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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Die Abschlussausstellung „FischGrätenMelkStand“, kuratiert von dem aus Schleswig-Holstein stammenden Berliner Künstler John Bock, markiert das fulminante Ende der Temporären Kunsthalle Berlin und unterstreicht nochmals die Notwendigkeit einer solchen Institution in der deutschen Hauptstadt

Gribbohmer Lektionen


Schlossplatz 1, Berlin Mitte – so lautet die Adresse der Temporären Kunsthalle Berlin. Als der schlichte Kubus vor rund zwei Jahren errichtet wurde, standen noch die letzten Überreste des Palastes der Republik, und der Masterplan für den mittlerweile abgeblasenen Wiederaufbau des Stadtschlosses wurde eifrig vorangetrieben. Der Mäzen und Stifter Dieter Rosenkranz, 85, hatte 950.000 Euro für den Bau des Projektes zur Verfügung gestellt. Rosenkranz wollte der Berliner Politik mit der Temporären Kunsthalle einen Anstoß geben, eine dauerhafte Lösung für ein unabhängiges Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst zu finden. So stand von vorneherein fest, dass die Kunsthalle als zeitlich begrenztes Projekt angelegt war, das funktioniert wie so vieles in Berlin: als Labor, Experimentierfeld, interdisziplinäre Versuchsanordnung, Ort der Kommunikation, der Diskussion und des gemeinsamen Feierns. ...mehr

Das Städel in Frankfurt zeigt nach dreißig Jahren erstmals wieder in Deutschland eine umfangreiche Retrospektive zu Ernst Ludwig Kirchner

Sex, Drugs, Meisterwerke


Ernst Ludwig Kirchner, Marcella, 1909/10

„Ich habe nie die Brücke gesammelt, sondern Kirchner“. So bringt der renommierte, eben verstorbene Museumsmann Werner Schmalenbach seine Wertschätzung für den Star der expressionistischen Künstlergemeinschaft auf den Punkt. Ernst Ludwig Kirchner gehört zu den führenden Malern, Grafikern und Bildhauern der ersten Generation der Moderne in Deutschland. Noch als Student der Architektur gründet er gemeinsam mit seinen Kommilitonen Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff im Juni 1905 die Gruppe „Brücke“. Proportionen, Lichtwirkungen, klare Konzeptionen, festgelegte Posen – all das an den Akademien Gelehrte lehnten sie ab. Gefühle und Triebe sollen in ihrer Unmittelbarkeit unverfälscht den Rausch des Daseins auf die Leinwand projektieren. An die Stelle professioneller Aktmodelle trat der einfache Mensch mit seinem naturgemäßen Körper. Mangels williger Mädchen zog man solche aus dem Rotlichtmilieu oder Kinder heran. Potenz und Triebkräfte waren Kraftquelle für einzigartige Schöpfungen der Brücke-Künstler. ...mehr

Zehn Künstler, ein Schloss und Untergangsmetaphern ohne Ende. Das Ausstellungsprojekt Rohkunstbau ist mittlerweile zum 17. Mal zu Gast in einer brandenburgischen Schlossruine. Das Projekt hat viel Charme – von Abnutzungserscheinungen aber bleibt es nicht verschont

Und jährlich grüßt der Rohkunstbau


Man nehme ein möglichst charmantes, leicht verfallenes Schloss an einem idyllisch gelegenen brandenburgischen See, ein knappes Dutzend internationaler Künstler und überlege sich ein kuratorisches Konzept, dass von der Belesenheit des Kurators, humanistischen Idealen und philosophischen Metadiskursen nur so strotzt. Nach diesem bislang erfolgreichen Grundmuster findet nun zum 17. Mal das Ausstellungsprojekt „Rohkunstbau“ statt. Wie schon 2009 gastiert das 1994 gegründete internationale Kunstfestival im weitgehend unrenovierten Schloss Marquardt in Potsdam. ...mehr

Lebenszeichen aus der Hamburger Galerie der Gegenwart: Der britische Künstler David Tremlett baut im dritten Obergeschoss faszinierende Räume aus Linien, Farbfeldern und organischen Oberflächen. Der Rest des Museums aber bleibt bis mindestens Ende Oktober geschlossen

Meister der Linie


Eigentlich hätte diese Ausstellung ja gar nicht stattfinden sollen. Hätte sich die Hamburger Kulturbehörde mit ihrem Plan, die Galerie der Gegenwart vorübergehend komplett zu schließen, durchgesetzt, dann wäre die sehenswerte Schau mit Wandzeichnungen des renommierten britischen Künstlers David Tremlett zwar noch eröffnet, danach aber sofort wieder verrammelt und verriegelt worden. Da sich die Politik dem Bürgerprotest und der bundesweiten Empörung am Ende aber wenigstens teilweise beugen musste, ist Tremletts meditative Raumfolge aus wandfüllenden Zeichnungen jetzt doch noch zu sehen. Wer den Umweg über den Altbau macht, kann sich auf Schleichwegen bis ins dritte Obergeschoss der Galerie der Gegenwart vorarbeiten. Die übrigen Räume bleiben bis mindestens Ende Oktober geschlossen. Bleibt zu hoffen, dass den findigen Strategen der Kulturbehörde bis dahin keine neuen Tricks einfallen, um den Ausstellungsbetrieb weiter einzuschränken. ...mehr

Das Werk von Andreas Slominski gilt als einer der außergewöhnlichsten Beiträge zur deutschen Gegenwartskunst. Die Sammlung Goetz in München widmet dem Künstler, dessen Arbeiten zwischen Installation und Alltagsobjekt angesiedelt sind, ihre Sommerschau

Rattenfallen und Garagentore


Eine Slominski-Ausstellung ohne seine legendären Fallen, das geht in der Tat nicht. Mit diesen Objekten, mit denen er dem Betrachter eine manchmal absurd verfremdete, aber doch so vertraute und funktionale Wirklichkeit vor Augen hält, hat sich der heute 51jährige schließlich eine unverwechselbare Position im unüberschaubaren Universum der zeitgenössischen Kunst erobert. Kohlegrill und Jutesäcke, ausgestattet mit Köder und trickreichen Schnappmechanismen, werden zur „Drachenfalle“ und „Rattenfalle“, entstanden 1999 beziehungsweise 1998. Und schon aus der Ferne sieht man im Nebenraum einen Kinderwagen, mutterselenallein und abgedeckt mit einem groben Metallgitter. Das Babygefährt entpuppt sich als „Vogelfalle“ und stammt aus dem Jahr 2000. Würden sie nicht wirklich funktionieren, man könnte sie als Nonsens abtun. Aber es gehört zum Konzept von Andreas Slominski, mit seiner ausgetüftelten Mechanik erst einmal Respekt hervorzurufen und so in den Dialog einzutreten. Dass sich Slominski mit seinen Installationen aus ganz alltäglichen Gegenständen als Nachfahre Marcel Duchamps darstellt, der die Idee des ready mades neu interpretiert und mit der Inspiration eines Bildhauers und Performancekünstlers auffüllt, ist offensichtlich. ...mehr

Harte Jungs und eine sensible Frau: Mit dem Ukrainer Sergey Bratkov und dem Japaner Nobuyoshi Araki zeigen die Hamburger Deichtorhallen zwei Fotokünstler auf der Suche nach der Essenz des Lebens

Bilder vom Leben, Bilder vom Tod


Bekannt geworden ist der manische Tokioter Fotokünstler Nobuyoshi Araki mit seinen Bondage-Bildern: sadomasochistischen Inszenierungen junger gefesselter Frauen. Anfangs von den japanischen Behörden mit Pornografievorwürfen belegt, hängen diese Bilder mittlerweile in den größten Museen und Privatsammlungen der ganzen Welt. Der 1940 geborene Araki gilt als Meister subtiler erotischer Inszenierungen und als Chronist der etwas abseitigeren Facetten des modernen Tokio. Sein stilleres Frühwerk und insbesondere die einfühlsamen Porträts seiner 1990 verstorbenen Frau Yoko waren bisher relativ unbekannt. Mit der Ausstellung „Silent Wishes“ entdeckt jetzt das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen einen sehr sensiblen und überhaupt nicht marktschreierischen Araki. Und der Betrachter staunt: Jenseits seiner ebenso exotischen wie sensationalistischen Bildstrecken voller versteckter Gewalt- und Todessymbolik hat Araki auch einmal das ganz alltägliche Leben zu zweit dokumentiert. ...mehr

Ein Triumph: Egger-Lienz’ „Totentanz“ wird bei Hassfurther das teuerste Gemälde moderner Kunst auf dem österreichischen Markt in diesem Frühjahr

An der Spitze


Albin Egger-Lienz, Totentanz, 1916

Der ganz große Triumphzug blieb dem „Totentanz“ rebellierender Bauern während der napoleonischen Tiroleraufstände auf Albin Egger-Lienz’ gleichnamigem Gemälde von 1916 versagt. Wolfdietrich Hassfurther in Wien hatte das 130 mal 165 Zentimeter große Kaseinbild am 21. Juni auf 500.000 bis 700.000 Euro angesetzt, in Anlehnung an die 760.000 Euro, die eine ganz ähnliche Fassung vor vier Jahren im Dorotheum errungen hatte. Doch bei 550.000 Euro musste er den Hammer bereits sinken lassen. Zugunsten des Auktionshauses aber fiel der Vergleich des Egger-Lienz-Bildes mit den Ergebnissen der modernen und zeitgenössischen Kunst in anderen Auktionshäusern des deutschsprachigen Marktes in diesem Frühjahr aus. In Dorotheum und Kinsky lagen die Höchstpreise nur bei 340.000 Euro und 225.000 Euro, und fast als Sensation kann gelten, dass Hassfurther auch die großen deutschen Häuser wie Grisebach in Berlin, Ketterer in München oder die beiden Platzhirsche Lempertz und van Ham in Köln übertraf. Lediglich die Millionenpreise der Schweizer Häuser Kornfeld, Koller und Sotheby’s, die mit erheblich internationalerem Angebot an den Start gegangen waren, erwiesen sich als unerreichbar. ...mehr

Die vierte Biennale der Zeichnung in Eislingen

Was anderwärts wenig beachtet wird


„Wir können alles außer Hochdeutsch.“ Mit dieser Werbung spricht das Land Baden-Württemberg humorvoll über seine Vorzüge im Fernsehen. Eislingen, unweit von Göppingen gelegen, ist nicht unbedingt der Ort, in dem man im Schwäbischen Urlaub machen möchte. Trotzdem oder gerade deshalb haben sich mittlerweile 160 rege Bürger zusammengetan, um einen Kunstverein zu stützen und zu unterstützen, der durch das sichere Kunstgefühl seines Vorsitzenden Paul Kottmann Großes nach Eislingen bringt. Paul Kottmann ist Produktdesigner und Designer. Mit seinem ortsansässigen Betrieb erstellt er neben großartigen Plakaten auch hervorragend gestaltete und gedruckte Kataloge und das zum schon zum vierten Mal. Denn 2004 gründete Kottmann die Biennale der Zeichnung in Eislingen. Seither ist diese Biennale ein Geheimtipp unter Insidern, und das sollte schnellstmöglich über den Insider hinausgehen. Jede Auflage hat Kottmann mit einem Thema versehen. Die erste Biennale trug den programmatischen Titel „Zeichnung entdecken“, 2006 stand die menschliche Figur im Zentrum und bei der dritten Biennale stellte man sich dem Thema Abstraktion mit der Frage: „Was ist hier zu sehen?“ ...mehr

Bilder aus Absurdistan: Der Kölner Maler Andreas Schulze präsentiert in der Hamburger Sammlung Falckenberg eine menschenleere Welt voller paradoxer Bildideen

Im Reich der Dinge


Vor grauem Hintergrund steht eine weiß gedeckte Tafel: Darauf und davor sind diverse Designobjekte wie Lampen, Stühle, ein Kehrset, ein bemalter Porzellanteller, eine blaugelb gestreifte Krawatte platziert. Auf den ersten Blick identifizierbar ist der Hocker „Mezzadro“ der italienischen Brüder Piero und Achille Castiglioni. Der 1957 entworfene, rot lackierte Traktorsitz auf geschwungenem Fuß gilt als Designklassiker des 20. Jahrhunderts. „Ich kaufe nichts“ ist das 2004 entstandene Gemälde des Kölner Malers Andreas Schulze, 54, betitelt. Offenbar eine ironisch gemeinte Anspielung auf die durchaus spürbare Faszination des Künstlers für gut gestaltete Wohnaccessoires und andere Designobjekte. Allein seine Sammlung von rund 30 Tortenplatten mit geometrischem Spritzdekor der Bauhaus-Zeit füllt in der Ausstellung eine ganze Wand. ...mehr

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