die losbezogene Zuschlagsquote lag bei gut 85 Prozent, und mit einem Nettogesamtergebnis von fast 1,2 Millionen Euro setzte das Auktionshaus eine neue Höchstmarke in seiner jüngeren Geschichte. Wie immer sorgte eine reizvolle Mischung aus hochkarätigen Meisterwerken von Künstler der ersten Garde und vielen interessanten Positionen auf weniger ausgetretenen Pfaden für teils heftige Bietgefechte. ...mehr

Silber aus Zentraleuropa und Russland im Wiener Dorotheum

Wilder Ritt


Eber mit reitendem Putto, wohl Italien, 17. Jahrhundert

Die Vorderbeine vom Boden gehoben und das Maul geöffnet, stürmt der Eber in ungestümen Galopp dahin. Der kleine Putto auf seinem Rücken schwankt gehörig und ringt mit seinen rudernden Armen um Halt. Im Keltischen ist so ein wilder Ritt der Göttin Arduinna, nach der Interpretatio Romana der Göttin Diana vorbehalten. Gerade der Kontrast zwischen der Vorwärtsbewegung des Ebers außer Rand und Band und der Gegenbewegung des schaukelnden leichtfüßigen Puttos sorgt für die Dynamik und Spannung der vergoldeten Silberarbeit. Ursprünglich hat sie wohl die Tafel der einen oder anderen Jagdgesellschaft geziert. Das museale Stück aus Italien ist mit seiner Länge von 23 Zentimetern äußerst selten und durch den Lapislazulisockel mit vollplastischer Marmorleiste alleine schon vom Materialwert wertvoll. Deswegen hängt die Messlatte für dieses Objekt aus dem 17ten Jahrhundert mit 70.000 bis 90.000 Euro hoch, wenn es in der Silberauktion des Wiener Dorotheums zum Aufruf kommt. ...mehr

Wolfdietrich Hassfurther versteigert in Wien moderne Kunst und ausgewählte Werke aus einer Habsburg-Sammlung

Das Schweigen des Walde


Tiefe Stille liegt über den verschneiten „Trattalmen“. Der schwere in pastosem Weiß aufgetragene Schnee drückt behäbig auf die drei Almhütten und die Tiroler Berge und scheint jeden Laut zu verschlucken. Durch den schmalen tiefblauen Himmelsstreifen unterstützt Alfons Walde diese stumme Wirkung. Wolfdietrich Hassfurther schickt dieses Gemälde als eines der Favoriten in seine Wiener Auktion und erhofft sich 100.000 bis 140.000 Euro von dem Ölkarton. Mit zwei Menschen hat Walde dann seinen „Bauernsonntag“ von 1929 bereichert. Hassfurther setzt ihn zwischen 100.000 und 180.000 Euro an, denn 2008 konnte er das Bild mit den beiden mächtigen Männerfiguren vor einer Bergkulisse und zwei Häusern bei 185.000 Euro zuschlagen. Damit liegen die Schätzungen im Bereich des Möglichen. So erzielte Neumeister 2001 für ein ähnlich großes Gemälde mit nur minimal verändertem Motiv 245.000 Mark, der Wiener Konkurrent Kinsky für dieses Thema im Mai vergangenen Jahres sogar 270.000 Euro. ...mehr

Zeitgenössische Kunst bei Lempertz in Köln

Art is like Medicine – it can heal


Der Brite Damien Hirst, der mit seinen Werken immer wieder provoziert und gleichzeitig wie ein Popstar verehrt wird, glaubt an die heilende Kraft der Kunst. Vielleicht erinnern deshalb die zahllosen bunten Punkte auf seinem Gemälde an bunte Pillen, die in ihrer typischen Verpackung in Reih und Glied angeordnet sind. Ein mit Lack auf Leinwand gemaltes Bild im Plexiglasrahmen aus dem Jahr 2005 trägt den komplizierten und ziemlich chemisch klingenden Titel „Dicetyl Phosphate“. Die gut einen Meter breite Leinwand gehört in Hirsts Werkgruppe der „Spot Paintings“, die von 1986 bis 2011 entstand. Anfang dieses Jahres zeigte die Gagosian Gallery in sämtlichen ihrer weltweit elf Dependancen insgesamt 331 „Spot Paintings“, darunter „Dicetyl Phosphate“ in Paris. Nun führt es mit einer Schätzung von 200.000 bis 250.000 Euro preislich die rund 250 Objekte umfassende Versteigerung zeitgenössischer Kunst am 23. Mai bei Lempertz an. Vor drei Jahren wurde es schon einmal im Kölner Traditionshaus angeboten, konnte den taxierten Preis von 280.000 bis 320.000 Euro damals jedoch nicht erzielen. Vielleicht hat Lempertz dieses Jahr mehr Glück mit dem britischen Skandalkünstler. ...mehr

Kunst der Klassischen Moderne im Dorotheum in Wien

Die Macht der Verführung


Auf einem mit Ornamenten verzierten Sofa räkelt sich ein entblößter Frauenkörper. Durch ihre übereinandergeschlagen und nach rechts gedrehten Beine, den in die andere Richtung geneigten Kopf und den dahinter gelegten Arm nimmt die nackte Schönheit eine verführerischer Pose ein. Mit begehrenswertem Blick fesselt sie den Betrachter. Die zarten Hauttöne ihres wohlgeformten Körpers stehen in einem ansprechenden Kontrast zu dem dunklen Hintergrund mit einem angeschnittenen Bilderrahmen und dem kräftigen Rot des Sofas. Das 1923 entstandene Gemälde markiert bei Tamara de Lempickas den Übergang in der Malweise. Hatte sie bisher eine klassische Darstellungsweise mit kräftigem, expressivem Duktus gepflegt, die etwa von André Lhote beeinflusst war, geht die junge polnisch-französische Malerin nun zu einer eher glatten Technik mit reduzierter Farbigkeit über, für die ihre Art Déco-Schönheiten berühmt sind. Die „Nu couché sur un sofa“ offeriert das Dorotheum in Wien für 150.000 bis 200.000 Euro. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Karl & Faber in München

Man gähnt und schminkt sich


Eine fröhliche Ausgelassenheit prägt das bunte Treiben im „Tanzsaal in St. Pauli“, das Otto Dix um 1924/25 in einem Aquarell auf Papier festhielt. Man blickt in die lächelnden Gesichter einander umschlingender Paare, darunter das eines etwas derben Matrosen, der – die Pfeife noch im Mund – seine Partnerin energisch an sich zieht. Dass manche Miene verzerrt wirkt, eine sogar die aufgerissenen Züge einer Totenmaske trägt, sich hier und da unvorteilhafte Körperpartien in den Vordergrund schieben wie die Pobacken einer etwas korpulenten Dame, sind Begleiterscheinungen einer Beobachtungsgabe, um deren schonungslose Herausarbeitung Dix wohl einer grundsätzlichen Haltung entsprechend nicht umhinkann: Jedes Vergnügen hat eben seine ästhetischen Schattenseiten. Unmittelbar nach seinem Umzug 1925 von Düsseldorf nach Berlin gab der Künstler die Zeichnung zur dortigen Frühjahrsausstellung der Secession her. Bei Karl & Faber bildet sie nun einen Höhepunkt der Frühjahrsauktion moderner und zeitgenössischer Kunst am 24. Mai: Auf 200.000 bis 300.000 Euro ist das aus einer deutschösterreichischen Privatsammlung eingelieferte Blatt geschätzt. Die gleiche Provenienz hat die weiß gehöhte und gouachierte Kreidezeichnung „Liebespaar mit Kapuzinerkresse“, die 1929/30 als Vorzeichnung zum gleichnamigen und fast formatgleichen Ölgemälde entstand. Hier stehen 170.000 bis 250.000 Euro auf dem Etikett. ...mehr

Sensationelle Versteigerung Alter und Neuerer Meister bei Lempertz in Köln

Millionenschwer


Gerrit Dou, Alter Maler in seinem Atelier, 1649

Es war eine der größten Versteigerungen Alter und Neuerer Meister seit langem im deutschsprachigen Raum, die das Kölner Auktionshaus Lempertz am 12. Mai abhielt. Mit kapitalen Stücken insbesondere der niederländischen Kunst reich bestückt, wurden die hohen Erwartungen nicht enttäuscht: In der losbezogenen Zuschlagsquote von gut 48 Prozent spiegelt sich nur unzulänglich das große Interesse wider, das allen voran der englische Handel hier zeigte. Eine andere Zahl macht das schon deutlicher: Fast 15,4 Millionen Euro brutto konnte das Haus an diesem Vor- und Frühnachmittag umsetzen. Ein Großteil der hochgehandelten Nummern konnte seine Schätzungen mitunter weit übertreffen. Zwei Millionenzuschläge stehen auf der Zuschlagsliste – in Deutschland wahrlich eine Seltenheit, und in der Tat hält Lempertz jetzt den Spitzenwert für ein Altmeistergemälde auf einer hiesigen Auktion. Beide Bilder kamen von deutschen Privatleuten, die ihre hochbedeutenden Sammlungen vor allem in den 1970er und 1980er Jahren aufgebaut hatten. ...mehr

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News vom 27.03.2017

Spektakulärer Diebstahl in Berlin

Spektakulärer Diebstahl in Berlin

Michael Riedel wird Professor in Leipzig

Michael Riedel wird Professor in Leipzig

Florian Ebner geht ans Centre Pompidou

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Jawlensky und Rouault in Halle

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