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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Karl der Große in Aachen

Vater Europas


Karlsbüste

Nur eine Handvoll an Jahren während seiner fast ein halbes Jahrhundert umfassenden Regierungszeit schaffte er es, nicht auf Feldzug zu sein. An seinen Händen klebte das Blut der viertausend Hingerichteten von Verden, er führte Eroberungskriege gegen die Sachsen und Langobarden, die Awaren und Mauren, war ein Machtpolitiker großen Stils und ebenso berechnend wie brutal – und doch ist Karl der Große als ein Herrscher in die Geschichte eingegangen, zu dem die Menschen bis heute aufschauen. Ob in der politischen Geschichte oder den Wissenschaften, in der Kunst oder dem kulturellen Austausch zwischen Zeiten und Völkern: in jeder Hinsicht gilt die Herrschaft Karls des Großen zwischen 768 und 814 als ein Wendepunkt im Werden Europas. Der Internationale Karlspreis zu Aachen erinnert bis heute an den „großen“ Karl und sein – langfristig allerdings für viele Jahrhunderte gescheitertes – Projekt, das in Stämme zersplitterte Europa unter eine gemeinsame Herrschaft zu zwingen. ...mehr

Per Du mit Marcel Duchamp und vielen anderen: Die Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg widmet dem italienischen Multimedia-Künstler Gianfranco Baruchello zu seinem 90. Geburtstag eine umfangreiche Retrospektive

Ungewisse Dinge


Wer auf der letzten Documenta auf der Suche nach einer ersten Orientierung innerhalb der Großkunstschau in der Rotunde des Museum Fridericianum vorbeischaute, stieß dort auf eine Ansammlung von kleinformatigen und fragilen „Übergangsobjekten“: Keramiken, Steine, Skizzen, Fotografien, Werkzeuge, zusammengeschmolzene Artefakte aus dem im Bürgerkrieg bombardierten Nationalmuseum in Beirut und viele andere eher prekäre als repräsentable Dinge gab es in der Sektion mit dem Titel „Brain“ zu bestaunen. Unter anderem auch eine Zeichnung des italienischen Künstlers Gianfranco Baruchello. Auf dem 1962 entstandenen Blatt mit dem Titel „Hypothalamic Brainstorming“ entwirft der Künstler ein allerdings schwer dechiffrierbares Diagramm der menschlichen Vorstellungskraft. Er illustrierte damit genau die Botschaft, die Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev dem Ausstellungsbesucher ohnehin mit auf den Weg geben wollte: Jede Orientierung ist bloß vorläufig. In einem im Herbst 2012 veröffentlichten Interview sagte Baruchello dazu: „Die Verarbeitungsprozesse unseres Gehirns – Wahrnehmen, Vorstellen, das Produzieren von Hypothesen – verlangen von uns, dass wir uns von Stereotypen lossagen, die konventionelle Logik außer Kraft setzen und der behaupteten Folgerichtigkeit von Ursache und Wirkung ein Ende setzen.“ ...mehr

Isa Genzken in der Kunsthalle Wien

The only female fool


Als das New Yorker Museum of Modern Art im vergangenen Jahr eine große Personale mit Arbeiten der Künstlerin Isa Genzken zeigte, wurde die Schau von einem Video begleitet, in dem zu Beginn Passanten gefragt wurden, was sie mit deren Namen verbinden. Das Resümee war unisono: Kopfschütteln und Bedauern, denn keine der Befragten hatte jemals von der deutschen Künstlerin gehört. Der Vorspann war klug gewählt, entspricht er doch genau Genzkens eigensinniger Arbeitsweise, das künstlerische Anliegen mit einer Unterbietung von Ansprüchen zu demonstrieren. Nichtsdestotrotz oder eben darum lauten die Begriffe, mit denen Genzkens Werk beschrieben wird: „Spektakulär“, „facettenreich“, „schwierig“, „sperrig“ und „unzugänglich“. Ihre Arbeiten müssten „aussehen, als wären sie vom Himmel gefallen“, äußerte sich die Künstlerin selbst über ihre Werke. ...mehr

Fabrizio Plessis Reiseimpressionen gehen im Koblenzer Ludwig Museum zu Ende

Das Wasser ist immer eine Reise wert


Vor dem Ludwig Museum in Koblenz, das romantisch am Deutschen Eck in einem historischen Gebäude, dem ehemaligen Verwaltungstrakt des Deutschherrenordens, sein Dasein frönt, macht eine monumentale Stahlplastik von Bernar Venet auf die Existenz des Kunsthauses aufmerksam. Venets Kreissegment stammt noch von der Bundesgartenschau, die 2011 in Koblenz stattfand. In Deutschland wird Venet, Documenta-Teilnehmer des Jahres 1977, hauptverantwortlich durch die Mainzer Galeristin Dorothea van der Koelen vertreten, die eng mit dem Ludwig Museum verbunden ist, vor allem mit der Museumsdirektorin Beate Reifenscheid. So kam es auch zum persönlichen Kontakt mit Fabrizio Plessi, einem weiteren Künstler aus dem Galerieprogramm, der seine Ausstellung „Llaüt Light“ aus dem Jahr 2011 nun in Koblenz installiert hat. ...mehr

Jeder Abzug einzigartig: Das Hamburger Bucerius Kunst Forum zeigt, wie der Expressionist Ernst Ludwig Kirchner in seinem druckgrafischen Werk zu seinen Motiven und zu sich selbst fand

Erst kam der Druckstock und dann die Staffelei


Ernst Ludwig Kirchner, Badende Frauen zwischen weißen Steinen, Fehmarn, 1912

Viele Künstler bedienen im Medium der Druckgrafik ein ganz eigenes Segment des Kunstmarktes. In heutzutage teils atemberaubend hohen Auflagen werden oft eingängige Motive unters Volk gebracht, die es auch weniger Betuchten ermöglichen sollen, ein signiertes Kunstwerk zu erwerben. Man denke nur an Damien Hirsts Schmetterlinge, Pillen, Totenköpfe oder Punktmotive, die es in unzähligen Varianten gibt. Für den deutschen Expressionisten und Mitgründer der Künstlergruppe „Brücke“, Ernst Ludwig Kirchner, dagegen stellte die Druckgrafik weit mehr dar. Er betrachtete sie nicht als bloße Reproduktionsmethode sondern als ganz eigenständige Kunstform und als experimentelles Feld, auf dem er die Motive für seine späteren Gemälde oft erst entwickelte. Über 2000 verschiedene druckgrafische Blätter sind erhalten. Jedes davon hat er eigenhändig gedruckt. ...mehr

Nichts für Emotionslose: Eine Doppelausstellung im südfranzösischen Albi setzt sich auf vielfältige Art und Weise mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe auseinander

All you Need is Love


Das Thema der Liebe spielt eine große Rolle in der französischen Kultur- und Alltagsgeschichte. Sei es die viel beanspreuchte romantische Zweisamkeit, die höfische Liebe, die von mittelalterlichen Troubadouren besungenen Lobpreisungen der Liebe, Flauberts Jahrhundertroman „L’Éducation sentimentale“ – zu deutsch: „Die Erziehung der Gefühle“ – oder auch die strategisch eingesetzten Amouren und Affären in der Politik und bei anderen Machtspielen. Ob Dominique Strauss-Kahn, Nicolas Sarkozy oder François Hollande: Auch das Liebesleben der Politiker spielt in der französischen Öffentlichkeit eine weitaus größere Rolle als in Deutschland überhaupt vorstellbar. ...mehr

Dezidiert politisch geht es in der Schau „Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks“ im Wiener 21er Haus zu. Dafür hat der Young Arab Theatre Fund aus Brüssel über 40 Künstler und Künstlerinnen zusammengebracht, die sich mit systematischer Intoleranz, Neokolonialismus, dem Aufleben nationalistischer Ressentiments oder Antieinwanderungsgesetze auseinandersetzen

Gleiche Rechte für Alle


„Meeting Points“ heißt das Festival für zeitgenössische Kunst aus dem arabischen Raum, das derzeit in Wien Station macht. Mit „Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks“ knüpft das 21er Haus an die lange Tradition der Wiener Festwochen-Ausstellungen an diesem Ort an. Die Schau ist Teil des Konzepts „Meeting Points 7“, der siebten Ausgabe eines vom Young Arab Theatre Fund organisierten Projekts, das in Form einer sich wandelnden Wanderausstellung im Verlauf eines Jahres in sieben Städten auf drei Kontinenten gezeigt wird. In jeder Stadt – neben Wien waren das auch Zagreb, Antwerpen, Kairo, Hongkong, Beirut und Moskau – variiert die explizit politische Schau ihren Fokus, setzt sich mit Formen des Kolonialismus und Neokolonialismus auseinander, mit der Rolle, die die Mittelklasse in den Revolutionen der verschiedenen Weltregionen spielt, oder mit unterschiedlichen Strategien, sich gegen Unterdrückung zur Wehr zu setzen. ...mehr

In Zeiten von „wireless“ sind sie fast schon ein Anachronismus: Kabel. Die Ausstellung „Connecting Sound Etc.“ im Wiener Museumsquartier stellt jetzt Kabel-Arbeiten von über 50 internationalen Künstlern vor

Total verkabelt


Wir hantieren Tag für Tag mit ihnen, doch sind sie dermaßen zur Selbstverständlichkeit geworden, dass wir keinerlei Gedanken an ihre bloße Präsenz, ihre womöglich höhere Bestimmung, ihren metaphorischen Gehalt oder ihre simple Eignung als künstlerisches Material verschwenden. Die Rede ist von Kabeln, jenen unter einer isolierenden Gummi- oder PVC-Ummantelung verborgenen Drahtleitungen, die dafür sorgen, dass wir es hell haben, mit anderen kommunizieren können oder aus den Lautsprechern unserer Stereoanlagen Musik erklingt. Die Ausstellung „Connecting Sound Etc., Cable Works, Cable Sounds, Cables Everywhere“ im Freiraum des Wiener Museumsquartiers lenkt den Blick jetzt explizit auf dieses bisher von Ausstellungsmachern weitgehend vernachlässigte Material. ...mehr

In Konstanz erinnert im Konzilsgebäude eine kunst- und kulturhistorische Ausstellung an das wichtigste Ereignis im Haus und in der Stadt vor fast 600 Jahren

Ein Gipfel, der die Welt bewegte


Papst Martin V., Kopie nach Pisanello, 17. Jarhhundert

Am 11. November 1417 war es soweit. Im völlig abgeschotteten Lager- und Kaufhaus am Konstanzer Hafen hatten sich 53 Wähler nach dreitägigem Konklave auf einen neuen Papst geeinigt. Der neue Papst Martin V. wurde nicht mit weißem Rauch, sondern von einem Boten mit langer Rollurkunde und Vortragskreuz von einem Fenster an der Nordseite des Konzilsgebäudes ausgerufen. Dieser geschichtsträchtige Moment, die einzige Papstwahl auf deutschem Boden, beendete eine fast vier Jahrzehnte andauernde, unsägliche Situation religiöser und politischer Verwerfungen. ...mehr

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