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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Das Museum Moderner Kunst in Wien stellt Zeichnungen von Eva Hesse aus ihrem Nachlass im Allen Memorial Art Museum am Oberlin College in Ohio vor

Auf der Suche nach einer anderen Art von Kunst


in der Ausstellung „Forms Larger and Bolder: Eva Hesse Zeichnungen“

Räume für die Kunst sind so vielfältig wie die Kunst selbst: vom kreativen Chaos eines Künstlerateliers bis zu den repräsentativen Räumlichkeiten eines Kunstmuseums, dem als öffentlicher Kultureinrichtung mit Bildungsauftrag neben dem Sammeln, Bewahren und Präsentieren von Kunst die Wirkung nach außen ein besonders Anliegen ist. Immer häufiger scheint jedoch in letzter Zeit eine Praxis an Bedeutung zu gewinnen, in der aufwändige Ausstellungsarchitekturen wichtiger werden als das, was eigentlich ausgestellt wird – eine Methode, die auch bei der aktuellen Präsentation von Arbeiten der amerikanischen Künstlerin Eva Hesse im Wiener Museum Moderner Kunst den Blick auf ihr Werk eher verstellt, als öffnet. ...mehr

Das Clemens Sels Museum in Neuss verbindet in einer dialogisch angelegten Schau zwei Sammlungen. Die Schärfung von individuellen Sichtweisen soll dabei neue Perspektiven in die Diskussion bringen

Eine Basis für Zwiegespräche


Expressiv drängt ein Geschwader hetzender, nach Beute lechzender Jagdtiere durch das längsrechteckige Bildfeld, überneigt vom heiligen Julian. Angeregt von Gustave Flauberts Heiligenlegendenbuch trieb der Maler Heinrich Campendonk um 1907 Julians Leidenschaft für das brutale Treiben der Jagd auf die Spitze. Auf Grundformen reduzierte Figuren in strenger linearer Flächigkeit und in gestaffelter Reihung weisen das Bild als Entwurf für eine Wandgestaltung aus. Daneben taucht der Blick in die Atmosphäre altrussischer Interieurs. Auch der Maler Iwan Jakowlewitsch Bilibin ließ sich bei der Motivwahl für die Wandmalerei eines Volkshaussaales von literarischen Vorlagen beeinflussen. Erzählungen aus Alexander Puschkins orthodoxen Heiligenlegenden und Märchen bettete Bilibin in eine Landschaft, deren koloritreicher zierender Duktus eine begleitende Direktive an den Betrachter abgeben sollte. Ausdrucksvoll verweisen die plakativen Entwürfe auf die Umsetzung erzieherischen Schrifttums in das Medium der bildenden Künste. Doch welche Vermittlungsform erweist sich als nachhaltig oder flüchtig? Wie hält es die Gegenwart damit? Heute dient primär der Film als Grundlage visueller Bildfindungen und Parallelwelten. ...mehr

Die Staatsgalerie Stuttgart widmet dem venezianischen Maler Giovanni Battista Tiepolo, der vor 250 Jahren in Madrid starb, eine Retrospektive

Einer der besten Maler Europas


Giovanni Battista Tiepolo, Der heilige Jakobus der Ältere, 1749/50

In voller Lebensgröße thront der junge Ritter auf seinem Schimmel, eine rot-weiße Fahne in der linken Hand, den Degen im Nacken eines entwaffneten Mohren zu seinen Füßen, den Blick jedoch zum Himmel erhoben, als warte er auf göttliche Eingebung, was mit dem Besiegten zu geschehen habe. Im Hintergrund tobt noch die Schlacht, die der Überlieferung nach im Jahr 844 vor Clavijo stattfand und in welcher der asturische König Ramiro I. den muslimischen Emir von Córdoba Abd ar-Rahman II. besiegt haben soll – mit prominenter Hilfe durch Spaniens Schutzheiligen, den Apostel Jakobus, der auf dem Schlachtfeld erschienen sein soll. Der venezianische Maler Giovanni Battista Tiepolo schuf das Gemälde 1749/50 als Auftragswerk für die Kapelle der Spanischen Botschaft in London, aber nach der Lieferung war man wegen möglicher diplomatischer Verwicklungen doch etwas unsicher: Könnte das anglikanische England auf diese selbstbewusste Inszenierung spanisch-katholischer Überlegenheit vielleicht verschnupft reagieren? ...mehr

Mit verstörenden Bildern hebelt Tala Madani in der Wiener Secession die traditionellen Vorstellungen von Maternität und häuslichem Leben aus

Beschissene Mutterschaft


Die 1981 in Teheran geborene und in Los Angeles lebende Künstlerin Tala Madani folgt in ihren Gemälden und Animationen einem zwitterhaften Konzept. Einerseits bewegt sich ihre Malerei in einem Zwischenbereich von Figuration und Abstraktion, zum anderen gelingt es ihr, thematisch Machtsysteme in intimen Darstellungen offenzulegen, die das Persönliche mit den primär menschlichen Verhaltensweisen verschmelzen. Madanis aktuelle Ausstellung in der Wiener Secession bietet die Gelegenheit, eine neue Werkgruppe der iranisch-amerikanischen Künstlerin kennenzulernen, die ebenso wie die Personale den Titel „Shit Moms“ trägt. In diesen Arbeiten, die alle 2019 entstanden sind, hinterfragt Madani die unterschiedlichen Rollen von Maternität und damit auch die Ideale und Erwartungen, die mit der auch körperlichen Wirklichkeit des Muttersein verbunden sind. ...mehr

Das in den Niederlanden gefeierte Rembrandt-Jahr zum 350. Todestag des großen Barockmalers schließt mit einer Ausstellung aus Werken der ersten zehn Schaffensjahre in seiner Geburtsstadt Leiden

Am Ende steht die Jugend


Rembrandt, Selbstportrait, um 1628

„Schau mir in die Augen….“ Jener Vers eines bekannten rheinischen Karnevalsliedes stößt bei der Betrachtung des braungrau abgetönten Selbstporträts von Rembrandt Harmenszoon van Rijn, so sein vollständiger Name, auf Schwierigkeiten. Man muss schon sehr genau hinschauen, um die konzentriert geradeaus blickenden dunklen Pupillen zu erkennen, die im Kernschatten des wallenden Lockenschopfes liegen. Von links fällt das Licht scharf auf Nacken und Kragen und lässt auch noch Teile der Wange erglühen. Fast scheint es so, dass der Dargestellte durch Drehung des Kopfes die Helligkeit abwehren will, denn alles andere hüllt sich in Dunkelheit. Am deutlichsten stechen noch die gewellten Haare hervor, dessen Zotteln Rembrandt mit dem spitzen Ende seines Pinsels in den Farbuntergrund kratzte. ...mehr

Im März 1770 verstarb in Madrid der venezianische Barockmaler Giovanni Battista Tiepolo. Zum 250. Todestag feiert ihn nun die Stuttgarter Staatsgalerie mit einer Werkschau

Pompös verpackte humorvolle Kritik


Giovanni Battista Tiepolo, Apelles und Campaspe, um 1725/30

Geradewegs steht der Eintretende vor einem Bildnis in eigener Sache: Fußend auf einer Erzählung von Plinius dem Älteren, arbeitet der Maler Apelles an einem Porträt der Hetäre Campaspe, der Geliebten Alexanders des Großen. Nicht wenige erkennen in dem Künstler Giovanni Battista Tiepolo, der gerade an einem delikaten Teil, der Brustwarze Campaspes, pinselt. Mit verrenktem Hals dreht er sich zu seinem Modell um. Aus der rechten dunklen Bildhälfte blickt er mit weit geöffneten Augen über Campaspe hinweg, so als suche er nach Einfällen. Denn im linken, deutlich lichteren Teil thronen auf einem Podest neben dem Modell Alexander der Große mit dem Lorbeerkranz und ein Soldat, der sich schützend über das Paar beugt und eine abwehrende Geste in Richtung des Porträtisten vornimmt. Genau diese beiden getrennten Sphären markieren überdeutlich die Abhängigkeit des Hofkünstlers vom Auftraggeber. Auf der einen Seite die finstere Werkstatt mit großformatigen Bildern und einem an der Staffelei gelehnten Pagen, auf der anderen Seite für den Porträtisten unerreichbarer Glanz und Erotik. Aus dem Kreis der Mächtigen bleibt der Maler eines in der Gattungshierarchie weit unten angesiedelten Genres ausgeschlossen. Mit Ironie und Kritik kommentierte Giovanni Battista Tiepolo um 1725/30 in diesem Gemälde das Verhältnis eines Künstlers zum Besteller. ...mehr

Zum 150. Geburtstag von Ernst Barlach wagt das frisch renovierte Ernst Barlach Haus in Hamburg neue Blicke auf den norddeutschen Künstler

Barlach in neuem Licht


Ernst Barlach, Der Rächer, 1914

Ernst Barlach ist gegenwärtig in aller Munde. Die Deutsche Post ehrt den norddeutschen Bildhauer, Grafiker und Dramatiker mit einer Sondermarke. Der Suhrkamp Verlag bringt eine 3.000 Seiten starke, vierbändige Ausgabe mit bisher zum Teil unveröffentlichten Briefen heraus. Und der Schauspieler Charly Hübner begibt sich gemeinsam mit dem Schriftsteller Ingo Schulze in den nächsten Monaten auf eine kleine Tournee quer durch Deutschland, in deren Rahmen sie aus den zahlreichen Briefen Barlachs lesen werden. Den Auftakt machte jetzt eine restlos ausverkaufte Veranstaltung anlässlich der Eröffnung der Jubiläumsausstellung in Hamburger Ernst Barlach Haus, das ebenfalls seinen Namensgeber zu dessen 150. Geburtstag ehrt. ...mehr

Zu Lebzeiten gefeiert, nach dem Tode vergessen: Dieses Schicksal ereilte etliche Künstler. Mit Walter Ophey gastiert nun ein rheinischer Expressionist im Würzburger Kulturspeicher, dessen Name man sich merken sollte

Ein Leben für die Farbe


Walter Ophey, Kirche mit Sonne, 1920/23

„Ich male, wie man singt“, schrieb Walter Ophey über seine eigenen ersten Bilder. Ein poetisch-spielerischer Grundton durchzieht daher auch viele seiner Gemälde. Aber es ist vor allem das lautstark tosende Kolorit, das sein Werk so bemerkenswert macht. So bekannte der Maler: „Ich fühle mich in der Farbe am wohlsten“. Ob schwül flimmernde Küstenlandschaften, feurig gelb zügelnde Pflanzenformationen oder bedrohlich rote Hausfassaden – die Farbe überstrahlt beinahe die Form. ...mehr

Das Kunsthistorische Museum in Wien nimmt die Besucher derzeit zu einer Reise durch barocke Affekte mit und hat die beiden Protagonisten der Emotionssteigerung zusammengebracht: Caravaggio und Bernini

In melodramatischen Gefühlswallungen


Michelangelo Merisi da Caravaggio, Narziss, um 1601

Die verhängnisvolle Liebe ist dem Jüngling ins Gesicht geschrieben: in Michelangelo Merisi da Caravaggios um 1600 entstandenem Gemälde ist Narziss, der sich am Wasser sitzend in sein eigenes Spiegelbild verliebt, völlig eingenommen von seinem Abbild. Das Gemälde führt dem Betrachter die stille und doch so dramatische Szene ganz nah vor Augen: Noch scheint der Jüngling nichts von den lebenslangen Qualen unerwiderter Liebe zu ahnen, zu denen ihn die Göttin Nemesis wegen seiner Herzlosigkeit verdammt hat. Mit der Linken liebkost der über die Schönheit seines eigenen Spiegelbildes erstaunte Jüngling die Wasseroberfläche, als versuche er das eigene Ebenbild zu verführen. Die meisterliche Darstellung fängt die „meraviglia“ – das Staunen – der Situation für den Protagonisten ein und löst beim Betrachten ein ebensolches Gefühl aus, beschrieben durch den fast vollkommenen Kreis rund um das hell erleuchtete Knie als Mittelpunkt, der sich in Narziss und seiner seitenverkehrten Spiegelung schließt. ...mehr

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