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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Mannheim widmet dem heiligen Benedikt, dem Vater des abendländischen Mönchtums, eine kunst- und kulturhistorische Ausstellung

Von gewagten Aufbrüchen


Der heilige Benedikt übergibt die Regel, Augsburg, 1. Viertel 17. Jahrhundert

Einen neuen Aufbruch wagen, das wollen viele. Inwieweit der gerade beendete Katholikentag in Mannheim getreu seinem Motto einen Aufbruch bedeutet, wird sich wohl erst nach einiger Zeit beurteilen lassen. Am Rande dieser mit 80.000 Teilnehmern gut besuchten Zusammenkunft stellt eine kunst- und kulturhistorische Ausstellung den Mann vor, dessen Aufbruch noch heute das christliche Abendland nachhaltig prägt: den heiligen Benedikt. Der Ordensgründer der Benediktiner schuf über ein engmaschiges Netz von Niederlassungen seiner Bruderschaft eine einflussreiche Institution, die in Europa auf den Gebieten der Bildung und Wissensvermittlung in ihrer dominanten Stellung bis heute nicht zu unterschätzen ist. ...mehr

Das Angermuseum in Erfurt entdeckt den Maler Armin Reumann neu und zeigt 120 Werke des deutschen Impressionisten

Dem Vergessen entrissen


Ein Maler, der vergessen stirbt. Erben, die sein Schaffen bewahren. Ein wichtiges Buch und ein Museum, das „anbeißt“. Aus diesen Versatzstücken werden die Wiederentdeckungskrimis der Kunstgeschichte kompiliert. Ein solcher „Krimi“ wird jetzt in Erfurt wahr: Das Angermuseum hat einen kaum bekannten deutschen Impressionisten wieder ans Licht der Öffentlichkeit geholt. Armin Reumann, vor 60 Jahren in Sonneberg im Süden Thüringens gestorben, kommt der Impressionist zur Ehre einer Einzelausstellung mit 80 Gemälden und 40 Zeichnungen. ...mehr

Aus den Archiven einer Seherin: Die Hamburger Kunsthalle präsentiert in einer atmosphärisch dichten Ausstellung das ebenso faszinierende wie rätselhafte Spätwerk der 2010 verstorbenen Jahrhundertkünstlerin Louise Bourgeois

Im Netz der Spinnenfrau


Vor der Hamburger Kunsthalle hat sich eine gigantische Spinne breit gemacht. Das Ungetüm, das an Horrorfilme der 1950er und 1960er Jahre erinnert, stammt von Louise Bourgeois. Bereits vier Wochen für Ausstellungsbeginn wurde die 1999 entstandene, neun Meter hohe, bronzene Spinnenskulptur „Maman“ der Grande Dame der Bildhauerzunft des ausgehenden 20. Jahrhunderts auf dem Sockel zwischen dem Altbau der Kunsthalle und der Galerie der Gegenwart aufgestellt. Seitdem ist der achtbeinige Gliederfüßer, in dessen vergittertem Bauch sich geheimnisvolle Eier aus Marmor befinden, zum vielfotografierten Hingucker in der Hamburger Innenstadt geworden. „Wenn wir Aufmerksamkeit erregen wollen, wollen wir das mit großer Qualität tun“, kommentiert Kunsthallendirektor Hubertus Gaßner die von seinem Haus eher selten praktizierte Aufstellung einer Großskulptur im Außenraum. Als reinen Eyecatcher möchte er die Spinne nicht verstanden wissen. ...mehr

Das Bonner Kunstmuseum zeigt in seiner Reihe zu zentralen Malereipositionen der Gegenwart das Werk Albert Oehlens

Die Kohärenz des Heterogenen


Auf hohen weißen Wänden, in hellen weiten Räumen hängen große Leinwände in ausdruckstarken Farben. Dazwischen finden sich vereinzelt immer wieder einige grau-monochrome Bilder. Ungewöhnlich elegant und luftig ist die Hängung von Albert Oehlens Werken im Bonner Kunstmuseum. Ungewöhnlich in Bezug auf das Œuvre des Künstlers, denn Eleganz scheint in sein malerisches Selbstverständnis zunächst wenig zu passen. Ausdrücklich wurde diese Hängung von Oehlen selbst gewünscht – und tatsächlich erweist sich diese Entscheidung bei näherer Betrachtung als symptomatisch für seine Positionen. Ausgehend von der Paradoxie des „Bad Painting“ – ein Begriff zurückgehend auf eine Ausstellung im New Yorker New Museum of Contemporary Art von 1978 – entwickelte Albert Oehlen in den frühen 1980er Jahren eine ironisch-uneigentliche Haltung, die sich in der Folgezeit zu strukturell widersprüchlichen und uneindeutigen Behauptungen in seinen Bildern entfaltete. Die Dichotomie der „Postungegenständlichkeit“, wie der gebürtige Krefelder es selbst nennt, prägte von da an die letzten drei Jahrzehnte sein Schaffen. Gegenständlichkeit als inhaltliche Herausforderung existierte nicht mehr, vielmehr war sie formales Element. Seine Werke behaupten und widerlegen dies zugleich. ...mehr

Berlin produziert, Hannover stellt aus: Zum zweiten Mal nach 2007 präsentieren das Sprengel Museum, die Kestnergesellschaft und der Kunstverein Hannover parallel zur Kasseler Documenta junge Kunst „Made in Germany“

Frisch von der Leine gelassen


Fiktive Personen, Kunstfiguren oder künstlerische Alter Egos scheinen im Trend zu liegen: Auffallend viele der 45 in der Hannoveraner Übersichtsausstellung „Made in Germany Zwei“ vertretenen Künstler arbeiten offensiv mit detailreich konstruierten Erzählmustern, in deren Mittelpunkt Personen stehen, die sich am Ende als erfundene Kopfgeburten entpuppen. Dirk Dietrich Hennig zum Beispiel, der einzige aus Hannover stammende Teilnehmer der Schau, lockt den Betrachter in ein klaustrophob kulissenhaftes Raumgefüge voller Fundstücke, Querverweise und Indizien, die die Existenz des psychisch kranken Fluxus-Künstlers Jean Guillaume Ferrée glaubhaft versichern sollen. Der Nachbau einer Nervenheilanstalt darf betreten werden. Fingierte Cover der wichtigsten internationalen Kunstmagazine tragen ihr Übriges zur Legendenbildung bei. Der Brite Simon Fujiwara fährt dann gleich vier prall gefüllte Büchervitrinen und einen Schreibtisch voller Recherchematerial auf, um sich auf die Spuren eines gewissen Theo Grünberg zu begeben, dessen Sammlung erotischer Literatur er angeblich auf dem Flohmarkt erworben hat. Am Ende der akribischen Spurensuche stehen gleich drei Theo Grünbergs mit recht unterschiedlichen, aber für das 20. Jahrhundert prototypischen Biografien: ein Ethnologe, ein Sexualforscher und ein marxistischer Ökonom. ...mehr

Verdrahtet und verschnürt, verknotet und verschraubt: Die Kölner Bildhauerin Alexandra Bircken transformiert im Hamburger Kunstverein Natur- und Alltagsmaterialien, Fundstücke, Abfall und Haushaltsgegenstände zu narrativ aufgeladenen, grotesken Gebilden

Skateboard trifft Fischkonserve


Manchmal möchte man lieber nicht wissen, um welches Material es sich genau handelt. Die Objekte, Skulpturen, Wandbehänge und Kehrichthäuflein, die die Künstlerin Alexandra Bircken im Hamburger Kunstverein installiert hat, propagieren alles andere als eine Ästhetik des Edlen, Kostbaren oder besonders Exklusiven. Sie bestehen aus vertrockneten Früchten, knorrigen Ästen, Wollfäden, Deckeln von Fischkonserven, Haaren oder Fellstückchen, um nur einige Beispiele zu nennen. Kunstwürdig sind bei der 1967 geborenen Kölnerin nahezu alle Materialien, die sich in einem normalen Haushalt so anfinden: Im Küchenschrank, in Schubladen, im Kleiderschrank, im Keller, auf dem Dachboden oder auch im Müll. „Hausrat“, so lautet denn auch der ironisch unterfütterte Titel ihrer Ausstellung. ...mehr

Perspektivwechsel: Im Kreuzberger Project Space SOX überzeugt die Berliner Künstlerin Andrea Winkler mit ihrer souverän gesetzten Intervention „du bist zu klein“

Fenster zum Hof


Andrea Winkler, du bist zu klein, 2012

Gallery Weekend in Berlin. Drei Tage lang cruisten VIPs aus aller Welt in schwarzen BMW-Limousinen durch die deutsche Hauptstadt: Von Rirkrit Tiravanijas performativer Wurstmanufaktur bei Neugerriemschneider zu Robert Longos theatralischen Kohlezeichnungen im XXL-Format bei Capitain Petzel auf der Karl-Marx-Allee, von Jenny Holzers brandneuer Lichtinstallation mit Neonschriftbändern in der Blue Chip-Galerie Sprüth Magers zum neuen Geheimtipp im Kreuzberger Graefe-Kiez, der sympathisch-bodenständigen Hinterhof-Galerie Supportico Lopez, wo im Untergeschoss an das poetisch-konzeptuelle Werk des 1998 verstorbenen Italieners Gino de Dominicis erinnert wurde. ...mehr

Claes Oldenburg bespielt mit seiner Kunst aus den 1960er Jahren das Wiener Museum Moderner Kunst

Im Museum der Mäuse


Mit seinen überlebensgroßen Eiswaffeln und Tortenstücken, aus Gips geformten Hamburgern, den großen und kleinen Mickey-Mäusen, weichen, aus Stoff genähten Alltagsobjekten und überdimensionalen Skulpturen wurde er bekannt. Claes Oldenburg gehört neben Roy Lichtenstein und Andy Warhol zu jenen Künstlern, die Ende der 1950er Jahre aus der sich auftuenden Kluft zwischen Abstraktem Expressionismus und Pop Art etwas ganz Neues entstehen ließen. Wie der Kritiker und Kurator Lawrence Alloway in seinem Essay für die bedeutende Ausstellung „American Pop Art“ im Whitney Museum von 1974 bemerkte, stellte sich „Pop Art als eine Kunst entwicklungsfähiger Ideen“ heraus. ...mehr

Mit nur 30 Jahren starb der Fotokünstler Mark Morrisroe an Aids. Sein intensives und zum Teil verstörendes Werk, das auf dem Grad zwischen Dokumentation und Selbstbetrachtung balanciert, ist derzeit in der Villa Stuck in München zu sehen

Die Fragilität der Subkultur


Dem amerikanischen Fotografen Mark Morrisroe war nur ein einziges Jahrzehnt gegeben, seinen Weg als Künstler zu bestreiten. Es war das Jahrzehnt der Underground-Szene, der diversesten Coming Outs, des Punk und der Drag-Queens. Kurz: er waren die 1980er Jahre. Der damalige Kunststudent in Boston war Teil dieser Szene. Wie besessen hat er alles fotografiert: Die aufgeputzten Männer in den schäbigen Bars, die androgynen Mädels, die sich gegen jedes Klischee von Weiblichkeit aufbäumten. Ohne Scham und mit provokantem Verweis auf seine Sexualität auch sich selbst auf zerknüllten Bettlaken, und die Freunde am Morgen nach der Party in ihren trostlosen Wohnungen. Manches erinnert an Nan Goldin, die wie er für die Bostoner Schule steht und mit der er zudem befreundet war. ...mehr

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