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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt: Das weit über die Stadt hinaus bekannte Berliner Haus am Waldsee eröffnet nach anderthalbjähriger Renovierung und Erweiterung mit einer frappanten Ausstellung der Konzeptkünstlerin Karin Sander

Bilder einer Raus-Stellung


Leinwände gehören zu den kostbarsten Artefakten, die im weltweit vernetzten Kunst- und Ausstellungsbetrieb kursieren. Normalerweise werden sie in speziellen Klimaboxen verschickt, von Kurieren begleitet und mit größter Sorgfalt ein- und ausgepackt, wenn sie zum Beispiel als Leihgaben von einem Museum zum anderen reisen. Nichts soll beschädigt werden, kein noch so kleines Detail sich verändern. ...mehr

Ein beachtenswertes Werk voller Widerborstigkeit, Brüchen und Neuanfängen: Die Hamburger Kunsthalle zeigt die bisher größte Ausstellung des 2009 verstorbenen Künstlers Philippe Vandenberg außerhalb seines Heimatlandes Belgien

Malerei am Abgrund


Der Titel dieser Ausstellung kann als das Lebensmotto des Künstlers gelesen werden. Der Belgier Philippe Vandenberg verwendete den japanischen Begriff „Kamikaze“ nicht nur auf einigen seiner Gemälde und Zeichnungen. Der Terminus „Kamikaze“ – auf Deutsch „göttlicher Wind“ – wird gemeinhin mit der selbstmörderischen Luftangriffstechnik der japanischen Armee während des Zweiten Weltkriegs assoziiert. Jenseits dieser vielleicht etwas verengten Lesart, steht das Kamikaze-Prinzip aber auch für die völlige Zerstörung des Alten, um einen Richtungswechsel herbeizuführen. ...mehr

Stefan Sagmeister und Jessica Walsh haben für das MAK in Wien inzwischen ihr drittes Ausstellungsprojekt realisiert und gehen einer alten Frage der Menschheit nach:

Was ist Schönheit?


Stefan Sagmeister und Jessica Walsh, Fog Screen, 2018

Die Einbeziehung lebender Künstler in die Säle und Galerien historischer Sammlungen gilt seit langem als selbstverständlich. Auch dass historische Museen zeitgenössische Künstler einladen, ihre Ideen zur Ausstellungsarchitektur und Sammlungspräsentation einzubringen, ist eine seit Jahren erfolgreich durchgeführte und mittlerweile weitverbreitete Praxis. Das Los Angeles County Museum of Art hat mit Künstlern wie Franz West, Jorge Pardo oder Robert Irwin zusammengearbeitet. Der Louvre hat sich ebenfalls auf ein solches Experiment eingelassen und ist mit seiner Reihe permanenter Interventionen in den historischen Gebäuden des Museums sogar noch einen Schritt weitergegangen. Im Kunsthistorischen Museum in Wien zeichnet Jasper Sharp seit 2012 für eine Ausstellungsreihe verantwortlich, in deren Rahmen international renommierte Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Kunstgattungen eine Carte blanche zur persönlichen Auswahl an Objekten aus den Sammlungen des Hauses erhalten, um eine persönlichen Vorlieben und Überlegungen folgende Präsentation zusammenstellen. Weitere große Häuser, die gemeinhin für ihre historischen Sammlungen berühmt sind, tummeln sich in Wien im Bereich der Gegenwartskunst: das Belvedere, das Leopold Museum, die Albertina und seit Jahren auch das Museum für angewandte Kunst, für das Stefan Sagmeister und seine Agenturpartnerin Jessica Walsh nun eine Ausstellung zum Thema Schönheit entwickelt haben. ...mehr

Das Würzburger Museum im Kulturspeicher ruft Emy Roeder in Erinnerung und würdigt eine große Künstlerin der Stadt, die es wiederzuentdecken gilt

Das Essenzielle des Daseins


Zwei aus Würzburg stammende Künstlerinnen haben der Mainfrankenmetropole ihren in vielerlei Hinsicht wertvollen Nachlass als Vermächtnis anvertraut: Die Bildhauerin Emy Roeder und die Malerin Gertraud Rostosky. Das Erbe dieser beiden Frauen gehört zum Tafelsilber würzburgischer Identität. Ungeachtet ihrer nationalen und internationalen Reputation wurde gerade Emy Roeder von ihrer Heimatstadt bisweilen nicht eben respektvoll behandelt. Das Museum im Kulturspeicher, das die Städtischen Sammlungen und die Sammlung Peter C. Ruppert betreut, hat nun eine an Qualität und Bedeutung so noch nicht dagewesene Ausstellung realisiert. Dabei stützt es sich vor allem auf Roeders Nachlass, der 104 Skulpturen und 776 Zeichnungen umfasst, und streut darin einige wichtige Leihgaben aus Museums- und Privatbesitz ein. ...mehr

Japanese Lesson: Im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe tritt das Düsseldorfer Künstlerduo Katja Stuke und Oliver Sieber in einen intensiven Dialog mit der dort beheimateten Sammlung japanischer Fotografie

Japanisch für Anfänger und Fortgeschrittene


Katja Stuke und Oliver Sieber, o.T. (Psycho), Osaka 2006

Wie von einem anderen Stern: Dass Exportschlager aus Japan immer wieder für Überraschungen gut sind, bewies erst kürzlich der blutjunge Überflieger Ryoyu Kobayashi, der mit seinem furiosen Auftritt alle Springen der Vierschanzentournee gewann und die Konkurrenz aus Europa alt aussehen ließ. Als Vermittler zwischen der japanischen und der deutschen Kultur versteht sich das Düsseldorfer Künstlerduo Katja Stuke und Oliver Sieber. Seit 2005 untersuchen die beiden in einem umfangreichen Gesamtprojekt bestimmte Aspekte der japanischen Protest- und Subkultur und setzen sie durch künstlerische Prozesse in Bezug zu ähnlich gelagerten Phänomenen in Deutschland. ...mehr

Die Sammlung Falckenberg der Deichtorhallen Hamburg präsentiert noch bis Mitte März die bislang größte Einzelausstellung des in erster Linie als Zeichner bekannten Berliner Künstlers Ralf Ziervogel

Der Grobian mit der feinen Feder


Es ist ein zutiefst verstörender Bilderkosmos, mit dem sich der Berliner Zeichner Ralf Ziervogel, Jahrgang 1975, in der letzten Dekade in den internationalen Kunstbetrieb eingeschrieben hat. Die nackten Körper von Frauen, Männern und Kindern sind auf- und auseinandergeschnitten, Köpfe werden mit raketenartiger Geschwindigkeit vom Rumpf abgesprengt, mit Drähten fixierte Zehen streckbankartig vom Fuß getrennt. Anatomische Details hat Ziervogel mit geradezu naturwissenschaftlicher Akkuratesse ausgeführt, bestialische und pornografische Motive spart er nicht aus. Das Ganze kommt jedoch in einem distanzierten Duktus geradezu altmeisterlich ausgeführter Tuschezeichnungen in monochromem Schwarz auf hochwertigem weißem Zeichenpapier daher. Viele Blätter sind häufig noch mit endlosen Aneinanderreihungen von Four-Letter-Words und anderen Beschimpfungen gespickt, die jedoch nur entziffern kann, wer besonders nah an die Arbeiten herangeht. ...mehr

Vor 450 Jahren starb Pieter Bruegel d.Ä in Brüssel. Das Kunsthistorische Museum Wien zeigt erstmals in einer Soloschau den oft als „Bauern-Bruegel“ betitelten Gründer einer Malerschule

Im babylonischen Gewirr


Pieter Bruegel d.Ä., Der Turmbau zu Babel, 1563

Der Blick fällt auf eine betriebsame Baustelle. In der Mitte wächst aus einem Felsen ein Turmkoloss in bedrohlicher Schieflage empor. Das Projekt steht auf der Kippe. Größenwahn rächt sich. Je länger man hinschaut, desto mannigfacher erschließen sich Details. Emsig sind Handwerker bei der Arbeit. Steinmetze schlagen Quader zu, die anschließend von Tretkränen an ihren Bestimmungsort gehievt werden. Über Treppen, Holzstege, Leitern und Gerüste balancieren in schwindelerregenden Höhen Arbeiter. Eine Armada von Schiffen liefert über den vorbeiziehenden Fluss Steine, Ziegel, Kalk oder Baumstämme an. Erzeugnisse der Schmiede, Sand, Mörtel oder Ziegel werden per Pferdekarren weiter transportiert. Überall wird repariert, verputzt, auf- und abgebaut. In Räumen hinter den Bogenarkaden haben sich viele häuslich eingerichtet. Auf einer Anhöhe am linken unteren Bildvordergrund steht der Bauherr König Nimrod samt Gefolge, sein Bauvorhaben und den aufkommenden zerstörerischen Wirbelsturm im Rücken. Er hat die untere Wolkenzone schon durchstoßen und verschattet beunruhigend einen Teil der Stadt. Doch plötzlich sprechen alle Leute am Bau verschiedene Sprachen, keiner versteht den anderen mehr. ...mehr

Mit dem Museum Folkwang in Essen widmet sich erstmals ein deutsches Haus dem Magischen Realismus der 1920er Jahre in Italien

Trügerische Glätte


Ubaldo Oppi, Ritratto della moglie sullo sfondo di Venezia, 1921

Als im Jahr 1921 Ubaldo Oppi seine gerade geehelichte Frau Adele Leone, genannt „Dehly“, porträtierte, war ihm sicherlich nicht bewusst, dass er eine der Ikonen des Magischen Realismus schuf. Wie eine byzantinische Königin im petrolblauen Samt des Abendkleides gewandet, blickt die aufrecht vor einer Brüstung stehende Dame mit beherrschendem Augenspiel den Betrachter an. Hinter ihr eröffnet sich die Perspektive auf die venezianische Klosterinsel San Giorgio Maggiore. Einerseits hebt sich das Kleid von den hellen Konventsbauten ab, andererseits scheint es fast mit dem dunklen blaugrünen Wasser und dem blaugrauen Himmel eins zu werden. Der monochromen Farbstimmung steht die chirurgische Präzision der in eisiges Licht getauchten Details der alles in den Bann ziehenden Figur gegenüber, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheint. Wie ein Schleier legt sich Unruhe über die Komposition. Großartig und zugleich distanziert gemalt, gibt sie Rätsel auf. Eine neue Zeit ist angebrochen, doch die Nachwehen des Vorangegangenen wirken subtil hinein. Gelängte Formen von Hals, Gesicht und Händen deuten letzte Zuckungen des Expressionismus an, der von einer diffusen, unaufgelösten Melancholie überstimmt wird. ...mehr

Im Frankfurter Städel widmet sich eine Retrospektive dem Op-Art-Pionier Victor Vasarely

Das Unmögliche als Möglichkeit


Unversehens betritt der Besucher des Städel Museums einen Speisesaal. Auf den silbern glänzenden Paneelen der Stirnwände sind runde Kunststoffscheiben montiert, die sich farblich von hellem Grau über tiefes Schwarz, dunkles Ocker bis hin zu leuchtendem Gelb ziehen. Die grauen Scheiben vor der gelb unterlegten Längswand ordnen sich zu einem auf die Ecke gestellten Quadrat. Beim Umhergehen fesseln die Farbverläufe die Sinne so stark, dass das Sehen zum Ereignis wird. Der arglose Betrachter steht im Mittelpunkt bewusster Seh- und Wahrnehmungsakte. Als der Ungar Victor Vasarely 1972 die Kantine der Deutschen Bundesbank gestaltete, war seine Karriere auf dem Höhepunkt angelangt. Zeitgleich sorgte sein für die Olympischen Spiele in München entworfenes Logo für markante Omnipräsenz. ...mehr

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