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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Von Monet bis Manga: Das Arp Museum in Remagen beleuchtet den Einfluss der japanischen Kultur auf Europa

Im Japan-Fieber


Paul Signac, Frisierszene. Opus 227, 1892

Schon vor dem Arp Museum in Bahnhof Rolandseck begrüßt Japan den Besucher. Zur Einstimmung haben die Ausstellungsmacher einen japanischen Garten angelegt. Peter Berg, ein örtlicher, aber international renommierter Gartendesigner, hat einen Felsengarten entworfen und umgesetzt. Dazu hat er Bäume gepflanzt, von denen drei die Gluthitze dieses Sommers nicht überlebt haben und ausgetauscht werden mussten. Doch jetzt können die Besucher im Garten lustwandeln und den fantastischen Rheinblick genießen. Im Innern des Museums wird der Besucher im Tunnel, dem Übergang vom historischen Gebäudeteil in den Meier-Bau, durch eine gezeichnete „Magical Girl-Geschichte“ begrüßt. Es ist eine Auftragsarbeit des Museums an die bekannte Zeichnerin Pummelpanda. In der Geschichte geht es um das Museum, seine Kunst und ein Monster, das bevorzugt Kunst frisst und von dem Magical-Girl mit Hilfe ihres Drachens Roland erfolgreich bekämpft wird. ...mehr

Das Leopold Museum in Wien und die Moritzburg in Halle an der Saale feiern mit ihren Ausstellungen Gustav Klimt. Der große Maler der Wiener Moderne starb von 100 Jahren

Unter den Vorzeichen des Wandels


Gustav Klimt, Bildnis Marie Henneberg, 1901/02

Zurückgelehnt und auf Distanz bedacht, blickt die vornehme Dame über den Betrachter hinweg. Ihre rechte Hand und das darauf gestützte Gesicht sind minutiös, fast schon fotorealistisch ausgearbeitet. Die leicht geröteten Wangen sind ein Markenzeichen des Malers Gustav Klimt. Daneben bieten nur noch die Spitzenvolants des kaskadenartig dem Betrachter entgegenstürzenden Kleides etwas fassbar Gegenständliches. Denn der Hintergrund ist pointillistisch aufgelöst. Er scheint die der Realität enthobene Figur schweben zu lassen. Selbst das unscharf konturierte Sitzmöbel verschwimmt in fließenden Übergängen. Die Frau mutiert zum Ornament, das Bildnis zu einem Malmosaik. ...mehr

Genaues Hinschauen unbedingt erforderlich: Die fragilen Zeichnungen der griechischen Künstlerin Christiana Soulou sind mit einer derartigen Zartheit aufs Papier gehaucht, dass man sie aus der Distanz fast übersehen könnte – was im Übrigen bei ihrer Schau in Donaueschingen sehr schade wäre

An der Grenze des Sichtbaren


Christiana Soulou, Griffon, 2013

Christiana Soulou ist das, was man gerne als „Künstler-Künstlerin“ bezeichnet. Ihr ausschließlich aus Zeichnungen bestehendes Werk konzentriert sich ganz auf die emotional und metaphorisch aufgeladene Darstellung menschlicher, manchmal auch tierischer Körper. Es ist einem breiten Publikum bislang eher unbekannt. Unter Künstlerkollegen und -kolleginnen jedoch wird es aufgrund seiner einzigartigen Feinheit und Sensibilität seit Langem geschätzt und gesammelt. Christiana Soulou wurde 1961 in Athen geboren, wo sie auch heute noch lebt und arbeitet. Studiert hat sie an der École Nationale Supérieure des Beaux Arts in Paris. Eine Auswahl ihrer Arbeiten ist jetzt in der Ausstellung „Hommage aux mères“ bei Fürstenberg Zeitgenössisch in Donaueschingen zu sehen. Kuratiert hat die Schau Moritz Wesseler, der künstlerische Berater der Sammlung, der nach seiner Zeit als Direktor des Kölnischen Kunstvereins in diesem Herbst die Leitung des Fridericianums in Kassel übernimmt. ...mehr

Japanische Klarheit und Reduktion als entscheidender Katalysator für die Ausbildung der europäischen Moderne: Die Wiener Ausstellung „Faszination Japan“ wagt diese These und untermauert sie anhand zahlreicher Exponate aus Ost und West

Als Fremdheit noch erwünscht war


Alfred Stevens, Die japanische Pariserin, 1872

Japan und den Westen verbindet eine wechselvolle Geschichte. Nachdem es im Jahr 1543 ein Leck geschlagenes portugiesisches Handelsschiff an die japanische Küste verschlagen hatte und damit ein erster Kontakt zustande kam, begann zunächst ein reger Austausch von Waren, insbesondere mit Portugal, Spanien und Holland. 1639 jedoch schloss Japan offenbar aus Angst vor einer unkontrollierbaren Christianisierung und kultureller Hegemonie des Westens abrupt seine Grenzen. Alle westlichen Ausländer mussten das japanische Festland verlassen. Allein die Holländer durften auf einer künstlich aufgeschütteten Insel vor Nagasaki verbleiben. Fortan galt das Land als nahezu vollkommen isoliert. ...mehr

Gerhard Finckh, der Direktor des Wuppertaler Von der Heydt-Museums, verabschiedet sich mit einer Ausstellung über das Ausstellen

Die Aufklärung zum Schluss


in der Ausstellung „Blockbuster – Museum“

Was für ein großartiger Abschied hätte es sein sollen: Eine Ausstellung über das Zeitalter der Aufklärung mit Beispielen hochkarätiger Malerei des 18. Jahrhunderts in Frankreich. Doch letztendlich fehlten 200.000 Euro zur Realisierung. „Hängen Sie doch einfach Ihre eigenen Bilder auf“, wurde dem Chef des finanziell klammen Von der Heydt-Museums dann gesagt. So machte Gerhard Finckh, der im Mai 2019 in den Ruhestand tritt, in seiner letzten Ausstellung aus der Not eine Tugend. 130 Gemälde und Plastiken bilden den Hintergrund einer Abschiedsschau, die Antworten auf die Fragen geben will, wie eine Ausstellung entsteht und was generell so in einem Museum geleistet wird. Geschickt wurde die „Aufklärung in Frankreich“ zu einer „Aufklärung in eigener Sache“ umfunktioniert. ...mehr

Das Diözesanmuseum Paderborn zeigt eine Gotik-Ausstellung mit herausragenden Leihgaben und macht auf die theologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge bei der Herausbildung der neuen Epoche aufmerksam

Panorama europäischer Baukultur


Werkstatt des Naumburger Meisters, Baldachin mit Turmaufsatz vom Dorsale des Westchors im Mainzer Dom, Mainz um 1239

Von Licht und Farbe durchflutete Räume, himmelwärts gelenkter Blick, filigrane, schwerelose Architektur: Die gotische Kathedrale fasziniert bis heute Betrachter und Besucher; die Interpretation dieses so revolutionär scheinenden Baustils füllt Bände. Die Gotik, deren Entwicklung Ende des 12. Jahrhunderts begann, ist zum Inbegriff „mittelalterlicher“ Architektur geworden und hat in der Kulturgeschichte vielfältige Deutungen erfahren. Eine große Ausstellung widmet sich nun in Paderborn einem markanten Beispiel für diese Epoche: Das Erzbischöfliche Diözesanmuseum stellt den Paderborner Dom in den Zusammenhang der Baukultur des 13. Jahrhunderts in Europa. 170 Leihgaben aus 80 renommierten europäischen Museen knüpfen Verbindungen zwischen der gotischen Baukunst Frankreichs und Westfalens ebenso wie zwischen dem Paderborner Bau und den geistig-theologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufbrüchen im „Jahrhundert der Kathedralen“. ...mehr

Claude Monet fasziniert noch immer. Nach dem Städel und der Fondation Beyeler feiert nun auch die Albertina in Wien den Großmeister des Impressionismus und folgt in ihrer Retrospektive seinen Lebensspuren

Die Welt im Fluss


Claude Monet, Junge Mädchen im Boot, 1887

1889. Es ist Frühling in Paris. Frankreich feiert mit der Weltausstellung das hundertjährige Jubiläum der Französischen Revolution. Der Eiffelturm, damals das höchste Gebäude der Welt, ist fertig gestellt und wird nach anfänglicher Skepsis auch von den Parisern bejubelt. Nur eine Woche zuvor, kurz vor der feierlichen Einweihung am 31. März, haben die monarchistisch-revanchistischen Boulangisten, Wegbereiter der Neuen Rechten, in der Hauptstadt eine Massendemonstration veranstaltet. Während in Paris so viel passiert, befindet sich der zu diesem Zeitpunkt 48jährige Claude Monet weit entfernt von den Aufregungen der französischen Metropole in der Mitte Frankreichs: in Fresselines, einem kleinen Ort auf dem Hochplateau über dem Zusammenfluss der Quellflüsse der Creuse im Nordwesten des Massif Central. Die raue, wilde Landschaft hat schon bei seiner ersten Reise zwei Monate zuvor eine große Faszination auf den Maler ausgeübt. Nun ist er mit Farben und Leinwand an diesen einsamen Ort zurückgekehrt und wird während der kommenden Wochen unter widrigen Wetterbedingungen eine Reihe von Bildern malen, die kompositorisch und in ihrer Farbigkeit wegweisend sind. ...mehr

Im belgischen Oudenaarde widmet sich erstmals eine größere Übersichtsschau dem als „Bauernmaler“ bekannten Adriaen Brouwer

Geschäfte mit dem Anormalen


Adriaen Brouwer, Die Raucher

Leicht aufgeschreckt und mit starren Kulleraugen erblickt der langhaarige Mann den Betrachter. Aus dem weit geöffneten Mund entweicht eine Wolke Tabakqualm, mit der rechten Hand setzt er einen Humpen zum Trank an. Der Maler Adriaen Brouwer hat sich selbst leicht in den Vordergrund gerückt. In dem muffigen Kneipenmilieu gesellen sich vier weitere Personen um ihn herum. Dabei handelt es sich um seine Malerfreunde Jan Lievens, Jan Davidsz de Heem, Joos van Craesbeeck und Jan Cossiers. Vorne links füllen ein Holzbottich, ein Keramikkrug und ein angelehnter Besen die Ecke, während diagonal gegenüber der Blick durch die geöffnete Tür in die flämische Landschaft fällt. Als das Bild um 1635 entstand, war Brouwer gerade in die Antwerpener Künstlergilde St. Lukas aufgenommen worden. Vielleicht hält er hier das aus diesem Anlass arrangierte Trinkgelage fest. Es gilt als Schlüsselwerk im späten Œuvre des Malers: Ein ockerfarbener Grundton mit einem Hang zum Grünlichen taucht die von exaltierter Mimik durchdrungenen Personen in gedämpftes Licht, die sich weg von traditioneller Genredarstellung hin zum Affektausdruck bewegen. ...mehr

Olaf Nicolai bespielt die Kunsthalle Wien und darüber hinaus noch andere Orte in der Donau-Metropole und interessiert sich hierbei für die gegenwärtige Bildpolitik

Kunst in Veränderung


Seit vier Jahren ist der deutsche Konzeptkünstler Olaf Nicolai in der Wiener Innenstadt mit einem Auftragswerk präsent. Er zeichnet für den Entwurf des Denkmals X verantwortlich, das am Ballhausplatz in unmittelbarer Nähe zum Bundeskanzleramt an hingerichtete Deserteure der Wehrmacht erinnert. Der Bezug zu den Verfolgten der NS-Militärjustiz und damit zum Umgang mit der Vergangenheit als auch zur Durchsetzung der Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure und Verfolgten der NS-Militärjustiz soll Anstoß für ein gegenwärtiges zivilgesellschaftliches Engagement geben. ...mehr

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