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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Ohne Titel, 1993 / Fred Thieler

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Otto Pienes künstlerische und wissenschaftliche Ideen zu Licht, Erde und Feuer im Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Am Urgrund allen Seins


Otto Piene, Copper Play, 2011

„Das Licht ist die erste Bedingung aller Sichtbarkeit. Das Licht ist die Sphäre der Farbe. Das Licht ist das Lebenselement des Menschen und des Bildes.“ Der Mann, der diese Sätze über die Macht des Lichtes gesprochen und der sein künstlerisches Leben danach ausgerichtet hat, war Otto Piene. Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen widmet dem Meister des Feuers und des Lichtes derzeit eine umfassende Ausstellung. Das Besondere daran ist, dass sich zu den Werken Pienes ausgewählte Arbeiten von Lucio Fontana gesellen. Der Italiener war ein wichtiger Weggefährte Otto Pienes, aber auch der anderen Mitglieder der ZERO-Richtung. ...mehr

Der 1997 verstorbene KP Brehmer gilt als zentraler Vertreter des Kapitalistischen Realismus, so nennt man die politisch aufgeladene deutsche Variante der Pop Art. Die Hamburger Kunsthalle widmet dem selbsternannten „Kleptomanen“ jetzt eine große Retrospektive

Viel Gold, etwas Schwarz, wenig Rot


KP Brehmer, Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung (Version I), 1970

Im Kreis der Vertreter des sogenannten „Kapitalistischen Realismus“ um Wolf Vostell, Sigmar Polke, Konrad Lueg und Gerhard Richter, die in den 1960er und 1970er Jahren die kapitalistische Bilderwelt mit ihren konsum- und gesellschaftskritischen Bildproduktionen aufs Korn nahmen, spielte er stets eine Sonderrolle. Die Rede ist von KP Brehmer, der 1938 als Klaus Peter Brehmer in Berlin geboren wurde und sich 1967 in politisch bewegten Zeiten das Künstlerpseudonym KP Brehmer zulegte – sicherlich auch in Anspielung auf die 1956 vom Bundesverfassungsgericht verbotene Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). Politische Kunst hat der in Düsseldorf und Krefeld als Reproduktionstechniker und freier Grafiker ausgebildete KP Brehmer, der von 1971 bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1997 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg lehrte, eigentlich immer gemacht. ...mehr

Hans Op de Beeck hat in der Kunsthalle Krems seine magischen melancholischen Welten in Grau inszeniert und sie zu einer begehbaren Bühne ausgebaut

Dunkel verstörendes Echo der Realität


in der Ausstellung „Hans Op de Beeck: The Cliff“

Für seine unlängst eröffnete Ausstellung „The Cliff“ hat Hans Op de Beeck in der Kunsthalle Krems einen dunklen Parcours erstellt: eine melancholisch-surreale Welt der Stille und Intimität. Bei seiner Erkundung meinen die Besucher in einen Bereich zwischen Traum oder und Wirklichkeit einzudringen: differente Gefühle, wie sie das Publikum bei der Betrachtung der Werke des belgischen Multimedia-Künstlers nicht selten erlebt. Für seine Personale versammelt Op de Beeck Plastiken, Objekte, Installationen, Malerei und Film: in einheitliches Grau gefasste Abformungen von Kindern, jungen Erwachsenen und Gegenständen, großformatige Aquarelle und insgesamt sieben Videoarbeiten evozieren eine entrückte Welt, in der sich gleichwohl Echos der Erlebten finden. ...mehr

Mit ironischen Wahrnehmungsverschiebungen nimmt Ernst Caramelle im Museum Moderner Kunst Wien den Betrachter in die Pflicht und stört hinterlistig seine Sehgewohnheiten

Kunst ist eine Täuschung


Ernst Caramelle, O.T. (Untitled), 2018

„Gegen die Wahrnehmung hat die Wirklichkeit keine Chance.“ Der feinsinnige Aphorismus stammt von Philipp Mosetter, Kabarettist und Freund von Ernst Caramelle. Caramelles künstlerisches Werk würdigt das Wiener Museum Moderner Kunst derzeit mit einer großen Überblicksausstellung. „Ein Résumé“ heißt die Schau und dokumentiert erstmals das vielseitige Œuvre des österreichischen Künstlers, der 1992 Teilnehmer der Documenta IX war. Ernst Caramelle ist vor allem bekannt für seine großformatigen Wandmalereien: Freskoarbeiten in zarten, pastelligen Farbnuancen, die mit Hilfe von Verdoppelungen, Symmetrien und Spiegelbildern raffinierte Raumeindrücke eröffnen, bei denen der Übergang zwischen vorgegebenen Strukturen und bemalten Flächen, zwischen Realität und Schein, verschwimmt. ...mehr

Die Städtische Galerie Wolfsburg stellt mit der US-Amerikanerin Lorraine O’Grady eine der Pionierinnen afroamerikanisch-feministischer Ästhetik vor

Von der Geheimagentin zur künstlerischen Unruhestifterin


Lorraine O’Grady, Untitled (Mlle Bourgoise Noire Shouts Out Her Poem), 1980-1983/2009

Sie ist bereits 84 Jahre alt, aber dennoch gehört sie zu den spannendsten Künstlerinnen unserer Zeit. Und das vielleicht gerade deshalb, weil ihre Karriere alles andere als geradlinig verlief. Die Rede ist von der 1934 in Boston geborenen, heute in New York lebenden Konzeptkünstlerin Lorraine O’Grady, die als eine der Pionierinnen afroamerikanisch-feministischer Ästhetik und interventionistischer Performance im Kunstbetrieb und im öffentlichen Raum gilt. ...mehr

Maler als Rockstars und Rockstars als Maler: Die Ausstellung „Hyper! A Journey into Art and Music“ in den Hamburger Deichtorhallen untersucht die Wechselbeziehungen zwischen bildender Kunst und Musik

Bilder zum Lauterdrehen


Bettina Pousttchi, Die Katherina-Show, 2000

„Wir bewegen uns mit dieser Ausstellung total am Puls der Zeit“, konstatiert Dirk Luckow, der Intendant der Hamburger Deichtorhallen. Frei nach dem Motto „Berghain meets Bayreuth“ haben die Deichtorhallen Max Dax, den Musikjournalisten und Ex-Chefredakteur des Musikmagazins Spex, eingeladen, eine Ausstellung zum Thema Crossover von Musik und Kunst zu kuratieren. Rund 300 Werke von 60 internationalen Künstlern, überwiegend aus den Jahren 2000 bis heute, hat der leicht narzisstisch veranlagte Tausendsassa zusammengetragen, um in einem subjektiv geprägten Parcours den mehr oder weniger offensichtlichen Widersprüchen zwischen der Musik als Massenprodukt und dem Kunstwerk als Unikat nachzuspüren. Nicht zuletzt promotet der 1969 als Maximilian Bauer in Kiel geborene Popjournalist auch sich selbst. Warum würde er sonst wohl einen Aufnäher mit seinem Namen auf der Brust tragen? ...mehr

Erstmals nimmt eine Ausstellung die Künstlerinnen der Art Brut in den Blick: Das Wiener Bank Austria Kunstforum lädt zu einem berührenden Streifzug durch unbekanntes Terrain

Ermalte Identität


Aloïse Corbaz, Brevario Grimani, um 1950

1950 begann Aloïse Corbaz mit der Arbeit an einer monumentalen Zeichnung. Auf einem 14 Meter langen Rollpapier entstand „Le Cloisonné de théâtre“, ein bunter, an Details überbordender Bilderbogen, voller Figuren, floraler Motive und Ornamente. Dem flüchtigen Blick auf die riesige Zeichnung mit dem aperspektivisch konzipierten Raum und der additiven, spielerischen Anordnung von Farbflächen wird eine heitere Märchenwelt suggeriert, die sich im Bereich naiver Malerei bewegt. Ohne erkennbaren Zusammenhang arrangierte Corbaz ihre mosaikartig gesetzten Motive assoziativ nebeneinander. Doch der Eindruck des Spielerisch-Vordergründigen täuscht: Die Idylle entpuppt sich als eine hintergründige, von unterschwelligem Erotismus geprägte Gegenwelt, ein labyrinthisch angeordneter Sehnsuchts- und Rückzugsort, erwachsen aus Erinnerungen an Begebenheiten und Träume. ...mehr

Wes Anderson und Juman Malouf haben die Sammlungen des Kunsthistorischen Museums in Wien kräftig auf den Kopf gestellt und geben ihre eigenwillige Sicht auf reichen, Jahrtausende alten Bestände

Taumel im Durcheinander der Dinge


Juman Malouf und Wes Anderson

Wenn kunsthistorische Museen kreative Köpfe einladen, eine persönliche Auswahl von Objekten aus historischen Sammlungen für eine öffentliche Präsentation zu treffen, kommt vieles zusammen, was sonst nie zusammen ausgestellt wird. Im Kunsthistorischen Museum in Wien wagt man dieses Unterfangen nun schon zum dritten Mal: seit 2012 laden Museumsdirektorin Sabine Haag und Kurator Jasper Sharp renommierte Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Kunstgattungen ein, Objekte aus der reichhaltigen Sammlung auszuwählen. Den Anfang machte der amerikanische Künstler Ed Ruscha. Zuletzt war in dieser Reihe 2016 der britische Keramikkünstler und Autor Edmund de Waal Gast des Hauses und kuratierte eine vielbeachtete Schau. ...mehr

Die Kunsthalle Münster zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung der US-amerikanischen Künstlerin Mary Beth Edelson in Deutschland

Mit den Waffen einer Frau


Schon das Plakat zur Ausstellung ist ein echter Hingucker. Eine Frau mit wallender blonder Mähne, rotem Lippenstift und rot lackierten Fingernägeln zielt mit einem Revolver auf den Betrachter. Ihr Blick ist wild entschlossen, die Kampfansage scheint eindeutig zu sein. Das Poster mit der selbstbewussten Diva wirbt für die Ausstellung der US-amerikanischen Künstlerin Mary Beth Edelson in der Kunsthalle Münster. Diese trägt den programmatischen Titel „Nobody Messes with Her“, auf Deutsch etwa: „Mit ihr legt sich keiner an“. Gezeigt wird das hierzulande bisher noch zu Unrecht unterschätzte Werk einer seit fünf Jahrzehnten aktiven feministischen Avantgardekünstlerin, das in den letzten Jahren vor allem in den USA wieder eine größere Aufmerksamkeit erfuhr. Die Münsteraner Schau ist die erste institutionelle Einzelausstellung von Mary Beth Edelson in Deutschland. ...mehr

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