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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

David Hockneys neueste Interpretationen zum Thema Landschaft zeigt nun – nach London und Bilbao – auch das Kölner Museum Ludwig

Bewährte Ideen für schöne neue Malerei


Man muss sich wohl oder übel verabschieden von der romantischen Vorstellung des einsamen Malergenies, der mit seinem Block und Kohlestift in der wilden, unberührten Natur vor sich hin zeichnet. Das Skizzenbuch ist Geschichte. Wenn David Hockney unterwegs ist, ist das iPad sein ständiger Begleiter. Der inzwischen 75jährige Künstler malt direkt mit seinen Fingern oder einem Eingabestift auf die Touchscreenoberfläche und hält so seine unmittelbaren Eindrücke der Natur fest. Gegenüber der traditionellen Skizzenmethode gibt es deutliche Vorteile: Mit einer Handbewegung lassen sich falsch gesetzte Linien umgehend auslöschen, Details auf der Bildfläche können bis zu 600 Prozent vergrößert werden, so dass ein genaues Arbeiten extrem erleichtert wird. Die spezielle Software „Brushes“ bietet Hockney dabei ein riesiges Spektrum an verschiedenen Pinselarten und Farben. Mögen diese Neuerungen von einer noch so ernüchternden Praktikabilität sein, das Ergebnis ist wider Erwarten überzeugend. ...mehr

Doppeljubiläum: Das Hamburger Ernst Barlach Haus feiert seinen 50. Geburtstag mit einer Emil Schumacher-Schau zum 100. Geburtstag des Malers

Malerei als Ereignis


Das Mit-den-Händen-Arbeiten war ihm in die Wiege gelegt. Im Elternhaus des Malers Emil Schumacher gab es weder Bücher noch Bilder. Dennoch unterstützten seine Eltern, der Vater Schlosser, die Mutter Hausfrau, den künstlerischen Aufbruch ihres Sohnes von Anfang an nach Kräften. Trotz knapper Mittel finanzierten sie ihm Exkursionen mit dem Fahrrad nach Belgien, Holland, Oberitalien und Paris. Der Vater versicherte seinem kunstbegeisterten Sohn: „So lange ich etwas zu essen habe, hast auch du etwas zu essen“. Und die Mutter hängte voller Stolz und zum Entsetzen der Nachbarn die ersten Aktzeichnungen, die der junge Emil von der Kunstgewerbeschule in Dortmund mit nach Hause brachte, in der heimischen Küche auf. Ein verständnisloses Elternhaus sieht anders aus. ...mehr

Edgar Degas breitet sein Spätwerk in der Fondation Beyeler aus

Tanzen, Baden, Reiten


Edgar Degas, Trois danseuses (jupes bleues, corsages rouges), um 1903

Zur Spitzengruppe der Impressionisten gehört neben Pierre-Auguste Renoir, Claude Monet, Edouard Manet, Camille Pissarro auch Edgar Degas. Gerade er erfreut sich beim Kunstpublikum ausnehmender Beliebtheit. Sicherlich hat dies damit zu tun, dass er in gewisser Weise arbeitstechnisch wie motivisch eine Außenseiterposition einnimmt. Trotzdem sind große Ausstellungen zu seinem Werkschaffen seltene Ereignisse. Dies rührt vor allem von der großen Empfindlichkeit und Fragilität vieler seiner Pastellarbeiten her. Unter diesen Vorzeichen kommt der 150 Exponate umfassenden Schau in der Baseler Fondation Beyeler schon einige Bedeutung zu. Gewidmet ist sie dem späten, nachimpressionistischen Schaffen des Künstlers, der in sechzig höchst produktiven Jahren ein Œuvre hervorgebracht hat, das an Umfang und Vielseitigkeit mit denen seiner Impressionistenkollegen leicht mithalten kann. ...mehr

Die Duisburger Küppersmühle zeigt eine Retrospektive des deutschen Informel-Gründers Bernard Schultze

Gegenwelten aus dämonischen Seelenlandschaften


Leuchtend bizarre Gespinste durchzucken die Ausstellungsetage der Duisburger Küppersmühle. Zu sehen sind Bilder mit einer signifikant sonderbaren, daher unverwechselbaren und von hohem Wiedererkennungswert geprägten Bildsprache. Sie zeichnet sich durch groteske Kontraste, Schichtungen, Verwebungen und Zersplitterungen aus, hervorgerufen durch einen Dschungel aus Farbströmen mit wechselnden Tönungen. Man sieht sich verstummten Psychopanoramen gegenüber. Ihr Schöpfer Bernard Schultze, dessen Werkschaffen sich die rund 70 Exponate umfassende Retrospektive widmet, gehört zu den prägenden Gestalten deutscher Nachkriegskunst. ...mehr

Die Schirn inszeniert in Frankfurt Dialoge zwischen Gemälden des französischen Impressionisten Gustave Caillebotte und Fotografien jener Epoche

Neues Sehen vor 150 Jahren


Gustave Caillebotte, Raboteurs de parquet (Parkettschleifer), 1875

Deutlich überlängte Arme strecken sich dem Betrachter entgegen. Deren Hände führen Schleifmesser. Die Parkettschleifer schaben kniend in gebückter Haltung den Boden eines vornehmen Salons in Paris ab. Im durch die Fenstertür einfallenden Licht glänzen ihre entblößten Oberkörper, bedingt durch ihren geradezu vulgär sichtbar gemachten Schweiß. Die Schwere des stupiden Arbeitsprozesses betont Gustave Caillebotte durch den Rhythmus der Bewegungen eher unterschwellig. Sehr geschickt bindet er die Situation in ein genau geplantes, aber instabiles Raumsystem ein. Vom Auftritt der Männer geht eine erotisch anmutende Vorstellung von der Schönheit der Arbeit aus. Dabei wird keineswegs ein vornehmes Bildthema aufgeboten, sondern knallhart die Konfrontation der Klassen offenbar. Sachlich, ohne romantische Überhöhung oder moralisch-sentimentale Botschaft mit sozialer Anklage stellt der Künstler handwerkliche Arbeitsvorgänge in seinen privaten Pariser Wohnräumen vor. Eine Reihe von Vorstudien belegen, wie intensiv Caillebotte die Bewegungen zuvor studierte. ...mehr

Emil Schumacher wird 100. Das ist Anlass für das Emil Schumacher Museum in Hagen, den Künstler und seinen internationalen Rang zu würdigen

Malerei ist gesteigertes Leben


Emil Schumacher, Temun, 1987

Zum hundertsten Geburtstag eines Künstlers gibt es üblicherweise eine große Retrospektive. Doch das Emil Schumacher Museum in Hagen hat sich für einen anderen Weg entschieden. Zum Jubeljahr zeigt das im August 2009 eröffnete Haus die Ausstellung „Malerei ist gesteigertes Leben“ und würdigt darin den internationalen Rang des berühmten Ehrenbürgers der Ruhrgebietsstadt. Mit großem Aufwand um die Suche nach den geeigneten Kunstwerken ist es dem wissenschaftlichen Leiter des Museums Rouven Lotz, Ulrich Schumacher, dem Sohn des Künstlers, Stifter und Vorsitzenden der Emil Schumacher Stiftung, und dem Gastkurator Erich Franz gelungen, eine Ausstellung zu arrangieren, die das Verbindende in Schumachers Werk zu internationalen Strömungen der 1930er bis 1990er Jahre, aber auch dessen Einzigartigkeit herausstellt. Die Schau vermeidet Kausalitäten, sondern stellt die Bilder nebeneinander und gegenüber. Im Zusammenhang mit internationalen Namen wie Jean Dubuffet, Willem de Kooning und Robert Motherwell wird die Qualität Emil Schumachers deutlich. Schließlich war der Hagener der erste deutsche Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg, der in den 1950er Jahren seinen weltweiten Durchbruch feiern konnte und bei einer New Yorker Galerie unter Vertrag genommen wurde. ...mehr

Nicht nur für Bibliophile: Die Hypo-Kunsthalle in München zeigt sensationelle Schätze der Buchmalerei von 780 bis 1180. Die weltweit einmaligen Codices aus den Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek wird man in den nächsten hundert Jahren wohl nicht mehr zu sehen bekommen

Mit goldener Tinte auf purpurnem Grund


Sakramentar Heinrichs II. – Kaiser Heinrich II. thronend, Regensburg, bald nach 1002?

Wahrscheinlich gäbe es heute keine zeitgenössischen bildlichen Überlieferungen über die Krönung Heinrichs II. zum König des ostfränkischen Reiches im Jahre 1002, wäre nicht kurz darauf das Sakramentar dieses ottonischen Herrschers entstanden. Diese tausend Jahre alte Gebetssammlung, deren Entstehung man im Regensburger Kloster St. Emmeram vermutet, enthält ein mit reichlich Personage und Ornament ausgestattetes Thronbild und ein gleichermaßen edel ausgestattetes Krönungsbild. Auf einem sitzt Heinrich auf einem mächtigen Thron inmitten einer byzantinisch anmutenden Säulenarchitektur, dünnbärtig und mit gewaltiger Krone, umgeben von Untergebenen, die ihm Gaben reichen. Auf dem anderen tritt er mit erhobenen Händen vor den Thron Gottes, von Heiligen und Engeln die Reichslanze und ein Schwert empfangend, vom Höchsten selbst die Krone. Manche Wissenschaftler interpretieren diese Miniatur als Krönung Heinrichs zum deutsch-römischen Kaiser im Jahr 1014. Doch wie es auch sei, diese Darstellungen offenbaren, mit welcher Kunstfertigkeit man zu einem Zeitpunkt, als die Tafelmalerei und die Porträtmalerei noch gar nicht erfunden waren, Irdisches und Biblisches, Dokumentarisches und Religiöses mit Ornament, Architektur und Schrift zu Weltbildern formte. Denn die Verflechtung von Kirche, Staat und Glauben ist in den theologischen und religiösen Handschriften ein unumstößliches Thema. ...mehr

Austauschprojekt zwischen Hamburg und Busan: Sieben südkoreanische Künstler stellen ihre Arbeiten im Hamburger Kunstverein vor

Frisch gewagt ist halb gewonnen


Ausstellungsarchitektur von Son Mong Joo

Busan ist die zweitgrößte Stadt Südkoreas. In der dicht besiedelten Metropole mit rund 3,6 Millionen Einwohnern gibt es neben dem größten Hafen des Landes einen lebendigen Fischmarkt und eine angesehene Universität. Im Rahmen der Städtekooperation mit der Stadt Hamburg begann im Februar 2011 ein künstlerisches Austauschprojekt, vermittelt durch die Hamburger Kulturbehörde. Der koreanische Kooperationspartner Davin Art Space lud acht Hamburger Künstler sowie Florian Waldvogel, den Direktor des Hamburger Kunstvereins, und seinen Kurator Martijn van Dijk zu einem zweiwöchigen Recherche- und Arbeitsaufenthalt nach Busan ein. Jetzt folgt der Gegenbesuch von sieben Südkoreanern. Waldvogel und Van Dijk, die in Busan zahlreiche Ateliers besuchten, haben die Schau mit dem Titel „To Begin is to be Half Done“ zusammen gestellt. Bei ihren Recherchen wurde ihnen schnell klar, dass man mit eingefahrenen Vorstellungen von westlicher Kunstproduktion schnell an seine Grenzen stößt. „Das Künstlerbild in Südkorea, speziell in Busan, ist ein komplett anderes“, so Florian Waldvogel. ...mehr

Das Deutsche Architekturmuseum zeigt in Frankfurt eine aufschlussreiche Werkschau des Künstlerarchitekten Johannes Peter Hölzinger

Lichte Wellen und eingefrorene geometrische Formen


Johannes Peter Hölzinger, Haus Hölzinger, Bad Nauheim 1975-1977

Oft sind Architektenhäuser gebaute Manifeste. Völlig unerwartet trifft der Kunstfreund im beschaulichen Bad Nauheim bei Frankfurt ein solches aus der Zeit nach 1945. Im hessischen Staatsbad dominiert die grandiose Anlage des zwischen 1905 bis 1910 nach Plänen von Wilhelm Jost im Spätjugendstil errichteten Sprudelhofes. Im Gegensatz hierzu steht das Wohn- und Geschäftshaus des Architekten Johannes Peter Hölzinger, an dem sich wohl öfters die Geister scheiden. Errichtet zwischen 1975 und 1977, füllt es eine Baulücke in einer gründerzeitlichen Villengegend. Die turmartige Fassade gibt sich fensterlos. Auf annähernd quadratischem Grundriss setzt sie sich aus streng axialsymmetrisch gesetzten, vertikalen Winkel- und Kreissegmenten zusammen. An den vier Ecken und den Mittelachsen finden sich Halbschalen, dazwischen stehen Wandscheiben. Durch Schlitze voneinander getrennt, ergeben sich Fensterbänder, die dazu führen, dass in den oberen Geschossen die lenkende Lichtintensität zunimmt. Alle Wände sind weiß, ebenso die mit italienischem Marmor ausgelegten Böden. Durch die Krümmungen der Wände wird jede sanfte Nuancierung der Himmelsfärbung reflektiert, das Haus wird zum bunten, dennoch hermetisch geschlossenen Farbobjekt. ...mehr

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