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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Die wunderbare Welt der Surrealistinnen in der Frankfurter Kunsthalle Schirn

Nicht nur schönes Beiwerk


Diese Ausstellung ist ein Abenteuer. Nicht weil sie sich demonstrativ um Aufmerksamkeit bemüht, obwohl ihr Thema schnell dazu hätte verführen können. Das, was Ingrid Pfeiffer, die Kuratorin der Schau „Fantastische Frauen – Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo“, zu dem Themenkomplex Künstlerinnen des Surrealismus zusammen getragen hat, ist in Summe nichts Geringeres, als ein wichtiges Kapitel der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts nachhaltig zu vervollständigen. Der mit 260 Werken von 34 Künstlerinnen opulent bestückten Schau, die bis Ende Mai in der Frankfurter Schirn zu sehen ist, gelingt es dank der sorgfältig und mit viel Feingefühl ausgewählten Exponate, die vielfältigen Beziehungen der surrealistischen Bewegung aufzuzeigen, in der Künstlerinnen inhaltlich wie auch quantitativ eine bedeutsame Rolle spielten. ...mehr

Das Belvedere 21 lässt in Wien die letzten zwanzig Schaffensjahre von Herbert Brandl Revue passieren

Apokalypse zur schönen Aussicht


In einem der Comics von Maurice de Bevere, alias Morris, fordert Joe, einer der vier Daltons, der ebenso wie seine Brüder wieder einmal von Lucky Luke gefasst wird, seinen Bruder Averell auf, zu erklären, wie ausgerechnet er darauf gekommen sei, dass der Cowboyheld den Weg der Verbrecherbande bei Sonnenuntergang und in einer unbesiedelten Wüstengegend kreuzen würde. Averell antwortet ihm: „Wegen der Landschaft, Joe. Wegen der Landschaft...“ Eine aktuelle Ausgabe des „Lucky Luke“, des einsamen, rast- und heimatlosen Helden, der Verbrecher jagt, Armen und Benachteiligten hilft und immer auf der Seite des Gesetztes steht, hängt derzeit im Belvedere 21. Sie stammt aus der Hand des Malers Herbert Brandl und ist quasi prominenter Türsteher am Entree zur großen Personale, die zurzeit in Wien zu sehen ist. ...mehr

Die Hamburger Deichtorhallen präsentieren die Trend-Ausstellung „Jetzt! Junge Malerei in Deutschland“

Das Bild als Möglichkeitsraum


Bonn, Wiesbaden, Chemnitz. Im Herbst 2019 setzte sich ein Tross junger, aufstrebender Maler und Malerinnen samt ihrer Entourage quer durch die Republik in Bewegung, um dem Eröffnungsreigen der großen Übersichtsschau „Jetzt! Junge Malerei in Deutschland“ beizuwohnen. Drei wichtige Kunstmuseen in den drei Städten hatten sich zusammengetan, um neue Trends in der deutschen Malerei aufzuspüren und diejenigen jungen Malerinnen und Maler zu entdecken, die das größte Potenzial haben, sich in den nächsten Jahren im Ausstellungsbetrieb durchzusetzen. Zusammengekommen ist ein buntes und durchaus in sich widersprüchliches Konvolut von über 500 Werken. Die Kuratoren der beteiligten Museen hatten sich zuvor in über 150 Ateliers bundesweit umgeschaut, um eine Auswahl von 53 jungen Malerinnen und Malern herauszufiltern. ...mehr

Das Bank Austria Kunstforum in Wien widmet sich Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst und stellt dazu das Schaffen von Cindy Sherman in den Mittelpunkt

Hinter der Maske


Cindy Sherman, Untitled Film Still #58, 1980

Cindy Sherman ist eine Künstlerin, deren reale Gestalt kaum jemand kennt, gerade weil sie mit ihrem Gesicht und mit ihrem Körper arbeitet, in immer neuen Kostümen und Kulissen, seit über vier Jahrzehnten. Sie ist eine Unbekannte geblieben und zählt doch zu den wichtigsten Vertreterinnen inszenierter Fotografie. Ihre Bilder, die von Dekonstruktion und Selbsterfindung erzählen, wirken emotional, stecken voller Bezüge zur Film- und Kunstgeschichte und haben selbst Vorbildfunktion für eine unüberschaubare Zahl zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. ...mehr

Nach 60 Jahren veranstaltet die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe erstmals wieder eine groß angelegte Retrospektive zu Hans Baldung Grien

Mehr expressives Temperament als abgeklärte Klassik


Hans Baldung Grien, Zwei Hexen, 1523

Niemand wird unberührt bleiben von dem einnehmenden Blick, mit dem Hans Baldung, genannt Grien, sogleich Kontakt zum Besucher aufnimmt. Die Sicht in den Spiegel zielt unmittelbar auf den Betrachter. In der Form einer Bildnisbüste entfaltet das Porträt, das beinahe das Blatt komplett ausfüllt, eine enorme Präsenz. Entscheidend trägt dazu auch der dominante Florhut mit seinen weichen abstehenden Zotteln bei, dessen Krempe das linke Auge des jungen Künstlers fast verbirgt. Leichte Schraffuren in zartem Rosa und der Lichteinfall von links akzentuieren die Rundungen des Körpers. Das frühe jugendliche Selbstbildnis Hans Baldung Griens von etwa 1502 gehört zu den erstaunlichsten seiner Gattung in der deutschen Renaissance. Dies gilt umso mehr, da der wohl nicht einmal 18jährige Künstler in dieser effektvollen Selbstinszenierung mit scharfem selbstbewusstem Blick und sicherer Strichführung ein schier unglaubliches Talent aufblitzen lässt. ...mehr

Der Genter Altar gilt als Hauptwerk des Malers Jan van Eyck. Zwischen zwei Restaurierungsphasen wartet das Museum der Schönen Künste in Gent mit einer beachtlichen Ausstellung des Altars und der Hälfte von Van Eycks Œuvres auf

Gottes Aura modern erforscht


Jan van Eyck, Die Anbetung des Lammes, 1432

Im Mittelpunkt steht das Lamm. Das antike Opfertier beherrscht als Symbol Christi und Sinnbild der Eucharistie die größte Tafel des Genter Altars. Auf einem Opfertisch in einer paradiesischen Landschaft stehend, strömt Blut aus seiner Seitenwunde in den Kelch. Anbetende Engel, selige Bekenner und heilige Frauen umgeben die Szene, abgerundet vom darüber schwebenden Heiligen Geist und vom Brunnen des Lebens. Jan van Eyck vollendete 1432 mit dem Genter Altar eine der klassischen und nachhaltigsten Darstellungen vom Mysterium des Lammes. Frisch restauriert, zeigt sie erstmals wieder ihren ursprünglichen Zustand. ...mehr

Das Museum Moderner Kunst in Wien stellt Zeichnungen von Eva Hesse aus ihrem Nachlass im Allen Memorial Art Museum am Oberlin College in Ohio vor

Auf der Suche nach einer anderen Art von Kunst


in der Ausstellung „Forms Larger and Bolder: Eva Hesse Zeichnungen“

Räume für die Kunst sind so vielfältig wie die Kunst selbst: vom kreativen Chaos eines Künstlerateliers bis zu den repräsentativen Räumlichkeiten eines Kunstmuseums, dem als öffentlicher Kultureinrichtung mit Bildungsauftrag neben dem Sammeln, Bewahren und Präsentieren von Kunst die Wirkung nach außen ein besonders Anliegen ist. Immer häufiger scheint jedoch in letzter Zeit eine Praxis an Bedeutung zu gewinnen, in der aufwändige Ausstellungsarchitekturen wichtiger werden als das, was eigentlich ausgestellt wird – eine Methode, die auch bei der aktuellen Präsentation von Arbeiten der amerikanischen Künstlerin Eva Hesse im Wiener Museum Moderner Kunst den Blick auf ihr Werk eher verstellt, als öffnet. ...mehr

Das Clemens Sels Museum in Neuss verbindet in einer dialogisch angelegten Schau zwei Sammlungen. Die Schärfung von individuellen Sichtweisen soll dabei neue Perspektiven in die Diskussion bringen

Eine Basis für Zwiegespräche


Expressiv drängt ein Geschwader hetzender, nach Beute lechzender Jagdtiere durch das längsrechteckige Bildfeld, überneigt vom heiligen Julian. Angeregt von Gustave Flauberts Heiligenlegendenbuch trieb der Maler Heinrich Campendonk um 1907 Julians Leidenschaft für das brutale Treiben der Jagd auf die Spitze. Auf Grundformen reduzierte Figuren in strenger linearer Flächigkeit und in gestaffelter Reihung weisen das Bild als Entwurf für eine Wandgestaltung aus. Daneben taucht der Blick in die Atmosphäre altrussischer Interieurs. Auch der Maler Iwan Jakowlewitsch Bilibin ließ sich bei der Motivwahl für die Wandmalerei eines Volkshaussaales von literarischen Vorlagen beeinflussen. Erzählungen aus Alexander Puschkins orthodoxen Heiligenlegenden und Märchen bettete Bilibin in eine Landschaft, deren koloritreicher zierender Duktus eine begleitende Direktive an den Betrachter abgeben sollte. Ausdrucksvoll verweisen die plakativen Entwürfe auf die Umsetzung erzieherischen Schrifttums in das Medium der bildenden Künste. Doch welche Vermittlungsform erweist sich als nachhaltig oder flüchtig? Wie hält es die Gegenwart damit? Heute dient primär der Film als Grundlage visueller Bildfindungen und Parallelwelten. ...mehr

Die Staatsgalerie Stuttgart widmet dem venezianischen Maler Giovanni Battista Tiepolo, der vor 250 Jahren in Madrid starb, eine Retrospektive

Einer der besten Maler Europas


Giovanni Battista Tiepolo, Der heilige Jakobus der Ältere, 1749/50

In voller Lebensgröße thront der junge Ritter auf seinem Schimmel, eine rot-weiße Fahne in der linken Hand, den Degen im Nacken eines entwaffneten Mohren zu seinen Füßen, den Blick jedoch zum Himmel erhoben, als warte er auf göttliche Eingebung, was mit dem Besiegten zu geschehen habe. Im Hintergrund tobt noch die Schlacht, die der Überlieferung nach im Jahr 844 vor Clavijo stattfand und in welcher der asturische König Ramiro I. den muslimischen Emir von Córdoba Abd ar-Rahman II. besiegt haben soll – mit prominenter Hilfe durch Spaniens Schutzheiligen, den Apostel Jakobus, der auf dem Schlachtfeld erschienen sein soll. Der venezianische Maler Giovanni Battista Tiepolo schuf das Gemälde 1749/50 als Auftragswerk für die Kapelle der Spanischen Botschaft in London, aber nach der Lieferung war man wegen möglicher diplomatischer Verwicklungen doch etwas unsicher: Könnte das anglikanische England auf diese selbstbewusste Inszenierung spanisch-katholischer Überlegenheit vielleicht verschnupft reagieren? ...mehr

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