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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Edgar Degas breitet sein Spätwerk in der Fondation Beyeler aus

Tanzen, Baden, Reiten


Edgar Degas, Trois danseuses (jupes bleues, corsages rouges), um 1903

Zur Spitzengruppe der Impressionisten gehört neben Pierre-Auguste Renoir, Claude Monet, Edouard Manet, Camille Pissarro auch Edgar Degas. Gerade er erfreut sich beim Kunstpublikum ausnehmender Beliebtheit. Sicherlich hat dies damit zu tun, dass er in gewisser Weise arbeitstechnisch wie motivisch eine Außenseiterposition einnimmt. Trotzdem sind große Ausstellungen zu seinem Werkschaffen seltene Ereignisse. Dies rührt vor allem von der großen Empfindlichkeit und Fragilität vieler seiner Pastellarbeiten her. Unter diesen Vorzeichen kommt der 150 Exponate umfassenden Schau in der Baseler Fondation Beyeler schon einige Bedeutung zu. Gewidmet ist sie dem späten, nachimpressionistischen Schaffen des Künstlers, der in sechzig höchst produktiven Jahren ein Œuvre hervorgebracht hat, das an Umfang und Vielseitigkeit mit denen seiner Impressionistenkollegen leicht mithalten kann. ...mehr

Die Duisburger Küppersmühle zeigt eine Retrospektive des deutschen Informel-Gründers Bernard Schultze

Gegenwelten aus dämonischen Seelenlandschaften


Leuchtend bizarre Gespinste durchzucken die Ausstellungsetage der Duisburger Küppersmühle. Zu sehen sind Bilder mit einer signifikant sonderbaren, daher unverwechselbaren und von hohem Wiedererkennungswert geprägten Bildsprache. Sie zeichnet sich durch groteske Kontraste, Schichtungen, Verwebungen und Zersplitterungen aus, hervorgerufen durch einen Dschungel aus Farbströmen mit wechselnden Tönungen. Man sieht sich verstummten Psychopanoramen gegenüber. Ihr Schöpfer Bernard Schultze, dessen Werkschaffen sich die rund 70 Exponate umfassende Retrospektive widmet, gehört zu den prägenden Gestalten deutscher Nachkriegskunst. ...mehr

Die Schirn inszeniert in Frankfurt Dialoge zwischen Gemälden des französischen Impressionisten Gustave Caillebotte und Fotografien jener Epoche

Neues Sehen vor 150 Jahren


Gustave Caillebotte, Raboteurs de parquet (Parkettschleifer), 1875

Deutlich überlängte Arme strecken sich dem Betrachter entgegen. Deren Hände führen Schleifmesser. Die Parkettschleifer schaben kniend in gebückter Haltung den Boden eines vornehmen Salons in Paris ab. Im durch die Fenstertür einfallenden Licht glänzen ihre entblößten Oberkörper, bedingt durch ihren geradezu vulgär sichtbar gemachten Schweiß. Die Schwere des stupiden Arbeitsprozesses betont Gustave Caillebotte durch den Rhythmus der Bewegungen eher unterschwellig. Sehr geschickt bindet er die Situation in ein genau geplantes, aber instabiles Raumsystem ein. Vom Auftritt der Männer geht eine erotisch anmutende Vorstellung von der Schönheit der Arbeit aus. Dabei wird keineswegs ein vornehmes Bildthema aufgeboten, sondern knallhart die Konfrontation der Klassen offenbar. Sachlich, ohne romantische Überhöhung oder moralisch-sentimentale Botschaft mit sozialer Anklage stellt der Künstler handwerkliche Arbeitsvorgänge in seinen privaten Pariser Wohnräumen vor. Eine Reihe von Vorstudien belegen, wie intensiv Caillebotte die Bewegungen zuvor studierte. ...mehr

Emil Schumacher wird 100. Das ist Anlass für das Emil Schumacher Museum in Hagen, den Künstler und seinen internationalen Rang zu würdigen

Malerei ist gesteigertes Leben


Emil Schumacher, Temun, 1987

Zum hundertsten Geburtstag eines Künstlers gibt es üblicherweise eine große Retrospektive. Doch das Emil Schumacher Museum in Hagen hat sich für einen anderen Weg entschieden. Zum Jubeljahr zeigt das im August 2009 eröffnete Haus die Ausstellung „Malerei ist gesteigertes Leben“ und würdigt darin den internationalen Rang des berühmten Ehrenbürgers der Ruhrgebietsstadt. Mit großem Aufwand um die Suche nach den geeigneten Kunstwerken ist es dem wissenschaftlichen Leiter des Museums Rouven Lotz, Ulrich Schumacher, dem Sohn des Künstlers, Stifter und Vorsitzenden der Emil Schumacher Stiftung, und dem Gastkurator Erich Franz gelungen, eine Ausstellung zu arrangieren, die das Verbindende in Schumachers Werk zu internationalen Strömungen der 1930er bis 1990er Jahre, aber auch dessen Einzigartigkeit herausstellt. Die Schau vermeidet Kausalitäten, sondern stellt die Bilder nebeneinander und gegenüber. Im Zusammenhang mit internationalen Namen wie Jean Dubuffet, Willem de Kooning und Robert Motherwell wird die Qualität Emil Schumachers deutlich. Schließlich war der Hagener der erste deutsche Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg, der in den 1950er Jahren seinen weltweiten Durchbruch feiern konnte und bei einer New Yorker Galerie unter Vertrag genommen wurde. ...mehr

Nicht nur für Bibliophile: Die Hypo-Kunsthalle in München zeigt sensationelle Schätze der Buchmalerei von 780 bis 1180. Die weltweit einmaligen Codices aus den Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek wird man in den nächsten hundert Jahren wohl nicht mehr zu sehen bekommen

Mit goldener Tinte auf purpurnem Grund


Sakramentar Heinrichs II. – Kaiser Heinrich II. thronend, Regensburg, bald nach 1002?

Wahrscheinlich gäbe es heute keine zeitgenössischen bildlichen Überlieferungen über die Krönung Heinrichs II. zum König des ostfränkischen Reiches im Jahre 1002, wäre nicht kurz darauf das Sakramentar dieses ottonischen Herrschers entstanden. Diese tausend Jahre alte Gebetssammlung, deren Entstehung man im Regensburger Kloster St. Emmeram vermutet, enthält ein mit reichlich Personage und Ornament ausgestattetes Thronbild und ein gleichermaßen edel ausgestattetes Krönungsbild. Auf einem sitzt Heinrich auf einem mächtigen Thron inmitten einer byzantinisch anmutenden Säulenarchitektur, dünnbärtig und mit gewaltiger Krone, umgeben von Untergebenen, die ihm Gaben reichen. Auf dem anderen tritt er mit erhobenen Händen vor den Thron Gottes, von Heiligen und Engeln die Reichslanze und ein Schwert empfangend, vom Höchsten selbst die Krone. Manche Wissenschaftler interpretieren diese Miniatur als Krönung Heinrichs zum deutsch-römischen Kaiser im Jahr 1014. Doch wie es auch sei, diese Darstellungen offenbaren, mit welcher Kunstfertigkeit man zu einem Zeitpunkt, als die Tafelmalerei und die Porträtmalerei noch gar nicht erfunden waren, Irdisches und Biblisches, Dokumentarisches und Religiöses mit Ornament, Architektur und Schrift zu Weltbildern formte. Denn die Verflechtung von Kirche, Staat und Glauben ist in den theologischen und religiösen Handschriften ein unumstößliches Thema. ...mehr

Austauschprojekt zwischen Hamburg und Busan: Sieben südkoreanische Künstler stellen ihre Arbeiten im Hamburger Kunstverein vor

Frisch gewagt ist halb gewonnen


Ausstellungsarchitektur von Son Mong Joo

Busan ist die zweitgrößte Stadt Südkoreas. In der dicht besiedelten Metropole mit rund 3,6 Millionen Einwohnern gibt es neben dem größten Hafen des Landes einen lebendigen Fischmarkt und eine angesehene Universität. Im Rahmen der Städtekooperation mit der Stadt Hamburg begann im Februar 2011 ein künstlerisches Austauschprojekt, vermittelt durch die Hamburger Kulturbehörde. Der koreanische Kooperationspartner Davin Art Space lud acht Hamburger Künstler sowie Florian Waldvogel, den Direktor des Hamburger Kunstvereins, und seinen Kurator Martijn van Dijk zu einem zweiwöchigen Recherche- und Arbeitsaufenthalt nach Busan ein. Jetzt folgt der Gegenbesuch von sieben Südkoreanern. Waldvogel und Van Dijk, die in Busan zahlreiche Ateliers besuchten, haben die Schau mit dem Titel „To Begin is to be Half Done“ zusammen gestellt. Bei ihren Recherchen wurde ihnen schnell klar, dass man mit eingefahrenen Vorstellungen von westlicher Kunstproduktion schnell an seine Grenzen stößt. „Das Künstlerbild in Südkorea, speziell in Busan, ist ein komplett anderes“, so Florian Waldvogel. ...mehr

Das Deutsche Architekturmuseum zeigt in Frankfurt eine aufschlussreiche Werkschau des Künstlerarchitekten Johannes Peter Hölzinger

Lichte Wellen und eingefrorene geometrische Formen


Johannes Peter Hölzinger, Haus Hölzinger, Bad Nauheim 1975-1977

Oft sind Architektenhäuser gebaute Manifeste. Völlig unerwartet trifft der Kunstfreund im beschaulichen Bad Nauheim bei Frankfurt ein solches aus der Zeit nach 1945. Im hessischen Staatsbad dominiert die grandiose Anlage des zwischen 1905 bis 1910 nach Plänen von Wilhelm Jost im Spätjugendstil errichteten Sprudelhofes. Im Gegensatz hierzu steht das Wohn- und Geschäftshaus des Architekten Johannes Peter Hölzinger, an dem sich wohl öfters die Geister scheiden. Errichtet zwischen 1975 und 1977, füllt es eine Baulücke in einer gründerzeitlichen Villengegend. Die turmartige Fassade gibt sich fensterlos. Auf annähernd quadratischem Grundriss setzt sie sich aus streng axialsymmetrisch gesetzten, vertikalen Winkel- und Kreissegmenten zusammen. An den vier Ecken und den Mittelachsen finden sich Halbschalen, dazwischen stehen Wandscheiben. Durch Schlitze voneinander getrennt, ergeben sich Fensterbänder, die dazu führen, dass in den oberen Geschossen die lenkende Lichtintensität zunimmt. Alle Wände sind weiß, ebenso die mit italienischem Marmor ausgelegten Böden. Durch die Krümmungen der Wände wird jede sanfte Nuancierung der Himmelsfärbung reflektiert, das Haus wird zum bunten, dennoch hermetisch geschlossenen Farbobjekt. ...mehr

Eine fulminante Übersichtsschau stellt in Stuttgart Machzentren und Schätze der Kelten vor

Frühe Kostbarkeiten der Kunst


Schnabelkanne, um 430 v. Chr.

„Helmet Head No. 2“ titulierte Henry Moore seine Bleiplastik aus dem Jahre 1950. Das maskenhaft anmutende Wesen mit tiefen Augenringen weckt ebenso Assoziationen zu kosmischen Erscheinungen wie die „Rund Variationen I-III“ aus dem Jahr 1969 von Bernhard Heiliger. Beide Leihgaben – erstgenannte aus der Staatsgalerie Stuttgart, die andere aus der Sammlung Würth – stehen am Anfang der Abteilung „Kostbarkeiten der Kunst“ der großen baden-württembergischen Landesausstellung über die Kelten und damit am Beginn eines üppig ausstaffierten Parcours vorbei an über 1300 Exponaten. Sie stammen allerdings aus einer gänzlich anderen Epoche. Sieht man genau hin, ergeben sich aber zu den überwiegend mehr als 2000 Jahre alten Objekten erstaunliche Bezüge zwischen den Kunstwelten. Weit vorspringende Augen, heruntergezogene Mundwinkel, blattförmige Ohren oder die Kappe bestimmen das Aussehen der Statue des „Wächters vom Glauberg“. Die 1,86 Meter hohe Figur aus der Zeit um 400 vor Christus gilt als eine der ersten Großstatuen der Welt. Skurriles, an Fabelwesen Erinnerndes und Grimassenhaftes begegnet man des Öfteren in der Ausstellung. Schwülstige Hohlbuckelreifen, wehrhaft behornte Tierschädel bis hin zu Schnabelkannen mit grotesk nach tierischen Vorbildern geformten Teilen sind gleich mehrfach zu sehen. ...mehr

Zeitgenössische Konzeptkunst auf Weltniveau: In der Sammlung Falckenberg präsentieren die Hamburger Deichtorhallen die Berliner Privatsammlung von Barbara und Axel Haubrok

Auf die Geschichten kommt es an


Martin Boyce, White Desaster, 2000

Sammeln auf höchstem Niveau: Bereits zum fünften Mal seit 2001 zeigt die Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg eine Auswahl von Kunstwerken aus einer befreundeten Privatsammlung. Diesmal ist das Ehepaar Haubrok aus Berlin zu Gast. Die beiden Sammler, die ursprünglich aus dem Rheinland stammen, haben in den vergangenen fast 25 Jahren eine der angesehendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst zusammengetragen. Der Schwerpunkt von Axel und Barbara Haubrok, die 1988 ihr erstes Bild erwarben, liegt dabei auf jüngerer Konzeptkunst von internationalen Künstlern wie Jonathan Monk, Carol Bove, Martin Boyce oder Willem de Rooij. „Die Haubroks eifern nicht den notorischen Rankings in Kunstmagazinen nach“, erläutert Deichtorhallenintendant Dirk Luckow die Ausrichtung der Arbeiten aus der Sammlung Haubrok, die, eingebettet in ein künstlerisches Konzept, häufig auch politische oder sozialkritische Themen reflektieren. „Es geht um die Zwischenräume zwischen den Dingen, die aus der Wahrnehmung herausfallen.“ ...mehr

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