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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Eine „erhellende“ Ausstellung zeigt in Naumburg deutsche Positionen sakraler Glasmalerei aus den letzten 40 Jahren im engen Dialog mit der Architektur

Kraftvoll strahlende Bilder


Am Zugang der Vorhalle des Naumburger Domes steht ein Engel zum Empfang bereit. Die das Geistige verkörpernde Gestalt erscheint als lichte gläserne Raummodulation. Die für ihre experimentellen Leistungen bekannte Glaskünstlerin Hella Santarossa pointiert den Ort mit ihrer plastischen Assemblage „Engel“, einem von vier geplanten Fenstern für den Chorraum der romanischen Kirche in Wertlau bei Zerbst. Zwischen zwei auf Abstand gerahmten farblosen Glasscheiben hat sie lange vertikale und scheinbar willkürlich eingestreute Farbsplitter arrangiert. Trotz federleichter und spontaner Anmutung beruht das Ensemble auf streng komponierten Vorstudien. Mit zwei plastisch hervortretenden roten Flügeln tritt der Engel in dieser Glascollage als Lichtwesen in den Raum, schlank, elegant, abstrakt, umfangen von der prismatischen Brillanz des Glasbruchs. Santarossas Versuchen setzt der Wiesbadener Karl-Martin Hartmann eher Traditionelles gegenüber. Der Schüler von Johannes Schreiter an der Frankfurter Städelschule und studierte Biologe wurde mit feinen Kompositionen bekannt, die an mikro- und makrokosmische Strukturmodelle erinnern. Flächenbetont und unter – wenn auch reduziertem – Einsatz des Bleinetzes erforscht er auf eher klassische, aber eigene Weise feinsinnig Dimensionen des Ornaments. ...mehr

Bewegte Räume und Räume in Bewegung: Das Ausstellungsprojekt „Höhenrausch“ im österreichischen Linz lädt zum Kunsterlebnis hoch über den Dächern der Stadt ein

Up, up in the Sky


Kunst über den Dächern – Linz im Höhenrausch

Der Mensch strebt in die Höhe. Ob Wolkenkratzer, Gipfelstürmer oder die Landung auf dem Mond – Höhenrekorde gehören zum Fortschrittsdenken und sind Teil so mancher Zukunftsvision. Das bereits im vierten Jahr in Folge veranstaltete Ausstellungsprojekt „Höhenrausch“ im OÖ-Kulturquartier in Linz versammelt jetzt unter dem Thema „Bewegte Räume“ 26 Arbeiten von österreichischen und internationalen Künstlern und Künstlergruppen hoch über den Dächern von Linz. Gleich im Eingangsbereich des OK-Zentrums begegnet dem Besucher die Arbeit „Eyelids“ des Argentiniers Eduardo Basualdo. Zwei semitransparente weiße Vorhänge sind innen und außen an einer Fensterfront angebracht und bewegen sich im Luftzug. Ab und zu ermöglichen sie für einen kurzen Moment Durchblicke, fast so, als wenn sich ein Augenlid hebt. Der äußere Vorhang wird sich zudem durch Wind und Wetter im Lauf der Zeit verändern. ...mehr

Für seine neue Serie hat Thomas Ruff das Forschungszentrum Jülich mit seinen Riesenrechnern bemüht. Die Ergebnisse seiner Computerfotogramme sind nun erstmals im S.M.A.K in Gent zu sehen

Bildwelten der deutschen Supergehirne


Fotografie hat mit Licht zu tun, weshalb der Begriff „Lichtbild“ nicht von ungefähr entstanden ist. Dieses Wort hat allerdings schon so viel Staub angesetzt, wie beispielsweise das daraus abgeleitete „Lichtspielhaus“, das heute kaum jemand mehr mit Kino verbinden würde. So ist es doch ein wenig ungewöhnlich, dass das das Stedelijk Museum voor Actuele Kunst in Gent seine Schau über den Fotokünstler Thomas Ruff mit „Lichten“ überschrieben hat. Sowohl im Niederländischen als auch im Deutschen wird dieser Begriff unterschiedlich gebraucht. Erhellen, Helligkeit und Enthüllen sind nur einige Assoziationen. Denn es stellt sich schon die Frage, wie viel Licht Thomas Ruff für seine am Computer erstellten virtuellen Kunstbilder überhaupt noch braucht. ...mehr

Die Ausstellung „Von Liebermann bis Nolde“ im Hamburger Ernst Barlach Haus präsentiert Haupt- und Nebenfiguren des deutschen Impressionismus

Befreiende Experimente auf Papier


Max Liebermann, Monte Oliveto (Dächer in Florenz), 1902

„Der Impressionismus ist in Frankreich ein eigenständiger Stil“, sagt Ulrich Luckhardt, Kurator der Ausstellung „Von Liebermann bis Nolde. Impressionismus in Deutschland auf Papier“, im Hamburger Ernst Barlach Haus. „In Deutschland ist er es nicht. Es sind unterschiedliche künstlerische Standpunkte. Die Künstler in Deutschland wagen, sich vom Akademischen und dem Realismus zu lösen hin zu neuen Farb- und Formfindungen.“ Rund 150 Arbeiten überwiegend auf Papier von 13 Künstlern geben jetzt einen Überblick über das Aufkommen des Impressionismus in Deutschland im ausgehenden 19. Jahrhundert und seine weitere Entwicklung im frühen 20. Jahrhundert. ...mehr

Ob Kaiser Wilhelm, John Bull oder Uncle Sam: Der Erste Weltkrieg war nicht nur eine Material- sondern auch eine Propagandaschlacht nie gekannten Ausmaßes. Mit welchen teils archaischen, teils innovativen Mitteln die Massen gelenkt wurden, zeigt jetzt die Schau „Krieg und Propaganda 14/18“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe

Ran an die Waffen!


Unsigniert, Boys. Come over here, 1915

Eine Kinovorstellung irgendwo in den USA im Jahr 1917. Die Ära des Tonfilms ist noch nicht angebrochen. Kino aber ist bereits „Big Business“. Viele Millionen Menschen strömen täglich in die Lichtspielhäuser. Doch bevor der Stummfilmpianist in die Tasten haut, hat in den Zeiten des Weltenbrandes erst noch ein anderer seinen Auftritt. Rund 75.000 sogenannte „Four Minute Men“ heizen der amerikanischen Öffentlichkeit gegen Ende des Ersten Weltkriegs vornehmlich in Kinos, aber auch in Theatern oder Kirchen ein, um Rekruten anzuheuern, die Zuhörer von der Notwendigkeit des Krieges zu überzeugen und für die Zeichnung von Kriegsanleihen zu werben. Vier Minuten nur, und alles muss gesagt sein. Prägnant, emotional und mitreißend. Hier wird sozusagen die moderne PR- und Werbekampagne geboren. ...mehr

Anlässlich der Vollendung des Aschaffenburger Schlosses Johannisburg vor genau 400 Jahren würdigt erstmals eine Ausstellung den ebendort tätigen Bildhauer Hans Juncker

Architektur und Plastik in vollendeter Symbiose


Hans Juncker, Johann Schweikard von Kronberg, 1614

Vom richtigen Blickwinkel aus mutet die Lage schon ein wenig märchenhaft an. Hoch über der Aschaffenburger Mainschleife, gestützt von einer 13 Meter emporragenden Mauer, thront unübersehbar einer der imposantesten Schlossbauten der europäischen Renaissance. Als Machdemonstration mit Fernwirkung konzipiert, entfaltet Schloss Johannisburg bis heute seinen Zauber. Das Wahrzeichen der Stadt gilt als Inbegriff einer ideal konzipierten Renaissanceresidenz im deutschen Sprachraum. Vor genau 400 Jahren nach Plänen des Straßburger Architekten Georg Ridinger vollendet, ist sie aufs engste verwachsen mit den bauplastischen Arbeiten des als schon früh als „Wunderkind“ klassifizierten Bildhauers Hans Juncker. Besonders ihm gilt eine Jubiläumsschau im Schloss, die mit neuen Forschungsergebnissen aufwartet. ...mehr

Das Olympische Museum im schweizerischen Lausanne widmet sich in der Schau „Wettlauf mit der Zeit“ dem Thema Zeit als kulturgeschichtlichem Phänomen. Neben Beispielen aus dem Sport werden auch philosophische, soziale, technische und künstlerische Aspekte beleuchtet

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit


Chronofotografie von Étienne-Jules Marey

Bevor es Uhren oder Smartphones gab, orientierten sich die Menschen am Lauf der Sonne und den Phasen des Mondes, sie legten ihrem subjektiven Zeitempfinden die eigenen Schlaf- und Wachrhythmen ebenso zugrunde wie die Gezeiten oder den Lauf der Jahreszeiten. Spätestens seit der Mitte des 17. Jahrhunderts hat sich diese zyklische Auffassung von Zeit zumindest in den urbanen und zivilisierten Gesellschaften gründlich überlebt. Mit dem Aufkommen der ersten Pendeluhren um 1800 und mit der rasant fortschreitenden Miniaturisierung und der zunehmenden Verbreitung der mobilen Zeitmessung mit Hilfe der Taschenuhr veränderte sich die Wahrnehmung des Phänomens Zeit dramatisch. Pünktlichkeit oder die Dauer einer erbrachten Arbeitsleistung konnten jetzt genau bemessen werden. Das Dogma von der linearen Zeit war geboren. ...mehr

Spot aus! Das FRAC in Marseille präsentiert den Schweizer Adrian Schiess in einer sehenswerten Einzelausstellung. Lichtdurchflutet und spirituell: Als i-Tüpfelchen gestaltete der Zürcher auch noch die Kirchenfenster im nahe gelegenen Küstenort Six-Fours-les-Plages

Regisseur des Lichts


„Architektur ist das kunstvolle, korrekte und großartige Spiel der unter dem Licht versammelten Baukörper“, sagte einst die französische Architekturikone Le Corbusier. Das 2013 von dem japanischen Architekten Kengo Kuma errichtete FRAC Provence-Alpes-Côte d’Azur im Stadtteil Joliette in Marseille bildet ein Beispiel für eine moderne, lichtdurchflutete Museumsarchitektur, die sich selbstbewusst ins Stadtbild der quirligen Metropole am Mittelmeer einfügt. Doch derzeit sind alle Spots im FRAC aus. Der Schweizer Künstler Adrian Schiess hat sich entschlossen, für die Präsentation seiner Ausstellung „Peinture“ nur mit dem natürlichen Tageslicht zu arbeiten. Eine Entscheidung, die seit vielen Jahren seiner Ausstellungspraxis entspricht. Um zwölf Uhr, kurz nach Öffnung des Ausstellungshauses, liegen die Räume daher noch im etwas diffusen Mittagslicht. Der Besucher muss nahe an die abstrakten Bilder herantreten, um einzelne Details zu erkennen. ...mehr

Die charismatische Renée Sintenis setzte zu Beginn des 20. Jahrhunderts avanciert ihre eigenen künstlerischen Vorstellungen um und hoffte darauf, den Geschmack von Sammlern anzusprechen. Tier und Mensch in Bewegung gehörten zu ihren Lieblingsmotiven. Nun ist eine Werkschau ihrer Arbeiten in Würzburg zu sehen

Die Unsterblichkeit des Bären


2013 jährte sich der Geburtstag der 1888 in Schlesien geborenen und zeitlebens in Berlin ansässigen Bildhauerin Renée Sintenis zum 125. Mal. Für den Kulturspeicher Würzburg ist das Anlass, an die Künstlerin zu erinnern und ihre plastischen Zeugnisse mit einer umfangreichen Schau zu würdigen. Sintenis’ autonome Arbeitsweise ist, gesehen im Kontext ihrer Zeit, bemerkenswert, fast revolutionär. Schon allein die Tatsache, dass sie neben Emy Roeder und Marg Moll zu den wenigen Bildhauerinnen gehörte, die im frühen 20. Jahrhundert in diese Männerdomäne vordrangen, verdient Beachtung. Als Künstlerin konnte und wollte sie nicht auf öffentliche Aufträge bauen, sondern ihre eigenen Vorstellungen nachdrücklich durchsetzen. Das gelang ihr auch; denn mit ihren Bronzen von Mensch und Tier eroberte sie sich souverän ihren Platz in der Kunstwelt der Zwischenkriegszeit, vertrat damit den neuen eigenständig arbeitenden Bilderhauertypus und gehörte zu den bestbezahlten Künstlerinnen Berlins. ...mehr

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