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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Käthe-Kollwitz-Preis 2017: Die Akademie der Künste in Berlin zeigt Großplakate und Bildprojektionen der Düsseldorfer Künstlerin Katharina Sieverding

Rotierende Raster


Katharina Sieverding vor ihrer Arbeit „We Have Friends All Over The World“, 1979

Jedermann präsent sind zur Zeit die dramatischen Bilder von den Gewaltexzessen während des G20-Gipfels im Hamburger Schanzenviertel. Eine Künstlerin, die Bilder dieser Art seit Jahrzehnten mit einem großen professionellen Interesse wahrnimmt, ist Katharina Sieverding, Jahrgang 1944. Jetzt erhielt die einstige Meisterschülerin von Joseph Beuys, die seit den späten 1960er Jahren mit ihrer Kunst auch prononcierte politische Statements abgibt, den mit 12.000 Euro dotierten Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste in Berlin. Mit der Ehrung verbunden ist eine Ausstellung in den Räumen der Akademie am Hanseatenweg. ...mehr

Alt & Neu: Die Gemäldegalerie der Wiener Akademie der Bildenden Künste kombiniert Hieronymus Bosch mit Sjon Branðs

Harmlose Korrespondenzen


Das „Weltgerichtstriptychon“ von Hieronymus Bosch ist eines der Spitzenstücke, die in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste in Wien zu sehen sind. Dort hängt die Gerichtsszene, die der Niederländer vor circa 500 Jahren malte, neben weiteren weltberühmten Schätzen: Lucas Cranachs „Kampf des Herkules“ ist hier zu sehen, Hans Baldung Griens „Die Heilige Familie“ und Dierick Bouts „Krönung Marias“. Es ist ein schöner und zugleich ein versteckter Ort, an dem diese Inkunabeln der Kunstgeschichte präsentiert werden. Versuche, die Gemäldegalerie durch die gleichzeitige Präsentation zeitgenössischer Kunst noch populärer zu machen, gab es in der Vergangenheit einige: hervorzuheben ist vor allem die Kooperationen mit xhibit, dem Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst der Akademie. In einer weiteren, neuen Ausstellungsreihe mit dem Titel „Korrespondenzen“ sollen nun in loser, zeitlicher Abfolge und in kleinen Einzelpräsentationen Kunstwerke verschiedener Künstler und unterschiedlicher Medien zu Boschs „Weltgericht“ in Beziehung gesetzt werden. ...mehr

Zwischen Autobiografie und Experiment: Das Kunstforum der Bank Austria in Wien stellt erstmals das Schaffen von James Welling in Österreich vor

Der malende Fotograf


Disparat, einflussreich und wegweisend – so wird James Wellings Werk häufig beschrieben. In nahezu allen Gebieten der Fotografie hat der Künstler mit seinen experimentellen Arbeiten auf sich aufmerksam gemacht. Welling, der sich bereits früh mit den Werken von Malern wie Edward Hopper und Andrew Wyeth auseinandersetzte, studierte zunächst Malerei und Modernen Tanz, besuchte die im Kontext von Minimal und Conceptual Art konstituierte Post-Studio-Klasse von John Baldessari in Los Angeles und kam erst 1974 nach seinem Kunststudium, über seine Beschäftigung mit Arbeiten von Paul Strand, Walker Evans und László Moholy-Nagy als Autodidakt zur Fotografie. Seither bewegt sich der Künstler in den hybriden Grenzzonen zwischen Malerei, Bildhauerei, Architektur, Tanz, traditioneller und experimenteller Fotografie. In Europa bisher wenig bekannt und selten zu sehen, ist James Welling in den USA schon lange ein von Künstlern respektierter und von Kritikern und Sammlern geschätzter Fotograf. Dieses Versäumnis korrigiert momentan das Wiener Kunstforum und stellt das breite Spektrum des 1951 in Hartford, Connecticut, geborenen Künstlers in einer beeindruckenden Schau vor. ...mehr

Das Museum im Kulturspeicher widmet sich derzeit Victor Vasarely und feiert in Würzburg den Großmeister der Op-Art

Die Verbindung von Poesie und Wissenschaft


Victor Vasarely sagte einmal, er verspüre in seinen Werken „die Unendlichkeit der Sternenwelt“. Die Arbeiten des 1906 in Ungarn geborenen Künstlers sind getragen von utopischen Ideen der 1950er und 1960er Jahre, seiner Faszination für die Raumfahrt, dem Aufbruch in ein neues Zeitalter und seiner Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik. Er wollte eine Verbindung von Kunst und Leben, schuf deshalb Kunst im öffentlichen Raum und betätigte sich auch als Gestalter. Seine Gemälde, die ab den 1960er Jahren entstanden, sind dreidimensionale Bildräume, die von optischen Effekten getragen werden. Die aktuelle Ausstellung im Würzburger Kulturspeicher „Der Traum vom Raum“ zeigt diese späteren Bilder und ergänzt sie durch Malereien, Grafiken und Zeichnungen aus früheren Schaffensperioden. Sämtliche Exponate schuf Vasarely nach 1945, nahezu alle Werke sind Leihgaben aus dem Besitz der Galerie Lahumière in Paris. ...mehr

Emil Nolde und „Die Grotesken“ – Die Internationalen Tage Ingelheim präsentieren sich im Museum Wiesbaden

Die ästhetische Erfahrung des Übernatürlichen


Da auch in diesem Jahr das Alte Rathaus in Nieder-Ingelheim wegen einer Generalsanierung und Erweiterung für die von der Pharmafirma Böhringer ausgelobten Internationalen Tage Ingelheim nicht zur Verfügung steht, sind die Internationalen Tage derzeit zu Gast im Museum Wiesbaden. In enger Kooperation mit der Nolde Stiftung in Seebüll hat sich Ulrich Luckhardt, der künstlerische Leiter der Internationalen Tage Ingelheim, entschlossen, eine Facette des Expressionisten Emil Nolde zu zeigen, die kaum bekannt ist: Sein Interesse am Grotesken und Phantastischen. Entstanden ist eine sehenswerte Ausstellung mit 20 Gemälden sowie rund 90 Arbeiten auf Papier, die weit entfernt ist von den starkfarbigen Blumengärten, wild tobenden Meereslandschaften unter dramatischen Wolkenformationen oder der Südseereise nach dem Ersten Weltkrieg. ...mehr

200 Jahre Kunstverein in Hamburg: Eine Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle macht deutlich, wie eng Kunstverein und Kunsthalle einst miteinander verflochten waren. Gleichzeitig zeigt sie neue Wege der Kooperation auf

Bürgerstolz und Sammelleidenschaft


Kunst als Bürgerinitiative. Anders als in den einst vom Adel geprägten Residenzstädten Berlin, München oder Dresden existieren in der Kaufmannsstadt Hamburg keine fürstlichen Kunstsammlungen. Daher ist es auch nicht besonders verwunderlich, dass zwei der wichtigsten Kunstinstitutionen der Stadt auf bürgerliches Engagement zurückzuführen sind: der Kunstverein und die Kunsthalle. Vor 200 Jahren gründeten kunstsinnige Bürger den Kunstverein in Hamburg und somit einen der ältesten Kunstvereine Deutschlands. Anlässlich des 200jährigen Jubiläums zeichnet jetzt die Hamburger Kunsthalle in der Schau „Kunst ist öffentlich. Vom Kunstverein zur Kunsthalle“ anhand von rund 100 Werken aus dem Sammlungsbestand die Geschichte des Kunstvereins nach. ...mehr

Das Museum moderner Kunst in Wien stellt mit über 300 Werken die Speerspitze des Feminismus in der Kunst der 1960er und 1970er Jahre vor und hat sich dazu die Sammlung Verbund ins Boot geholt

Die Ideen der Frauen


Diese Ausstellung ist eine kleine Sensation. Nicht weil sie sich reißerisch um Aufmerksamkeit bemüht, obwohl ihr Thema schnell dazu hätte verführen können. Das was Gabriele Schor, die Direktorin der Sammlung des Energieversorgers Verbund zu dem Themenkomplex „Feministische Avantgarde der 1970er Jahre“ zusammengetragen hat, ist eine hochkarätige 600 Werke umfassende Kollektion von 48 Künstlerinnen, die sich bescheiden als vorläufiges Resümee vorstellt und doch nichts Geringeres tut, als den Kanon der Kunstgeschichte zu erweitern, indem sie die Termini „Feminismus“ und „Avantgarde“ miteinander verknüpft und bisher unbekannte Positionen in einen internationalen Kontext einbettet. ...mehr

Al Hansen begegnet im Naturhistorischen Museum in Wien der Venus von Willendorf

Meine Göttin


Dass Kulturinstitute, Museen und Galerien nicht gezwungenermaßen konkurrieren müssen, sondern im Gegenteil von Synergieeffekten profitieren, beweisen derzeit verstärkt Interventionen und Gemeinschaftsausstellungen von alter und zeitgenössischer Kunst. Während im Wiener Leopold Museum Werke von Erwin Wurm den Biedermeier-Szenen Carl Spitzwegs begegnen, Jakob Lena Knebl im benachbarten Museum Moderner Kunst Teile der Sammlung neu inszeniert und gemeinsam mit ihren eigenen Arbeiten präsentiert oder Kathleen Ryan im vom Kunsthistorischen Museum bespielten Theseustempel interveniert, veranstaltet auch das Naturhistorische Museum ein temporäres Projekt, das eine spannende Konfrontation von Gegenwart und Tradition herbeiführt. ...mehr

Körper, Zeit und Ort: Die Skulptur Projekte Münster versammeln 35 neue Arbeiten im öffentlichen Raum und im Museum. Wer sie alle erleben will, sollte mindestens zwei Tage einplanen und bereit sein, sich aufs Fahrrad zu schwingen

Weltpolitik im Schrebergarten


Ayse Erkmen, On Water, 2017

Die Beine vieler Besucher sind noch müde vom erschöpfenden Kunstparcours auf der Documenta in Kassel. Doch in Münster ist alles anders. In diesem Kunstsommer auf der fünften Ausgabe der alle zehn Jahre stattfindenden Skulptur Projekte Münster schreiten Besucher ganz relaxt übers Wasser, sie lauschen populären Schlagern in einer Siebziger-Jahre-Disco, erkunden ein liebevoll gepflegtes Kleingartengelände oder beobachten lebende Pfauen und Unterwasserorganismen in einer zum Abriss freigegebenen Eissporthalle. Willkommen in Münster, der wohlhabenden, akademisch geprägten Studentenstadt im katholischen Westfalen. Der im Krieg zu 91 Prozent zerstörten Stadt, die anschließend mit viel Liebe zum Detail als ihr eigenes Replikat wiederaufgebaut wurde und die historisch so lesbar ist, wie kaum eine andere. Hier hat Kasper König zusammen mit Klaus Bußmann 1977 das Format „Skulptur Projekte“ erfunden, eine Ausstellung mit vor Ort entstandener Kunst im öffentlichen Raum. ...mehr

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