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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt in Düsseldorf eine fulminante Schau zum 25sten Todestag von Joseph Beuys

Gärende Objekte ohne den Akteur


Egal wie man zur Kunst von Joseph Beuys steht, heute wird niemand ernsthaft bestreiten, dass er nachdrücklich Kunstgeschichte geschrieben hat. Je weiter der zeitliche Abstand zu seinem Leben voranschreitet, desto klarer erschließt sich seine Wirkmacht. Dennoch bleibt sein Werk auch weiterhin borstig und bereitet so manchem Kopfzerbrechen. Aktionistische Handlungen und die mystische Aura gewisser Materialien bestimmen seine Arbeiten. Gerade dies bedeutet für Kuratoren eine Herausforderung. Ohne die agierende Hauptfigur, die die vielen Facetten des komplexen Œuvres instruktiv zu arrangieren wusste und sie damit lebendig hielt, fällt es oft schwer, den Geist des Beuysschen Werkes heraufzubeschwören. Anlässlich des 25sten Todestages – der 1921 in Krefeld geborene und in Kleve aufgewachsene Niederrheiner Beuys starb am 23. Januar 1986 in seinem Düsseldorfer Atelier – versucht nun die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, einen Überblick über das Schaffen von Joseph Beuys zu geben. ...mehr

Das Architekturmuseum der Technischen Universität München beschäftigt sich in einer fulminanten Schau mit vielen Varianten rekonstruierter Bauten

Alles nur gefälscht?!


Selten werden Ausstellungsbesucher so massiv von Täuschungen und Lügen umschlungen. Hunderte von Projekten, die das Architekturmuseum der Technischen Universität München derzeit in der Pinakothek der Moderne präsentiert, nehmen das Publikum gewaltig in Beschlag. Nahezu ein Panorama der Architekturgeschichte tut sich auf. Doch wen wundert’s: Das Thema scheint so alt wie die Architektur selbst. Zu allen Zeiten wurde rekonstruiert, wiederholt, wiederaufgebaut, kopiert. Dies betrifft in erster Linie etliche bedeutende Gebäude, die jedem an Architektur Interessierten bekannt sind. Nun muss er erkennen, dass sie alle nicht mehr original sind. ...mehr

Bilder im Zeichen der Gegenreformation: Mit den Antwerpener Malern Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck und Jacob Jordaens zeigt das Bucerius Kunstforum in Hamburg die drei Hauptrepräsentanten des flämischen Barock und ihr Umfeld

Triumph der Schwellung


Peter Paul Rubens, Frierende Venus, 1614

Seit Februar ist es offiziell: Der Antwerpener Hafen gilt jetzt nach Rotterdam als zweitwichtigster europäischer Umschlagplatz für Seefracht aus aller Welt und verweist Hamburg damit auf den dritten Platz. Traditionsbewusste Hanseaten kränkt so etwas natürlich. Dass Antwerpen zumindest in Sachen Kunst schon häufig die Nase vorne hatte, demonstriert jetzt die Ausstellung „Rubens, van Dyck, Jordaens. Barock aus Antwerpen“ im Bucerius Kunst Forum. 50 Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem Königlichen Museum für Schöne Künste in Antwerpen vermitteln einen Eindruck von der kraftvollen Entfaltung sinnlich-üppiger Lebensfreude auf oft monumentalen Barockgemälden. Ob Peter Paul Rubens’ „Frierende Venus“, Anthonis van Dycks „Beweinung Christi“, Jacob Jordaens’ „Anbetung der Hirten“ oder Bilder anderer bekannter Künstler wie Frans Snyders oder Jan Brueghel: Die meisten der von Kurator Michael Philipp ausgewählten Werke waren noch nie außerhalb Antwerpens zu sehen. Dass sie jetzt nach Hamburg ausgeliehen wurden, verdankt sich der Tatsache, dass das Königliche Museum zur Zeit wegen umfangreicher Bauarbeiten geschlossen ist. ...mehr

Arnulf Rainer gehörte in den 1950er Jahren zur Avantgarde der österreichischen Kunstszene. Im Dezember ist er 80 geworden. Die Pinakothek der Moderne in München widmet dem Bilderstürmer in den Räumen der Alten Pinakothek eine Retrospektive mit dem lakonisch wie treffenden Titel „Der Übermaler“

Existentielle Schauplätze


Mehr als 40 Jahre ist es her, dass Arnulf Rainer im Wiener Westbahnhof Grimassen schneidend in einem Fotoautomaten hockte. Die kleinen Fotos waren Ausgangsmaterial für eine Folge von Bildern, die wie kaum eine andere Werkgruppe die öffentliche Wahrnehmung dieses unverwechselbaren Künstlers bestimmte: Vergrößerte Fotografien, die anschließend mit expressivem Gestus übermalt wurden. Die Vehemenz und Radikalität, aber auch das bohrend Manische des österreichischen Künstlers ist in diesen „Face Farces“ und „Body Poses“ bis heute besonders spürbar. Rainer hat etwas zutiefst Menschliches zu ergründen gesucht, das mit Malerei allein nicht zu finden ist. Gesicht und Körper wurden ihm Ausdrucksmittel, mit wilden, zerstörerischen Strichen rückte er das reale Abbild in die Ebenen des Abstrakten und Unaussprechlichen. In diesen Arbeiten steckt der Geist der „Wiener Aktionisten“ und deren Körperbezogenheit, doch ist Arnulf Rainer, wie die Ausstellung in Münchens Alter Pinakothek verdeutlicht, kein Kind der aufbrausenden, wilden 68er Generation. ...mehr

Das Knauf-Museum holt die Kultur und Religion Tibets nach Iphofen

Auf dem Dach der Welt


Werner Engelmann, Riesenthangka mit dem Mönch Padmasambhava, 1982

Ein Mönch in einer leuchtend roten Kutte sitzt im Schneidersitz, sein Kopf ist mit einem blauen Heiligenschein hervorgehoben, sein Körper umgeben von einer gelborangen Mandorla und einem Kranz aus weißen Lotusblüten. In seinen Händen hält er eine Schale, zu seinen Füßen stehen ein Rad und ein weißes Horn. Dass dieses Rad „Dharmarad“ heißt und jede Speiche für einen der Wege auf dem „Edlen achtfachen Pfad“ steht, muss genauso erklärt werden wie die Figuren, die sich um den Mönch scharen. Er heißt Padmasambhava, wurde aus einer Lotusblüte mitten auf einem See geboren, und brachte im 8ten Jahrhundert die Lehren des tantrischen Buddhismus nach Tibet. Dieses farbenprächtige Banner leuchtet dem Besucher der Tibetausstellung im Eingang und im Hof des Iphofener Knauf-Museums entgegen. Dass dieses Bild ein Tangka ist, also ein Rollbild aus Tibet, das zu Meditation anregen sollte, wird man dann in der Ausstellung erfahren. ...mehr

Zum 20jährigen Bestehen vergibt die Adolf-Luther-Stiftung ihren Kunstpreis an Julius Popp. Der Wissenschaftskünstler hat dazu im Haus Lange in Krefeld eine Ausstellung eingerichtet

Wissenschaftlichen Realitäten auf der ästhetischen Spur


Kaum ist der Gast ins Krefelder Haus Lange eingetreten, wird er Teil eines flexiblen Systems permanenter Reflexe. In der einstigen Wohnhalle des von Ludwig Mies van der Rohe für Hermann Lange entworfenen Baus findet man sich inmitten vertikal stehender, teils leicht geneigter Kapseln wieder. „Mikro.Perpendiculars“ nennt Julius Popp seine Installation, die bei manchem Gast zunächst Assoziationen an überdimensionierte Produkte der Pharmaindustrie wecken dürfte. Eingebaute Prozessoren antworten auf Einflüsse wie Luftströme, menschliche Bewegungen oder andere Veränderungen im Raum. ...mehr

Zum 300sten Jubiläum der Meißner Porzellanmanufaktur zeigen zwei Ausstellungen in Berlin und Dresden selten zu sehende Spitzenstücke aus aller Welt. Warum aber lösen sie keinen Besucherstrom aus wie einst die Gemälde aus dem MoMA oder die von Frida Kahlo in Berlin?

Gebremste Glückshormone


Terrine mit Galathea und Amor aus dem Schwanenservice, Meißen, um 1736

Das Japanische Palais in Dresden sollte einst der strahlende Showroom für seine Porzellansammlung werden. Hier wollte August der Starke Gleichrangige und Untergebene, Verbündete und Feinde vor allem mit Porzellanen aus der eigenen Manufaktur blenden. Wäre die Vision vom Schloss voller Porzellane jemals so geworden, wie der Kurfürst sich das vorgestellt hatte, Sachsens Glanz wäre ins Unermessliche gestiegen. Nicht nur dass Meißen seit 1710 der europäischen Kulturgeschichte ein neues Fenster aufgestoßen hat, Meißner Porzellan, das war von Anfang an Kunst, Luxus, Meisterschaft der Modelleure und Maler. ...mehr

Das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main beleuchtet das Lebenswerk des Industriedesigners Dieter Rams

Kühle Eleganz


Dieter Rams, Braun Lautsprecherbox mit Kufengestell „L 2“, 1958

Was sich derzeit in drei Ausstellungssälen des Frankfurter Museums für Angewandte Kunst vor den Besuchern ausbreitet, dürfte jedem Erwachsenen nur allzu bekannt sein. Fast kommt man sich vor wie in einem Haushaltsgeräteladen der 1960er oder 1970er Jahre. Die meisten werden sicherlich das eine oder andere in ihrem Fundus finden, und wenn es nur die Kaffeemaschine, Lautsprecherbox, Armbanduhr, der Haartrockner, Rasierapparat, Plattenspieler, Wecker, das Feuerzeug, Radio, Tonbandgerät oder Blitzlicht ist – Dinge, die vielleicht schon längst ausrangiert im Keller lagern. Ein Mann zeichnet allein oder in Mitautorenschaft von Kollegen für diese Entwürfe verantwortlich, der gelernte Architekt Dieter Rams. „Weniger, aber besser“, unter diesem Vorzeichen hat der wohl konsequenteste deutsche Entwerfer des 20sten Jahrhunderts zusammen mit seinem Team zeitgemäßes Design auf die Wurzeln der Funktionalität zurückgeführt. ...mehr

Von Liebe, Sex und Leidenschaft: Die Ausstellung „I Love You“ im Kunstmuseum ARoS im dänischen Aarhus hält einen großen Parcours der Gefühle bereit

All you need is love


Dieser Satz hat über 400 Millionen Fundstellen bei Google: „I love You“ ertönt in Hollywood-Liebesfilmen ebenso wie in fast jedem zweiten Popsong. Er steht in Liebesbriefen und in Teenager-SMS, in den Drehbüchern von TV-Soaps, in Schmachtromanen und auf Lebkuchenherzen. Abgenutzt und doch griffig – ein Satz, der auf der ganzen Welt verstanden wird und dabei klingt wie der geniale Werbeslogan einer Markenkampagne. Nun ist er auch noch Titel einer Ausstellung geworden. Das Kunstmuseum ARoS im dänischen Aarhus zeigt Arbeiten zum Thema Liebe von 40 Künstlern des 19., 20. und 21. Jahrhunderts. Das Spektrum reicht dabei von Auguste Rodins anmutiger Marmorskulptur eines Liebespaares mit dem Titel „Ewiger Frühling“ von 1884 über Jeff Koons’ berühmt-berüchtigten Geschlechtsakt mit dem Pornostar Cicciolina bis zum lakonisch-konzeptuellen Video „Smoke“ aus dem Jahr 2003 der in Zürich lebenden Amerikanerin Elodie Pong: Die Zigarette danach in 3:47 Minuten Länge, so lang wie man im Schnitt eben auch zum Aufrauchen des Glimmstängels braucht. ...mehr

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