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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Die Hamburger Kunsthalle begibt sich mit der Ausstellung „Müde Helden“ auf die Suche nach dem Ideal des „Neuen Menschen“ im 20. Jahrhundert

Im Wachkoma der Moderne


Draußen herrscht tiefschwarze Nacht. Vier Männer im besten Alter begegnen sich auf Neo Rauchs 2006 entstandenem, großformatigem Gemälde „Interview“ in einem hell erleuchteten Wohnzimmer. Es ist Sommer. Große Fenster geben den Blick frei auf im Wind wogende Gräser. Insektenschwärme dringen ins Haus. Zwei der Protagonisten stehen, zwei weitere sitzen mit geschlossenen Augen und schlaffen Gliedern auf Sesseln. Einer der beiden trägt eine mit Farbe bekleckste Hose, die ihn als Maler ausweist. Offenbar besorgt über den Zustand der Sitzenden, fühlen die Stehenden ihnen den Puls und vollziehen an ihnen krankengymnastische Dehnungsübungen, wie man sie mit Bettlägerigen oder Wachkomapatienten macht. Ob das Interview je stattgefunden hat, bleibt im Unklaren: Ein altmodisch aussehendes Aufnahmegerät mit Mikrofon liegt unbeachtet in einer Ecke. Alles scheint gesagt, alle Bücher gelesen, alle Bilder gemalt zu sein. ...mehr

Rebellisches Mastermind: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ehrt den britischen Modemacher Alexander McQueen, der sich Anfang 2010 das Leben genommen hat

Der intellektuelle Meisterschneider


Alexander McQueen, Kurzes Abendkleid/Cocktailkleid

Sein Freitod im Februar 2010 schockierte die Modewelt. Der britische Stardesigner Lee Alexander McQueen (1969-2010) galt als genialer Querdenker der Branche. Seine Prêt-à-porter-Kreationen für das Haus Givenchy und sein eigenes Label Alexander McQueen waren bei Stilikonen wie Lady Gaga oder Björk ebenso gefragt wie bei Sammlern und Museen. Auch das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe erwarb immer wieder herausragende Einzelstücke. Jetzt hat die Kuratorin der Abteilung Mode und Textil, Alexandra Riley, unter dem Titel „Alexander McQueen. Inspirations. Fashion Design“ eine kleine, aber feine Schau mit 30 Exponaten des ebenso erfolgreichen wie rebellischen Modedesigners zusammengestellt. Beispiele aus der umfangreichen Modesammlung des Hauses ergänzen die Präsentation. Zu sehen sind etwa Kreationen von McQueens Londoner Kollegin Vivienne Westwood, aber auch historische Referenzobjekte vom 14. bis zum 19. Jahrhundert. ...mehr

Ein Rocker, der sich einmischt: Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg widmet dem Sänger, Songschreiber und (Hobby-)Maler Udo Lindenberg eine große Ausstellung

Gitarren statt Knarren


in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“

Wer ist Udo Lindenberg? Ein Rocker mit langen Haaren, Hut, Sonnenbrille, coolen Sprüchen und einer klaren politischen Meinung. Ein Sänger, der in den 1980er Jahren mit dem „Sonderzug nach Pankow“ fahren wollte, um im Palast der Republik in Ostberlin aufzutreten. Ein Maler, der aus seinem Alkoholkonsum keinen Hehl macht und mit Bols Likör und Blue Curaçao sogenannte Likörelle auf Papier bringt. Kurzum: Ein Mann, der sich selbst und sein Leben zum Gesamtkunstwerk hochstilisiert. ...mehr

Der Maler Karl Hubbuch gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Hubbuch aber war in den 1920er und 1930er Jahren auch ein leidenschaftlicher Fotograf. Zum ersten Mal zeigt jetzt das Münchner Stadtmuseum die bislang unbekannte Seite des Karlsruher Künstlers

Kühler Blick und kesse Posen


Die Ironie und der spielerische Ernst in den Fotografien aus den späten 1920er Jahren, etwa wenn Karl Hubbuch und seine spätere Frau Hilde in Pyjama und Turndress, bewaffnet mit Nudelholz und Föhn, vor der Kamera eine Art komischer Bürgerschreck spielen, sind kaum zu übersehen. Auch andere Fotos, in denen der Maler als Teil der Inszenierung mit Selbstauslöser vor die Kamera tritt, machen immer wieder deutlich, dass Hubbuch das Medium Fotografie, das seit der Erfindung des Zelluloidfilms für jedermann verfügbar war, in streng künstlerischem Sinne zur distanzierten Selbstbefragung und als Bühne eines neuen Weltbildes nutze. Die Sachlichkeit der Dinge in strengen Kompositionen zu erfassen wie etwa Albert Renger-Patzsch oder den ästhetische Reiz einer schattenwerfenden Gabel auf weißem Tischtuch auszukosten wie André Kertész, war die Sache von Karl Hubbuch nicht. Hubbuch war, wie auch in seinen Gemälden und Zeichnungen, an Menschenbildern interessiert, an einem modernen Typus Mensch und an unkonventionellen Kompositionen. Seine Modelle jedenfalls, angefangen bei der rauchenden, selbstbewussten Hilde Hubbuch bis hin zu Marianne, die als Schwimmerin zum Ideal eines neuen Körperbewusstseins stilisiert wird, verkörpern einen emanzipierten, modernen Frauentyp, der in der Geschichte der Fotografie nur selten im Fokus stand. Weder die mondäne Modefotografie noch die Sozialfotografie eines August Sander haben sich dieser Strömung gewidmet. ...mehr

Das Museum Kurhaus Kleve zeigt einen Überblick zum Schaffen Raimund Girkes

Verdichtung, Konzentration, Reflexion


Breite kurze Streifen überziehen in mehrteiligen Formationen das Bild wie ein Stoffgeflecht. Die weißen Bahnen des Gewebemusters tauchen an den Rändern in den blauschwarzen Hintergrund ab. Pinselzüge bleiben ablesbar. Sanft und weich breitet sich das Gefüge ohne kompositionelle Gewichtung vor den Augen des Betrachters aus. Dem 1999 geschaffenen „dichten Feld“ gehen Werke voran, die die Führungsrolle der Farbe Weiß im Schaffen Raimund Girkes untermauern. Pastose, in Zeilen mit dem Spachtel aufgetragene Schuppenformationen lassen in ihrem blättrigen Gerüst an Landschaften denken, wie es das 40 Jahre zuvor geschaffene Ölgemälde „bewegt“ demonstriert. In der Tat: Das derzeit inmitten der stillen, klirrend kalten, vom weißen Reif oder Schneegeriesel gemusterten niederrheinischen Landschaft eingebettete Museum Kurhaus Kleve hätte sich keine passgenauere Schau wünschen können, zumal das an Kraft gewinnende Licht bei den Bildern spannende, kontrastreiche Modulationen erzeugt. Dies begünstigt das kontemplative Aufblühen der 44 Gemälde von Raimund Girke ebenso wie die mustergültige Hängung der Werke im stimulierenden musealen Raumgefüge des klassizistischen Baus. ...mehr

Malen, geht das überhaupt noch im Zeitalter der elektronischen Bilder? Gerhard Richters große Retrospektive in der Neuen Nationalgalerie in Berlin würdigt einen Maler, den diese Fragestellung seit Jahrzehnten umtreibt

Malerei als Versuchsanordnung


Titan, Olympionik, Ausnahmekünstler, Picasso des 21. Jahrhunderts, Malergenie, wichtigster deutscher Künstler der Gegenwart. Die nationale und internationale Presse überschlagen sich in diesen Tagen mit immer neuen Etiketten und Lobpreisungen für den Kölner Maler Gerhard Richter, der am 9. Februar seinen 80. Geburtstag feierte und noch bis zum 13. Mai mit einer großen Retrospektive in der Berliner Neuen Nationalgalerie geehrt wird. Die Ausstellung „Panorama“ versammelt 130 Gemälde und fünf Skulpturen aus fünf Jahrzehnten seines Schaffens. Darunter berühmte Bilder wie das auf der letzten Documenta gezeigte Porträt seiner Tochter „Betty“ und sein wohl populärstes Werk, die 1988 entstandene „Kerze“. ...mehr

Egon Schieles Werk ist heute bestens erfasst, aber immer noch nicht ganz ergründet. Eine Schau des Münchner Lenbachhauses polemisiert mit 120 grandiosen Schiele-Werken gegen die These, dass sich der Wiener Expressionist nur der eigenen Psyche zugewendet hätte

Das unrettbare Ich


Egon Schiele, Aktselbstbildnis, 1916

Dass Egon Schiele den Ruf eines Narzissten und all zu selbstbezogener Künstlers bekam, ist nicht zuletzt seinem Werk zuzuschreiben. Als der Wiener Expressionist 1918 mit nur 28 Jahren an der spanischen Grippe starb, hinterließ er allein 170 Selbstporträts. Zeichnungen, die immer wieder einen anderen Schiele zum Ausdruck brachten, der sich um die eignen Achse zu drehen scheint. Denn wie eine Konstante zieht sich durch all diese Bilder der Ausdruck von Zerrissenheit und Selbstzweifel, von Weltenangst und nicht selten von einem Hang zu sexueller Drastik. Die Münchner Schau „Das unrettbare Ich“ im Kunstbau des Lenbachhauses kratzt an diesem Schiele-Image. ...mehr

Die späte Entdeckung eines lange verborgenen Meisters: Im Haus der Photographie der Hamburger Deichtorhallen wird das erstaunliche Gesamtwerk des 1923 geborenen New Yorker Fotografen Saul Leiter erstmals in einer umfassenden Retrospektive gezeigt

Mit den Augen eines Malers


Das städtische Leben ist fast nirgendwo auf der Welt so perfekt organisiert wie in New York. Doch wenn in Manhattan ein Sturzregen niedergeht, Schnee fällt oder gar einer der berüchtigten Blizzards die Stadt innerhalb kürzester Zeit lahm legt, entstehen auch in der wohl hektischsten Metropole der westlichen Welt stille Momente poetischen Innehaltens und unfreiwilliger Verlangsamung. Menschen ducken sich unter weit aufgespannten Regenschirmen, und verhuschte Gestalten eilen über die Bürgersteige. Betrachtet durch eine beschlagene Fensterscheibe, wirkt die Stadt plötzlich wie ein betretbares impressionistisches Gemälde. Einer, der solche besonderen Augenblicke immer wieder mit der Kamera festgehalten hat, ist der 1923 in Pittsburgh geborene New Yorker Fotograf Saul Leiter. ...mehr

„Dem Glauben dienend“: Eine Ausstellung in Halle zeigt sakrales Gerät der Moderne

Das Heilige im Raum des Säkularen


Karl Müller, Taufschale und Taufkanne, um 1924

Kunsttheorien, die sich dem Axiom der Autonomie der Kunst verschrieben haben, tun sich schwer damit, Geräten für den sakralen Gebrauch mehr als den Status von Kunsthandwerk zuzuerkennen. Die Dinge mögen noch so kunstfertig gearbeitet, noch so technisch gediegen, noch so klug konzipiert sein: Stets folgen die „vasa sacra“ einem theologischen Programm und einem Zweck, die nicht der Kunst selbst entspringen, sondern von „außen“ in sie hineingetragen werden. Auch die sicher berechtigte Frage, inwieweit „Autonomie“ nicht überhaupt nur ein Konstrukt ist, um das handelnde Subjekt zum nahezu ausschließlich gültigen Kriterium für die Bewertung von etwas als „Kunst“ zu erheben, führt das sakrale Gerät zumal des christlichen Kultes nicht aus der Sphäre des Dienend-Handwerklichen heraus. Allenfalls der Wert der Stücke, ihr Alter oder ihre Seltenheit sichern ihnen eine gewisse Aufmerksamkeit. ...mehr

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