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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Die Ausstellung „Von Liebermann bis Nolde“ im Alten Rathaus Ingelheim präsentiert Haupt- und Nebenfiguren des deutschen Impressionismus

Befreiende Experimente auf Papier


Heinrich Kühn, Stillleben. Blumen in Vase, um 1914

„Der Impressionismus ist nicht eine Richtung sondern eine Weltanschauung“, sagt Ulrich Luckhardt, Kurator der Ausstellung „Von Liebermann bis Nolde. Impressionismus in Deutschland auf Papier“, die noch bis Mitte Juni im Rahmen der Internationalen Tage Ingelheim zu sehen ist. Rund 150 Arbeiten überwiegend auf Papier von 13 Künstlerinnen und Künstlern geben einen Überblick über das Aufkommen des Impressionismus in Deutschland im ausgehenden 19. Jahrhundert und die weitere Entwicklung im frühen 20. Jahrhundert. „Der Impressionismus ist in Frankreich ein eigenständiger Stil“, erläutert Luckhardt. „In Deutschland ist er es nicht. Es sind unterschiedliche künstlerische Standpunkte. Die Künstler in Deutschland wagen, sich vom Akademischen und dem Realismus zu lösen hin zu neuen Farb- und Formfindungen.“ ...mehr

Deutschlands prominentester Umschlagplatz für Bauideen würdigt mit einer attraktiven Geburtstagsschau seinen Spiritus Rector Heinrich Klotz

Deutsches Architekturmuseum feiert dreißigsten Geburtstag


Blick in die „Wunderkammer“ mit rund 140 von Heinrich Klotz erworbenen Gegenständen

Ohne das glühende Engagement Einzelner würden viele Institutionen nicht existieren. Als Walter Wallmann, Oberbürgermeister von Frankfurt, und sein Kulturdezernent Hilmar Hoffmann in den 1970er Jahren eine Kulturoffensive starteten, war Heinrich Klotz der richtige Mann zur rechten Zeit. Dem kongenialen Zusammenspiel der drei, insbesondere aber dem exzellent vernetzten und umtriebigen Marburger Kunstgeschichtsprofessor verdankt Frankfurt das seinerzeit erste Architekturmuseum überhaupt. Vor genau 30 Jahren, am 1. Juli 1984, konnte es eröffnet werden. Damals herrschte Aufbruchstimmung. Mit dem größten Kulturetat einer deutschen Stadt im Rücken schuf das Gespann Wallmann/Hoffmann ein Museumsufer. Neue Ausstellungshäuser wurden geschaffen und bestehende ausgebaut. ...mehr

Das Baseler Museum Tinguely verleitet das Publikum mit Spielobjekten zu einer aktiven Rolle beim Museumsbesuch

Frei, lebendig, aktuell


Wer derzeit das Museum Tinguely in Basel betritt, findet sich unversehens in einem riesigen Netz wieder. Mittendrin steht ein schwarzes technoides Konstrukt mit einem großen Rüssel. Dieses trichterförmige Rohr ist dazu da, zugespielte Bälle hineinzuwerfen, die dann über einen maschinellen Kreislauf von neuem auf das Spielfeld zurückgeschleudert werden. „Rotozaza No. 1“ titulierte Jean Tinguely sein 1967 kreiertes Werk aus Eisenstangen, Stahlplatten, Holz- und Metallrädern, Gummiriemen und Elektromotoren, mit dem er kritisch den Produktionskreislauf einer ökonomisch rentablen Maschine hinterfragt. Die furiose Ballmaschine des berühmten Schweizers bildet den Auftakt einer herausfordernden Schau aus 99 Arbeiten von 48 Künstlern, die die Verbindung von Spiel und einer Kunst der Möglichkeiten darlegen. Wohl kein anderes als das Baseler Museum Tinguely mit der von Mario Botta für die weltweit größte Kollektion kinetischer Maschinenplastiken des Hauspatrons so großzügig konzipierten Architektur kann einen besseren Rahmen vorgeben als für die Präsentation von „Spielobjekten“. ...mehr

Im Rahmen des 250jährigen Gründungsjubiläums der Kunsthochschulen in Leipzig und Dresden zeigen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Arbeiten des Fotografen und Professors Timm Rautert im Wechselspiel mit seinen Meisterschülern der letzten zwei Dekaden

In jedem Schüler steckt ein neuer Rautert


Gerade in künstlerischen Bereichen ist das Verhältnis von Lehrer und Schüler nicht immer spannungsfrei. Zwar muss der Mentor seine Studenten führen, ihnen eine Richtung geben, darf sie aber nicht zu einer Kopie seiner selbst werden lassen. Freiraum für eine eigene künstlerische Entwicklung ist an den Kunsthochschulen genauso essentiell. Timm Rautert zählt zu den wichtigen Pädagogen und Impulsgebern für aktuelle Strömungen in der deutschen Fotografie. Von 1993 bis 2007 hat er als Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig dazu beigetragen, die große Tradition des Mediums weiterzuentwickeln und an jüngere Fotografen zu vermitteln. Auf das gedeihliche Verhältnis zwischen dem Lehrer Rautert und seinen Schüler geht derzeit die Ausstellung „Eine Klasse für sich – Aktionsraum Fotografie“ der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ein. In prägnanten Gegenüberstellungen beider Generationen zeigt sie zugleich wichtige Entwicklungsströme in der Fotografie. ...mehr

Das Mainzer Landesmuseum würdigt erstmals nach 1992 den deutschen Impressionisten Max Slevogt mit einer kompakten Retrospektive

Das beste Pferd in Cassirers Stall


Max Slevogt, Nina mit Kirschenhut, 1912

Die beiden Cousins Bruno und Paul Cassirer waren einst führend, wenn es um die Vermittlung französischer Impressionisten nach Deutschland ging. Doch dem nicht genug: Intensiv suchten sie unter ihren Landsleuten adäquate Künstler. Als um 1900 der von ihnen wesentlich geprägte Begriff „Deutscher Impressionismus“ Künstler nach Berlin lockte, gehörten sie zu den wichtigsten Vermittlern der modernen Kunst. Auch der Bayer Max Slevogt konnte sich dem Werben der Cassirers sowie Max Liebermanns und Walter Leistikows nicht entziehen und zog 1901 in die deutsche Hauptstadt. Doch im deutschen impressionistischen Dreigestirn aus Liebermann, Lovis Corinth und eben Slevogt war letzterer stets der nachstehende, vor allem, wenn es um Verkaufspreise ging. Der aus einer Unternehmerfamilie stammende Liebermann war aufgrund seines gesellschaftlich-politischen Engagements bestens vernetzt und verstand es, seine Gemälde gut in Museen zu platzieren. Slevogt hingegen kümmerte sich nicht um Marketingstrategien und überließ alles seinem Kunsthändler Paul Cassirer und seinem Verleger Bruno Cassirer. Bruno, im Nebenberuf Gestütsbesitzer und Leiter eines Trabrennstalls, einte mit Slevogt die Leidenschaft fürs Reiten, was ihn zur selbstironischen Titulierung „als bestes Pferd in Cassirers Stall“ animierte. ...mehr

Noch zu entdecken: Das Ernst Barlach Haus in Hamburg präsentiert Skulpturen und Zeichnungen des in Deutschland geborenen schweizerischen Bildhauers Hans Josephsohn

Verletzliche Kolosse


Seine wuchtigen Bronze- und Messingskulpturen gehörten für viele zu den wahren Entdeckungen auf der letzten Biennale Venedig: Der schweizerische Bildhauer Hans Josephsohn (1920-2012) hat lange Zeit eher im Verborgenen gearbeitet. Eine erste große museale Würdigung erfuhr der im ostpreußischen Königsberg als Sohn einer deutsch-jüdischen Kaufmannsfamilie geborene Künstler erst im Alter von 82 Jahren im Amsterdamer Stedelijk Museum. Dabei hat der seit den 1940er Jahren im Schweizer Exil lebende Josephsohn rund um die menschliche Figur ein umfangreiches bildhauerisches Werk geschaffen, das mittlerweile in einem Atemzug mit dem wohl wichtigsten und teuersten Schweizer Bildhauer der Moderne, Alberto Giacometti, genannt wird. ...mehr

Kunst und Erster Weltkrieg: Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal erinnert in einer materialreichen Ausstellung an die erste Großkatastrophe des 20. Jahrhunderts

Verschleppt ins Menschenschlachthaus


Georges-Edouard Darcy, Ein Friedhof bei Verdun, 14. Mai 1917

Welche Auswirkungen hatte der Erste Weltkrieg auf das künstlerische Schaffen? Wie verarbeiteten Maler die Katastrophen und die erschütternden Geschehnisse? Eine Reihe von Ausstellungsprojekten widmet sich zur Zeit diesen Fragestellungen, genau einhundert Jahre nach Beginn dieses ersten weltweiten Infernos, das auf stetig weniger Beachtung stößt. Unter dem Titel „Menschenschlachthaus“ versammelt eine groß angelegte Ausstellung im Wuppertaler Von der Heydt-Museum rund 350 Exponate von 122 Künstlern. Im Fokus stehen die bildenden Künste. Sie finden Ergänzung von dokumentarischen Filmausschnitten, Fotografien und weiteren Belegen dieses menschenverachtenden Kriegs. ...mehr

Vor 350 Jahren starb Francisco de Zurbarán. Das Bozar in Brüssel widmet dem zu unrecht weniger bekannten spanischen Barockmaler eine Ausstellung

Lichtgestalten aus der Finsternis


Francisco de Zurbarán, Agnus Dei, um 1635/40

Wie von einem Spotlight bestrahlt steht der heilige Gregor der Große vor tiefschwarzen Wänden, die durch einen leichten Schattenwurf angedeutet sind. Monströs von der Tiara bekrönt, beugt er den Kopf leicht zur aufgeschlagenen Heiligen Schrift, die er in roten Handschuhen hält. Aber auch die füllige Pontifikalkleidung scheint den Kirchenfürsten zum leichten Bücken zu zwingen. Die vor der Brust zusammengehaltene Kasel imponiert durch über und über mit Goldfäden durchsetzten sowie Perlen bestückten Stickereien. Teils überdeckt von der purpurroten Stola entfaltet das hellweiße Untergewand ein dominantes Eigenleben. Vertieft sich der Betrachter in den Furchen von Fransen und Falten, verliert er sich rasch in eine Vielfalt von Abstufungen zwischen kaltem Kreideweiß bis geblichen Strohweiß. Dieser Kniff durchzielt mal mehr, mal weniger offensiv das Werkschaffen von Francisco de Zurbarán. Die aktuelle Ausstellung im Brüsseler Palais des Beaux-Arts unterstützt diese Imagination durch gezielte Spots in stark abgedunkelten Sälen bis zur bitteren Neige. ...mehr

Gleich und doch verschieden: Die Hamburger Kunsthalle zeigt in der Galerie der Gegenwart die Schau „Serial Attitudes – Wiederholung als Methode seit den 1960ern“

Das Gesetz der Serie


Die 1960er Jahre in Amerika waren geprägt vom Aufkommen anonymer Vorstadtsiedlungen mit stereotypen Einfamilienhäusern. Der Triumphzug der Fertighausindustrie und der Baumärkte machte es möglich. Gleichzeitig begann der Siegeszug von Fast Food- oder Tiefkühlmenüs. Alles glich plötzlich irgendwie einander, baute aufeinander auf oder kam als kleine Variante des Immergleichen daher. Die Fließbandnormierung nahezu aller Lebensbereiche hatte sich durchgesetzt. Kein Wunder, dass dieses formalästhetische Alltagsumfeld sich irgendwann auch auf die Kunstproduktion dieser Zeit auswirken würde. „Serial Attitudes – Wiederholung als Methode seit den 1960ern“ lautet der Titel einer Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle, die diesem Phänomen nachspürt. ...mehr

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