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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Den Aufbruch der skandinavischen Malerei in die Moderne reflektiert die breit angelegte Ausstellung „Aus Dämmerung und Licht. Meisterwerke der nordischen Malerei 1860-1920“ in der Hypo-Kunsthalle in München

Die Lichtvirtuosen aus dem dunklen Norden


Akseli Gallén-Kallela, Seeblick, 1901

„Die nordischen Künstler sind nur halbe Impressionisten. Also überhaupt keine.“, schrieb der norwegische Maler Christian Krohg 1889, fügte aber lapidar hinzu, dass man einiges von ihnen gelernt hätte. Was er meinte, ist unübersehbar, wenn man in der großen Überblicksschau über den „Modernen Durchbruch“ im Norden Europas dem warmtonigen Gemälde „Erntezeit“ der Dänin Anna Anchers oder dem mondbeschienenen, flirrenden „Seeblick“ von Akseli Gallén-Kallela gegenübersteht. Skandinaviens Maler sind Virtuosen des Lichts. Wie Vilhelm Hammershøi, der hier mit einer typischen Rückenansicht in einem Vermeerschen, stillen Raum vertreten ist, lädt auch die finnische Malerin Elin Danielson-Gambogi in ihrem Selbstporträt von 1900 ihr Atelier durch das durch ein Fenster dringende Licht atmosphärisch auf. Golden schimmernd fallen die Sonnenstrahlen auf ihren Nacken und erleuchten die Malerin in fast religiöser Anmutung. In ein grell gelbes, fast schwefeliges Abendlicht taucht der Schwede Carl Wilhelm Wilhelmson den dörflichen Küstenstreifen in seinen „Kirchgänger in einem Boot“, das mit grünen Kähnen und schlierigen Wasserspieglungen in seiner komplementären Farbigkeit an die Fauvisten erinnert, während Albert Edelfelt aus Finnland das fahle, kühle Licht des Nordens als harten Hintergrund für sein Gemälde „Leichenfahrt mit Kindersarg“ von 1879 als bewusstes stilistisches Mittel gegen jedweden Anflug von Sentimentalität einsetzt. ...mehr

Aktuelle Werke des Otto Breicha-Preisträgers Matthias Herrmann in Salzburg: Komplexe Stillleben auf der Suche nach Bedeutung

Komplexe Stillleben auf der Suche nach Bedeutung


Wer den Otto Breicha-Preis verliehen bekommt, darf für sein Werk Aufmerksamkeit über Österreich hinaus beanspruchen: Seit ihn 1993 der renommierte Fotograf Alfred Seiland zum ersten Mal erhielt – damals hieß er Rupertinum-Fotopreis –, ist die Liste der Ausgezeichneten um wohlklingende Namen der Szene gewachsen. Alle zwei Jahre kommt einer hinzu: 2013 ist Matthias Herrmann der Preisträger. Das Rupertinum, Teil des Museums der Moderne mitten im historischen Kern Salzburgs, zeigt aktuell einen Querschnitt durch das fotografische Schaffen des 1963 in München geborenen Künstlers. ...mehr

Frankfurt stellt Hans Thoma, den „deutschesten aller Maler“, mit Werken aus dem Eigenbestand zur Diskussion

Verharren in gediegener Glückseligkeit


Hans Thoma, Die Öd. Blick auf den Holzhausenpark, 1883

Steil aufsteigende und abfallende Popularitätskurven sind auch in den Künsten bei weitem keine Ausnahme. Allenfalls einen „biederen Schwarzwaldmaler“ verbinden selbst renommierte Kunsthistoriker heute mit dem Namen Hans Thoma. In „Meyers Konservations-Lexikon“ von 1909 wird er dagegen als „Lieblingsmaler des Deutschen Volkes“ tituliert. Dies verweist auf die als typisch deutsch wahrgenommene Einordnung seines Schaffens in den historischen Kontext. In der Tat: Kaum ein deutscher Künstler erlangte zu Lebzeiten eine derart hohe Popularität. Die Kehrseite der Medaille: Völkisch-nationale Kreise sowie die Machthaber im Dritten Reich vereinnahmten Motive des „zu den wichtigsten Künstlern des Führers“ zählenden Malers durch eine Flut von Ausstellungen und massenhafter medialer Verbreitung, was dessen Ruf belastete und sein Vergessen letztlich beschleunigte. ...mehr

Im Labyrinth der Geschmacksverirrungen: Mit der Ausstellung „Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks“ entführt das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ins obskure Reich der visuellen Umweltverschmutzung

Willkommen im Kitsch


Salz- und Pfefferstreuer in Form einer Frau, 2009

Museen für angewandte Kunst verschreiben sich normalerweise dem Wahren, Schönen und Guten. Sie präsentieren wohlgestaltete Gebrauchs- und Dekorationsgegenstände aller Epochen – von den Etruskern bis zum Apple-Design. Eines jedoch scheuen sie wie der Teufel das Weihwasser: Kitsch, Nippes und andere Geschmacklosigkeiten haben in den heiligen Hallen des guten Geschmacks nichts verloren. Der billige Plunder und der schlecht gestaltete Krimskrams der Fußgängerzonen bleiben draußen. So auch im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Doch damit ist jetzt Schluss: In der Ausstellung „Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks“ präsentiert das Museum zur Zeit Hunderte Objekte, deren Gestalter so ziemlich alle Kriterien, die ein gut geformtes Produkt ausmachen, außer acht gelassen haben. Opulent verzierte Bierhumpen aus der Kaiserzeit, Parfümflakons in Handgranatenoptik, ein ausgestopftes Meerschweinchen auf Rädern, ein Osterei mit Papstdekor, Obama-Sneakers oder sexistische Salz- und Pfefferstreuer in Form weiblicher Brüste sind ebenso darunter wie Gedrechseltes und selbstgebastelte Schrecklichkeiten aus Wäscheklammern, Streichhölzern oder Hirschgeweihen. ...mehr

Die Albertina in Wien präsentiert eine Retrospektive zum Schaffen Gottfried Helnweins

Ästhetik des Schreckens


Ausgestreckt liegt er auf dem Boden: der Körper einer jungen Frau. Sie ist beinahe noch ein Kind, ein Mädchen, blutjung, mit heller Haut und nackt unter der Soldatenuniform, die ihre Blöße nur spärlich bedeckt. Ihre weit geöffneten Augen schauen fassungslos. Nur die kleine Träne an ihrem rechten äußeren Lid verrät, dass das was geschehen ist, gerade erst vorbei ist. Die Gewissheit über den hoffnungslosen Zustand des Mädchens wird immer sicherer. Ihr Mund wirkt auf einmal erstarrt, der Blick leer. Das stille Entsetzen angesichts des eigenen Todes ist dem Kind ins Gesicht geschrieben. „Modern Sleep“ nennt Gottfried Helnwein sein 2005 entstandenes Gemälde, das derzeit im Rahmen einer Personale in der Wiener Albertina zu sehen ist. Es gehört zu jener großen Gruppe hyperrealistischer Darstellungen, in denen der österreichische Künstler sein bevorzugtes Sujet, das verletzte Kind, einmal mehr thematisiert. ...mehr

Das Museum Mu.ZEE im belgischen Oostende beleuchtet den Aufstieg des Surrealismus in Brüssel, Paris und London und rückt E.L.T. Mesens, einen der wichtigsten Inspiratoren und Förderer der Bewegung, in den Fokus

Die Spinne im surrealen Netz


Was ist nicht alles schon über Aspekte des Dada und des Surrealismus analysiert und geschrieben worden. Da mag es schwer fallen, weitere spannende Themen herauszuarbeiten. Wie so etwas dennoch fundiert und anregend gelingen kann, beweist zur Zeit der 1969 in Brüssel geborene Kurator und Museumsdirektor Phillip Van den Bossche im belgischen Seebad Oostende. Sein innovatives Konzept: Neugierde wecken, indem als Kulminationspunkt die außerhalb Belgiens weitgehend unbekannte, aber umtriebige Person E.L.T. Mesens in den Mittelpunkt einer von prominenten Surrealisten bestückten Schau gerückt wird. Die dazu passende improvisierte und atelieraffine Atmosphäre der Schau resultiert aus dem Charme, den das 1986 in einem alten Kaufhaus aus den 1950er Jahren in Oostendes Innenstadt eröffnete Mu.ZEE ausstrahlt. ...mehr

Das Prinzip Wiederholung: Der Hamburger Kunstverein zeigt neue Arbeiten von Natalie Czech und Nathan Hylden. Ebenfalls zu Gast: Das Modelabel Herr von Eden

Mach’s noch einmal, Sam


Mode, Gedichte, Fotografie und serielle Malerei. Im Hamburger Kunstverein sind zur Zeit zwei Einzelausstellungen zu sehen, die sich formal mit dem Stilmittel der Wiederholung auseinandersetzen. Die Berlinerin Natalie Czech, Jahrgang 1976, zeigt konzeptuelle Fotografie an der Schnittstelle zur konkreten Poesie, und unter dem Titel „Meanwhile“ ist die erste institutionelle Einzelausstellung des 1978 geborenen Malers Nathan Hylden aus Los Angeles zu sehen. Im Foyer des Kunstvereins erhalten die Besucher zudem einen Einblick in die Kollektionen und Werbekampagnen des kultigen, zuletzt aber wegen Insolvenz in die Schlagzeilen geratenen Hamburger Modelabels Herr von Eden. ...mehr

Zum zehnjährigen Bestehen des Lentos in Linz bespielt Olafur Eliasson 800 Quadratmeter mit einer einzigen Installation

An den Grenzen sinnlichen Erkennens


Das Spiel mit Raum und Licht gehört zu den Grundlagen seines Repertoires: Die groß angelegten Installationen von Olafur Eliasson beanspruchen Weite, gehen oft aus definierten Räumen hinaus ins Freie. Und das Licht dominiert spätestens seit seinem „Weather Project“ 2003 in London die Wahrnehmung Eliassons als einem der „Großkünstler“ unserer Epoche. Im Kunst-Ranking des Manager Magazins hält sich Eliasson seit 2006 unter den Top Ten der internationalen Kunstszene. ...mehr

Ausstellungen erinnern an den 175sten Geburtstag des legendären Grafen Zeppelin. Bis heute regt er das künstlerische Geschehen nicht nur am Bodensee an

Ohne Netz und doppelten Boden


Bei der letzten Biennale in Venedig vor zwei Jahren nahmen Zeppeline die Lagunenstadt in Besitz. Allerorten wurde der Besucher von den Flugkörpern überrascht, die wie ein imaginärer Schwarm einer unheimlichen Macht teils frohlockend, teils bedrohlich einfielen. Der 1974 geborene mexikanische Künstler Héctor Zamora ließ Modelle aufsteigen, Poster warben für eine nie veranstaltete Zeppelin-Messe, sogar Straßenmaler griffen das Motiv auf. Ein Ballon verfing sich zwischen zwei Hallen des Arsenale. Zwischen Realität und Fiktion zeigt die Arbeit „Sciame di dirigibili / Zeppelin-Schwärme“, wie der Zeppelin-Mythos bis heute Auslöser zahlreicher Assoziationen ist und die Fantasie beflügelt. ...mehr

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