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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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© Galerie Neher - Essen


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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Welche Architektur nutzt dem Planeten Erde? Das fragt sich derzeit das Architekturzentrum Wien

Planschen über den Dächern von São Paulo


Paulo Mendes da Rocha und MMBB Arquitetos, SESC 24 Maio. São Paulo, Brasilien 2017

Architekten und ihr Fachgebiet werden von äußeren Einflüssen und Faktoren bestimmt. Macht- und gesellschaftspolitische Aspekte prägen die Architektur ebenso wie ihre technische Umsetzbarkeit. Gedrängt von den Interessen des Kapitals, sind Architektur und Urbanismus in eine Krise verstrickt. Neben der globalen Urbanisierungswelle bestimmen zwei große Themen die Architektur von heute. Während angesichts des von Menschen verursachten Klimawandels und der immer bedrohlicheren Ressourcenknappheit zum einen die Ökologie im Bausektor zunehmend an Gewicht erlangt, wächst auch der Einfluss der sozialen Verantwortung von Architekten. ...mehr

19.08.2019

In ihrer ersten Einzelausstellung als bildende Künstlerin verwandelt die international gefeierte kanadische Electroclash-Queen Peaches den Kunstverein in Hamburg in einen genreübergreifenden Erlebnispark voller Sex, Humor und subtiler Gesellschaftskritik

Aufstand der Körper-Surrogate


in der Ausstellung „Peaches – Whose Jizz Is This?“

Es sollen sich sogar schon Peaches-Fans aus Paris gemeldet haben, die spontane Fahrgemeinschaften bilden wollen, um zu diesem Ereignis nach Hamburg zu reisen. Und auch ein extra gecharterter Bus aus Berlin war zur Eröffnung am Freitagabend unterwegs. Der Grund: Peaches ist in der Stadt. Die feministisch-queere Undergroundmusikerin, bekannt für ihre aufwändigen Bühnenshows und ihren offenen, mitunter provokanten Umgang mit allen möglichen Spielarten der Sexualität, zeigt im Kunstverein in Hamburg jetzt unter dem Titel „Whose Jizz Is This?“ ihre erste institutionelle Einzelausstellung als bildende Künstlerin. Der Slang-Ausdruck „jizz“ steht für Sperma. „Es ging uns nicht darum zu zeigen, wie man aus einer Musikerin eine Künstlerin macht“, betont Kunstvereinsdirektorin Bettina Steinbrügge. Vielmehr gehe es darum, in einem Performancedisplay mit vielen Bühnenelementen eine „intelligente Popstar-Ausstellung“ zu entwickeln. „Ein Transfer, der, so glauben wir, gelungen ist“, so Steinbrügge. ...mehr

17.08.2019

Der Künstler als interdisziplinäre Instanz: Die Londoner Tate Modern feiert den isländisch-dänischen Welterforscher Olafur Eliasson mit einer großen Bestandsaufnahme seines Werks

Wasser marsch!


Olafur Eliasson, Your uncertain shadow (colour), 2010

Dicke Wassertropfen bedecken eine Fensterscheibe. Immer wieder vereinigen sie sich zu kleinen Rinnsalen, die am Glas hinablaufen und den Blick auf die umliegende Bebauung der Londoner Tate Modern trüben. Nun ist Regen in der britischen Hauptstadt nichts Besonderes. 11 bis 15 Regentage pro Monat sind hier ganz normal. Die Regentropfen, von denen hier die Rede ist, sind jedoch ganz anderer Natur. Erdacht hat sie sich der in Berlin arbeitende dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson, Jahrgang 1967. Seine Arbeit „Regenfenster“ stammt bereits aus dem Jahr 1999. Sie kann den jeweiligen Gegebenheiten der wechselnden Ausstellungsorte angepasst werden. Zur Zeit aber ist sie in der großen Londoner Werkschau zu sehen, die unter dem Titel „Olafur Eliasson: In Real Life“ jetzt sechs Monate lang rund 40 teils spektakuläre Arbeiten und Installationen aus der Zeit zwischen 1990 und 2019 versammelt. ...mehr

28.07.2019

Der britische Maler William Turner reiste auf der Suche nach spektakulären Motiven mehrfach in die Schweiz. „Das Meer und die Alpen“ heißt die Schau seiner Reisebilder im Kunstmuseum Luzern

Lichte Momente voller Dramatik


Joseph Mallord William Turner, Snow Storm, um 1842

Überschlagende Wellen, Schneewolken und Rauchfahnen formen einen Tunnelblick. Er zielt auf einen Raddampfer, der durch das Chaos des Sturms in heimtückischen Untiefen navigiert. Kräfte der Natur konkurrieren mit neuen technischen Errungenschaften. „Schneesturm“, so der Titel des um 1842 entstandenen Gemäldes von William Turner, wurde von Kritikern als „Seifenlauge und Tünche“ verspottet. Denn dickflüssige dunkle Farbschlieren aus breiigen graubraunen, bläulichen, hellweißen, leicht gelben und roten Tönen packen den um das Hauptgeschehen kreisenden Zuschauerblick. Brausender Wind, Schnee und Wellen steigern dynamisch in weitschweifiger Formlosigkeit die Theatralik der Szenerie. Wie konnte es zu dieser damals völlig singulären Ausdrucksstärke kommen? ...mehr

27.07.2019

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster kombiniert in der Ausstellung „Vita Duplex“ rund 140 Werke des irisch-amerikanischen Malers und Bildhauers Sean Scully mit Texten des Künstlers

Das Doppelleben der Bilder


Sean Scully, Vita Duplex, 1993

Man muss gar nicht mal ins LWL-Museum hineingehen, um mitzubekommen, dass Sean Scullys Kunst in Münster angekommen ist. Exakt vor dem Eingang des Hauses – mit Blick auf den romanischen Dom der Stadt – hat Scully mit der elf Tonnen schweren Skulptur „Moor Shadow Stack“ aus dem Jahr 2018 einen kaum zu übersehenden Blickfänger platziert. Das fast fünf Meter hohe Werk besteht aus rund zwei Dutzend quadratischen Cortenstahl-Platten, die mit leichten Versätzen zu einem Stapel geschichtet sind. Und es erinnert an ein festes Ritual aus der Kindheit des Künstlers. Scullys Vater, ein Friseur, brachte seine Kupfergeld-Einnahmen nach der Arbeit mit nach Hause, wo sie am abendlichen Esstisch der in London lebenden Familie gemeinsam gezählt und zu kleinen Stapeln aufgetürmt wurden. ...mehr

Mit der Foto- und Videoausstellung „Here We Are Today“ eröffnet das Bucerius Kunst Forum sein neues Domizil in Hamburg. Das beliebte Ausstellungshaus positioniert sich mit moderner Architektur und brisanteren Themen wesentlich zeitgenössischer als zuvor

Wo stehen wir heute?


Eva Leitolf, Schöna. Sächsische Schweiz, 2006

Neue Räume am Alten Wall. Das 2002 eröffnete Hamburger Ausstellungshaus Bucerius Kunst Forum hat Anfang Juni seine neuen Ausstellungsräume nur wenige Meter vom alten Standort entfernt mit einer großen Feier eingeweiht. Das Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner hat hinter der historischen Fassade des Gebäudekomplexes am Alten Wall direkt neben dem Rathaus ein modernes, zeitgemäßes Ausstellungshaus auf vier Etagen mit einer Gesamtfläche von 3.400 Quadratmetern errichtet. Neben dem klimatisch und lichttechnisch auf den allerneuesten Stand gebrachten, 850 Quadratmeter großen Ausstellungssaal im ersten Stock bietet das neue Bucerius Kunst Forum den Besuchern ein großzügiges Auditorium mit Lichthof und Foyer im zweiten Obergeschoss, einen vergrößerten Shop im Erdgeschoss sowie ein gläsernes Malatelier mit Blick aufs Fleet für alle Besuchergruppen. ...mehr

Witz und Ironie sind feste Bestanteile im Schaffen von Christian Ludwig Attersee. Bis in den Spätsommer hinein gibt das Belvedere 21 in Wien einen Überblick über seinen schelmischen Kosmos

Wie wär’s mit einem Präservativ in Backhuhnform


Christian Ludwig Attersee, Mopsbüstenhalter, 1967

„Weihnachtliches Stilleben mit Dackelstelze“, „Wenn Jumbos sich um Schinken streiten“, „Bissige Achsel“ oder „Hundebüstenhalter“ – Christian Ludwig Attersee ist nicht nur Maler, Zeichner, Musiker, Filmer und Selbst-Inszenierer. Der 1940 in Pressburg als Christian Ludwig geborene Künstler ist auch Sprachalchimist, ein Literat wunderbar origineller Bildtitel. Aktuell präsentiert das Wiener Belvedere 21 eine Personale des Österreichers und entführt die Besucher in eine Welt hintergründigen Humors. In der am Schweizergarten gelegenenen Außenstelle des Belvedere ist eine Werkschau zu sehen, die die fast sechzigjährige Karriere des heute 78jährgen Künstlers dokumentiert. Einen besonderern Fokus legt die Retrospektive auf das Frühwerk und stellt ihn als den singulären Wegbereiter eines Crossover zwischen Kunst und Lebensgestaltung vor. ...mehr

Die städteübergreifende Ausstellung „Ruhr Ding“ in Bochum, Dortmund, Essen und Oberhausen bringt gesellschaftskritische und poetische Kunst in Rathäuser, leerstehende Ladenlokale, ehemalige Kinos, auf alte Zechen und Industriebrachen, an Fassaden, auf Fußballplätze und viele andere urbane und semi-urbane Orte

Das Ding an sich


Roderick Buchanan, The Hexagon Pitch. Unofficial Envoy of the Tartan Army, 2019

Ortstermin in der Knappenstraße 141a in Oberhausen. Der Ascheplatz und das Vereinsheim des Fußballclubs SC 1920 wirken bereits arg in die Jahre gekommen. In wenigen Wochen geht hier endgültig das Licht aus. Ein Jahr vor dem 100. Jubiläum muss der Verein wegziehen. Der Sportentwicklungsplan der Stadt Oberhausen sieht das so vor. Doch zuvor erfährt dieser Ort in einer der zahllosen „Niemandsbuchten“ des Ruhrgebiets noch einmal große Aufmerksamkeit. Der kumpelhaft auftretende schottische Künstler Roderick Buchanan hat mit den Vereinsmitgliedern schnell Freundschaft geschlossen. Acht Wochen lang wird er hier jeden Donnerstagabend ein ungewöhnliches Fußballmatch inszenieren. Im Rahmen seines Projekts „The Hexagon Pitch“ lässt der 54jährige Glasgower jeweils drei Teams auf drei Tore schießen. Erdacht hat sich das anarchische Konzept einst der dänische Künstler und Situationist Asger Jorn. Er wollte damit die Bipolarität des konventionellen Fußballspiels entlarven, die für ihn die kapitalistische Gesellschaftsordnung symbolisierte. ...mehr

Die Kunst des in New York lebenden Südtirolers Rudolf Stingel lädt die Besucher zum Mitmachen ein. Aber das ist längst nicht alles: Seit rund 30 Jahren treibt Stingel das Medium Malerei immer wieder an seine Grenzen, indem er Kategorien wie Autorschaft, Authentizität, Original und Kopie radikal in Frage stellt. Jetzt zu besichtigen in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel

Kratzen, ritzen, schreiben


Rudolf Stingel, Untitled (After Sam), 2006

Ein bärtiger dunkelhaariger Mann liegt auf dem Bett und starrt, durchaus versonnen und nachdenklich, an die Decke. Mit seinem frisch gestärkten weißen Hemd und dem Nadelstreifenjackett wirkt er wie eine Mischung aus Handlungsreisendem und Mafia-Paten. Das 2006 entstandene wandgroße Gemälde ist wie alle Bilder von Rudolf Stingel ein „Untitled“, lediglich der Zusatz „After Sam“ liefert einen Hinweis auf das Quellbild, eine Fotografie des Künstlerkollegen Sam Samore, über den es auf Wikipedia heißt: „Seine Arbeit beschäftigt sich mit der Erforschung von Privatsphäre und Mythos in der heutigen Gesellschaft. Er hat zahlreiche Arbeiten gemacht, die geeignete Fototechniken verwenden, die normalerweise von privaten Detektiven verwendet werden.“ ...mehr

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