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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Anlässlich der 125sten Todestages von König Ludwig II. am 13. Juni 1886 würdigt Bayern seinen „Kini“ mit zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen

Alles nur ein Traum?


Gartenfront von Schloss Herrenchiemsee

Wohl keine historische Figur der Bayern erfreut sich international so ungebrochener Medienpräsenz und Popularität wie die faszinierende Gestalt Ludwigs II. Dabei begründen weniger politische Großtaten noch militärische Erfolge seine Reputation, sondern eher ungewollt seine markanten, wenn auch kunsthistorisch eher sekundär eingestuften Schlossbauten. Doch längst sind sie touristische Highlights. Neben Linderhof und Herrenchiemsee prägt vor allem Neunschwanstein das weltweite Bild vom südlichen Deutschland. Stilistische Adaptionen bei Staffagearchitekturen in den Vergnügungsparks des Disney-Konzerns katapultieren es zur Inkunabel deutscher Ritterburgen. Allein 1,3 Millionen Besucher haben 2010 die Mühe einer der tausenden, im Minutenabstand startenden Touren durch das Original vor romantischer Bergkulisse hoch über dem Ort Schwangau auf sich genommen. Zum Jubiläum, dem 125sten Todestages von König Ludwig II, werden in allen drei Schlössern neue Besucherrekorde einkalkuliert. ...mehr

Mit der Kunst des Realismus in ihren verschiedenen Spielarten um 1970 feiert das Aachener Ludwig Forum seinen 20sten Geburtstag

Härter als die Realität?


Am 27. Juni 1991 fing alles an. Unter dem Motto „Die neue Art Museum“ öffnete damals in Aachen ein Haus, das durch die Schenkungen und Leihgaben des Aachener Sammlerpaares Peter und Irene Ludwig zu dem neuem Typus eines „Forums“ wurde, das zur Präsentation und Diskussion der jeweils aktuellsten Kunstentwicklungen einlud. Das 20jährige Jubiläum des Ludwig Forums Aachen ist nun der Anlass für eine dreiteilige internationale Ausstellungsreihe: Das „Mutterhaus“ der Sammlung, die sich inzwischen über elf Institutionen weltweit erstreckt, widmet sich nach einem Beitrag am Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig in Wien und vor der noch folgenden Ausstellung im Ludwig Múzeum Budapest den Realismus-Strömungen in Malerei, Fotografie und Skulptur um 1970. ...mehr

Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg präsentiert William Turner als „Maler der Elemente“. Die Fokussierung auf diese Kernthese macht die Ausstellung zu einem intensiven Seherlebnis

Maler der Elemente


William Tuner, Burning of the Houses of Parliament, 1834

Was hätte William Turner wohl gesagt, wenn er hätte voraussehen können, dass ausgerechnet ein Vulkanausbruch in Island das pünktliche Eintreffen seiner Gemälde für eine Ausstellung in Hamburg kurzzeitig gefährden würde? Unvorstellbar, denn Turner hat das Flugzeitalter gar nicht mehr erlebt. Der weltberühmte Londoner Landschaftsmaler lebte von 1775 bis 1851, und in dieser Zeit gab es viele Vulkanausbrüche, Aschewolken und blutrote Sonnenuntergänge in Europa. Das Feuer ist denn auch eines der vier klassischen antiken Elemente, die Turner in seinen Darstellungen immer wieder verarbeitete: Lava spuckende Vulkane, Interieurs mit lodernden Kaminen oder der große Brand der Londoner Houses of Parliament, den William Turner 1834 als Augenzeuge erlebte. ...mehr

Bice Curiger, die Kuratorin der 54. Kunstbiennale von Venedig, setzt auf Entschleunigung. Dennoch wartet die Mega-Kunstschau auch in diesem Jahr mit neuen Teilnahmerekorden auf. Problematisch: Der postume Schlingensief-Kult im Deutschen Pavillon

Entdeckungen im sanften Licht der Lagune


Gedämpftes Licht, brennende Kerzen und Grablichter. Schwere Kirchenbänke und im Zentrum ein Altar, der nicht betreten werden darf. Der Deutsche Pavillon auf der diesjährigen Biennale Venedig gleicht einem Kirchenraum. Andächtiges Flüstern unter den Besuchern deutet darauf hin, dass die suggestive Wirkung sakraler Ingredienzien bestens funktioniert. Allerdings wird der Besucher, egal ob gläubig oder nicht, bereits nach kurzem Aufenthalt von unguten Gefühlen beschlichen. Teutonische Musik à la Richard Wagner klingt aus den Lautsprecherboxen, dazu die Worte eines klagenden und anklagenden Christoph Schlingensief. Ein leeres Krankenbett lässt an die Tatsache denken, dass der Künstler selbst die Realisierung seines Beitrags nicht mehr erleben darf. ...mehr

Mit Meisterwerken von Cranach, Vermeer und Perugino reflektiert die Bayerische Staatsgemäldesammlung über die bewegte Geschichte einer der bedeutendsten Sammlungen Europas. Anlass dazu ist das 175jährige Bestehen der Alten Pinakothek

Jubiläum mit Vermeer als Gast


Jan Vermeer, Frau mit Waage, um 1664

Auch Wermutstropfen gehören zu einem Jubiläum: Als die private Gemäldesammlung des bayerischen Königs Max I. Joseph nach seinem Tod 1826 zur Begleichung seiner nicht gerade geringen Schulden versteigert wurde, stand auch Jan Vermeers „Frau mit Waage“ zum Verkauf. Vieles wie Gerrit Dous „Näherin“ oder Willem van de Veldes „Seesturm“ haben die Söhne des Königs oder der Staat auf der Auktion erworben und ist bis heute im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlung. Vermeers Meisterwerk gehörte bedauerlicher Weise nicht zu den Favoriten von Prinz Karl und König Ludwig, es ging damals als Arbeit von Gabriel Metsu für 801 Gulden in andere Hände und ist heute eines der Top-Exponate der National Gallery of Art in Washington. ...mehr

Das Kunstmuseum in Solingen feiert Georg Meistermanns einhundertsten Geburtstag

Schweben zwischen Kunst, Kirche und Politik


Sich dem gesamten Leben Georg Meistermanns anzunähern, gestaltet sich schwierig. Neben Fritz Winter, Willi Baumeister und Ernst Wilhelm Nay gehört Meistermann zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts, war aber auch der wohl mit Abstand eigenwilligste. Prägnant äußert sich dies durch nachdrückliche Hinwendung zu sakralen Künsten, ein von vielen Kollegen eher verschmähter Schaffenszweig. Aber nicht nur dies: Der glänzende Rhetoriker engagierte sich eifrig in der Kunst- und Kulturpolitik, kraftvoll, kompromisslos, unabhängig, wie eben auch seine Werke dies zum Ausdruck bringen. Behaglichkeit war seinem Lebensweg mitnichten beschieden. ...mehr

Die deutschen Fotografen Thomas Hoepker und Daniel Biskup dokumentierten das Leben vor und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in der DDR und in Osteuropa. Zu sehen im Deutschen Historischen Museum in Berlin

Zwischen Mauerbau und Mauerfall


Thomas Hoepker, Kind an der Berliner Mauer, Berlin (West), 1963

„Gehweg. Sowjetsektor“ steht auf einem Schild gleich neben der Berliner Mauer. Ein kleiner Junge mit Tretroller hat sich den tristen Ort im Westberliner Wedding als Spielplatz ausgesucht. Der Stacheldraht und die Flutlichtmasten hinter ihm scheinen ihn nicht zu kümmern. „Geh weg! Sowjetsektor.“ Hat man sich in die Bildsprache des 1936 geborenen Fotografen Thomas Hoepker erst einmal eingesehen, dann erhalten Aufnahmen wie diese aus dem Jahr 1963 plötzlich einen ironischen Subtext und mithin eine ganz andere Lesart und Bedeutung. „Chemie gibt Schönheit“ lautet die Werbung auf einem Schaufenster an der Ost-Berliner Karl-Marx-Allee. Die Dame, die gerade vorübergeht, aber hält sich die Nase zu. Ihr stinkt’s offenbar. Einer, der den ironischen Reiz solcher Momentaufnahmen aus dem sozialistischen Alltag immer wieder präzise mit der Kamera herausgearbeitet hat, ist der heute in New York lebende deutsche Fotograf Thomas Hoepker. ...mehr

Alles ist im nächsten Augenblick schon etwas anderes: Die Hamburger Kunsthalle zeigt das beeindruckende fotografische Werk der New Yorker Künstlerin Roni Horn

Identität im Wandel


Georgia schmollend. Georgia in Bodybuilderpose. Georgia mit Perücke, Brille, Schaum im Gesicht oder beim Aufblasen eines roten Luftballons. 48mal hat die amerikanische Konzeptkünstlerin und Fotografin Roni Horn, Jahrgang 1955, ihre Nichte Georgia in verschiedenen Posen aufgenommen. Georgia begegnet uns als naiv-verträumtes Mädchen im Baum hockend oder als herausfordernd dreinblickende Lolita mit rot geschminkten Lippen. Dabei ist sie doch immer dieselbe: Ein amerikanisches Mädchen, fotografiert von ihrer Tante, einer weltberühmten Künstlerin, im Alter von acht bis zehn Jahren. „This is Me, This is You“ heißt die zwischen 1999 und 2000 entstandene Serie, die jetzt neben zehn weiteren Serien mit insgesamt über 300 Fotografien in der Ausstellung „Roni Horn. Photographien“ in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle zu sehen ist. Nur getrennt durch eine kleine Zwischenwand, begegnen wir nochmals 48 Aufnahmen von Georgia. Die Posen sind die gleichen. Doch die Bilder stimmen nicht vollständig überein. Roni Horn hat ihre Nichte im Abstand weniger Sekunden nochmals fotografiert und fordert durch die Gegenüberstellung beider Bildergruppen zum noch genaueren Hinsehen auf. Wer ist Georgia? Ist überhaupt eines dieser Bilder in der Lage, uns einen Eindruck von der Persönlichkeit, vom Charakter dieses Mädchens zu vermitteln? ...mehr

Das Aachener Suermondt-Ludwig-Museum zeigt die erste umfassende monographische Ausstellung des Renaissancekünstlers Joos van Cleve

Kreativität zwischen Kunstschaffen und Marktgespür


Joos van Cleve, Selbstbildnis, um 1519

Er trägt über der glänzenden Rüstung einen kostbaren Pelz und auf dem Kopf einen leuchtend roten Hut, der über und über mit Federn geschmückt ist. In solch stolzer und unmittelbarer Pose malte Joos van Cleve im Jahre 1516 den heiligen Reinhold auf einen Außenflügel des Reinhold-Altars für die Marienkirche in Danzig. Aber nicht nur die feine, naturnahe Schilderung der Oberflächen und Stofflichkeiten in typisch niederländischer Manier machen dieses Werk bemerkenswert; erstaunlicher ist vielmehr, dass der Maler dem Heiligen seine eigenen Gesichtszüge schenkte. Und dies ist kein Einzelfall: Immer wieder taucht das Antlitz des vom Niederrhein stammende Meisters in seinen Altarbildern auf, mal ist er Mundschenk, wie in der durch Leonardo da Vinci inspirierten Abendmahlsdarstellung des Della-Pace-Altars aus Genua, mal Beobachter im Hintergrund. Aber auch autonome Selbstbildnisse hat Joos van Cleve geschaffen. Mit forschendem, konzentriertem und doch ruhigem Blick schaut der Maler aus dem Madrider Selbstporträt mit Nelke dem Betrachter entgegen. ...mehr

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