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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Nichts für Emotionslose: Eine Doppelausstellung im südfranzösischen Albi setzt sich auf vielfältige Art und Weise mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe auseinander

All you Need is Love


Das Thema der Liebe spielt eine große Rolle in der französischen Kultur- und Alltagsgeschichte. Sei es die viel beanspreuchte romantische Zweisamkeit, die höfische Liebe, die von mittelalterlichen Troubadouren besungenen Lobpreisungen der Liebe, Flauberts Jahrhundertroman „L’Éducation sentimentale“ – zu deutsch: „Die Erziehung der Gefühle“ – oder auch die strategisch eingesetzten Amouren und Affären in der Politik und bei anderen Machtspielen. Ob Dominique Strauss-Kahn, Nicolas Sarkozy oder François Hollande: Auch das Liebesleben der Politiker spielt in der französischen Öffentlichkeit eine weitaus größere Rolle als in Deutschland überhaupt vorstellbar. ...mehr

Dezidiert politisch geht es in der Schau „Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks“ im Wiener 21er Haus zu. Dafür hat der Young Arab Theatre Fund aus Brüssel über 40 Künstler und Künstlerinnen zusammengebracht, die sich mit systematischer Intoleranz, Neokolonialismus, dem Aufleben nationalistischer Ressentiments oder Antieinwanderungsgesetze auseinandersetzen

Gleiche Rechte für Alle


„Meeting Points“ heißt das Festival für zeitgenössische Kunst aus dem arabischen Raum, das derzeit in Wien Station macht. Mit „Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks“ knüpft das 21er Haus an die lange Tradition der Wiener Festwochen-Ausstellungen an diesem Ort an. Die Schau ist Teil des Konzepts „Meeting Points 7“, der siebten Ausgabe eines vom Young Arab Theatre Fund organisierten Projekts, das in Form einer sich wandelnden Wanderausstellung im Verlauf eines Jahres in sieben Städten auf drei Kontinenten gezeigt wird. In jeder Stadt – neben Wien waren das auch Zagreb, Antwerpen, Kairo, Hongkong, Beirut und Moskau – variiert die explizit politische Schau ihren Fokus, setzt sich mit Formen des Kolonialismus und Neokolonialismus auseinander, mit der Rolle, die die Mittelklasse in den Revolutionen der verschiedenen Weltregionen spielt, oder mit unterschiedlichen Strategien, sich gegen Unterdrückung zur Wehr zu setzen. ...mehr

In Zeiten von „wireless“ sind sie fast schon ein Anachronismus: Kabel. Die Ausstellung „Connecting Sound Etc.“ im Wiener Museumsquartier stellt jetzt Kabel-Arbeiten von über 50 internationalen Künstlern vor

Total verkabelt


Wir hantieren Tag für Tag mit ihnen, doch sind sie dermaßen zur Selbstverständlichkeit geworden, dass wir keinerlei Gedanken an ihre bloße Präsenz, ihre womöglich höhere Bestimmung, ihren metaphorischen Gehalt oder ihre simple Eignung als künstlerisches Material verschwenden. Die Rede ist von Kabeln, jenen unter einer isolierenden Gummi- oder PVC-Ummantelung verborgenen Drahtleitungen, die dafür sorgen, dass wir es hell haben, mit anderen kommunizieren können oder aus den Lautsprechern unserer Stereoanlagen Musik erklingt. Die Ausstellung „Connecting Sound Etc., Cable Works, Cable Sounds, Cables Everywhere“ im Freiraum des Wiener Museumsquartiers lenkt den Blick jetzt explizit auf dieses bisher von Ausstellungsmachern weitgehend vernachlässigte Material. ...mehr

In Konstanz erinnert im Konzilsgebäude eine kunst- und kulturhistorische Ausstellung an das wichtigste Ereignis im Haus und in der Stadt vor fast 600 Jahren

Ein Gipfel, der die Welt bewegte


Papst Martin V., Kopie nach Pisanello, 17. Jarhhundert

Am 11. November 1417 war es soweit. Im völlig abgeschotteten Lager- und Kaufhaus am Konstanzer Hafen hatten sich 53 Wähler nach dreitägigem Konklave auf einen neuen Papst geeinigt. Der neue Papst Martin V. wurde nicht mit weißem Rauch, sondern von einem Boten mit langer Rollurkunde und Vortragskreuz von einem Fenster an der Nordseite des Konzilsgebäudes ausgerufen. Dieser geschichtsträchtige Moment, die einzige Papstwahl auf deutschem Boden, beendete eine fast vier Jahrzehnte andauernde, unsägliche Situation religiöser und politischer Verwerfungen. ...mehr

Als die Bomben noch schwiegen und Globalisierung ein Fremdwort war: Der Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt sensationelle Farbaufnahmen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg aus dem Archiv des Pariser Bankiers Albert Kahn

Multimedia vor 100 Jahren


Stephane Passet, Ein buddhistischer Lama in zeremoniellem Gewand, 26. Mai 1913

Ein buddhistischer Hohepriester im purpurnen Prachtgewand, aufgenommen im Palast des Himmlischen Friedens in Peking, ein geschmückter Elefant vor dem Maharadscha-Palast im indischen Dhundar oder ein frisch verheiratetes Paar im schwedischen Laksund. Das sind nur drei Beispiele aus der schier unendlichen Fülle von 72.000 Farbaufnahmen aus der ganzen Welt, die zwischen 1908 und 1931 im Auftrag des jüdischen Pariser Bankiers, Philanthropen und Weltreisenden Albert Kahn (1860-1940) entstanden. Der von dem Ideal eines friedlichen und von Toleranz geprägten Zusammenlebens aller Völker überzeugte Mäzen sandte Fotografen in die entlegensten Winkel der Welt aus, um für sein ambitioniertes Großprojekt „Les Archives de la planète“ farbige Diapositive, Stereoaufnahmen in Schwarzweiß und Filme zu belichten. Eine Auswahl von rund 200 Exponaten aus einem der frühesten Multimediaarchive der Welt ist jetzt in der Ausstellung „Die Welt um 1914. Bilder vor dem Großen Krieg“ im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen. Alle Aufnahmen sind unmittelbar vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstanden. ...mehr

Der große amerikanische Fotograf Walker Evans wird meist auf seine ikonischen Bilder aus der Zeit der Großen Depression reduziert; doch die machen nur 18 Monate seines fünf Jahrzehnte umfassenden Werks aus. Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist nun endlich der ganze Walker Evans zu entdecken

Understatement mit der Kamera


Bekannt geworden ist er mit seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen von windschiefen Hütten, heruntergekommenen Farmhäusern, zugenagelten Geschäften und Lokalen, verzweifelten, verarmten und in ihrer Ehre gekränkten Landbewohnern, die er während der Großen Depression Anfang der 1930er Jahre im Süden der Vereinigten Staaten gemacht hat. 18 Monate lang reiste der junge Fotograf Walker Evans damals mit seiner Kamera durch den Elendsgürtel Amerikas, um im Auftrag der Roosevelt-Administration die wirtschaftliche Notlage seiner Landsleute zu dokumentieren. Während dieser anderthalb Jahre sind ikonische Bilder entstanden, mit denen er Amerika die Augen für sich selbst geöffnet hat, und die bis heute das Bild der ländlichen Vereinigten Staaten der 1930er Jahre prägen. ...mehr

Das Badische Landesmuseum Karlsruhe würdigt Max Laeuger anlässlich seines 150. Geburtstags

Naturromantiker und Idealist


Max Laeuger, Plakat für Kammergarnspinnerei Merkel & Kienlin Esslingen, 1894

Was wäre das Leben ohne die weibliche Natur. Die bezaubernde junge Frau mit Blütenkranz im dunkelbraunen Haar und hellrotem Kleid unterhalb des weit entblößten Oberkörpers tritt als Schäferin ins Bild. Sinnend und sinnlich krault sie ein Schaf, das ebenso wie der Schäferstab in ihrer rechten Hand in die Schriftzone der Lithografie ragt. Erst hier erschließt sich die Werbung für Strickgarne der Esslinger Kammgarnspinnerei Merkel & Kienlin, deren stattliche Gebäude im dunstigen Hintergrund verschwimmen. Der Künstler Max Laeuger wagte mit dem Entwurf 1894 Sensationelles. Er arbeitete in unmittelbarer Bildsprache mit Emotionen, nicht mit Symbolen, beschrieb den Hautkontakt mit der Wolle als angenehm, ja sogar erotisch, bewarb eher das Ausgangsmaterial als das eigentliche Fabrikat. Ähnlich agierte Laeuger im Folgejahr bei einem Entwurf für die Stuttgarter Pianofabrik Schiedmayer, bei dem Produkt und Produktionsstätte zugunsten einer Lyra spielenden, mit Lorbeerkranz bekrönten antiken Schönheit ganz wegfallen. ...mehr

Die Albertina in Wien verhandelt Michelangelo Antonionis Filmklassiker „Blow-Up“ und seine Beziehungen zu Fotografie und bildender Kunst

Abstrakter Mord


„Manche Menschen sind Stierkämpfer, manche Politiker. Ich bin Fotograf.“ So lautet die Selbstbeschreibung von Thomas, dem charismatischen Hauptdarsteller des 1966 entstandenen Films „Blow-Up“ von Michelangelo Antonioni. In London gedreht, wurde die Geschichte des Modefotografen, der in einem Park zufällig einen Mord aufnimmt, zu einem Klassiker, der nicht nur Film-, sondern auch Foto- und Kunstgeschichte geschrieben hat. Die Bedeutung und die ungebrochene Begeisterung, die Antonionis filmisches Meisterwerk hervorruft, hat die Albertina in Wien bewogen, eine großartige Ausstellung zusammenzustellen, die der bemerkenswerten Bandbreite der in „Blow-Up“ behandelten Themen nachspürt. ...mehr

Seine schwebenden Lichtobjekte haben seit 1968 weltweit für Furore gesorgt. Mit einer Ausstellung, einer Lichtkunstinstallation und einem spektakulären Sky Art Event wird der 86jährige Visionär und ZERO-Künstler Otto Piene jetzt in Berlin geehrt

Flüchtiges, das bleibt


Otto Piene, The Proliferation of the Sun, 1967

Die Tage der Neuen Nationalgalerie in Berlin sind gezählt. Vorerst zumindest. Anfang Januar 2015 wird der 1968 eröffnete Bau Ludwig Mies van der Rohes geschlossen, um eine dringend notwendige Generalinstandsetzung durchzuführen. Der federführende Architekt ist kein Geringerer als der Brite David Chipperfield. Doch auch der kann nicht zaubern. Böse Überraschungen drohen sowohl von der maroden Bausubstanz als auch von der auf wackligen Beinen stehenden Finanzierung. Man sollte sich also – zumal in Berlin – auf eine Bauzeit einstellen, die weit länger dauert als die veranschlagten drei bis vier Jahre. Wer die modernistische Grandezza dieses Baus zuvor noch einmal sinnlich erleben möchte, hat ab jetzt dazu Gelegenheit. Otto Piene, Jahrgang 1928 und Mitbegründer der internationalen ZERO-Bewegung, bringt den angezählten Prestigebau mit der Reinszenierung seiner bedeutenden Dia-Arbeit „The Proliferation of the Sun“ noch bis Ende August zum visuellen Grooven. ...mehr

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