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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Ein Pionier der Moderne in schwierigem Fahrwasser: Die Hamburger Kunsthalle zeigt den großen Berliner Maler Max Liebermann in einer alle Werkphasen umfassenden Retrospektive

Liebermann komplett


Max Liebermann, Selbstbildnis, 1909/1910

„Ich hatte zu viele Feinde, ich bot ja auch drei Angriffsflächen. Ich war erstens Jude, zweitens reich, und drittens hatte ich auch Talent. Eines davon hätte doch genügt.“ Mit diesem Satz hat der Berliner Maler Max Liebermann sein Leben und Wirken ebenso treffend wie selbstironisch zusammengefasst. Hineingeboren in eine wohlhabende jüdische Textilunternehmerdynastie, beginnt der junge Max zunächst ein Studium der Chemie, wird aber wegen „Studienunfleiß“ kurz darauf wieder exmatrikuliert. Sein wahres Interesse gilt der Malerei. Nach einigem Hin und Her finanzieren ihm die Eltern schließlich das Studium an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar. Eine kluge Entscheidung, denn ihr talentierter Sohn wird in den kommenden Jahrzehnten zum führenden, immer aber auch umstrittensten Maler Preußens aufsteigen. ...mehr

Dem Cowboy Feuer geben: Daniel Richter zeigt in der Kestnergesellschaft Hannover seine neuesten Bilder und Zeichnungen

Wo die wilden Kerle wohnen


Er selbst könne beim besten Willen keinen einzigen Taliban erkennen, beteuert Daniel Richter mit der ihm eigenen Kühnheit. Obwohl es auf den neuesten Bildern des kürzlich von Hamburg nach Berlin übergesiedelten deutschen Malers von fundamentalistisch aussehenden Finsterlingen mit Turban, Kaftan und Vollbärten nur so wimmelt, behauptet Richter ganz keck, es liege bloß im Auge des Betrachters, diese Gestalten als Taliban zu identifizieren. Womöglich hat er sogar Recht. Genau zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 präsentiert Daniel Richter, Jahrgang 1962, jetzt in der Kestnergesellschaft Hannover ein größeres Konvolut neuerer Bilder und Zeichnungen aus den vergangenen drei Jahren. Das vorherrschende Sujet: Fantastisch wirkende Gebirgslandschaften, zerklüftete Canyons und irisierend leuchtende Felsformationen, die von rastlos umherwandernden Kerlen in traditioneller paschtunischer Tracht bevölkert sind. ...mehr

Eine Ausstellung zum Staunen und Erkennen: In den Hamburger Deichtorhallen wird jetzt dem Phänomen des Wunders nachgespürt

Zeichen und Wunder


Wunder geschehen immer wieder. Jedenfalls in den Überlieferungen der Katholischen Kirche: weinende Madonnen, Marienerscheinungen, Wunderheilungen in den Wallfahrtsorten Lourdes und Fátima. In bayerischen Kirchen finden sich noch häufig gemalte Votivtafeln, die in frommer Dankbarkeit wundersame Heilungen und individuelle Glücksmomente illustrieren. Eine Auswahl davon ist jetzt auch in der Ausstellung „Wunder“ in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen. Die zusammen mit der Siemens Stiftung entwickelte Schau beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Christentum, auch wenn sie zufällig zeitgleich zum Papstbesuch in Deutschland eröffnete. Wunder aus Kunst, Wissenschaft und Religion sind zu bestaunen, und das in einem weitgespannten Zeitrahmen vom 4. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Klassische Wunderkammerexponate sind da aufgebaut, aber auch ganz moderne Versionen etwa des chinesisch-kanadischen Künstlers Terence Koh, der die Exponate in einheitliches Weiß taucht, in Vitrinen mit zerbrochenen Scheiben ausstellt und somit kräftig entzaubert. Zum Auftakt der Schau wird der Betrachter mit den zerbeulten Überresten einer V2-Rakete von 1943 konfrontiert, die von den Nazis als „Wunderwaffe“ bezeichnet wurde. Dieser letzte Versuch nationalsozialistisch verblendeter Raketentechniker, einen aussichtslosen Krieg doch noch zu gewinnen, war zum Glück zum Scheitern verurteilt. ...mehr

Erstmals analysiert eine Ausstellung in Antwerpen die Leistungen Rubens’ auf dem Sektor der Architektur

Malen als Berufung, Baukunst als Leidenschaft


Anthonis van Dyck, Isabella Brant, um 1620

Ein Vordringen in verwandte Gattungen war früher unter hoch gebildeten, universal denkenden Künstlern eher selbstverständlich, Spartendenken nicht so gefragt. Auch heute ist das teils noch so: Der Architekt Gustav Peichl arbeitet mit Erfolg als Karikaturist, Le Corbusier als Maler und viele andere Baumeister als Designer. Doch noch mehr als in der Gegenwart war vor Jahrhunderten interdisziplinäres Schaffen nichts Außergewöhnliches. Neben dem Universaltalent Leonardo da Vinci schuf etwa dessen Renaissancekollege Giorgio Vasari Fresken, Tafelbildern sowie Bauten und verfasste Biografien. Auch Raffael betätigte sich als Architekt, Maler und Bildhauer ähnlich wie Michelangelo oder Giulio Romano. Letztere inspirierten vor allem Peter Paul Rubens, den überragenden Hauptmeister der flämischen Barockmalerei, zu eigenen Betätigungen auf dem Feld der Baukunst. Diese Leistungen und ihre Wirkung waren bislang kaum Gegenstand einschlägiger Untersuchungen. Eine exquisite Auswahl von 59 Gemälden, Zeichnungen, Drucken und Büchern von „Malerarchitekten“ in Rubens’ ehemaligem Antwerpener Wohn- und Atelierhaus, dem größten Exponat der Schau, beleuchten nun erstmals ausschließlich diesen Sektor. ...mehr

Die verlorene Unschuld der Fotografie: C/O Berlin untersucht Bilder des Terrors zwischen Konstruktion und Konsumtion

Auf dem Marktplatz des Terrors


Wie brennen sich Terrorbilder ins kollektive Gedächtnis ein? Welchen Bildern können wir trauen und welchen nicht? Mit Fragen dieser Art setzt sich die Ausstellung „Unheimlich vertraut. Bilder vom Terror“ bei C/O Berlin im Postfuhramt auseinander. Kurator Felix Hoffmann hat rund 200 Pressefotografien ausgewählt. Das zeithistorische Material konfrontiert er mit Foto- und Videoarbeiten von rund 30 internationalen Künstlern. Zahlreiche anonyme Fotografien von Augenzeugen der 9/11-Attentate, Cover von Zeitungen und Magazinen sowie kitschig-patriotische Souvenirs, wie sie bis heute an Ground Zero verkauft werden, ergänzen die Schau, in deren Fokus die Zeitspanne vom Münchner Olympia-Attentat 1972 bis zu den Ereignissen vom 11. September 2001 in New York steht. ...mehr

Italienische Altäre im Fokus der Londoner National Gallery

Bilder zum Anbeten?


Andrea Mantegna, Jungfrau mit Kind, der heiligen Magdalena und Johannes dem Täufer, 1490/1505

Altarbilder sind in unserer heutigen Wahrnehmung fester Bestandteil der Kirchenausstattung und aus dem sakralen Raum nicht wegzudenken. Doch das war nicht immer so. Erste zuverlässige Belege über ihre Existenz gibt es zwar bereits aus dem 11ten Jahrhundert. Doch selbst im 15ten Jahrhundert waren Kunstwerke hinter den Altären noch keineswegs allgemein in Gebrauch. Im Laufe der Geschichte haben die Bildwerke eine mannigfaltige Entwicklung vollzogen, sich immer wieder in ihrer Form, ihrem Stil und ihrem Typus verändert. Abhängig waren diese Veränderungen von Neuerungen in Liturgie und Ritus, vom Geschmackswandel, aber auch von regionalen Unterschieden. Italienischen Altären vom 13ten bis zum Ende des 15ten Jahrhunderts ist nun eine Ausstellung in der Londoner National Gallery gewidmet, welche die ursprünglichen Funktionen und Aufstellungsorte der Gemälde sowie die Entwicklung des Genres beleuchtet. „Devotion by Design“ präsentiert mehr als 40 Werke aus der ständigen Sammlung des Museums. ...mehr

Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum zeigt erstmals in Deutschland eine große Werkschau zu Alfred Sisley

Unspektakuläre Impressionen


Alfred Sisley, An den Ufern des Loing, 1885

Wenn von französischen Impressionisten die Rede ist, gehört zwar Alfred Sisley als Protagonist der Bewegung mit dazu, wird aber keineswegs als bahnbrechend wahrgenommen. In allen wichtigen Museen weltweit präsent, steht er gleichberechtigt neben Zeit- und Gesinnungsgenossen. Doch in dem, was man heutzutage mit Markenzeichen beschreibt, war Sisley keineswegs talentiert. Was ist das Besondere an seinem Werk? Claude Monet versteigt sich in kühn, ja monumental zerfließende, großformatige Sujets, Pierre-Auguste Renoir wird mit seinen Staffagefiguren zum Geschichtenerzähler. Sisley dagegen trifft mit unspektakulären, kleinformatigen Sujets im feinen, klanghaften Duktus am wenigsten den Geschmack des damaligen wie heutigen Publikums: Während Monets Gemälde mehrere tausend Francs einbrachten, verkauften sich die Sisleys nur sehr schlecht und dann nur für wenige hundert Francs. ...mehr

Die Hamburger Deichtorhallen entdecken die französische Hauptstadt als Wiege und Mekka der Fotografie und propagieren das Fotobuch, ein wunderbares, aber oft übersehenes Medium

Paris – Ein Fest fürs Leben


Im Kino kennt die Paris-Begeisterung zur Zeit keine Grenzen. Seit Wochen schon füllt Woody Allens romantische Komödie „Midnight in Paris“ die Kinosäle. Allen schickt seinen männlichen Hauptdarsteller auf eine schier unglaubliche Zeitreise ins Paris der Goldenen Zwanziger. Dort begegnet er so illustren Figuren wie Pablo Picasso oder Ernest Hemingway, der der Stadt mit seinem Erinnerungsbuch „Paris – Ein Fest fürs Leben“ ein literarisches Denkmal gesetzt hat. ...mehr

Er war der Meister des „rechten Augenblicks“. Seine Reportage- und Reisefotografien machten ihn weltberühmt. Jetzt zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg zum ersten Mal in Deutschland eine Zusammenstellung der Landschaftsaufnahmen des französischen Meisterfotografen Henri Cartier-Bresson

Landschaftsbilder von stiller Schönheit


Die Aufnahme mit dem Titel „Paris. Place de l’Europe. Gare Saint Lazare“ von 1932 ist eine Ikone der Fotografiegeschichte. Ein schwarz gekleideter Mann mit Melone eilt über einen regennassen Platz vor dem Pariser Bahnhof. Elegant springt er über eine tiefe Pfütze. Just in diesem Moment war der Fotograf Henri Cartier-Bresson zur Stelle und drückte auf den Auslöser. Er hielt einen eindrucksvollen Moment voller Dynamik und großstädtischer Intensität fest. Bildkomposition, Lichtführung, Schärfe: Hier stimmt alles. Im Hintergrund Lagerhallen, Zäune und Plakate, im Bildvordergrund der „Pfützenspringer“ und sein Schatten, der sich symmetrisch in der riesigen Wasserlache spiegelt. ...mehr

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