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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Noch ist alles so schön bunt: Anfang April werden zum 18. Mal die Lead Awards, so etwas wie die Oscars der Magazinbranche, vergeben – eine vielfältige Leistungsschau der Kreativ- und Verlagsszene ist vorab im Haus der Photographie in Hamburg zu besichtigen

Das Beste aus deutschen Zeitschriften


Finanzkrise, Medienkrise, Strukturwandel: Die Aussichten auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt sind längst nicht mehr so rosig wie noch vor einigen Jahren. Damals gab es noch viel Spielraum für neue, innovative Titel, für aufwändig produzierte Fotostrecken, gegen den Strich gebürstete Themen und groß gefahrene Nischenstories. Doch die Marktbereinigung hat längst eingesetzt. Erste Titel wie die Glamour-Blätter „Park Avenue“ und „Vanity Fair“ wurden eingestellt. Andere kämpfen ums Überleben. Dennoch feiert die Verlagsbranche sich auch in Krisenzeiten gerne selbst. Bereits zum 18. Mal vergibt die Lead Academy die gerade von Fotografen hoch geschätzten „Lead Awards“ im Bereich Zeitschriften und Internetpublikationen. Markus Peichl – er gründete 1986 das Kultmagazin „Tempo“ – ist seit acht Jahren Leiter der Lead Academy mit Sitz in der Medienstadt Hamburg. Er nennt nackte Zahlen: Rund 350 deutsche Zeitschriften- und Onlinetitel werden von einer Vorjury ausgewertet. Die Hauptjury vergibt dann in 18 Unterkategorien die Auszeichnungen in Gold, Silber und Bronze. ...mehr

Das Architekturzentrum Wien widmet sich Bogdan Bogdanovic

Der verdammte Baumeister


Bogdan Bogdanovic, Gedenkstätte für die KZ-Opfer in Jasenovac, Kroatien, 1966

Was hat er nicht alles gemacht und erlebt in seinem Leben: Bogdan Bogdanovic, 1922 in Belgrad geboren, war nicht nur der führende Denkmalarchitekt des ehemaligen Vielvölkerstaates Jugoslawien, sondern auch jugendlicher Partisan, später Universitätsprofessor, unkonventioneller Urbanologe, Essayist, Schriftsteller und Philosoph und zwischen 1982 und 1996 Bürgermeister der jugoslawischen Metropole. Seine Hauptwerke schuf der vielseitige Künstler mit 19 Gedenkstätten als Zeichen gegen Krieg und Vernichtung: Mahnmale für die Opfer des Faschismus, beziehungsweise in Gedanken an Partisanen. Nachdem Bogdanovic dem Milosevic-Regime in einem antinationalistischen und antimilitaristischen Brief die Stirn geboten hatte, geriet er unter Druck, wurde verfemt und bedroht. Seinen wiederholt antinationalistischen Äußerungen während des Krieges in Kroatien und Bosnien-Herzegowina in den Jahren 1991 und 1992 folgte eine Hetzkampagne in den staatlichen Medien und gewalttätige Übergriffe. 1993 übersiedelte er auf Initiative seines Jugendfreundes, des Schriftstellers Milo Dor, mit seiner Frau Ksenija nach Wien. ...mehr

Jenseits von Döner und Kopftuchzwang – eine Ringausstellung in Pinneberg, Wedel, Elmshorn und Hamburg zeigt, dass Gegenwartskunst aus der Türkei sich international nicht zu verstecken braucht

Made in Turkey


Zeitgenössische Kunst kann offenbar noch immer kleine Skandale hervorrufen. In diesem Fall geht es um die Empfindlichkeit norddeutscher Politikerinnen gegenüber angeblich blondinenverunglimpfenden Videofilmen, erdacht ausgerechnet von einem jungen Türken. So geschehen in Pinneberg. Die stellvertretende Landrätin des Kreises Pinneberg, Anna-Ilse Wehner (SPD), erhob jetzt in einem Brief an den Landrat Einspruch gegen das Video „Pompa“ des 1970 geborenen Istanbuler Künstlers Extramücadele. Es zeigt eine leicht bekleidete junge Frau, die auf laszive Weise mit einer Benzinpumpe tanzt. Der Künstler verpackt so seine Kritik am Krieg im Irak. Schließlich geht es da bekannterweise auch um Öl. Frau Wehner störten allerdings weniger die „pornografischen Tendenzen“. Diese müsse man in der modernen Kunst ja mittlerweile hinnehmen. Vielmehr störte sie sich an der Tatsache, dass der Künstler seine „Botschaft durch eine junge blonde, westeuropäisch oder nordamerikanisch aussehende Frau“ vermittelt. Ist es Frau Wehner vielleicht entgangen, dass es gerade im Vielvölkerstaat Türkei auch sehr viele blonde Frauen und Männer gibt, und dass die trendige Mega-City Istanbul den westlichen Metropolen London und New York in ihrer Liberalität vielleicht näher ist als dem Landkreis Pinneberg? Und überhaupt: War nicht sogar Kemal Atatürk, der Gründer der modernen Türkei, blond und blauäugig? ...mehr

Große Gemäldeschau zeigt Staatskunst der DDR in Berlin

Menschen, Natur, Arbeit, Propaganda


Naturillustrationen, Städteansichten, Porträts, alltägliche Erlebnisse sind völlig unverfängliche Motive, mit denen man als Maler kaum irgendwo aneckt. In Systemen ohne individuelle künstlerische Freiheiten dominieren neben einschlägigen Historienpanoramen oder propagandistischen Motiven derart gegenständliche Bilder das Kunstgeschehen. Und doch können vermeintlich friedvolle Darstellungen so manche Spitze offenbaren. In Christian Schads „Hochwald mit Schinder“ aus dem Jahr 1936 symbolisiert unübersehbar eine abgestorbene Tanne die Hoffungslosigkeit der Zeit. Rund ein halbes Jahrhundert später lässt Nikita Eugenewitsch Meschkov in seinem Gemälde über den Ostberliner Staatsbauten düstere Wolken aufziehen. Bezeichnenderweise überreichte Raissa Gorbatschowa, die Frau des russischen Staatschefs, dem Kulturbund das Werk als Geschenk! ...mehr

Zehn Jahre Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück: Die Jubiläumsausstellung „Die verborgene Spur. Jüdische Wege durch die Moderne“ untersucht anhand hochkarätiger Leihgaben aus aller Welt die Spur jüdischer Künstler in der Kunst der Moderne – vom 19. Jahrhundert bis hinein in die Gegenwart

Nomaden durch die Zeit


Ein prächtiger, wohl viele Jahrzehnte alter Olivenbaum hängt kopfüber von der Foyerdecke des Osnabrücker Felix-Nussbaum-Hauses. Dort platziert hat ihn der israelische Bildhauer Dani Karavan, Jahrgang 1930. Der entwurzelte, fern seiner mediterranen Heimat stark deplatziert wirkende Ölbaum im norddeutschen Exil bildet den symbolischen Auftakt der Ausstellung „Die verborgene Spur – Jüdische Wege durch die Moderne“ im Felix-Nussbaum-Haus. Die mit rund 100 hochkarätigen Leihgaben aus der ganzen Welt bestückte Schau untersucht den entscheidenden Beitrag jüdischer Künstler zur Kunst der Moderne und Gegenwart. Ausgewählte Werke Felix Nussbaums werden mit Arbeiten anderer Künstler in Dialog gebracht. Anlass der umfangreichen Jubiläumsschau ist das zehnjährige Bestehen des 1998 vom Architekten Daniel Libeskind errichteten Museums. ...mehr

Kunstmarkthype ade, es lebe der künstlerische Blick auf die Welt: Die Biennale Venedig definiert sich neu. Ihr diesjähriger Direktor, der Schwede Daniel Birnbaum, gab jetzt in Berlin erste Einblicke in seine Pläne für die 53. Ausgabe der Internationalen Kunstausstellung, die am 7. Juni eröffnet wird

Kunst als Werkzeug für das Verständnis unserer Zeit


Rom, Berlin, Paris, London und New York. Daniel Birnbaum und sein kleines Team haben in diesen Tagen ein volles Programm. Der Direktor der Biennale Venedig und seine Entourage klappern zur Zeit eine Kunstmetropole nach der anderen ab, um die Werbetrommel für ein Großkunstereignis zu rühren, das eigentlich gar keine Werbung mehr braucht. Jetzt waren sie in Berlin zu Gast. ...mehr

Das Berliner Georg-Kolbe-Museum würdigt Hans Wimmer im Kontext der Münchener Bildhauerschule

Moderne menschliche Tiefe


Im 19ten und 20ten Jahrhundert bildet neben der dominierenden Metropole Berlin auch München ein Zentrum der deutschen Skulptur. Dessen Bildhauerei wird maßgeblich durch Adolf von Hildebrand (1847-1921) geprägt, der dem Neubarock das Ideal einer neuen Einfachheit gegenüberstellt. Inspiriert von Antike und Frührenaissance kreiert der Theoretiker neuklassizistische Arbeiten, vor allem Porträtbüsten, Standbilder, Reliefs. Dem Material verhilft der Vater der Münchener Bildhauerschule überdies zu ihrem Recht und hebt über seine akademische Lehrtätigkeit das Niveau der Plastik auf das der Malerei. Sein strenger statuarischer Stil wird von Hermann Hahn und Bernhard Bleeker, seinen Nachfolgern im Lehramt, wirksam weiter getrieben, wiederum weiter verfolgt von deren Schülern. Zu den Novizen des seinerzeit für seine sensiblen Bildnisse bekannten Bleeker gehört Hans Wimmer. ...mehr

Performance und Ausstellung im Dialog und als eigenständige Medien: Die internationale Künstler- und Performergruppe Discoteca Flaming Star stellt in der Reihe „Ordnung“ im Kunstverein Harburger Bahnhof und in der Zürcher Galerie Freymond-Guth aus

Künstlerische Freiheit als emphatische Behauptung


Discoteca Flaming Star, Alfombra 7 (What is Always on my Mind), 2006

Öffnet man die schwere Eingangstür zum Kunstverein Harburger Bahnhof, tritt man zunächst ins Dunkle. Der Zugang zum großen Ausstellungsraum, einem ehemaligen Wartesaal für Zugreisende Erster Klasse mit hoher, holzvertäfelter Kassettendecke, ist nur mit etwas Mühe zu erreichen. Unversehens scheint sich der Besucher in einem Backstagebereich zu befinden. Etwas verstohlen schlängelt er sich vorbei an Stoffbannern, auf denen Videoprojektionen flimmern, bevor er in den unverstellten Hauptraum tritt, dessen Fenster teils milchig-trüb, teils transparent belassen sind. ...mehr

Arp Museum inszeniert intermediale Korrespondenzen von Kurt Kocherscheidt und Elfie Semotan

Vertrautheiten eines Künstlerpaares


Kurt Kocherscheidt war ein Einzelgänger der österreichischen Kunst. Dank seines quergängerischen Eigensinns entwickelten sich seine Arbeiten abseits der großen Trends. Als die Malerei durch Fluxus überwunden werden sollte, begann er zu figurativ malen. Vom Gegenständlichen verabschiedete sich Kocherscheidt wieder, als die „Jungen Wilden“ die figurative Malerei emporbrachten. Nachdem er als 36jähriger im Jahr 1979 einen Herzinfarkt erleidet, reduzieren sich die Motive auf bildfüllende Zeichen. Aus diesem Jahr stammt auch das früheste Bild der 22 großformatige Exponate umfassenden Schau im Arp Museum in Remagen, die sich auf das Spätwerk des 1992 mit nur 49 Jahren verstorbenen Malers und Bildhauers konzentriert. ...mehr

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