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Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel

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Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior

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AktuellAktuell:Journal

Amsterdam besitzt eine lange Tradition von Kunst im öffentlichen Raum. Auch beim Bau der gerade eingeweihten U-Bahn wurde gezielt Kunst installiert

Minutenkünste mit Ortsbezug


Gerald van der Kaap, I want a permanent wave, 2018

Dynamisch schweben die Passanten über 47 Meter lange Rolltreppen geräuschlos in die Tiefe. Fast könnte man meinen, der Weg führe in ein unterirdisches Museum. Denn auf den normalerweise öden Streifen zwischen den Rolltreppen liegen gleißend hell erleuchtete Vitrinen, in denen archäologische Artefakte zur Schau gestellt werden. Hier unter der Station Rokin, wo einst das Bett der Amstel verlief, fanden Archäologen all das, was über Jahrhunderte Menschen in den Fluss warfen. Vom eisernen Schiffsanker über Tierkadaver, Tonkrüge, Pfeifen, Dolche, Scherben, Kämme, Bestecke bis hin zu Fliesen oder Münzen reicht das Spektrum. Aus den rund 700.000 Funden wählten die Experten 1.000 Stücke für die Vitrinen aus. Sozialökonomisch verweisen sie darauf, dass um 1170 die ersten Siedler Amsterdams schon Händler und Handwerker waren. 33 Funden begegnet der Reisende ein weiteres Mal, wenn er beim Warten auf die U-Bahn die 120 Meter lange Plattform abläuft. Das Künstlerduo Daniel Dewar und Grégory Gicquel hat die Sujets vergrößert und in verschiedenfarbigen Natursteinsorten als Intarsien auf die Wände aufgebracht, unhierarchisch, direkt, vielleicht etwas zu affektiert, aber doch einprägsam. ...mehr

21.08.2018

Neo Rauch und Rosa Loy tauchen „Lohengrin“ in Bayreuth in vieldeutiges Blau

Nach-Regietheater ohne Ecken


Neo Rauch und Rosa Loy, Lohengrin, Bayreuth 2018

Blau – die Farbe des Himmels, die Farbe Gottes und der Harmonie. Blau – eine kalte Farbe und nach Leonardo da Vinci die metaphysische Mischung des Sonnenlichts mit der Schwärze der Weltfinsternis. Blau – die Farbe der Nacht, der Ruhe, der romantischen Sehnsucht. Blau aber auch die Farbe, die niederländische Künstler für ihre Keramikkacheln verwendeten, die sich ab dem 16. Jahrhundert in ganz Europa verbreiteten. Von diesem Delfter Blau hat Neo Rauch – so macht er selbst glauben – seine Inspiration für den neuen Bayreuther „Lohengrin“ empfangen. ...mehr

04.08.2018

Bedeutungsvolle Fragen, zurückhaltende Ästhetik: Die in Berlin lebende deutsche Künstlerin und Documenta 13-Teilnehmerin Andrea Büttner ist Ende September zusammen mit anderen Teilnehmern Gast beim „Art Weekend“ im Hotel Castell in den Schweizer Alpen

Demut als ästhetische Haltung


Andrea Büttner, Yes, I believe, every word you say, 2007

Die Berliner Künstlerin Andrea Büttner, geboren 1972 in Stuttgart, wird Ende September im Rahmen eines dreitägigen „Art Weekends“ im schweizerischen Hotel Castell in Zuoz Einblicke in ihr anspruchsvolles und faszinierendes Werk geben. Das von Hausherr Ruedi Bechtler, der in Personalunion Hotelbesitzer, Sammler und selbst Künstler ist, kuratierte Wochenende findet unter dem Motto „Of Mice and Humans“ statt. Es steht in einer langen Tradition von „Art Weekends“ im Hotel Castell. In der Regel einmal im Jahr lädt Ruedi Bechtler zu diesem Veranstaltungsformat ein. Jedes Mal steht das Werk von ein bis zwei Künstlern im Vordergrund. ...mehr

02.08.2018

Im Land der Erfinder und Tüftler gab es schon früh Bestrebungen, Schönes und Praktisches zu vereinen. Grundgedanken des Bauhauses breiteten sich zuerst in Baden-Württemberg aus. Eine Jubiläumsausstellung im Württembergischen Kunstverein sowie viele imponierende Bauten zeigen Verquickungen, Wirken und Nachspiele des Bauhauses

Praktisch, nüchtern und trotzdem anspruchsvoll


Doppelhaus von Le Corbusier in der Weißenhofsiedlung

Als „Jammerstock“ waren die neuen Wohnzeilen in Karlsruhe verschrien. Auf viele Zeitgenossen wirkten sie als Teil des nahen Güterbahnhofs. Doch immerhin fanden 50.000 Besucher den Weg in Mustersiedlung, die im Oktober 1929 eröffnet wurde. Die Ausstellung „Dammerstock-Siedlung. Die Gebrauchswohnung“ zeigte 30 modern eingerichtete Kleinwohnungen. Das grafische Konzept der Präsentation hatte Kurt Schwitters entwickelt. Walter Gropius, Sieger eines 1928 ausgelobten Wettbewerbs, konzipierte die Gesamtplanung nach den Prinzipien des „Neuen Bauens“. Die typisierten Zeilen aus Einfamilienhäusern legte er in Nordsüdrichtung an und versah die Geschosswohnbauten mit Flachdächern, Fensterbändern und einer weißen Verputzung. Dank rationaler, mit Ziegelhohlsteinen ausgefachter Stahlrahmenbauweise waren die Riegel in sieben Monaten vollendet. Heute noch ist das zentral gelegene Viertel eine beliebte Wohngegend. Karlsruhe blieb der Innovation treu: An die Gedanken spartenübergreifender Gestaltung knüpft das ZKM bewusst an und verbindet seit 1989 Neue Medien mit bildenden Künsten. Im nächsten Jahr möchte es dem Bauhaus-Geist mit der Virtual-Reality-Installation „Bauhaus-Sprit – Das totale Tanz-Theater“ auf die Spur kommen. ...mehr

Die 7. Triennale der Photographie in Hamburg stellt sich mutig den virulenten Fragen unserer Gegenwart. In den nächsten vier Monaten wird die gesamte Bandbreite des Mediums Fotografie an der Elbe zu sehen sein. Wer den Festivalpart der Großveranstaltung besuchen möchte, muss sich allerdings beeilen: Dieser dauert nur bis zum 17. Juni

Welt im Wandel


Hanns-Jörg Anders, Unruhen in Nordirland (Londonderry), 1969

Mit Zahlen wird schon einmal nicht gegeizt. Die am 7. Juni begonnene Triennale der Photographie in Hamburg wartet in den nächsten vier Monaten mit über 320 Künstlern, 90 Ausstellungsorten und mehr als 250 Veranstaltungen auf. Die mittlerweile siebte Ausgabe des Festival- und Ausstellungsmarathons steht unter dem Motto „Breaking Point“. Der 1979 im polnischen Lodz geborene Krzysztof Candrowicz ist bereits zum zweiten Mal Künstlerischer Leiter der Triennale. Er will mit seiner Auswahl an künstlerischen Positionen die „sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen, biologischen, technologischen und demografischen Veränderungen unserer Zeit“ beleuchten, „die letztlich unser aller Leben betreffen“. Gewiss ein hoher Anspruch, der da an alle Akteure und Kuratoren gelegt wird. ...mehr

Mindmachines und Grenzwahrnehmungen bei den Wiener Festwochen 2018

Wo endet menschliche Erfahrung?


Das Potential des menschlichen Körpers für wahrnehmungs- und bewusstseinsverändernde Prozesse ist eines der zentralen Themen der diesjährigen Festwochen in Wien. Die Stichworte „Mindmachines“ und „Grenzerfahrungen“ sind daher häufig verwendete Begriffe bei der Beschreibung zahlreicher Produktionen und Formate, die seit dem 11. Mai und noch bis Mitte Juni zu sehen sind. Den Anfang machte eine Koproduktion des britischen Künstlers und Autors Liam Gillick mit der Musikband New Order aus Manchester. In „Σ(No,12k,Lg,18Wfw) New Order + Liam Gillick: So it goes“ dekonstruierten Gillick und New Order gemeinsam mit dem Komponisten Joe Duddell das Material der Band und setzen es für ein inszeniertes Konzert neu zusammen. Gillick reagierte während des Events auf die Musik der New Wave- und Post Punk-Helden aus Manchester und schuf mit viel Nebel, Laser und Stroboskop-Einsatz eine seiner charakteristischen Lichtarchitekturen, die in der Halle im Wiener Museumsquartier dann doch etwas wehmütig die Erinnerung an das Konzert der Gruppe Kraftwerk im vergangenen Jahr aufkommen ließ. ...mehr

Düsseldorf widmet sich wieder ganz der Fotografie. Unstimmigkeiten um die Leitungskompetenz führten zu zwei getrennten Veranstaltungen. Das freut den Fotofreund, der nun aus dem Vollen schöpfen kann

Zehn Tage Fotokunst am Rhein


Ganz im Zeichen der Fotografie steht Düsseldorf in den zehn Tagen ab kommenden Freitag: Das „Duesseldorf Photo Weekend“ macht in seiner siebten Ausgabe die aktuellen politischen Ereignisse im Nahen Osten zum Thema und hat unter dem Titel „#Fresh“ die Akademie für Film und Fotografie aus Prag zu einer Ausstellung eingeladen. Mehr als 50 Galerien, Institutionen und Off-Spaces beteiligen sich an dem Wochenende, das seit 2013 von der Galeristin Clara Maria Sels organisiert wird. ...mehr

Die Ästhetik-Philosophin Juliane Rebentisch hat in Hamburg den Lessing-Preis erhalten

Kunst und Toleranz


Juliane Rebentisch

Alle vier Jahre wird der aktuell mit 10.000 Euro dotierte „Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg“ verliehen. Das Erschreckende daran: Den 1930 ins Leben gerufenen Preis, der im Sinne Gotthold Ephraim Lessings einen Geistesmenschen ehrt, der sich die Vermittlung von Toleranz auf die Fahnen geschrieben hat, hatten bisher nur zwei Frauen erhalten. Zuletzt wurde die ungarische Philosophin Agnes Heller 1981 ausgezeichnet. Die deutsch-amerikanische Soziologin Hannah Arendt erhielt den Lessing-Preis 1959. ...mehr

Auf der Jahrespressekonferenz der Hamburger Kunsthalle erläuterte Direktor Christoph Martin Vogtherr heute sein Ausstellungsprogramm für 2018. Gemeinsam mit dem neuen Geschäftsführer Norbert Kölle rechtfertigt er rigide Konsolidierungsmaßnahmen

Ist weniger wirklich mehr?


Thomas Gainsborough, Robert und Frances Andrews (Mr. und Mrs. Andrews), um 1750

Zunächst einmal ein Wermutstropfen: Die ursprünglich anvisierte Zahl von 400.000 Besuchern in der Hamburger Kunsthalle wurde 2017 nicht erreicht. Es kamen nur 340.000, davon rund 70 Prozent Touristen. Mithin haben gerade einmal 102.000 Hamburger im vergangenen Jahr das größte Museum ihrer Stadt besucht. Grund zur Sorge besteht also. Das noch im November mit 673.000 angegebene Defizit hat sich mittlerweile auf rund eine Million Euro erhöht. Wie Kunsthallen-Geschäftsführer Norbert Kölle erläuterte, entstanden nach der umfangreichen Renovierung 2016 höhere Kosten in den Bereichen Energie, Reinigung und Wachpersonal. Als Sofortmaßnahme wurden im Oktober kurzerhand die Eintrittspreise auf 14 Euro pro Ticket erhöht. Ob diese Maßnahme nicht zu noch geringeren Besucherzahlen führen wird, bleibt abzuwarten. ...mehr

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News vom 17.08.2018

Johannes Janssen leitet die Niedersächsische Sparkassenstiftung

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Kunst im Berliner Humboldt-Forum nimmt Gestalt an

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