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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Klein aber fein: Die Sammlung italienischer Meisterzeichnungen in der Hamburger Kunsthalle kann mit großen Namen und hoher Qualität aufwarten. Jetzt wird sie zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder umfassend präsentiert

Italien an der Elbe


Raffael, Kopf eines Cherubs, 1508/12

Sie ist nicht groß, aber bedeutend: Die Sammlung italienischer Zeichnungen des Kupferstichkabinetts der Hamburger Kunsthalle. Während die Staatlichen Museen in Berlin auf einen Sammlungsbestand von rund 11.000 italienischen Zeichnungen zurückgreifen können, bringen es die Hamburger gerade mal auf rund 1000 Exemplare. Doch wie so oft, ist es nicht die Quantität, die zählt, sondern die Qualität. Und da liegt die Hamburger Kunsthalle sehr weit vorne. Allein vier der sechs in Deutschland vorhandenen Zeichnungen Leonardo da Vincis sind an der Elbe beheimatet. Grund genug also, diesen Sammlungsschwerpunkt einmal mit einer umfassenden Ausstellung zu würdigen. Die Schau „Von Leonardo bis Piranesi. Italienische Zeichnungen von 1450 bis 1800“ versammelt 140 lichtempfindliche Blätter italienischer Provenienz, die ihr sonstiges Dasein meist in den klimatisierten Depots des Hauses fristen. ...mehr

Gesichtslandschaften zwischen Glamour und Macht, Genialität und Melancholie: 250 fotografische Meisterwerke von Richard Avedon sind im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen

Die Kunst des puren Porträts


Richard Avedon, Sandra Bennett, twelve year old, Rocky Ford, Colorado, August 23, 1980

James Kimberlin sieht nicht gerade aus wie jemand, der vom Leben verwöhnt wurde: die Haare wirr und verfilzt, die Kleider vor Dreck starrend, die Augen verdreht. Eine melancholische Elendsgestalt, aufgelesen am 7. Oktober 1980 auf der State Road 18 in Hobbs, New Mexico. Das Foto dieses traurigen Landstreichers hat der amerikanische Starfotograf Richard Avedon (1923-2004) gemacht. Zwischen 1979 und 1984 reiste Avedon für sein Fotoprojekt „In the American West“ in insgesamt 189 Dörfer und Städte in 17 Bundesstaaten. Sein beeindruckendes Portfolio liefert eine ebenso schonungslose wie faszinierende Typologie des amerikanischen Westens und seiner Bewohner. Vor seiner Kamera wurden Menschen, die sonst keiner beachtete, für kurze Zeit zu stillen Stars. Und Avedon selbst nutzte die Chance, mit diesem Projekt zu demonstrieren, dass er weit mehr war als einer der berühmtesten Modefotografen seiner Zeit. ...mehr

Mit österreichischer Gegenwartskunst seit 1970 hat die Albertina ihre neuen Räume in der Wiener Hofburg bezogen

Verlust des museale Urteils


Wer sich in Wien in den 1960er Jahren einen Überblick über die aktuelle heimische und internationale Kunstszene verschaffen wollte, der dachte zuerst an einen Besuch im 20er Haus im Schweizer Garten. Im „Museum des 20. Jahrhunderts“ – dem Vorläufer des heutigen MUMOK – machte Gründungsdirektor Werner Hofmann das österreichische Publikum mit der Kunst der Moderne bekannt. Ebenso wie das 20er Haus war aber auch die ehrwürdige Albertina Anlaufstelle für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Viele renommierte Künstler hatten hier ihre erste museale Präsentation. Unter der Direktion von Konrad Oberhuber, der die weltweit berühmte Institution ab 1988 leitete, verlagerte sich deren Schwerpunkt von Ausstellungen österreichischer Künstler auf Ausstellungen internationaler Künstler und der Sammlungsbestand grundlegend in Richtung Moderne. Sein Verdienst war es, dass die Albertina heute die bedeutendste Sammlung von Zeichnungen und Druckgrafiken Oskar Kokoschkas besitzt. Oberhuber kaufte auch umfangreiche Konvolute von amerikanischen Künstlern wie Robert Rauschenberg, Sol LeWitt oder Andy Warhol und baute den größten Bestand an osteuropäischer Grafik außerhalb Polens, Ungarns und Tschechiens auf. ...mehr

Alles so schön bunt hier! Die Ausstellung „Maloney, Meyerowitz, Shore, Sternfeld“ im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen zeigt vier Vertreter der New Color Photography der 1970er Jahre

Die bunte Revolution


Eigentlich war die Farbfotografie Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre schon ein alter Hut. Ihre Anfänge reichen bis in die 1930er Jahre zurück. Agfacolor brachte bereits 1936 den ersten massentauglichen Farbfilm auf den Markt, und spätestens 1963 mit der Einführung der Simpelkamera Instamatic von Kodak wurde das farbige Fotografieren zum weit verbreiteten Kinderspiel. In der künstlerischen Lichtbildnerei aber war die Farbfotografie lange Zeit ein Tabu. Zu vulgär, zu banal, zu unmittelbar und zu wenig der realen Welt entrückt. So empfanden die meisten ernsthaften Fotografen, Museumsleute und Kunstkritiker die bunte Welt der Farbfotografie. Zudem haftete ihr das Image an, die Domäne der Reklame-, Glamour- und Hobbyfotografen zu sein. ...mehr

Die letzte große Ausstellung im Westfälischen Landesmuseum Münster widmet sich Sehnsuchtsorten von Künstlern

Resultate von Künstlerreisen


Albrecht Dürer, Bildnis einer jungen Venezianerin, 1505

Reisen, Expeditionen, Touren – heute im globalen Dorf stellt all dies etwas völlig Normales, ja Selbstverständliches dar. Vor nicht allzu langer Zeit waren Reisen mit langwierigen Vorbereitungen, Umständlichkeiten, Gefahren verbunden, voll von nicht vorhersehbaren Überraschungen und Geheimnissen. Früher reiste man nur aus geschäftlichen Notwendigkeiten, als Krieger oder Pilger. Reisen aus Muße setzt erst mit Albrecht Dürer ein. Als Begründer der modernen Künstlerreise steht er am Beginn einer fulminanten Ausstellung, mit der das Westfälische Landesmuseum in Münster die Besucher zu einer imaginären Weltreise mit den Künstlern einlädt. Seine von den zwei Italienaufenthalten Mitte der 1490er Jahre und von 1505 bis 1507 mitgebrachten und vor Ort ausgeführten Aquarelle sowie Federzeichnungen dokumentieren die Eindrücke konkret. Landschaftsstudien, Stadtansichten von Trient, vor allem aber Porträts bekunden Dürers Willen, Gelerntes zu erweitern, sich neue Kenntnisse anzueignen sowie andere Künstler zu treffen. ...mehr

Die Hamburger Kunsthalle stellt das Ausstellungsprogramm 2009 vor: Hanseatisch solide und ohne besondere Ausreißer

Standbein und Spielbein


Sabrina van der Ley

Am Anfang stand ein neuer Name. Sabrina van der Ley wurde auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz der Hamburger Kunsthalle als Nachfolgerin von Christoph Heinrich vorgestellt. Der war allerdings schon im Oktober 2007 ans Denver Art Museum gegangen. Die Stelle war – wohl aufgrund von Sparzwängen – seitdem vakant. Zusammen mit Petra Roettig steht die langjährige künstlerische Leiterin der Kunstmesse Art Forum Berlin jetzt der Galerie der Gegenwart vor. Das Damenduo will sich im nächsten Jahr tatkräftig an die Neupräsentation der ständigen Sammlung in der Galerie der Gegenwart machen. Und auch gleich die erste, von Frank Barth und Dirck Möllmann kuratierte Wechselausstellung, die Ende Januar beginnt, widmet sich einem aktuellen Thema: „MAN SON 1969. Schrecken der Situation“ nimmt die umstrittene Kultfigur Charles Manson zum Ausgangspunkt und hinterfragt Schreckensbilder, wie sie sich in der jüngeren Kunstgeschichte vor dem Hintergrund von Woodstock, Vietnamkrieg und RAF-Terror widerspiegeln. ...mehr

Der belgische Maler und Zeichner Michaël Borremans erhielt jetzt den Overbeck-Preis für Bildende Kunst. Eine Ausstellung in der Lübecker Overbeck-Gesellschaft würdigt sein schwer zu entschlüsselndes Werk

Bilder jenseits der massenmedialen Aktualität


„Ich bemühe mich, das Vertraute ins Fremdartige zurückzuversetzen.“ So beschrieb der belgische Surrealist René Magritte sein künstlerisches Vorgehen. Michaël Borremans war 1967, im Todesjahr von René Magritte, gerade einmal vier Jahre alt. Und ihn als surrealistischen Maler zu bezeichnen, wäre sicherlich falsch. Aber dennoch gibt es zwischen seinem Werk und der Malerei Magrittes durchaus methodische Verwandtschaften. Auch seine Bilder geben Rätsel auf, und die Bildtitel stiften ebenso wie bei Magritte eher weitere Verwirrung, als dass sie zur genaueren Klärung beitrügen. ...mehr

Die Erfindung der italienischen Landschaft: Die Hamburger Kunsthalle widmet dem Landschaftsmaler Jakob Philipp Hackert (1737-1807) eine umfassende Retrospektive

Das erfolgreiche Unternehmen Hackert


Jakob Philipp Hackert, Blick auf S. Peter in Rom, 1777

„Er war einer der wichtigsten Maler und Zeichner des 18. Jahrhunderts“, erklärt Andreas Stolzenburg, Leiter des Kupferstichkabinetts in der Hamburger Kunsthalle. Gemeint ist Jakob Philipp Hackert (1737-1807), ein Zeitgenosse Goethes, der in Italien zu Ruhm und Ehre gekommen ist und am Hofe Ferdinand IV. im damaligen Königreich Neapel, sein gutes Auskommen fand. Goethe war sehr angetan von den idealtypischen, wirklichkeitsnahen und naturgetreuen Landschaftsdarstellungen Hackerts. Er verkörperte für ihn das Ideal des Künstlers. So verfasste er eine Biografie, die jedoch, wie Andreas Stolzenburg erläutert, überwiegend auf den von Goethe sprachlich verfeinerten autobiografischen Darstellungen des Malers basiert. „Hackert erfüllte für Goethe alles, was er an Ansprüchen an die Kunst hatte“, so Stolzenburg. ...mehr

Klassisches Gegenprogramm zu gängiger Trendkunst: Der Zyklus „Arkadia Block“ des Kölner Malers Heribert C. Ottersbach in der Hamburger Kunsthalle

Die Unmöglichkeit des vollkommenen Bildes


Heribert C. Ottersbach, Arkadia I,1, 2008

Mythos Arkadien – der gebirgige Landstrich in der Mitte der griechischen Halbinsel Peloponnes mit seiner idyllischen Landschaft und dem beschaulichen Schäferleben ist immer wieder in der Literatur, der Philosophie und der Kunst verklärt worden: In der Hirtendichtung Vergils, in Gemälden etwa von Nicolas Poussin, in der Dichtung Goethes und der Malerei seines Zeitgenossen Jakob Philipp Hackert. „Hackert ist derjenige, der unser Bild eines betretbaren Arkadien gemalt hat“, schwärmt Hubertus Gaßner, Direktor der Hamburger Kunsthalle. Kurz vor der Eröffnung der großen Hackert-Ausstellung in der Galerie der Gegenwart präsentiert die Hamburger Kunsthalle jetzt einen zeitgenössischen Maler, der sich, unbeirrt von allen gängigen Trends, zu einer eher traditionellen Malerei bekennt. ...mehr

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