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AktuellAktuell:Museumsausstellung

K21 in Düsseldorf richtet Wilhelm Sasnal eine große Ausstellung aus

Rückblenden aus dem eigenen Leben


Wilhelm Sasnal wurde 1972 in Tarnów im Südosten Polens nahe der ukrainischen Grenze geboren. Kindheit und Jugend verbrachte er in der retardierten Phase des Sozialismus. Als Teenager gleitet er in die gleißende Medienwelt des brutalen Kapitalismus. Solche Umwälzungen gestalten sich nicht einfach. Durchzogen von überbordenden Eindrücken muss jeder rasch die Situation überblicken, sich sortieren und auf die sichere Seite schlagen. Nach zweijährigem Architekturstudium schließt Sasnal von 1994 bis 1999 an der Krakauer Kunstakademie das Studium der Malerei an. ...mehr

Die Ausstellung „VETO – Zeitgenössische Positionen in der deutschen Fotografie“ in den Hamburger Deichtorhallen zeigt künstlerische Fotografie jenseits des Primats der Wirklichkeitstreue

Überhöhungen des Realen


Stubenfliege müsste man sein. Dann könnte man nicht nur zehn mal schneller als der Mensch Bewegungen wahrnehmen – was bei der plötzlichen Annäherung einer Fliegenklatsche überlebenswichtig sein kann. Vor allem aber könnte man Räume ganz anders erfassen, als wir Menschen es tun: Der 360°-Rundumblick der lästigen Zweiflügler erlaubt Perspektiven, von denen der Mensch nur träumen kann. Mit der Fotokamera, dem Computer und unendlich viel Geduld allerdings schaffen auch wir Menschen das Unmögliche: Der Düsseldorfer Fotokünstler Andreas Gefeller zum Beispiel. Er zeigt zur Zeit im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen Aufnahmen von Räumen, die das menschliche Auge so niemals wahrnehmen könnte. ...mehr

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg zeigt deutsche Kunst unter den ideologischen Spannungen zwischen Ost und West und macht die materialreiche Schau zu einem Lehrstück von Abhängigkeiten und Moden

Im Zeichen des Kalten Kriegs


Geht das? Lassen sich künstlerische Positionen, gleich welcher Art, einer politischen Kategorisierung unterwerfen? Ist ein Titel wie „Kunst und Kalter Krieg“ nicht von vornherein auf selektive Wahrnehmung programmiert? Lassen sich die vielfältigen Strömungen der bildenden Kunst zwischen 1945 und 1989 in Deutschland unter dem Aspekt der politischen Teilung der Welt in Ost und West in einer Ausstellung präsentieren, die sich notwendigerweise auf Auswahl, auf dominierende Strömungen und Richtungen beschränken muss? ...mehr

Die Fondation Beyeler zeigt diesen Sommer Werke des Künstlerclans um Alberto Giacometti

Durchdringungen von Raum und Zeit, Bewegung und Stillstand


Rund 300 Werke hat Ernst Beyeler, der Spiritus rector der gleichnamigen Fondation, zeitlebens von Alberto Giacometti gehandelt. Beide waren eng befreundet. Fußend auf über einem Dutzend später Kunstwerke des eigenen Giacometti-Bestandes bietet das Museum in Riehen bei Basel in der sinnreichen Architektur Renzo Pianos einen exzellenten Rahmen, Alberto Giacometti samt Familie in einer erfahrungsreichen Schau vorzustellen. 153 Exponate aus allen Schaffensperioden veranschaulichen facettenreich seine künstlerische Entwicklung, und die Mitglieder der Künstlerfamilie par exellence kommen mit eignen Arbeiten zu Wort, die die gegenseitigen Befruchtungen schildern. Alles aber dreht sich um den berühmten Spross Alberto, dessen Werkschaffen maßgeblich von Vater Giovanni inspiriert ist. ...mehr

Die Ausstellung „In-Finitum“ im Palazzo Fortuny gilt für viele schon jetzt als das Highlight des Biennale-Sommers 2009 in Venedig: Der Antwerpener Kunsthändler und Sammler Axel Vervoordt inszeniert dort eine Ausstellung für Augenmenschen

Opulenz und Unendlichkeit


Berlinde De Bruyckere, Infinitum, 2009

Wer in diesem Sommer nach Venedig fährt, kann sich vor Kunstausstellungen kaum retten. Nicht weniger als 44 weitere Ausstellungen gruppieren sich rund um die 53. Kunstbiennale. Eine wahre Fundgrube für Augenmenschen bietet die Schau „In-Finitum“. Die überbordende Ausstellung bildet den dritten und abschließenden Teil einer Trilogie, die der 62jährige belgische Kunsthändler, Inneneinrichter und Sammler Axel Vervoordt ersonnen hat. „In-Finitum“ findet in einem der ungewöhnlichsten venezianischen Palazzi statt, dem im 15. Jahrhundert im Gotico-Florido-Stil errichteten Palazzo Fortuny. Zu Lebzeiten nutzte der exzentrische spanische Maler, Designer, Fotograf und Erfinder Mariano Fortuny y Madrazo (1871-1949) das Gebäude. Fortuny erlangte mit einem Patent für das Plissieren von Seidenkleidern in der Modewelt großes Ansehen. Sogar Marcel Proust lobte die „kraftvolle Originalität“ seiner Stoffe. ...mehr

Die Ausstellung „Memleket. Heimat“ im Palais für aktuelle Kunst in Glückstadt präsentiert sechs türkischstämmige Künstlerinnen, die den Blick auf die brüchigen Schnittstellen zwischen der westlichen und der orientalischen Kultur richten

Hula-Hoop mit Kopftuch


Der Begriff „Heimat“ ist in der globalisierten Welt unscharf geworden. Er transportiert eher ein diffuses Gefühl als eine klar umrissene Gegebenheit. Der häufige Wechsel des Wohnortes ist in der heutigen Gesellschaft für viele längst Routine. Heimat ist dort, wo ich gerade bin, wo ich meine Freunde habe, wo ich in mein Lieblingsrestaurant gehen kann, denken sich viele Jobnomaden, die morgen vielleicht schon von ihrer Firma für ein halbes Jahr nach Dubai oder China geschickt werden. ...mehr

Cy Twombly im Museum Moderner Kunst in Wien

Sensations of the Moment


Das Wiener Museum Moderner Kunst setzt in diesem Jahr auf die Grand Dames und Messieurs der Malerei. Nach einer fulminanten Präsentation mit Werken der mittlerweile neunzigjährigen Maria Lassnig, gilt die derzeitige Ausstellung dem Werk von Cy Twombly, der im vergangenen Jahr seinen achtzigsten Geburtstag hatte. 200 Arbeiten aus allen Schaffensphasen versammelt diese erste Werkschau des Amerikaners in Österreich und integriert neben Malerei, Skulptur und Zeichnung Twomblys nahezu unbekanntes fotografisches Œuvre. ...mehr

Formenangler in der Ursuppe des Unbewussten: Das Hamburger Ernst Barlach Haus zeigt Hans Arp, den Pionier der modernen Plastik, als virtuosen Meister des abstrakten Scherenschnitts

Auf der Suche nach dem Elementaren


Der deutsch-französische Künstler Hans Arp ist bekannt für seine organisch geformten, weißen Gipsskulpturen, seine ein wenig an Henry Moore erinnernden monumentalen Bronzeplastiken und seine aus biomorph-abstrakten Formen bestehenden Wandreliefs. Dass der 1886 im damals deutschen Straßburg geborene Künstler und Poet, der seit 1909 bis zu seinem Tod in Basel 1966 überwiegend in der Schweiz lebte, allerdings in seinem Spätwerk regelmäßig zur Papierschere griff, um aus Papier und dünnem Karton kleine, sehr ungewöhnliche Figurinen auszuschneiden, ist weniger bekannt. Rund 250 dieser zwischen sechs und sechzig Zentimeter großen „Decoupagen“ sind bis heute erhalten. Jahrzehntelang waren sie in Pappkartons verborgen, bis Mitarbeiter der Fondazione Arp im schweizerischen Locarno sie bei einer Neusichtung der Grafikbestände einmal näher unter die Lupe nahmen und entdeckten, dass genau diese auf den ersten Blick unscheinbaren und noch nicht einmal signierten „Nebenarbeiten“ einen wesentlichen Schlüssel zum Verständnis des Gesamtwerks liefern. ...mehr

Zwischen Maiparade, Plattenbau und kleinem Glück: Die Ausstellung „Ostzeit“ im Berliner Haus der Kulturen der Welt zeigt rund 150 Fotografien aus der vor 20 Jahren untergegangenen DDR

Die Exotik des Naheliegenden


Die Kongresshalle im Berliner Tiergarten unweit von Reichstag und Kanzleramt: Das 1957 eröffnete Gebäude war ein Geschenk der Vereinigten Staaten an West-Berlin. Im Kalten Krieg galt der markante Neubau als „Leuchtturm der Freiheit“. Errichtet auf einem künstlichen Hügel, sollte er bis weit nach Ost-Berlin ausstrahlen und von einer anderen, freien und demokratischen Welt künden. Es ist schon fast eine Ironie der Geschichte, dass jetzt ausgerechnet in diesem Gebäude eine bildgewaltige Ausstellung gezeigt wird, die noch einmal den Alltag in der längst untergegangenen DDR Revue passieren lässt. Das heute hier ansässige Haus der Kulturen der Welt hat es sich eigentlich auf die Fahnen geschrieben, die Kunst nichteuropäischer Kulturen zu zeigen. Doch was in dieser Schau zu sehen ist, mutet heute womöglich bereits exotischer an als etwa junge Kunst aus China oder Brasilien. ...mehr

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