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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Einmal von vorne bis hinten durchdekliniert: Die Ausstellung „Art and Alphabet“ in der Hamburger Kunsthalle untersucht jetzt das Wechselspiel von Schrift und Bild

Künstler als ABC-Schützen


Paulina Olowska, Alphabet, 2005

Blixa Bargeld, der Sänger der Band „Einstürzende Neubauten“, rezitiert in einer Soundinstallation von Ignacio Uriarte 30 Minuten lang die Buchstabenfolge einer mechanischen Schreibmaschine. Die Arbeit – immer wieder unterbrochen vom typischen Ritsch-Ratsch-Geräusch des Zeilenschalthebels – kommt einer Hommage ans Analogzeitalter gleich. Martha Rosler, Konzeptkünstlerin aus New York, präsentiert in ihrem legendären Video „Semiotics of the Kitchen“ von 1975 in alphabetischer Reihenfolge ganz ordinäre Haushaltsgeräte und zeigt gleichzeitig mit feministischer Verve, wie sich diese zu Waffen transformieren lassen. Die walisische Künstlerin Bethan Huws präsentiert in ihren industriell gefertigten Wortvitrinen mit Steckbuchstaben Liebesbriefe der intellektuellen Art. Willkommen in der Ausstellung „Art and Alphabet“ in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle. ...mehr

Vor 70 Jahren verstarb mit Adolf Erbslöh ein engagierter Manager der Künstler des Blauen Reiters. Als Maler waren revolutionäre Neuerungen aber nicht sein Ziel. Nun beleuchtet eine Ausstellung in Wuppertal seine Rollen

Macher der Moderne


Die Weltgewandtheit von Adolf Erbslöh deutet schon der Geburtsort New York City an. Der Spross einer Wuppertaler Kaufmannsfamilie erblickt hier am 27. Mai 1881 das Licht der Welt. Als Sechsjähriger kehrt er samt Familie ins heimatliche Barmen zurück. Nach dem Schulabschluss und zahlreichen Auslandsaufenthalten studiert er ab 1901 an der eher traditionell eingestellten Karlsruher Kunstakademie Malerei. Seine Ausbildung setzt er ab 1904 an der privaten Malschule von Moritz Weinholdt und der Akademie für Bildende Künste in München fort. Nach der Eheschließung im Jahr 1907 mit Adeline Schuchard, Kind einer gleichfalls sehr vermögenden Barmer Kaufmannsfamilie, kann er nun in München einen standesgemäßen großbürgerlichen Haushalt mit Atelier aufziehen. Aktbilder, für die ihm seine Frau Modell steht, Porträts, Genrebilder und Landschaften folgen ersten akademischen Anfängen im spätimpressionistischen Duktus. In dieser frühen Zeit klingen auch Elemente des Jugendstil nach; zudem versucht sich Erbslöh im Pointillismus, bleibt aber dem eher konservativen Charakterzug der Münchner Scholle-Maler verhaftet. ...mehr

Käthe-Kollwitz-Preis 2017: Die Akademie der Künste in Berlin zeigt Großplakate und Bildprojektionen der Düsseldorfer Künstlerin Katharina Sieverding

Rotierende Raster


Katharina Sieverding vor ihrer Arbeit „We Have Friends All Over The World“, 1979

Jedermann präsent sind zur Zeit die dramatischen Bilder von den Gewaltexzessen während des G20-Gipfels im Hamburger Schanzenviertel. Eine Künstlerin, die Bilder dieser Art seit Jahrzehnten mit einem großen professionellen Interesse wahrnimmt, ist Katharina Sieverding, Jahrgang 1944. Jetzt erhielt die einstige Meisterschülerin von Joseph Beuys, die seit den späten 1960er Jahren mit ihrer Kunst auch prononcierte politische Statements abgibt, den mit 12.000 Euro dotierten Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste in Berlin. Mit der Ehrung verbunden ist eine Ausstellung in den Räumen der Akademie am Hanseatenweg. ...mehr

Alt & Neu: Die Gemäldegalerie der Wiener Akademie der Bildenden Künste kombiniert Hieronymus Bosch mit Sjon Branðs

Harmlose Korrespondenzen


Das „Weltgerichtstriptychon“ von Hieronymus Bosch ist eines der Spitzenstücke, die in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste in Wien zu sehen sind. Dort hängt die Gerichtsszene, die der Niederländer vor circa 500 Jahren malte, neben weiteren weltberühmten Schätzen: Lucas Cranachs „Kampf des Herkules“ ist hier zu sehen, Hans Baldung Griens „Die Heilige Familie“ und Dierick Bouts „Krönung Marias“. Es ist ein schöner und zugleich ein versteckter Ort, an dem diese Inkunabeln der Kunstgeschichte präsentiert werden. Versuche, die Gemäldegalerie durch die gleichzeitige Präsentation zeitgenössischer Kunst noch populärer zu machen, gab es in der Vergangenheit einige: hervorzuheben ist vor allem die Kooperationen mit xhibit, dem Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst der Akademie. In einer weiteren, neuen Ausstellungsreihe mit dem Titel „Korrespondenzen“ sollen nun in loser, zeitlicher Abfolge und in kleinen Einzelpräsentationen Kunstwerke verschiedener Künstler und unterschiedlicher Medien zu Boschs „Weltgericht“ in Beziehung gesetzt werden. ...mehr

Zwischen Autobiografie und Experiment: Das Kunstforum der Bank Austria in Wien stellt erstmals das Schaffen von James Welling in Österreich vor

Der malende Fotograf


Disparat, einflussreich und wegweisend – so wird James Wellings Werk häufig beschrieben. In nahezu allen Gebieten der Fotografie hat der Künstler mit seinen experimentellen Arbeiten auf sich aufmerksam gemacht. Welling, der sich bereits früh mit den Werken von Malern wie Edward Hopper und Andrew Wyeth auseinandersetzte, studierte zunächst Malerei und Modernen Tanz, besuchte die im Kontext von Minimal und Conceptual Art konstituierte Post-Studio-Klasse von John Baldessari in Los Angeles und kam erst 1974 nach seinem Kunststudium, über seine Beschäftigung mit Arbeiten von Paul Strand, Walker Evans und László Moholy-Nagy als Autodidakt zur Fotografie. Seither bewegt sich der Künstler in den hybriden Grenzzonen zwischen Malerei, Bildhauerei, Architektur, Tanz, traditioneller und experimenteller Fotografie. In Europa bisher wenig bekannt und selten zu sehen, ist James Welling in den USA schon lange ein von Künstlern respektierter und von Kritikern und Sammlern geschätzter Fotograf. Dieses Versäumnis korrigiert momentan das Wiener Kunstforum und stellt das breite Spektrum des 1951 in Hartford, Connecticut, geborenen Künstlers in einer beeindruckenden Schau vor. ...mehr

Das Museum im Kulturspeicher widmet sich derzeit Victor Vasarely und feiert in Würzburg den Großmeister der Op-Art

Die Verbindung von Poesie und Wissenschaft


Victor Vasarely sagte einmal, er verspüre in seinen Werken „die Unendlichkeit der Sternenwelt“. Die Arbeiten des 1906 in Ungarn geborenen Künstlers sind getragen von utopischen Ideen der 1950er und 1960er Jahre, seiner Faszination für die Raumfahrt, dem Aufbruch in ein neues Zeitalter und seiner Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik. Er wollte eine Verbindung von Kunst und Leben, schuf deshalb Kunst im öffentlichen Raum und betätigte sich auch als Gestalter. Seine Gemälde, die ab den 1960er Jahren entstanden, sind dreidimensionale Bildräume, die von optischen Effekten getragen werden. Die aktuelle Ausstellung im Würzburger Kulturspeicher „Der Traum vom Raum“ zeigt diese späteren Bilder und ergänzt sie durch Malereien, Grafiken und Zeichnungen aus früheren Schaffensperioden. Sämtliche Exponate schuf Vasarely nach 1945, nahezu alle Werke sind Leihgaben aus dem Besitz der Galerie Lahumière in Paris. ...mehr

Emil Nolde und „Die Grotesken“ – Die Internationalen Tage Ingelheim präsentieren sich im Museum Wiesbaden

Die ästhetische Erfahrung des Übernatürlichen


Da auch in diesem Jahr das Alte Rathaus in Nieder-Ingelheim wegen einer Generalsanierung und Erweiterung für die von der Pharmafirma Böhringer ausgelobten Internationalen Tage Ingelheim nicht zur Verfügung steht, sind die Internationalen Tage derzeit zu Gast im Museum Wiesbaden. In enger Kooperation mit der Nolde Stiftung in Seebüll hat sich Ulrich Luckhardt, der künstlerische Leiter der Internationalen Tage Ingelheim, entschlossen, eine Facette des Expressionisten Emil Nolde zu zeigen, die kaum bekannt ist: Sein Interesse am Grotesken und Phantastischen. Entstanden ist eine sehenswerte Ausstellung mit 20 Gemälden sowie rund 90 Arbeiten auf Papier, die weit entfernt ist von den starkfarbigen Blumengärten, wild tobenden Meereslandschaften unter dramatischen Wolkenformationen oder der Südseereise nach dem Ersten Weltkrieg. ...mehr

200 Jahre Kunstverein in Hamburg: Eine Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle macht deutlich, wie eng Kunstverein und Kunsthalle einst miteinander verflochten waren. Gleichzeitig zeigt sie neue Wege der Kooperation auf

Bürgerstolz und Sammelleidenschaft


Caspar David Friedrich, Das Eismeer, 1823/24

Kunst als Bürgerinitiative. Anders als in den einst vom Adel geprägten Residenzstädten Berlin, München oder Dresden existieren in der Kaufmannsstadt Hamburg keine fürstlichen Kunstsammlungen. Daher ist es auch nicht besonders verwunderlich, dass zwei der wichtigsten Kunstinstitutionen der Stadt auf bürgerliches Engagement zurückzuführen sind: der Kunstverein und die Kunsthalle. Vor 200 Jahren gründeten kunstsinnige Bürger den Kunstverein in Hamburg und somit einen der ältesten Kunstvereine Deutschlands. Anlässlich des 200jährigen Jubiläums zeichnet jetzt die Hamburger Kunsthalle in der Schau „Kunst ist öffentlich. Vom Kunstverein zur Kunsthalle“ anhand von rund 100 Werken aus dem Sammlungsbestand die Geschichte des Kunstvereins nach. ...mehr

Das Museum moderner Kunst in Wien stellt mit über 300 Werken die Speerspitze des Feminismus in der Kunst der 1960er und 1970er Jahre vor und hat sich dazu die Sammlung Verbund ins Boot geholt

Die Ideen der Frauen


Penny Slinger, Wedding Invitation – 2 (Art is just a piece of Cake), 1973

Diese Ausstellung ist eine kleine Sensation. Nicht weil sie sich reißerisch um Aufmerksamkeit bemüht, obwohl ihr Thema schnell dazu hätte verführen können. Das was Gabriele Schor, die Direktorin der Sammlung des Energieversorgers Verbund zu dem Themenkomplex „Feministische Avantgarde der 1970er Jahre“ zusammengetragen hat, ist eine hochkarätige 600 Werke umfassende Kollektion von 48 Künstlerinnen, die sich bescheiden als vorläufiges Resümee vorstellt und doch nichts Geringeres tut, als den Kanon der Kunstgeschichte zu erweitern, indem sie die Termini „Feminismus“ und „Avantgarde“ miteinander verknüpft und bisher unbekannte Positionen in einen internationalen Kontext einbettet. ...mehr

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