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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Das Architekturzentrum in Wien thematisiert das gerechte Bauen für eine bessere Welt

Think Global, Build Social


Emilio Caravatti, Matteo Caravatti und Sarah Trianni, Schule Djinindjebougou, Djinindjebougou, Mali, 2006-2007

Konträr zum Anspruch der großen Stararchitekten, die mit immer neuen Superlativen Aufmerksamkeit erregen, lässt sich seit einigen Jahren ein Trend beobachten, der sich der Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung zeitgenössischer Architektur widmet. Laut UNO-Habitat steht aktuell zwei Milliarden Menschen weltweit kein menschengerechter Wohnraum zur Verfügung. Es stellt sich daher die drängende Frage, welche Lösungen die Architektur für jene Teile der Bevölkerung zu bieten hat, denen der Zugang zu einer gut gestalteten Umwelt derzeit verwehrt ist. Vor drei Jahren, kurz nach dem Zusammenbruch des Wohnungsmarktes in den USA, erfuhr die Ausstellung „Small Scale, Big Change. New Architectures of Social Engagement“ im New Yorker Museum of Modern Art große Beachtung. Sie setzte sich für ein Umdenken weg vom immer luxuriöseren Bauen und hin zum sozial Machbaren ein. ...mehr

Auftragskunst heute: Mit der Ausstellung „Lichtwark revisited. Künstler sehen Hamburg“ beschreitet die Hamburger Kunsthalle neue, alte Wege und beweist ganz nebenbei, dass es offenbar auch heute noch sinnvoll ist, auswärtige Künstler mit der Hansestadt zu konfrontieren

Was geht ab in Hamburg?


Ein hellblau gestrichenes Boot, das schon bessere Tage gesehen hat, hängt an einer mächtigen Stahlkonstruktion, die an eine Schiffschaukel erinnert, wie sie früher auf Jahrmärkten üblich waren. Ob es sich bewegt, ist zunächst schwer auszumachen. Doch wer ein wenig abwartet, kann beobachten, dass das Boot in vier Minuten ganz gemächlich hin und herschaukelt. Die kontemplativ anmutende Installation des 1983 geborenen Berliner Künstlers Julius von Bismarck trägt den Titel „Hoch und Runter“. Trotz aller Kirmesromantik schwingt hier auch der Respekt vor den mitunter tödlichen Urkräften des Ozeans mit, denen ja in unserer Zeit vor allem diejenigen ausgesetzt sind, die ihre Heimat an Bord von Seelenverkäufern verlassen müssen. ...mehr

Vom „Absolute Beginner“ zum Superstar: Mit einer kulturgeschichtlich tiefschürfenden Ausstellung würdigt der Berliner Martin-Gropius-Bau David Bowie als wandelbare Pop- und Stilikone

Die 1000 Metamorphosen des David Bowie


So viel Sound war selten in einer Ausstellung des Berliner Martin-Gropius-Baus: Wer die aktuelle David Bowie-Schau mit allen Sinnen erleben will, tut gut daran, sich wenigstens dieses eine Mal auf den Audioguide einzulassen. Es lohnt sich. Die im Londoner Victoria and Albert Museum (V&A) entwickelte, multimedial inszenierte Schau bietet anhand von rund 300 Objekten nicht nur ein geradezu überbordendes visuelles Angebot. Wer sie ausgestattet mit High-Tech-Kopfhörern besucht, taucht zusätzlich in die Klangwelten eines der größten Visionäre der Pop-Geschichte ein. Avantgardistische Originalkostüme und Set-Designs, Plattencover, handgeschriebene Songtexte, zahlreiche Fotodokumente und Musikvideos, wohin das Auge blickt, entführen den Besucher in den Kosmos eines innovativen Performers und Stilchamäleons, das sich im Laufe seiner Karriere immer wieder ganz neu erfunden hat, statt sich, wie andere Superstars, auf dem Erreichten auszuruhen. ...mehr

Flaneure im Modus der Zerstreuung: Die Hamburger Kunsthalle stellt mit Honoré Daumier und Henri de Toulouse-Lautrec zwei Künstler aus dem Paris des 19. Jahrhunderts dialogisch gegenüber

Pariser Großstadtexistenzen


Henri de Toulouse-Lautrec, Die Loge mit der Goldmaske, 1893/94

Als der eine geboren wurde, war der andere schon 56 Jahre alt. Honoré Daumier (1808-1879) und Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901) waren beide Künstler des 19. Jahrhunderts. Doch sie gehörten zwei sehr unterschiedlichen Generationen an. Der Ältere erspürte mit gnadenlosem zeichnerischem Talent die charakterlichen Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen und der Obrigkeit. Eine seiner entlarvenden Karikaturen, die König Louis-Philippe als Säufer und Nimmersatt schmähte, bescherte ihm 1832 sogar einen halbjährigen Gefängnisaufenthalt. Der andere, ein durch seinen Kleinwuchs zum Außenseiter abgestempelter Spross einer südfranzösischen Adelsfamilie, begab sich als Beteiligter direkt in das Milieu, aus dem er die Motive für sein künstlerisches Werk schöpfte: Das Paris der Boheme, der Varietétheater, des Zirkus und der Freudenhäuser. Doch auch wenn zwei Generationen zwischen ihnen lagen, so war ihnen doch eines gemeinsam: Beide gelten als Virtuosen der Druckgrafik. ...mehr

Die Ausstellung „Von Liebermann bis Nolde“ im Alten Rathaus Ingelheim präsentiert Haupt- und Nebenfiguren des deutschen Impressionismus

Befreiende Experimente auf Papier


Heinrich Kühn, Stillleben. Blumen in Vase, um 1914

„Der Impressionismus ist nicht eine Richtung sondern eine Weltanschauung“, sagt Ulrich Luckhardt, Kurator der Ausstellung „Von Liebermann bis Nolde. Impressionismus in Deutschland auf Papier“, die noch bis Mitte Juni im Rahmen der Internationalen Tage Ingelheim zu sehen ist. Rund 150 Arbeiten überwiegend auf Papier von 13 Künstlerinnen und Künstlern geben einen Überblick über das Aufkommen des Impressionismus in Deutschland im ausgehenden 19. Jahrhundert und die weitere Entwicklung im frühen 20. Jahrhundert. „Der Impressionismus ist in Frankreich ein eigenständiger Stil“, erläutert Luckhardt. „In Deutschland ist er es nicht. Es sind unterschiedliche künstlerische Standpunkte. Die Künstler in Deutschland wagen, sich vom Akademischen und dem Realismus zu lösen hin zu neuen Farb- und Formfindungen.“ ...mehr

Deutschlands prominentester Umschlagplatz für Bauideen würdigt mit einer attraktiven Geburtstagsschau seinen Spiritus Rector Heinrich Klotz

Deutsches Architekturmuseum feiert dreißigsten Geburtstag


Blick in die „Wunderkammer“ mit rund 140 von Heinrich Klotz erworbenen Gegenständen

Ohne das glühende Engagement Einzelner würden viele Institutionen nicht existieren. Als Walter Wallmann, Oberbürgermeister von Frankfurt, und sein Kulturdezernent Hilmar Hoffmann in den 1970er Jahren eine Kulturoffensive starteten, war Heinrich Klotz der richtige Mann zur rechten Zeit. Dem kongenialen Zusammenspiel der drei, insbesondere aber dem exzellent vernetzten und umtriebigen Marburger Kunstgeschichtsprofessor verdankt Frankfurt das seinerzeit erste Architekturmuseum überhaupt. Vor genau 30 Jahren, am 1. Juli 1984, konnte es eröffnet werden. Damals herrschte Aufbruchstimmung. Mit dem größten Kulturetat einer deutschen Stadt im Rücken schuf das Gespann Wallmann/Hoffmann ein Museumsufer. Neue Ausstellungshäuser wurden geschaffen und bestehende ausgebaut. ...mehr

Das Baseler Museum Tinguely verleitet das Publikum mit Spielobjekten zu einer aktiven Rolle beim Museumsbesuch

Frei, lebendig, aktuell


Wer derzeit das Museum Tinguely in Basel betritt, findet sich unversehens in einem riesigen Netz wieder. Mittendrin steht ein schwarzes technoides Konstrukt mit einem großen Rüssel. Dieses trichterförmige Rohr ist dazu da, zugespielte Bälle hineinzuwerfen, die dann über einen maschinellen Kreislauf von neuem auf das Spielfeld zurückgeschleudert werden. „Rotozaza No. 1“ titulierte Jean Tinguely sein 1967 kreiertes Werk aus Eisenstangen, Stahlplatten, Holz- und Metallrädern, Gummiriemen und Elektromotoren, mit dem er kritisch den Produktionskreislauf einer ökonomisch rentablen Maschine hinterfragt. Die furiose Ballmaschine des berühmten Schweizers bildet den Auftakt einer herausfordernden Schau aus 99 Arbeiten von 48 Künstlern, die die Verbindung von Spiel und einer Kunst der Möglichkeiten darlegen. Wohl kein anderes als das Baseler Museum Tinguely mit der von Mario Botta für die weltweit größte Kollektion kinetischer Maschinenplastiken des Hauspatrons so großzügig konzipierten Architektur kann einen besseren Rahmen vorgeben als für die Präsentation von „Spielobjekten“. ...mehr

Im Rahmen des 250jährigen Gründungsjubiläums der Kunsthochschulen in Leipzig und Dresden zeigen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Arbeiten des Fotografen und Professors Timm Rautert im Wechselspiel mit seinen Meisterschülern der letzten zwei Dekaden

In jedem Schüler steckt ein neuer Rautert


Gerade in künstlerischen Bereichen ist das Verhältnis von Lehrer und Schüler nicht immer spannungsfrei. Zwar muss der Mentor seine Studenten führen, ihnen eine Richtung geben, darf sie aber nicht zu einer Kopie seiner selbst werden lassen. Freiraum für eine eigene künstlerische Entwicklung ist an den Kunsthochschulen genauso essentiell. Timm Rautert zählt zu den wichtigen Pädagogen und Impulsgebern für aktuelle Strömungen in der deutschen Fotografie. Von 1993 bis 2007 hat er als Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig dazu beigetragen, die große Tradition des Mediums weiterzuentwickeln und an jüngere Fotografen zu vermitteln. Auf das gedeihliche Verhältnis zwischen dem Lehrer Rautert und seinen Schüler geht derzeit die Ausstellung „Eine Klasse für sich – Aktionsraum Fotografie“ der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ein. In prägnanten Gegenüberstellungen beider Generationen zeigt sie zugleich wichtige Entwicklungsströme in der Fotografie. ...mehr

Das Mainzer Landesmuseum würdigt erstmals nach 1992 den deutschen Impressionisten Max Slevogt mit einer kompakten Retrospektive

Das beste Pferd in Cassirers Stall


Max Slevogt, Nina mit Kirschenhut, 1912

Die beiden Cousins Bruno und Paul Cassirer waren einst führend, wenn es um die Vermittlung französischer Impressionisten nach Deutschland ging. Doch dem nicht genug: Intensiv suchten sie unter ihren Landsleuten adäquate Künstler. Als um 1900 der von ihnen wesentlich geprägte Begriff „Deutscher Impressionismus“ Künstler nach Berlin lockte, gehörten sie zu den wichtigsten Vermittlern der modernen Kunst. Auch der Bayer Max Slevogt konnte sich dem Werben der Cassirers sowie Max Liebermanns und Walter Leistikows nicht entziehen und zog 1901 in die deutsche Hauptstadt. Doch im deutschen impressionistischen Dreigestirn aus Liebermann, Lovis Corinth und eben Slevogt war letzterer stets der nachstehende, vor allem, wenn es um Verkaufspreise ging. Der aus einer Unternehmerfamilie stammende Liebermann war aufgrund seines gesellschaftlich-politischen Engagements bestens vernetzt und verstand es, seine Gemälde gut in Museen zu platzieren. Slevogt hingegen kümmerte sich nicht um Marketingstrategien und überließ alles seinem Kunsthändler Paul Cassirer und seinem Verleger Bruno Cassirer. Bruno, im Nebenberuf Gestütsbesitzer und Leiter eines Trabrennstalls, einte mit Slevogt die Leidenschaft fürs Reiten, was ihn zur selbstironischen Titulierung „als bestes Pferd in Cassirers Stall“ animierte. ...mehr

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