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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Große Gemäldeschau zeigt Staatskunst der DDR in Berlin

Menschen, Natur, Arbeit, Propaganda


Naturillustrationen, Städteansichten, Porträts, alltägliche Erlebnisse sind völlig unverfängliche Motive, mit denen man als Maler kaum irgendwo aneckt. In Systemen ohne individuelle künstlerische Freiheiten dominieren neben einschlägigen Historienpanoramen oder propagandistischen Motiven derart gegenständliche Bilder das Kunstgeschehen. Und doch können vermeintlich friedvolle Darstellungen so manche Spitze offenbaren. In Christian Schads „Hochwald mit Schinder“ aus dem Jahr 1936 symbolisiert unübersehbar eine abgestorbene Tanne die Hoffungslosigkeit der Zeit. Rund ein halbes Jahrhundert später lässt Nikita Eugenewitsch Meschkov in seinem Gemälde über den Ostberliner Staatsbauten düstere Wolken aufziehen. Bezeichnenderweise überreichte Raissa Gorbatschowa, die Frau des russischen Staatschefs, dem Kulturbund das Werk als Geschenk! ...mehr

Zehn Jahre Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück: Die Jubiläumsausstellung „Die verborgene Spur. Jüdische Wege durch die Moderne“ untersucht anhand hochkarätiger Leihgaben aus aller Welt die Spur jüdischer Künstler in der Kunst der Moderne – vom 19. Jahrhundert bis hinein in die Gegenwart

Nomaden durch die Zeit


Ein prächtiger, wohl viele Jahrzehnte alter Olivenbaum hängt kopfüber von der Foyerdecke des Osnabrücker Felix-Nussbaum-Hauses. Dort platziert hat ihn der israelische Bildhauer Dani Karavan, Jahrgang 1930. Der entwurzelte, fern seiner mediterranen Heimat stark deplatziert wirkende Ölbaum im norddeutschen Exil bildet den symbolischen Auftakt der Ausstellung „Die verborgene Spur – Jüdische Wege durch die Moderne“ im Felix-Nussbaum-Haus. Die mit rund 100 hochkarätigen Leihgaben aus der ganzen Welt bestückte Schau untersucht den entscheidenden Beitrag jüdischer Künstler zur Kunst der Moderne und Gegenwart. Ausgewählte Werke Felix Nussbaums werden mit Arbeiten anderer Künstler in Dialog gebracht. Anlass der umfangreichen Jubiläumsschau ist das zehnjährige Bestehen des 1998 vom Architekten Daniel Libeskind errichteten Museums. ...mehr

Kunstmarkthype ade, es lebe der künstlerische Blick auf die Welt: Die Biennale Venedig definiert sich neu. Ihr diesjähriger Direktor, der Schwede Daniel Birnbaum, gab jetzt in Berlin erste Einblicke in seine Pläne für die 53. Ausgabe der Internationalen Kunstausstellung, die am 7. Juni eröffnet wird

Kunst als Werkzeug für das Verständnis unserer Zeit


Rom, Berlin, Paris, London und New York. Daniel Birnbaum und sein kleines Team haben in diesen Tagen ein volles Programm. Der Direktor der Biennale Venedig und seine Entourage klappern zur Zeit eine Kunstmetropole nach der anderen ab, um die Werbetrommel für ein Großkunstereignis zu rühren, das eigentlich gar keine Werbung mehr braucht. Jetzt waren sie in Berlin zu Gast. ...mehr

Das Berliner Georg-Kolbe-Museum würdigt Hans Wimmer im Kontext der Münchener Bildhauerschule

Moderne menschliche Tiefe


Im 19ten und 20ten Jahrhundert bildet neben der dominierenden Metropole Berlin auch München ein Zentrum der deutschen Skulptur. Dessen Bildhauerei wird maßgeblich durch Adolf von Hildebrand (1847-1921) geprägt, der dem Neubarock das Ideal einer neuen Einfachheit gegenüberstellt. Inspiriert von Antike und Frührenaissance kreiert der Theoretiker neuklassizistische Arbeiten, vor allem Porträtbüsten, Standbilder, Reliefs. Dem Material verhilft der Vater der Münchener Bildhauerschule überdies zu ihrem Recht und hebt über seine akademische Lehrtätigkeit das Niveau der Plastik auf das der Malerei. Sein strenger statuarischer Stil wird von Hermann Hahn und Bernhard Bleeker, seinen Nachfolgern im Lehramt, wirksam weiter getrieben, wiederum weiter verfolgt von deren Schülern. Zu den Novizen des seinerzeit für seine sensiblen Bildnisse bekannten Bleeker gehört Hans Wimmer. ...mehr

Performance und Ausstellung im Dialog und als eigenständige Medien: Die internationale Künstler- und Performergruppe Discoteca Flaming Star stellt in der Reihe „Ordnung“ im Kunstverein Harburger Bahnhof und in der Zürcher Galerie Freymond-Guth aus

Künstlerische Freiheit als emphatische Behauptung


Discoteca Flaming Star, Alfombra 7 (What is Always on my Mind), 2006

Öffnet man die schwere Eingangstür zum Kunstverein Harburger Bahnhof, tritt man zunächst ins Dunkle. Der Zugang zum großen Ausstellungsraum, einem ehemaligen Wartesaal für Zugreisende Erster Klasse mit hoher, holzvertäfelter Kassettendecke, ist nur mit etwas Mühe zu erreichen. Unversehens scheint sich der Besucher in einem Backstagebereich zu befinden. Etwas verstohlen schlängelt er sich vorbei an Stoffbannern, auf denen Videoprojektionen flimmern, bevor er in den unverstellten Hauptraum tritt, dessen Fenster teils milchig-trüb, teils transparent belassen sind. ...mehr

Arp Museum inszeniert intermediale Korrespondenzen von Kurt Kocherscheidt und Elfie Semotan

Vertrautheiten eines Künstlerpaares


Kurt Kocherscheidt war ein Einzelgänger der österreichischen Kunst. Dank seines quergängerischen Eigensinns entwickelten sich seine Arbeiten abseits der großen Trends. Als die Malerei durch Fluxus überwunden werden sollte, begann er zu figurativ malen. Vom Gegenständlichen verabschiedete sich Kocherscheidt wieder, als die „Jungen Wilden“ die figurative Malerei emporbrachten. Nachdem er als 36jähriger im Jahr 1979 einen Herzinfarkt erleidet, reduzieren sich die Motive auf bildfüllende Zeichen. Aus diesem Jahr stammt auch das früheste Bild der 22 großformatige Exponate umfassenden Schau im Arp Museum in Remagen, die sich auf das Spätwerk des 1992 mit nur 49 Jahren verstorbenen Malers und Bildhauers konzentriert. ...mehr

Sigmar Polke, wie ihn keiner kennt: Eine ebenso materialreiche wie faszinierende Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle beleuchtet jetzt Polkes stürmischen 70er Jahre und lüftet so manches Geheimnis

Die wilden Jahre des Sigmar Polke


Er gilt heute als mit Preisen und Auszeichnungen überhäufter Staatskünstler. Eine graue Eminenz des Kunstbetriebs, die sich in der Öffentlichkeit extrem rar macht, mit Lob und Anerkennung von allen Seiten aber geradezu überschüttet wird. Die Rede ist von Sigmar Polke. Dem großen Ironiker, Experimentator und Stilparodisten widmet die Hamburger Kunsthalle jetzt eine dreiteilige Ausstellungsreihe. Unter dem Titel „Sigmar Polke. Wir Kleinbürger!“ wird nach und nach der ganze Polke aufgerollt und präsentiert. Angesichts der vorhandenen Materialfülle ein Unternehmen, das entweder ein ganzes Museum hätte füllen können oder aber – so haben es die Macher der Ausstellung beschlossen – jetzt häppchenweise präsentiert wird. Was der bessere Weg gewesen wäre, darüber könnte man natürlich trefflich streiten. Fest steht aber, dass bereits der Auftakt der insgesamt bis Ende Januar 2010 währenden Ausstellungsreihe extrem gut gelungen ist. Teil 1 ist dem Leitthema „Clique“ gewidmet, die beiden folgenden Kapitel werden sich dann mit den Komplexen „Pop“ und „Politik“ beschäftigen. ...mehr

Zwei unterschiedliche Methoden der malerischen Selbstverortung in der Natur: Das Palais für aktuelle Kunst in Glückstadt zeigt Einzelausstellungen von Nina Kluth und Ulrik Møller

Die Landschaft möglicherweise


Ein Kraftwerk, aus dessen mächtigem Kühlturm gewaltige Dampfwolken quellen. Ein Fährschiff, das sich bei schwerer See mühsam durch die Wellen pflügt. Einsame Strände und menschenleere Dorfstraßen im Nieselregen. Auf den fotorealistischen Gemälden des in Berlin lebenden dänischen Malers Ulrik Møller, Jahrgang 1962, begegnet zumindest der norddeutsche Betrachter seiner täglichen Umwelt. Zu sehen sind flache Landschaften, das Meer, dörfliche und industrielle Architekturen, großstädtische Plätze und immer wieder Schiffe. Menschen kommen nicht vor, nur das, was sie an Spuren hinterlassen haben. Ulrik Møller, der seine Motive in erster Linie auf Fünen, der mit fast einer halben Million Einwohnern drittgrößten dänischen Insel, findet, idealisiert die Landschaft nicht. Er zeigt sie so, wie sich in Zeiten industrialisierter Landwirtschaft, moderner Transportmittel und nahezu flächendeckender Zersiedelung fast überall in Zentraleuropa darstellt. ...mehr

Oberflächliche Bilder von der Oberflächlichkeit der Welt. Im Deutschen Guggenheim Berlin wird erstmals in Deutschland seit der Documenta 5 im Jahr 1972 ein „Best of“ des amerikanischen Fotorealismus präsentiert

Die heile Welt der frühen Jahre


Muse, bitte, bitte küss’ mich. Es soll Maler geben, die diesen Spruch direkt neben ihrem Bett hängen haben. Inspiration kann man nicht kaufen, und kreative Geistesblitze kommen eben nicht aus heiterem Himmel. Fast alle Künstler sind hin und wieder von einem Mangel an Ideen und fehlender Inspiration geplagt. Was soll ich malen? Wie setze ich mein Sujet um? Welchen Grad der künstlerischen Abweichung von der detailgetreuen Wiedergabe der Vorlage will und darf ich mir erlauben? Ende der 1960er Jahre kam eine künstlerische Bewegung auf, die sich angesichts derart fundamentaler Fragen keine grauen Haare mehr wachsen ließ. Eine Gruppe von Malern malte einfach das, was ihnen im ganz normalen Leben begegnete, und zwar mit einer Detailtreue und malerischen Akribie, die es den Betrachtern oft schwer machte, ihre Bilder von echten Fotografien zu unterscheiden. ...mehr

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