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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Malen, geht das überhaupt noch im Zeitalter der elektronischen Bilder? Gerhard Richters große Retrospektive in der Neuen Nationalgalerie in Berlin würdigt einen Maler, den diese Fragestellung seit Jahrzehnten umtreibt

Malerei als Versuchsanordnung


Titan, Olympionik, Ausnahmekünstler, Picasso des 21. Jahrhunderts, Malergenie, wichtigster deutscher Künstler der Gegenwart. Die nationale und internationale Presse überschlagen sich in diesen Tagen mit immer neuen Etiketten und Lobpreisungen für den Kölner Maler Gerhard Richter, der am 9. Februar seinen 80. Geburtstag feierte und noch bis zum 13. Mai mit einer großen Retrospektive in der Berliner Neuen Nationalgalerie geehrt wird. Die Ausstellung „Panorama“ versammelt 130 Gemälde und fünf Skulpturen aus fünf Jahrzehnten seines Schaffens. Darunter berühmte Bilder wie das auf der letzten Documenta gezeigte Porträt seiner Tochter „Betty“ und sein wohl populärstes Werk, die 1988 entstandene „Kerze“. ...mehr

Egon Schieles Werk ist heute bestens erfasst, aber immer noch nicht ganz ergründet. Eine Schau des Münchner Lenbachhauses polemisiert mit 120 grandiosen Schiele-Werken gegen die These, dass sich der Wiener Expressionist nur der eigenen Psyche zugewendet hätte

Das unrettbare Ich


Egon Schiele, Aktselbstbildnis, 1916

Dass Egon Schiele den Ruf eines Narzissten und all zu selbstbezogener Künstlers bekam, ist nicht zuletzt seinem Werk zuzuschreiben. Als der Wiener Expressionist 1918 mit nur 28 Jahren an der spanischen Grippe starb, hinterließ er allein 170 Selbstporträts. Zeichnungen, die immer wieder einen anderen Schiele zum Ausdruck brachten, der sich um die eignen Achse zu drehen scheint. Denn wie eine Konstante zieht sich durch all diese Bilder der Ausdruck von Zerrissenheit und Selbstzweifel, von Weltenangst und nicht selten von einem Hang zu sexueller Drastik. Die Münchner Schau „Das unrettbare Ich“ im Kunstbau des Lenbachhauses kratzt an diesem Schiele-Image. ...mehr

Die späte Entdeckung eines lange verborgenen Meisters: Im Haus der Photographie der Hamburger Deichtorhallen wird das erstaunliche Gesamtwerk des 1923 geborenen New Yorker Fotografen Saul Leiter erstmals in einer umfassenden Retrospektive gezeigt

Mit den Augen eines Malers


Das städtische Leben ist fast nirgendwo auf der Welt so perfekt organisiert wie in New York. Doch wenn in Manhattan ein Sturzregen niedergeht, Schnee fällt oder gar einer der berüchtigten Blizzards die Stadt innerhalb kürzester Zeit lahm legt, entstehen auch in der wohl hektischsten Metropole der westlichen Welt stille Momente poetischen Innehaltens und unfreiwilliger Verlangsamung. Menschen ducken sich unter weit aufgespannten Regenschirmen, und verhuschte Gestalten eilen über die Bürgersteige. Betrachtet durch eine beschlagene Fensterscheibe, wirkt die Stadt plötzlich wie ein betretbares impressionistisches Gemälde. Einer, der solche besonderen Augenblicke immer wieder mit der Kamera festgehalten hat, ist der 1923 in Pittsburgh geborene New Yorker Fotograf Saul Leiter. ...mehr

„Dem Glauben dienend“: Eine Ausstellung in Halle zeigt sakrales Gerät der Moderne

Das Heilige im Raum des Säkularen


Karl Müller, Taufschale und Taufkanne, um 1924

Kunsttheorien, die sich dem Axiom der Autonomie der Kunst verschrieben haben, tun sich schwer damit, Geräten für den sakralen Gebrauch mehr als den Status von Kunsthandwerk zuzuerkennen. Die Dinge mögen noch so kunstfertig gearbeitet, noch so technisch gediegen, noch so klug konzipiert sein: Stets folgen die „vasa sacra“ einem theologischen Programm und einem Zweck, die nicht der Kunst selbst entspringen, sondern von „außen“ in sie hineingetragen werden. Auch die sicher berechtigte Frage, inwieweit „Autonomie“ nicht überhaupt nur ein Konstrukt ist, um das handelnde Subjekt zum nahezu ausschließlich gültigen Kriterium für die Bewertung von etwas als „Kunst“ zu erheben, führt das sakrale Gerät zumal des christlichen Kultes nicht aus der Sphäre des Dienend-Handwerklichen heraus. Allenfalls der Wert der Stücke, ihr Alter oder ihre Seltenheit sichern ihnen eine gewisse Aufmerksamkeit. ...mehr

Fast 4.000 Stolpersteine wurden bisher in Hamburg verlegt. Eine bewegende Fotografieausstellung im Kunsthaus dokumentiert jetzt die Einweihungszeremonien mit Angehörigen aus der ganzen Welt

Glänzende Spuren der Erinnerung


Steine, die Geschichte sichtbar machen: Seit dem Jahr 2000 verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig, Jahrgang 1947, in Deutschland und Europa „Stolpersteine“. Die glänzenden Pflastersteine mit eingravierten Namen in der zehn mal zehn Zentimeter großen Messingoberfläche erinnern vorwiegend an ehemalige jüdische Bewohner, aber auch an politisch Verfolgte, Homosexuelle, Deserteure und Euthanasieopfer, die während des Dritten Reiches aus ihren Wohnungen und Häusern vertrieben, deportiert und ermordet wurden. Die anfangs umstrittene Kunstaktion hat sich mittlerweile zu einem viel beachteten, europaweiten Projekt entwickelt. Über 32.000 Stolpersteine in mehr als 500 Orten markieren die Bürgersteige vor Miets- und Geschäftshäusern, Einfamilienhäusern und Villen; allein in Hamburg sind es fast 4.000. ...mehr

Das Bonner Kunstmuseum zeigt in einer umfassenden Schau das Werk des belgischen Künstlers Kris Martin

Eine Welt der Fragmente und Leerstellen


Im Hintergrund hört man das Flattern der Plastikplättchen einer Anzeigetafel, wie man sie von Bahnhöfen oder Flughäfen kennt. Der Besucher hält unwillkürlich an und wartet. Aber die matt-schwarzen Plättchen bleiben leer. Kein Schriftzug ist zu sehen, kein Ziel, keine Zeit und kein Ort zu erkennen. Man fragt sich nach seinem ganz persönlichen Reiseziel: Wo soll es hingehen? Die Anzeigetafel „Trinity I“ aus dem Jahr 2009 ist eines der bedeutendsten Werke des 1972 in Belgien geborenen Künstlers Kris Martin. Sie ist eine neue, größere Fassung von „Mandi III“, einer Installation, die Martin 2006 auf der vierten Berlin Biennale zeigte und mit der er bekannt wurde. ...mehr

Dekorative Alpträume aus der Folklore-Manufaktur: Der Kunstverein in Hamburg zeigt Farbholzschnitte, Collagen und Keramiken des Kölner Zwillingspaars Gert und Uwe Tobias

Vanitas trifft Butzenfenster


„Wir wollen mit dem Holzschnitt anders umgehen, als man es gemeinhin kennt“, sagt Gert Tobias, Jahrgang 1973. Er und sein Zwillingsbruder Uwe sind spätestens seit ihrer Einzelausstellung 2007 im New Yorker Museum of Modern Art zu internationalen Kunstmarktstars geworden. Ihre meterhohen Farbholzschnitte auf großen Papierbahnen und neuerdings auch auf Leinwänden hängen weltweit in Privatsammlungen und Museen. Jetzt zeigt der Kunstverein in Hamburg ihre farbenfrohen Bilder und Collagen mit folkloristischen Motiven auf rund 1.300 Quadratmeter Ausstellungsfläche. ...mehr

Glenn Murcutt im Architekturzentrum Wien

Im Einklang mit der Landschaft


Er gilt als Australiens bekanntester und bedeutendster Architekt. Er zeichnet und baut, zukunftsweisend und anachronistisch zugleich, ganz allein ein Haus nach dem anderen. In den letzten 40 Jahren sind mehr als 500 Bauten entstanden, alle in Australien, fast ausschließlich Wohnhäuser und bis auf wenige Ausnahmen von ihm alleine entworfen, geplant und unter seiner Aufsicht umgesetzt. 2002 wurde er für seine effizienten, durch unverwechselbare Funktionalität und Eleganz bestechenden Bauten mit dem Pritzker-Preis geehrt, die bedeutendste Auszeichnung seiner Branche. Die Rede ist von Glenn Murcutt. Einer bemerkenswert schlichten und präzisen, von der Architecture Foundation Australia konzipierten Personale im Wiener Architekturzentrum ist es zu verdanken, dass die Arbeitsweise des innovativen Konstrukteurs und eine Auswahl seiner Bauten nun auch in Österreich entdeckt werden kann. ...mehr

Programmatik trifft auf Wahrnehmung, Linie auf Farbe: Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg untersucht die wechselvolle Künstlerfreundschaft der Schweizer Maler Ferdinand Hodler und Cuno Amiet

Zwei ungleiche Freunde


Ferdinand Hodler, Der Frühling III, um 1907

Der Schweizer Maler Ferdinand Hodler (1853-1918) gilt als einer der bedeutendsten Künstler seines Landes. Nicht nur seine dem Symbolismus verhafteten Porträts, auch seine Landschaftsgemälde und Monumentalbilder sicherten ihm schon zu Lebzeiten internationale Anerkennung. „Hodler war der Schweizer Nationalmaler und Vorreiter für die Schweizer Kunst in Deutschland“, erläutert Ortrud Westheider, Direktorin des Bucerius Kunst Forum in Hamburg. Sein berühmter, in verschiedenen Versionen gemalter „Holzfäller“ ist so etwas wie eine nationale Ikone der Schweiz. Hodlers Werk markiert die Abkehr der Schweiz von der alpenländischen Malerei. „Durch ihn ist das klare Licht der Moderne in die Schweizer Kunst eingezogen“, so Westheider. In Deutschland dagegen weniger bekannt ist der in Solothurn geborene, jüngere Malerkollege Cuno Amiet (1868-1961). Sein Werk gilt es hierzulande noch zu entdecken und vor dem Hintergrund der Künstlerfreundschaft zu Ferdinand Hodler neu zu bewerten. Der 50. Todestag Amiets im vergangenen Jahr bildet den Anlass dieser Ausstellung, die zuvor im Kunstmuseum Solothurn zu sehen war. Die Schau versammelt unter dem Titel „Ferdinand Hodler und Cuno Amiet. Eine Künstlerfreundschaft zwischen Jugendstil und Moderne“ 54 Gemälde der Schweizer Vorzeigekünstler. ...mehr

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