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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Multimediale Hommage an die Wahlheimat Berlin: Der dänisch-isländische Künstlerstar Olafur Eliasson schärft im Berliner Martin-Gropius-Bau unsere visuelle Wahrnehmung

Berliner Selbstbespiegelungen


Berlin. Alexanderplatz. Karl-Marx-Allee. Anonyme Straßen im Kreuzberger Kiez. Berliner Fassaden, Passanten, Verkehr – kurze Momente des urbanen Alltags in einer Stadt, wo der Winter dunkel, kalt und unwirtlich ist. In seiner neuesten Videoarbeit „Innen Stadt Außen“ von 2010 lässt der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson einen Kleintransporter durch die winterlichen Straßen seiner Wahlheimat Berlin fahren. Eine Seitenwand des Fahrzeugs hat er mit einem großen Spiegel versehen. Durch geschickte Kameraführung und rasante Schnitte wird die dynamische Bewegung des verspiegelten Gefährts im Stadtraum noch verstärkt. Wahrnehmungsebenen überlagern sich. Neue Perspektiven entstehen und vergehen bereits im nächsten Augenblick. Eliasson setzt sich hier mit der Stadt Berlin und ihrem permanenten Werden und Vergehen auseinander. Ephemeres und Beständiges wechseln sich ab. Das vermeintlich Hässliche entfaltet in seiner unendlichen Brechung und Fragmentierung eine ganz eigene Qualität von Schönheit. Spiegelungen sind ein Phänomen, das Eliasson mit Leidenschaft auf die Spitze treibt und künstlerisch zu nutzen versteht. ...mehr

Amerika ganz unten: Das ARoS Museum im dänischen Aarhus zeigt Jacob Holdts ebenso aufrüttelnde wie beeindruckende Aufnahmen von Strichern, Gangstern, Drogensüchtigen und anderen Außenseitern der amerikanischen Gesellschaft

Nachts, wenn die Ratten kommen


San Francisco an einem Sonntagabend im Winter 1975: Der 28jährige dänische Tramper und Fotograf Jacob Holdt sieht die 23 Uhr-Nachrichten und muss erfahren, dass seine Freunde Popeye und Sally in der Nacht zuvor hinterrücks in ihrem Auto erschossen worden sind. Popeye und Sally sind nur die letzten Freunde, die Holdt während seiner fünfjährigen Rundreise durch das Amerika der Gettos und der Entrechteten, aber auch der Skrupellosen und Verrohten durch Waffengewalt verloren hat. Insgesamt waren es zwölf. Und er selbst hätte das dreizehnte Opfer sein können. Hätte er nicht auf den Anrufer gehört, der ihn zwei Stunden vor dem brutalen Mord davor gewarnt hatte, den Abend mit den beiden späteren Opfern zu verbringen. Nun reichte es auch Holdt, der in den Jahren zuvor so ziemlich alles erlebt und fotografiert hatte, was einem dänischen Pfarrerssohn passieren kann, der sich darauf einlässt, den amerikanischen Traum von ganz unten zu betrachten. ...mehr

Der Hamburger Kunstverein nobilitiert den Mode- und Werbefotografen Daniel Josefsohn zum bildenden Künstler und begibt sich damit einmal mehr auf Abwege

Der Sieg des Lifestyle über die Kunst


Daniel Josefsohn, Lieber Helmut, lieber George, ich wollte auch mal mit der Eisenbahn spielen

Bahnreisende, die am Hamburger Kunstverein vorbeifahren, blicken zur Zeit auf ein großformatiges Fotodisplay. Eine Gruppe attraktiver, unbekleideter weiblicher Models in High Heels tritt dem Betrachter herausfordernd entgegen. Der schwarzweiße Hingucker ähnelt frappant Helmut Newtons berühmter Fotoikone „Big Nudes“. Diese ist bereits zigtausendmal in Kunstkatalogen, auf Postkarten oder Postern reproduziert worden. Sie gehört zum kollektiven Bildgedächtnis. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied. Die hoch gewachsenen Damen auf dieser Aufnahme verbergen ihre Gesichter unter Star Wars-Helmen. Diesen kleinen, aber entscheidenden Eingriff hat der 1961 in Hamburg geborene deutsch-israelische Fotograf Daniel Josefsohn vorgenommen. Josefsohn ist für seine frechen und provokanten Mode- und Werbestrecken bekannt. Der ironische und anspielungsreiche Titel der Fotoarbeit verdeutlicht die subversive Herangehensweise des heute in Berlin lebenden Bildprovokateurs: „Lieber Helmut, lieber George, ich wollte auch mal mit der Eisenbahn spielen“. ...mehr

Feier des Lebens im Angesicht von Krankheit und Tod: Der Berliner Martin-Gropius-Bau widmet der mexikanischen Malerin Frida Kahlo eine umfassende Retrospektive. Sie dürfte in den nächsten Monaten zum Publikumsrenner avancieren

Malen gegen Angst und Schmerz


In ihrer Heimat Mexiko gilt die 1907 geborene Malerin Frida Kahlo als Nationalheilige. Ihr markantes Konterfei findet sich auf Tassen und Kronkorken, Handtaschen, Briefmarken, Stoffmustern oder auch kleinen Holzaltären für den Hausgebrauch. Doch auch außerhalb ihrer Heimat hat sich seit der Wiederentdeckung der auf den ersten Blick so exotisch-folkloristischen Malerin durch die Frauenbewegung der 1970er Jahre ein regelrechter Kult um Frida Kahlo entwickelt. Etliche Filme, zuletzt 2002 der mehrfach oscarnominierte Film „Frida“ mit Salma Hayek in der Titelrolle, trugen zur Verfestigung ihres Nachruhms bei. Der Tanztheaterregisseur Johann Kresnik widmete ihr 1992 eine schonungslos schmerzenreiche Inszenierung am Bremer Theater. ...mehr

Fotoszene 2010: Der strenge Dokumentarismus der Becher-Schule scheint überwunden, digitale Tricksereien auch. Das zeigt jetzt die Ausstellung „Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie“ im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen

Neidisch auf die Malerei


Früher war alles ganz einfach: Fotolegenden wie Henri Cartier-Bresson, Robert Frank oder Walker Evans nahmen ihre Ausrüstung, stürzten sich in die Welt und fotografierten, was ihnen vor die Linse kam. Ein Picknick an der Seine, Schulkinder im Bus oder verarmte Farmerfamilien im mittleren Westen der USA. Der Anspruch, dem Betrachter ein authentisches Abbild der Lebenswelt und ihrer Protagonisten zu liefern, stand dabei immer im Vordergrund. Heute scheint alles ganz anders zu sein. Betrachtet man die aktuelle Produktion junger deutscher Hochschulabsolventen, so gewinnt man den Eindruck, als werde ein verwirrendes Spiel mit der Illusion getrieben. Alltagsobjekte werden zu surreal arrangierten, neuen Bildwirklichkeiten verdichtet. Personen werden zu Schauspielern, Performern oder lebenden Skulpturen. Zitate und Stilmittel aus dem klassischen Tafelbild werden mit größter Selbstverständlichkeit in das Medium der Fotografie überführt. Ist die junge Fotografenriege der Realwelt überdrüssig geworden? Fast hat es den Anschein. ...mehr

Himmel auf Zeit: Ein interdisziplinäres Kulturfestival und eine Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle erinnern an die kurze und intensive Aufbruchszeit im Hamburger Künstlerleben der 1920er Jahre

Die Große Freiheit vor der Katastrophe


Der Erste Weltkrieg lag gerade hinter ihnen, und noch konnte keiner ahnen, dass sich schon bald der dunkle Schleier eines neuen Terrorregimes über Deutschland und Europa ausbreiten würde. In den 1920er und frühen 1930er Jahren spürte die künstlerische Avantgarde Rückenwind im aufstrebenden Berlin, aber auch in der konservativ-bürgerlichen Hansestadt Hamburg. Hier reüssierte die Ausdruckstänzerin Mary Wigman, hier spielten Erika und Klaus Mann gemeinsam an den Hamburger Kammerspielen, und hierher reiste der irische Avantgardedichter Samuel Beckett sogar noch im Jahr 1936. Bildende Künstler wurden von progressiven Museumsdirektoren, Sammlern, Galeristen und Kunsthistorikern unterstützt. Legendär und weit über die Stadt hinaus bekannt sind die mehrtägigen Hamburger Künstlerfeste, die im Curio-Haus an der Rothenbaumchaussee stattfanden. ...mehr

Die jüngsten Arbeiten der 90jährigen, österreichischen Malerin Maria Lassnig sind alles andere als ein weises Spätwerk. Das ist der Tenor einer sehenswerten Ausstellung, die die Städtische Galerie im Lenbachhaus in München bis Ende Mai im Kunstbau zeigt

Ohne Gnade, mit Humor


Dass Maria Lassnig heute als eine der Großen ihrs Metiers gefeiert wird, hat nur wenig mit ihrem respektablen Alter von 90 Jahren zu tun. Die Schau im Lenbachhaus macht einmal mehr deutlich, warum die österreichische Malerin, die erst Ende der 1980er Jahre, als sie bereits auf die 70 zuging, mit ihren fast surrealen Befindlichkeitsdarstellungen und mit ihren wie hingewischten kompakten Figuren jenseits des eigenen Landes bekannt wurde, ja warum sie heute populärer und geachteter denn je ist. Die Bewunderung gilt einer Malerin, deren aktuelle Bilderwelt so unverbraucht, vital und unverstaubt daherkommt, als hätte sie gerade alle malerischen Dogmen über Bord geworfen. Sie gilt einem Werk, in denen sich ein ewig unruhiger Geist spiegelt, der dem Thema Mensch in all seinen Facetten – von hilflosen Liebesbeziehungen bis hin zur sexuellen Gewalt – malerisch nachspürt. ...mehr

Hierzulande nahezu unbekannt, gehört Otto Meyer-Amden zu den wichtigsten Schweizer Künstlern der Klassischen Moderne. Aus Anlass seines 125. Geburtstages zeigt das Hamburger Ernst Barlach Haus nun rund 70 Arbeiten des Einzelgängers

Knaben, Körper, Konstruktionen


Otto Meyer-Amden, Händehochhaltende (Antworten)

Nackte Zöglinge im Internat, befremdliche Initiationsriten, rigide Erziehung zu Anpassung und Gehorsam in einer religiös überformten Erziehungsanstalt. Der Schweizer Maler Otto Meyer-Amden (1885-1933) zeigt auf vielen seiner Zeichnungen und Gemälde Motive, die heutige Betrachter gerade vor dem Hintergrund aktueller Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche und menschenverachtender Aufnahmepraktiken bei der Bundeswehr erschaudern lassen. Das Hamburger Ernst Barlach Haus konnte die aktuelle Brisanz dieser Motivik bei der Vorbereitung dieser Schau sicherlich nicht vorhersehen. Mit Otto Meyer-Amden zeigt das Ausstellungshaus jetzt einen künstlerischen Einzelgänger, dessen Werk eigentlich für seine extreme Sensibilität, Zartheit und Zurückgenommenheit bekannt ist. Rund 70 Arbeiten Meyer-Amdens, darunter auch Porträts, Selbstbildnisse und Landschaften, sind aus Anlass seines 125. Geburtstages unter dem Titel „Zwischentöne“ zu sehen. ...mehr

Die etwas anderen Londoner Großsammler: Das britisch-finnisch-jüdische Sammlerpaar Anita und Poju Zabludowicz zeigt seine Schätze in einer ehemaligen Methodistenkirche. Eingerichtet hat die aktuelle Sammlungspräsentation die Berliner Gastkuratorin Anna-Catharina Gebbers

Eine Kirche voller Kunst


Megasammler sind wie Großwildjäger: Sie zeigen gern ihre Trophäen. Das trifft auf den französischen Luxusgüter-Milliardär François Pinault ebenso zu wie auf den britischen Ex-Werbemogul und selbsternannten „Artoholic“ Charles Saatchi. Ebenso monumental wie aseptisch wirken die modernen Paläste, in denen sie ihre Sammlungen präsentieren – mit Vorliebe große Installationen, die allein schon aufgrund ihrer Dimensionen für Ehrfurcht beim Betrachter sorgen sollen. Pinaults Privatmuseum Punta della Dogana in Venedig wirkt wie der Showroom von Christie’s. Was kein Wunder ist, denn schließlich gehört ihm das Auktionshaus ja auch. Und auch die Londoner Saatchi Gallery hat keinerlei Berührungsängste zum Auktionsmarkt: Das Auktionshaus Phillips, de Pury & Company verfügt sogar über eigene Räume im unweit des Buckingham Palace gelegenen Hauptquartier des Kunstunternehmers Charles Saatchi. ...mehr

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