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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Nicolai Abildgaard, ein dänischer Maler der Aufklärung, wird in der Hamburger Kunsthalle neu entdeckt

Gefallene Helden und utopische Weltentwürfe


Nicolai Abildgaard, Der verwundete Philoctetes, 1774-1775

Ein wahrer Held sieht anders aus: Mit schmerzverzerrtem Gesicht und verdrehten Augen blickt der nackte Philoktet den Betrachter an. Seine Körperhaltung wirkt verdreht, er hält sich schützend den rechten Fuß. Auf dem Weg in den Trojanischen Krieg ist dieser Heerführer der Griechen von einer Schlange gebissen worden. Sein jämmerliches Gewimmer und der von der offenen Wunde ausgehende Gestank veranlassten seine Truppen, ihn auf der Insel Lemnos zurückzulassen und ohne ihn in den verlustreichen Krieg zu ziehen. Auf Nicolai Abraham Abildgaards Gemälde „Der verwundete Philoktet“ von 1774/75 wird der Held zur tragikomischen Gestalt degradiert. Die bis dahin vorherrschende und vor allem von dem Archäologen Johann Joachim Winckelmann vertretene Auffassung, wonach die Helden der Antike sich durch „edle Einfalt und stille Größe“ auszeichneten, hat Abildgaard mit diesem Bild gründlich erschüttert. Zur damaligen Zeit erregte der dänische Maler damit internationale Aufmerksamkeit. ...mehr

Er hat den Farbfilm nie vergessen: Das Münchner Haus der Kunst ehrt William Eggleston, den Pionier der künstlerischen Farbfotografie mit einer großartigen Retrospektive

Die Welt in Farbe


„Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael“, so lautete der Refrain des ersten großen Hits, der die damals 19jährige Nina Hagen 1974 schlagartig berühmt machte. Hagen beschreibt darin die Freuden eines Ostseeurlaubs auf der Insel Hiddensee, die mangels Farbfilm aber leider nur in schnödem Schwarzweiß festgehalten werden konnten. Wäre sie zur gleichen Zeit mit dem amerikanischen Fotografen William Eggleston in, sagen wir einmal, Memphis, Tennessee, unterwegs gewesen, wären ihr derlei Enttäuschungen ganz sicher erspart geblieben. William Eggleston, Jahrgang 1939, gilt als der unumstrittene Pionier der künstlerischen Farbfotografie. Seine farbigen Aufnahmen von Fundstücken rechts und links der Landstraße, von Freunden aus der Subkultur und ganz gewöhnlichen Nachbarn gehören bei Museen und Sammlern mittlerweile zur unverzichtbaren Grundausstattung. Das Münchner Haus der Kunst widmet der lebenden Legende jetzt eine in Form und Umfang eigentlich schon lange überfällige, gewiss aber großartige Retrospektive. Rund 160 Exponate umfasst die gemeinsam mit dem New Yorker Whitney Museum entwickelte Schau „William Eggleston. Democratic Camera – Fotografie und Video. 1961-2008“. ...mehr

Das Museum Moderner Kunst in Wien widmet Maria Lassnig anlässlich ihres 90sten Geburtstags eine Ausstellung

Das neue Jahrzehnt


„Ich steh jetzt oben auf dem Berg der Reife und schau herab aufs lange Lebenstal, doch fühle ich mich jetzt mehr vorsichtig als weise, das Leben gibt dir keine andre Wahl.“ 1992 schrieb Maria Lassnig diese Zeilen für ihren biografischen Zeichentrickfilm „Kantate“. In Kostümen, die einen ironischen Kommentar zu verschiedenen Lebensphasen darstellen, als Punk, Freiheitsstatue, Flüchtlingsfrau, Femme Fatale oder braves Schulmädchen erzählt sie singend ihre Lebensgeschichte. Maria Lassnig ist zu diesem Zeitpunkt 73 Jahre alt, ausgezeichnet mit vielen Ehrungen. Nach der Biennale-Teilnahme in Venedig 1980 und der Documenta-Teilnahme 1982 gilt sie als eine der herausragenden Künstlerinnen ihrer Generation. Auch in den folgenden Jahren wird sie international in zahlreichen Einzelausstellungen in namhaften Museen wie Amsterdam, Paris, Zürich, London oder Cincinnati als eine Malerin gewürdigt, deren radikale Selbstbefragungen als wegweisende Auseinandersetzung mit dem Rollenbild der Künstlerin zu verstehen sind. ...mehr

Spukhaft, düster, sehenswert: Der Hamburger Maler Henning Kles entführt in der Lübecker Overbeck-Gesellschaft in eine ambivalente Schattenwelt voller Zombies, Phantome und finsterer Mordgesellen

Die dunkle Seite der Sonne


„Soylent Green ist Menschenfleisch“. Mit diesem Satz endet der Film „Soylent Green“, einer der ersten Ökothriller der Filmgeschichte. Der unter die Haut gehende Film aus dem Jahr 1973 versammelte bereits damals alles, was die Menschheit auch heute umtreibt: Ressourcenknappheit, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung und globale Erwärmung. Angesiedelt im New York des Jahres 2022, spielt er in einem Endzeitszenario, in dem den ausgehungerten Menschen synthetische Nahrungsmittel zugeteilt werden. Das grüne Zeug, angeblich aus Soja und Linsen hergestellt, entpuppt sich jedoch als Menschenfleisch – gewonnen aus den Körpern all derer, die sich in sogenannten Einschläferungszentren der staatlich verordneten sanften Tötung unterziehen. ...mehr

Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt: Die Ausstellung „Die Erinnerung ist oft das Schönste“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe versammelt rund 140 fotografische Porträts von Romy Schneider

Die tausend Gesichter der Romy Schneider


„Bin mit Nathalie nach Mexiko. Alles Gute. Alain.“ Kurz und knapp war diese Notiz, die Alain Delon seiner Verlobten Romy Schneider im Frühjahr 1964 hinterließ, um ihr so nach fünf gemeinsamen Jahren die Trennung mitzuteilen. Immerhin eine Vase mit roten Rosen hatte der blauäugige Frauenschwarm noch daneben gestellt. Schocksituationen dieser Art waren nicht selten im kurzen Leben der 1938 unter dem bürgerlichen Namen Rosemarie Magdalena Albach in Wien geborenen Schauspielerin Romy Schneider. Schüchterner Teenager, umjubelte Sissi-Darstellerin, mondäne Pariserin, attraktive Femme fatale, stilsichere Jet-Setterin, Brille tragende Intellektuelle – Romy Schneider suchte sich ihre Rollen im Film wie im Leben lange Zeit selbst aus. ...mehr

Eine schwergewichtige Ausstellung: Die Kunsthalle zu Kiel zeigt „Heavy Metal – Die unerklärbare Leichtigkeit eines Materials“

Das Rohe und das Polierte


Ein schwarzes Strichmännchen mit breitkrempigem Hut und leicht heruntergezogenen Mundwinkeln begrüßt die Besucher gleich im Eingangsbereich. Die 4,40 Meter hohe Metallskulptur des niederländischen Künstlers Henk Visch aus dem Jahr 2007 trägt den Titel „Ich kenne Ihr Gesicht, aber ich habe Ihren Namen vergessen“. Sie bildet den Auftakt einer bisher in Deutschland einmaligen Schau der Kunsthalle zu Kiel: Bis Ende März sind unter dem Ausstellungstitel „Heavy Metal – Die unerklärbare Leichtigkeit eines Materials“ rund 50 schwergewichtige und teils auch federleichte Skulpturen aus Stahl und Bronze, Blei und Aluminium versammelt. „Das Anliegen der Schau ist es, Umbrüche und Neudefinitionen der Skulptur seit den 60er Jahren vorzustellen“, sagt Kunsthallendirektor Dirk Luckow. „Skulptur sollte damals antiheroisch, sockellos und elementar sein. Die Distanz zum Betrachter sollte aufgehoben werden. Die Kunst sollte sich auf das Leben und nicht auf die Kunst beziehen und trotzdem Kunst bleiben.“ ...mehr

Langen Foundation würdigt den Beitrag von Jean Dubuffet zur Kunst des 20ten Jahrhunderts

Radikale Attacken gegen Konventionen


Jene, die sich erst nach Ausübung erlernter Brotberufe dem künstlerischen Schaffen widmen, bereichern die Kunstgeschichte augenfällig um individuelle, innovative Positionen. Ein Mehr an Sicherheit, größerer Überblick, reiferes, differenziertes Denken in Verbindung mit einem ausgeprägten Maß an Lebenserfahrung lässt sie völlig anders in eine freie kreative Tätigkeit starten, als dies bei jungen Akademieabsolventen möglich scheint. Vom Juristen Wassily Kandinsky bis zum Architekten Rupprecht Geiger gibt es deren Beispiele manche, unter denen sich auch der Franzose Jean Dubuffet befindet. ...mehr

Irritierende Frauenporträts jenseits von klassischer Anmut und Schönheit: Die Hamburger Kunsthalle zeigt den kompletten Bestand der Bronzegüsse von Edgar Degas – dazu Gemälde und Arbeiten auf Papier

Der Maler, der die Frauen hasste


Edgar Degas, Kleine Tänzerin von 14 Jahren, um 1878-1881

Der Kunstmarkt ist in den letzten Monaten ebenso ins Trudeln geraten wie die Gesamtwirtschaft. Aber geht es um einen Klassiker wie Edgar Degas, so scheint die Welt noch vollkommen in Ordnung zu sein. 13,3 Millionen Pfund oder 14,7 Millionen Euro erzielte seine görenhafte „Kleine Tänzerin von vierzehn Jahren“, eine gerade einmal 96 Zentimeter hohe Bronzeskulptur mit echtem Tüllröckchen und Haarband, Anfang Februar 2009 auf der Impressionisten-Auktion bei Sotheby’s in London. Ein neuer Rekord für eine der irritierenden Skulpturen des einzelgängerischen französischen Universalkünstlers. Umso erstaunlicher noch, dass es sich bei dieser Arbeit weder um ein Unikat noch um einen zu Lebzeiten entstandenen Guss handelt. ...mehr

Nackte Senioren, ausgesetzte Straßenbäume, museale Dunkelkammern und fotografische Bilder, die sich in Töne verwandeln: Die Ausstellung „Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie“ in den Hamburger Deichtorhallen zeigt das Beste aus deutschen Kunsthochschulen und Akademien. Keine Trendschau, aber eine vielfältige Bestandsaufnahme

Die Einsamkeit der Straßenbäume


Zwei Initiatoren, sechs Jurymitglieder, über 100 Bewerber von 39 deutschen Kunsthochschulen und Fotoakademien und zum guten Schluss neun Preisträger zwischen 25 und 33 Jahren: Das Projekt „Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie“ feiert in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen. Mittlerweile hat sich dieser Wettbewerb fest etabliert. Und wie in jedem Jahr ist die Nachwuchsfotografieausstellung auch 2009 wieder zu Gast im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen. ...mehr

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