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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Wes Anderson und Juman Malouf haben die Sammlungen des Kunsthistorischen Museums in Wien kräftig auf den Kopf gestellt und geben ihre eigenwillige Sicht auf reichen, Jahrtausende alten Bestände

Taumel im Durcheinander der Dinge


Wenn kunsthistorische Museen kreative Köpfe einladen, eine persönliche Auswahl von Objekten aus historischen Sammlungen für eine öffentliche Präsentation zu treffen, kommt vieles zusammen, was sonst nie zusammen ausgestellt wird. Im Kunsthistorischen Museum in Wien wagt man dieses Unterfangen nun schon zum dritten Mal: seit 2012 laden Museumsdirektorin Sabine Haag und Kurator Jasper Sharp renommierte Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Kunstgattungen ein, Objekte aus der reichhaltigen Sammlung auszuwählen. Den Anfang machte der amerikanische Künstler Ed Ruscha. Zuletzt war in dieser Reihe 2016 der britische Keramikkünstler und Autor Edmund de Waal Gast des Hauses und kuratierte eine vielbeachtete Schau. ...mehr

Die Kunsthalle Münster zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung der US-amerikanischen Künstlerin Mary Beth Edelson in Deutschland

Mit den Waffen einer Frau


Schon das Plakat zur Ausstellung ist ein echter Hingucker. Eine Frau mit wallender blonder Mähne, rotem Lippenstift und rot lackierten Fingernägeln zielt mit einem Revolver auf den Betrachter. Ihr Blick ist wild entschlossen, die Kampfansage scheint eindeutig zu sein. Das Poster mit der selbstbewussten Diva wirbt für die Ausstellung der US-amerikanischen Künstlerin Mary Beth Edelson in der Kunsthalle Münster. Diese trägt den programmatischen Titel „Nobody Messes with Her“, auf Deutsch etwa: „Mit ihr legt sich keiner an“. Gezeigt wird das hierzulande bisher noch zu Unrecht unterschätzte Werk einer seit fünf Jahrzehnten aktiven feministischen Avantgardekünstlerin, das in den letzten Jahren vor allem in den USA wieder eine größere Aufmerksamkeit erfuhr. Die Münsteraner Schau ist die erste institutionelle Einzelausstellung von Mary Beth Edelson in Deutschland. ...mehr

Gemälde der Neuen Sachlichkeit treffen auf Fotografien des Neuen Sehens: Erstmals in diesem Umfang untersucht jetzt eine Ausstellung die enge Verzahnung der beiden Medien in der Kunst der 1920er Jahre. Zu sehen ist sie im Bucerius Kunst Forum in Hamburg

Die Fragilität der Verhältnisse


Wer den ARD-Mehrteiler „Babylon Berlin“ gern gesehen hat, der wird diese Ausstellung lieben. „Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre“ lautet der Titel einer faszinierenden Präsentation im Hamburger Bucerius Kunst Forum, die der fiebrigen und aufgeheizten Tanz-auf-dem-Vulkan-Stimmung in der Zeit der Weimarer Republik nachspürt. Nur eben nicht in bewegten sondern in erstarrten Bildern. Massenarbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise und politischer Extremismus, aber auch Technikbegeisterung, der Siegeszug der selbstbestimmten „Neuen Frau“ und die Lust am künstlerischen Experiment. ...mehr

Das Kunsthaus Zürich zeigt nach Jahrzehnten wieder eine Retrospektive zu Oskar Kokoschka

Kraftvolle Statements eines kritischen Zeitgenossen


Zum Auftakt stellt sich der Meister selbst vor. „OK“, so signierte Oskar Kokoschka seine Gemälde und setzte sich im Jahr 1923 selbstbewusst als Professor der Dresdner Kunstakademie in Pose. Abrupt und patchworkartig nebeneinander gestellte Farbkacheln betonen die Tektonik der Figur. Würdevoll und nicht ohne das charakteristische Spiel der Hände blickt er seitwärts aus dem Bild heraus am Betrachter vorbei. Nur im erdfarben abgetönten Hintergrund nimmt die starke Leuchtkraft der Farben etwas ab. Drei weitere Porträts schließen sich an. Das im Jahr zuvor gemalte „Selbstbildnis an der Staffelei“ trägt noch deutlich zackige expressionistische Züge und ist durch einen erotischen Kniff erweitert. Denn während der Maler vordergründig konzentriert arbeitet, zwickt er dem nackten Staffagemodell ins Bein. Das älteste Porträt datiert in die Jahre 1918/19. Mit sichtlich eingefallenem Gesicht und vor dem Mund gesetzten Fingern ist Kokoschka von den Kriegserlebnissen düster gezeichnet. Hier zeigt er sich noch beim grüblerischen Nachdenken über die Zukunft, während er sich 1948 prall und voller Tatkraft mit vielen kleinen Ölstrichen regsam abfasst. ...mehr

Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt: Das weit über die Stadt hinaus bekannte Berliner Haus am Waldsee eröffnet nach anderthalbjähriger Renovierung und Erweiterung mit einer frappanten Ausstellung der Konzeptkünstlerin Karin Sander

Bilder einer Raus-Stellung


Leinwände gehören zu den kostbarsten Artefakten, die im weltweit vernetzten Kunst- und Ausstellungsbetrieb kursieren. Normalerweise werden sie in speziellen Klimaboxen verschickt, von Kurieren begleitet und mit größter Sorgfalt ein- und ausgepackt, wenn sie zum Beispiel als Leihgaben von einem Museum zum anderen reisen. Nichts soll beschädigt werden, kein noch so kleines Detail sich verändern. ...mehr

Ein beachtenswertes Werk voller Widerborstigkeit, Brüchen und Neuanfängen: Die Hamburger Kunsthalle zeigt die bisher größte Ausstellung des 2009 verstorbenen Künstlers Philippe Vandenberg außerhalb seines Heimatlandes Belgien

Malerei am Abgrund


Der Titel dieser Ausstellung kann als das Lebensmotto des Künstlers gelesen werden. Der Belgier Philippe Vandenberg verwendete den japanischen Begriff „Kamikaze“ nicht nur auf einigen seiner Gemälde und Zeichnungen. Der Terminus „Kamikaze“ – auf Deutsch „göttlicher Wind“ – wird gemeinhin mit der selbstmörderischen Luftangriffstechnik der japanischen Armee während des Zweiten Weltkriegs assoziiert. Jenseits dieser vielleicht etwas verengten Lesart, steht das Kamikaze-Prinzip aber auch für die völlige Zerstörung des Alten, um einen Richtungswechsel herbeizuführen. ...mehr

Stefan Sagmeister und Jessica Walsh haben für das MAK in Wien inzwischen ihr drittes Ausstellungsprojekt realisiert und gehen einer alten Frage der Menschheit nach:

Was ist Schönheit?


Die Einbeziehung lebender Künstler in die Säle und Galerien historischer Sammlungen gilt seit langem als selbstverständlich. Auch dass historische Museen zeitgenössische Künstler einladen, ihre Ideen zur Ausstellungsarchitektur und Sammlungspräsentation einzubringen, ist eine seit Jahren erfolgreich durchgeführte und mittlerweile weitverbreitete Praxis. Das Los Angeles County Museum of Art hat mit Künstlern wie Franz West, Jorge Pardo oder Robert Irwin zusammengearbeitet. Der Louvre hat sich ebenfalls auf ein solches Experiment eingelassen und ist mit seiner Reihe permanenter Interventionen in den historischen Gebäuden des Museums sogar noch einen Schritt weitergegangen. Im Kunsthistorischen Museum in Wien zeichnet Jasper Sharp seit 2012 für eine Ausstellungsreihe verantwortlich, in deren Rahmen international renommierte Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Kunstgattungen eine Carte blanche zur persönlichen Auswahl an Objekten aus den Sammlungen des Hauses erhalten, um eine persönlichen Vorlieben und Überlegungen folgende Präsentation zusammenstellen. Weitere große Häuser, die gemeinhin für ihre historischen Sammlungen berühmt sind, tummeln sich in Wien im Bereich der Gegenwartskunst: das Belvedere, das Leopold Museum, die Albertina und seit Jahren auch das Museum für angewandte Kunst, für das Stefan Sagmeister und seine Agenturpartnerin Jessica Walsh nun eine Ausstellung zum Thema Schönheit entwickelt haben. ...mehr

Das Würzburger Museum im Kulturspeicher ruft Emy Roeder in Erinnerung und würdigt eine große Künstlerin der Stadt, die es wiederzuentdecken gilt

Das Essenzielle des Daseins


Zwei aus Würzburg stammende Künstlerinnen haben der Mainfrankenmetropole ihren in vielerlei Hinsicht wertvollen Nachlass als Vermächtnis anvertraut: Die Bildhauerin Emy Roeder und die Malerin Gertraud Rostosky. Das Erbe dieser beiden Frauen gehört zum Tafelsilber würzburgischer Identität. Ungeachtet ihrer nationalen und internationalen Reputation wurde gerade Emy Roeder von ihrer Heimatstadt bisweilen nicht eben respektvoll behandelt. Das Museum im Kulturspeicher, das die Städtischen Sammlungen und die Sammlung Peter C. Ruppert betreut, hat nun eine an Qualität und Bedeutung so noch nicht dagewesene Ausstellung realisiert. Dabei stützt es sich vor allem auf Roeders Nachlass, der 104 Skulpturen und 776 Zeichnungen umfasst, und streut darin einige wichtige Leihgaben aus Museums- und Privatbesitz ein. ...mehr

Japanese Lesson: Im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe tritt das Düsseldorfer Künstlerduo Katja Stuke und Oliver Sieber in einen intensiven Dialog mit der dort beheimateten Sammlung japanischer Fotografie

Japanisch für Anfänger und Fortgeschrittene


Wie von einem anderen Stern: Dass Exportschlager aus Japan immer wieder für Überraschungen gut sind, bewies erst kürzlich der blutjunge Überflieger Ryoyu Kobayashi, der mit seinem furiosen Auftritt alle Springen der Vierschanzentournee gewann und die Konkurrenz aus Europa alt aussehen ließ. Als Vermittler zwischen der japanischen und der deutschen Kultur versteht sich das Düsseldorfer Künstlerduo Katja Stuke und Oliver Sieber. Seit 2005 untersuchen die beiden in einem umfangreichen Gesamtprojekt bestimmte Aspekte der japanischen Protest- und Subkultur und setzen sie durch künstlerische Prozesse in Bezug zu ähnlich gelagerten Phänomenen in Deutschland. ...mehr

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