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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Wir lieben und wir töten sie: Mit der groß angelegten Themenschau „Tiere“, die außergewöhnliche Exponate aus der gesamten Kunstgeschichte umfasst, untersucht das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe unser ambivalentes Verhältnis zum Tier

Untertan oder Mitgeschöpf?


Den Auftakt macht ein gigantisches Wimmelbild, das deutsche Forscher 1929 als Reproduktion einer rund 40.000 Jahre alten Höhlenmalerei in Simbabwe angefertigt haben. Den Hintergrund bilden zwei riesige weiße Elefanten, während sich im Vordergrund neben realistischen Darstellungen von Flusspferden, Zebras, Antilopen oder Gazellen auch jede Menge menschliche Wesen und Mischwesen aus Mensch und Tier tummeln. Friedliche Koexistenz statt Dominanz und Ausbeutung. „Wieviel Tier braucht der Mensch, um sich seines Menschseins bewusst zu werden?“ fragt Dennis Conrad, einer der drei Co-Kuratoren der Ausstellung „Tiere. Respekt/Harmonie/Unterwerfung“, die im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zu sehen ist. Die materialreiche Schau versammelt auf rund 1.200 Quadratmetern mehr als 200 Exponate von prähistorischen Funden über altägyptische Artefakte, Porzellanarbeiten des Barock, Asiatika, Gemälde verschiedener Epochen bis hin zu zeitgenössischen Werken von Künstlern wie Ai Weiwei, Douglas Gordon oder Michael Schmidt. ...mehr

Sabine Fellner setzt sich in ihrer Schau mit dem Altern auseinander und hat dazu im Wiener Belvedere facettenreich Kunstwerke aus dem 20. und 21. Jahrhundert versammelt

Der Herbst des Lebens


Sich auf völlig unbekannte Dinge einzulassen, lernen geduldig zu sein, Kritik anzunehmen, sich anzustrengen und weiterzumachen, auch wenn es schwer fällt – immer wieder haben Künstler und Künstlerinnen das „Alter“ begleitet, sich selbst oder andere beschrieben: mit ihren Ängsten, mit Sehnsüchten, mit Enttäuschungen und Verzweiflung. Das fordernde, aufmüpfige, indes auch zermürbende Zusammenspiel von Jung-Bleiben-Wollen und machtlosem Altern, von Aufbegehren, Melancholie und Resignation, von Zeigen und Verwehren hat Pina Bausch in ihrem wunderbaren Tanztheaterstück „Kontakthof with Ladies and Gentlemen over ´65“ auf die Bühne gebracht. Weder mit Tänzern, noch mit Schauspielern, sondern mit einem Ensemble von betagten Laien, von Menschen mit viel Lebenserfahrung erarbeitete sie ihr Stück und schuf damit eine Ode an das Alter, an die Liebe, die unstillbare Sehnsucht und die unvermeidliche Trauer als die Konstanten unserer Existenz. ...mehr

Das Museum LA8 in Baden-Baden rückt das Image des „Schwarzwaldkünstlers“ Hans Thoma in ein neues Licht

Weit mehr als nur Idylle


Hans Thoma, Der Wanderer, 1887

Am Zusammenfluss zweier Bachläufe stehen etwas versteckt im hohen Gras zwei lesende Kinder im Mittelpunkt einer melancholischen Szene. Durch raffinierte Lichtregie betont, lädt die Erinnerung an unbeschwerte Tage zum genauen Hinsehen ein. Was genau treiben die Kinder in der unberührten freien Natur? Viele Details wie das Ufergestrüpp im Vordergrund rücken nun in den Fokus. Der 1863 in Öl fixierte „Sommermorgen im Bernauer Tal“ besticht durch Selbstsicherheit und malerische Souveränität. Als genauer Beobachter nahm Hans Thoma alles ernst. Prägnante Umrisslinien, Spiegelungen, Schattenwürfe, atmosphärisch dichte Farbstimmungen zeichnen seine Sujets aus. Doch er meint es auch ernst. So etwa beim 1887 aquarellierten Wanderer, der mühsam und angestrengt vor sanfter Hügelsilhouette frontal vor den Betrachter tritt und schweren Schrittes den Aufstieg bewältigt. Es ist quasi die Umkehrfigur zu Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“ um 1818. Thoma gestaltet die Bildfindung lebensnäher, unidealistisch und latent konfrontativ. Diese Echtheit mag an Gustave Courbets „Steinklopfer“ erinnern. Beide, Courbet und Thoma, waren sture Bauernsöhne. Dies verband die Künstler, als Thoma den Franzosen während des einjährigen Paris-Aufenthaltes im Jahr 1868 persönlich kennenlernte. ...mehr

Der Kontrast Schwarz-Weiß bestimmt derzeit die Kunsthalle Rostock. Dafür hat das Museum der Hansestadt den schwedischen Fotografen Gerry Johansson und die Berliner Raummalerin Christine Rusche eingeladen

Kursbestimmungen im Raum


Gerry Johansson ist bekannt für seine menschenleeren, grafisch komponierten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die er nach minimalistischen Ideen organisiert. Er bereist regelmäßig bestimmte Länder und Regionen mit dem Auto, ausgerüstet mit einer analogen Mittelformatkamera. Sein Vorgehen ist analytisch und konzeptuell. Er macht sich vorher einen genauen Plan, welche Orte er mit der Kamera besuchen wird. Stadt und Land kommen gleichermaßen auf seinen Aufnahmen vor. An jedem Ort macht er in der Regel nur ein Foto. Das Arbeiten in der Dunkelkammer in Südschweden, wo hochwertige, kleinformatige Silbergelatine-Abzüge entstehen, charakterisiert ebenso seine Vorgehensweise wie das Herstellen aufwendiger Fotobücher im Selbstverlag, die weltweit bei Kennern und Fotoliebhabern gesucht sind. ...mehr

Die Albertina in Wien hat Werke aus dem Nachlass Max Weilers erhalten und präsentiert die Schenkung in einem kleinen Überblick. Die Bandbreite von Weilers Schaffen auf Papier macht jetzt das digitale Werkverzeichnis deutlich

Chiffren der Erinnerung


Er gilt als einer der prominentesten Altmeister der österreichischen Gegenwartsmalerei. In mehr als siebzig Jahren künstlerischer Tätigkeit schuf Max Weiler neben seinen Gemälden ein auf knapp 3.500 Arbeiten geschätztes zeichnerisches Werk, das sich in verschiedenen Techniken ausdrückt und in dem der 1910 in Absam bei Hall in Tirol geborene Künstler seine individuelle Gedankenwelt – die Verschränkung von innerer und äußerer Natur – in vielfältigen Ausdrucksformen realisierte. Das Spektrum des grafischen Œuvres reicht von frühen Aquarellen auf Papier der späten 1920er Jahre, über die expressiven Bilder der Nachkriegszeit und die chiffrierten Naturdarstellungen der 1950er Jahre bis zu den großformatigen Arbeiten des Spätwerks. ...mehr

Das Theatermuseum in Wien stellt eine Auswahl seiner Bühnenbildmodelle vor und entführt in die fantastische Welt der bühnenräumlichen Konzepte aus drei Jahrhunderten

Der magische Raum


Die Modell-Sammlung des Wiener Theatermuseums zählt mit fast 1.000 Objekten zu den bedeutendsten Spezialsammlungen dieser Art. Noch bis Mitte Februar präsentiert das Museum, das im Wiener Palais Lobkowitz beheimatet ist, in der Ausstellung „Der magische Raum“ eine Auslese von Bühnenmodellen und lüftet einige Geheimnisse der theatralen Verwandlungskünste. Auf sieben Themeninseln von Antike, Mittelalter, Renaissance und Barock bis zu Romantik, Revolution und Gegenwart wird anhand von rund 60 teils akribisch ausgeführten Modellen gezeigt, wie die Bühnenkunst zu verschiedenen Zeiten und unter vielfältigen Perspektiven die jeweiligen Schauplätze gesehen und gestaltet hat. ...mehr

Die Ausstellung „Gute Aussichten Deluxe. Junge deutsche Fotografie nach der Düsseldorfer Schule“ im Hamburger Haus der Photographie zeigt jetzt 25 herausragende Fotografen, die aus den ersten 14 Jahren des Hochschulwettbewerbs hervorgegangen sind. Das Spektrum fotografischer Ausdrucksformen hat sich mit den Jahren enorm erweitert

Duckface-Selfies und indonesische Hausmädchen


Es ist schon Tradition, dass die 2004 aus einem Hochschulwettbewerb hervorgegangene Fotoausstellung „Gute Aussichten“ Jahr für Jahr zu Gast im Haus der Photographie der Hamburger Deichtorhallen ist. Die Zusammenarbeit zwischen der Gründerin der Initiative, der Kunsthistorikerin Josefine Raab, und Deichtorhallen-Kurator Ingo Taubhorn funktioniert offenbar bestens. 122 junge, preisgekrönte Fotografen, allesamt Absolventen von deutschen Hochschulen, wurden hier bisher in diesem Rahmen vorgestellt. Für viele von ihnen ist die Teilnahme an „Gute Aussichten“ ein wichtiges Sprungbrett in den Ausstellungsbetrieb und den Kunstmarkt. ...mehr

Im Clemens-Sels-Museum deckt eine vergleichend angelegte Schau den Einfluss der Fotografie auf die künstlerische Entwicklung der Portraitmalerei im 19. und 20. Jahrhundert auf

Vom doppelbödigen Lügen


Franz von Stuck, Bildnis der Tochter Mary mit Hut, um 1916

Begrüßt wird der Besucher des Clemens-Sels-Museums in Neuss derzeit von einer adretten jungen Dame. Geschickt wird die erotisch-mystisch anmutende Halbfigur vor dunkelgrünem Grund durch eine von rotem Samt beschlagene Brüstung auf Distanz gehalten. Bei der anmutigen Person mit ausdrucksstarken Gesichtszügen und verlockendem Augenpaar, in das sich der Betrachter verliert, handelt es sich um Mary, die uneheliche Tochter des Malers Franz von Stuck. Dem in den Jahren um 1916 in Öl auf Karton gemalten Bildnis „Tochter Mary Stuck mit Hut“ liegt unzweifelhaft eine Fotografie zugrunde. Das Portraitfoto von 1915 nimmt schon die Gestik und Mimik des Gemäldes vorweg. Doch Franz von Stuck überhöht in der Malerei sein geliebtes Modell. Er verleiht seiner Tochter ebenmäßigere Gesichtszüge und einen anziehenderen Blick, der aber zugleich eine räumliche Distanz erzeugt. Auch mit dem im Vergleich zum Foto höher geschlossenen Dekolleté strebt Stuck eine Idealisierung seiner Tochter an. ...mehr

Georg Baselitz wird morgen 80: Mit gleich zwei umfangreichen Retrospektiven zu seinem runden Geburtstag feiert Basel jetzt den in Sachsen geborenen Maler und Bildhauer

Dokumente der Unvernunft


Seine Bilder bezeichnet er als „Dokumente meiner Unvernunft“. Er habe sein Talent stets verleugnet und trotzdem gute Bilder gemalt, resümiert Georg Baselitz, der am 23. Januar seinen 80. Geburtstag feiert, jetzt anlässlich der großen Retrospektive seiner Werke in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel. Baselitz sieht sich bis heute gern als Sonderling. Allerdings als durchaus erfolgreichen: „Aus meinen nur aggressiven, bösartigen Bildern sind im Laufe der Jahrzehnte gute Bilder geworden“, sagt er. Gemeint ist die ebenso kurze wie heftige „pandämonische Phase“ Anfang der 1960er Jahre. Diese provokanten Werke stellt Kurator Martin Schwander denn auch an den Beginn des chronologisch geordneten Parcours, etwa das Masturbationsbild „Die große Nacht im Eimer“ von 1962/63. Das kurzzeitig von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Bild eines onanierenden Jungen mit übergroßem Phallus sorgte 1963 für einen handfesten Kunstskandal. Ebenso umstritten war damals aber auch die elfteilige Werkgruppe „P.D. Füße“ von 1960 bis 1963, die amputierte Gliedmaßen vor dunklen Hintergründen zeigt. ...mehr

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