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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

In Merseburg gewähren die Vereinigten Domstifter Einblicke in Kunst und Alltag des Mittelalters. Ausgangspunkt ist die berühmte Chronik des Bischofs Thietmar

Punktlichter mittelalterlicher Lebenswelten


T-Initiale mit eigenhändig eingetragenem Gebetswunsch Thietmars

Im hohen und späten Mittelalter erlebte das Verfassen von Chroniken eine Blüte. Abgeleitet vom griechischen Wort Chronos für Zeit, gewähren die in Prosa verfassten Erinnerungsschriften viele aufschlussreiche Details über damalige Kultur und Lebensumstände. Zwischen 1012 und 1018 verfasste der Merseburger Bischof Thietmar ein nach ihm benanntes Traktat. Motivation war die Sorge um ein angemessenes Gebetsgedächtnis. Diese Verpflichtung zum Gedenken haben die Vereinigten Domstifter nun im Rahmen einer Ausstellung aufgegriffen, um den vor 1.000 Jahren am 1. Dezember 1018 vermutlich in Merseburg verstorbenen Kirchenfürsten stärker in Erinnerung zu rufen. ...mehr

Anlässlich ihres 50jährigen Bestehens ermöglicht die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung eine Retrospektive zu Josef Albers. Vor 130 Jahren wurde der Künstler in der Ruhrgebietsstadt Bottrop geboren

I want to open eyes!


in der Ausstellung „Josef Albers. Interaction“

„Ich möchte Augen öffnen!“ waren dem Vernehmen nach die wenigen Worte, die Josef Albers in englischer Sprache von sich geben konnte, als er nach seiner Mission gefragt wurde. Dies geschah Ende 1933 bei seiner Vorstellung am Black Mountain College in North Carolina. Die neue fächerübergreifende und ganzheitlich orientierte Ausbildungsstätte entsprach in etwa dem deutschen Bauhaus. Dieses musste wenige Monate zuvor schließen. Dankbar nahm Albers daher den Ruf in die Vereinigten Staaten an. Hier konnte er aus dem Schatten des Bauhauses und dessen ästhetischen Vorstellungen heraustreten und ein Œuvre entfalten, das – ohne die Erfahrungen in der neuen Welt undenkbar – seinen Nimbus als Quadratmaler und Meister der kalten Abstraktion begründete. ...mehr

Angelika Kauffmann wird immer wieder als die Mutter weiblicher Malkunst tituliert. In Wörlitz vermittelt eine Ausstellung zahlreiche neue Einsichten ins Schaffen der klassizistischen Porträt- und Historienmalerin

Feminine Kühle in der Wiege des Klassizismus


Angelika Kauffmann, Bildnis der Louise Herzogin von Anhalt-Dessau, 1796

Auf dem Weg durch die Provinz nach Wörlitz drängt sich die Frage auf, was wohl die Grande Dame klassizistischer Malerei – von stilistischen Anklängen abgesehen – mit dem beschaulichen Gartenreich bei Dessau verbindet. Den gespannten Besucher erwartet hier derzeit ein kunsthistorischer Hochgenuss, wie er jedem renommierten Großstadtmuseum wohl gut zu Gesicht stehen würde. Persönliche Beziehungen und beharrliches Forschungsengagement haben dazu geführt, dass abseits musealer Zentren eine umfassende Ausstellung zur Vorarlberger Malerin Angelika Kauffmann zu bewundern ist, die neu zugeschriebene und noch nie öffentlich gezeigte Werke versammelt. ...mehr

Italienische Arte Povera trifft auf amerikanische Pop Art: Das Ausstellungshaus „Gallerie d’Italia“ in Mailand präsentiert Highlights aus der Collezione Agrati. Die hochkarätige Sammlung zeitgenössischer Kunst der italienischen Agrati-Brüder ging jetzt als Schenkung an das Bankhaus Intesa Sanpaolo

Kunst als Offenbarung


Die Piazza della Scala in Mailand. Auf der einen Seite steht das berühmte Opernhaus mit seiner Theaterkasse, an der sich bereits am frühen Nachmittag Musikbegeisterte aus aller Welt in lange Schlangen stellen, um Tickets für eine der legendären Aufführungen zu ergattern. Auf dem Platz, umgeben von schattenspendenden Bäumen und Marmorbänken, auf denen erschöpfte Touristen und Mittagspäusler Platz nehmen, ragt das Denkmal für Leonardo da Vinci empor – ein beliebtes Foto- und Postkartenmotiv. An der Längsseite des Platzes dann ein prächtiges Gebäude mit vier Säulen über dem Eingangsportal und der Inschrift „Banca Commerciale Italiana“. In dem ehemaligen Bankgebäude befindet sich seit 2011 das Ausstellungshaus „Gallerie d’Italia“, das Mailänder Museum der Bankgruppe Intesa Sanpaolo, in dem ein Teil der Kunstsammlung des aus vielen Regionen Italiens zusammengeführten Bankverbandes gezeigt wird. Weitere Museen unterhält Intesa Sanpaolo in Neapel und Vincenza. ...mehr

Zoran Musics Kunst spricht vom Menschen in seiner existenziellen Verfasstheit. Eindrücklich wird dies in seinen Erinnerungen an das KZ Dachau. Das Wiener Leopold Museum widmet ihm eine Schau

Wir sind nicht die Letzten


Fotos aus der Zeit des Konzentrationslagers Dachau existieren nur wenige: auf Aufnahmen, die von der SS in Auftrag gegeben wurden und solchen, die die Amerikaner bei der Befreiung Ende April 1945 und in der Zeit danach machten, ist das Grauen bildlich festgehalten. Fast jeder kennt diese Bilder: Geschorene Köpfe und ausgezehrte Körper, dicht gedrängt auf Holzpritschen kauernd, mit ausgemergelten Gesichtern. Im Laufe der Zeit wurden diese Fotografien durch ihre Reproduktion in Zeitungen, Zeitschriften, illustrierten Büchern und Ausstellungen zum Symbol der NS-Schreckensherrschaft, zum Symbol für den Holocaust. Die Bilder verloren aber über die fortgesetzte stereotype Veröffentlichung auch einen Teil ihres Schreckens, so dass sie heute zwar im kollektiven Gedächtnis verankert sind, aber gleichzeitig die Erschütterung über den Prozess der visualisierten Historisierung abgeschwächt wurde. ...mehr

Von ihm stammen einige der schönsten Skulpturen der Spätgotik, aber erst zu seinem diesjährigen 500. Todestag wird der Bildhauer Erasmus Grasser erstmals in einer monografischen Ausstellung gewürdigt: Das Bayerische Nationalmuseum präsentiert bedeutende Hauptwerke aus seinem Schaffen

Charakterköpfe eines gotischen Meisters


Erasmus Grasser, Moriskentänzer „Zauberer“, München 1480

Charaktervoll, einfühlsam und ausdrucksstark – das ist das erste, was einem bei den spätgotischen Skulpturen Erasmus Grassers in den Sinn kommt. Ein Könner und Meister aus der Zeit um 1500, der seine Figuren in der Gefühlsspanne zwischen Sanftmut und Drastik, Verklärung und Realismus und auch zwischen Machtgesten und Menschlichkeit anlegen konnte. Zum ersten Mal sind die bis heute in vielen Kirchen verbliebenen Hauptwerke dieses Bildhauers aus München in einer Ausstellung zusammengeführt. „Bewegte Zeiten“, so der Titel der Schau, die gemeinsam vom Bayerischen Nationalmuseum und vom Diözesanmuseum Freising realisiert wurde, zeigt einen Bildhauer, der in die Gesichter seiner Figuren die ganze Tragik der Menschheit hineinlegen konnte. ...mehr

Das Belvedere 21 in Wien präsentiert eine Retrospektive zu Rachel Whiteread und geht auch auf ihr umstrittenes Holocaust-Denkmal ein

Im Negativraum der Kunst


Die britische Künstlerin Rachel Whiteread schuf im Jahr 2000 mit dem „Holocaust-Memorial“ auf dem Wiener Judenplatz eines der überzeugendsten Beispiele für ein Denkmal im öffentlichen Raum. Umso erstaunlicher ist es, dass in Wien bisher keine größere Schau ihrer Werke zu sehen war. Vor 13 Jahren stellte das Kunsthaus Bregenz erstmals in Österreich ihre Abgüsse von Leerräumen aus: Negativformen von Alltagsgegenständen, Möbeln und Architekturelementen, für die die Turner-Preisträgerin industrielle Materialien wie Gips, Beton, Harz, Gummi, Metall und Papier verwendet. Grundlegendes Prinzip für Whiteread ist es, den Negativraum zum Positiv zu verkehren, die Leere zu füllen, das „Nichts“ zu materialisieren. ...mehr

Über 90 Werke aus sechs Jahrzehnten: Das Museum Barberini in Potsdam zeigt Gerhard Richter als analytischen Vordenker und unumstrittenen Großmeister der ungegenständlichen Malerei

Abstraktion ist sein tägliches Brot


in der Ausstellung „Gerhard Richter. Abstraktion“

Das Museum Barberini am vergangenen Donnerstag: Wo Gerhard Richter auftaucht, da herrscht immer eine Art Belagerungszustand. Der mittlerweile 86jährige erträgt den medialen Rummel um seine Person jedoch mit erstaunlicher Gelassenheit. Rund 200 Pressevertreter, darunter mindestens 50 mit viel technischem Equipment ausgestattete Fotografen und Kameraleute, nutzten die Gelegenheit zu einer einstündigen Begegnung mit einem der teuersten lebenden Künstler der Welt. Alle Fragen wurden von Richter im Plenum geduldig beantwortet. Einzelinterviews waren allerdings nicht möglich. Nach genau einer Stunde verschwand der Meister dann sichtlich ermüdet mit dem Aufzug in der Tiefgarage, wo schon ein Fahrer auf ihn wartete. ...mehr

Die Städtische Galerie Villingen-Schwenningen zeigt erstmals seit 25 Jahren in Deutschland eine große Retrospektive zu Giorgio Morandi

Eine Faszination des Unaufgeregten


„Das einzige Interesse, das die sichtbare Welt in mir erregt, betrifft den Raum, das Licht, die Farbe und die Formen.“ Das bekannte der Italiener Giorgio Morandi. Despektierlich oft als „Flaschenmaler“ tituliert, besteht sein Hauptwerk aus penibel arrangierten Gefäßen wie Flaschen, Vasen, Kannen und Dosen auf einem knapp bemessenen Tisch vor hell schimmerndem Hintergrund. Aus dem Zusammenhang gerissen, werden die stummen Objekte in imaginären Räumen neuen Analysen zugeführt. In stunden-, teils tagelangen „Versuchsanordnungen“ dokumentierte Morandi zeichnerisch jede noch so kleine Veränderung der Arrangements, Lichteffekte oder Farbwirkungen, nicht zuletzt um sie wieder in vorherige Zustände zurückversetzten zu können. Dies geschah in seinem kleinen, rund 15 Quadratmeter messenden Wohnzimmer in Bologna, das ihm auch als Atelier diente. Der Blick hinaus führte in einen düsteren Hinterhof, der nur einen schwachen Lichteinfall ins Zimmer zuließ. Erst wenn er den bis ins Äußerste getriebenen Vollendungsanspruch als erfüllt ansah, begann Morandi, das Sujet in Öl zu illustrieren. ...mehr

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