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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Paderborn widmet Willy Lucas eine große Ausstellung. In mehreren Häusern sind derzeit Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen des westfälischen Spätimpressionisten zu sehen

Weltenbummler


Willy Lucas, Seine-Ufer mit Blick auf den Louvre, 1913

Gleich drei Häuser widmen sich dem Werk eines Künstlers, der seine letzte etwas größere Ausstellung zum hundertsten Geburtstag 1984 hatte und dessen Name selbst Kenner nur selten zu hören bekommen. Nun aber wird Willy Lucas 125 Jahre alt, und die Städtischen Museen und Galerien Paderborn richten ihm zu diesem Anlass im Haus Am Abdinghof, im Museum für Stadtgeschichte und in der Reithalle Schloss Neuhaus eine umfassende Retrospektive aus, die von den geschätzten rund sechshundert Gemälden des Meisters immerhin mehr als ein Drittel der Öffentlichkeit präsentiert. In drei Teile hat das Team um Museumsdirektorin Andrea Wandschneider die Ausstellung gegliedert: Frühwerk und Landschaften, Ansichten von seiner Heimat in und um Paderborn sowie Reisebilder, die vor allem während der rastlosen Wanderschaften der letzten Jahre des Künstlers entstanden. Seiner von Beginn an zarten Gesundheit wegen vom Kriegsdienst freigestellt, lebte Lucas seit 1916 ohne festen Wohnsitz fast nur aus dem Koffer heraus. Zwei Jahre später bereits, im Alter von nur 34 Jahren, starb er in Garmisch-Partenkirchen an Tuberkulose und vermutlich auch Kehlkopfkrebs. ...mehr

Von wegen alles so schön bunt hier. Hinter den oft übertrieben farbigen Skulpturen der Düsseldorfer Bildhauerin Katharina Fritsch lauern bodenlose Abgründe – zu besichtigen in den Hamburger Deichtorhallen

Nahe am Abgrund gebaut


Ein etwas ungewöhnliches Empfangskomitee wartet bereits am Eingang. Betritt man die Ausstellung der Düsseldorfer Bildhauerin Katharina Fritsch, 53, in den Hamburger Deichtorhallen, so wird man von der bunt zusammengewürfelten Arbeit „Figurengruppe“ der Jahre 2006 bis 2008 empfangen. Eng beieinander stehen da mächtige Standbilder der heiligen Katharina und des heiligen Nikolaus, außerdem eine Madonna und ein glatzköpfiger Riese mit Keule. Auf weißen Sockeln befinden sich ein weiblicher Torso, eine Vase und ein Paar Skelettfüße. Am Boden windet sich eine schwarze Schlange. Die Heiligen haben teils poppige Farben, die anderen Skulpturen kommen in klassisch-neutralem Weiß daher. Solchermaßen eingestimmt, darf sich der Ausstellungsbesucher auf einen Parcours begeben, der ihn durch die durchaus ambivalente Skulpturenwelt der Katharina Fritsch führen wird. ...mehr

László Moholy-Nagy – immer wieder eine Entdeckung! Diesmal in der Frankfurter Schirn

Wandler zwischen den Medien


Man muss das nicht Alles verstehen. „Nebenstehend eine Partitur-Skizze zu einer mechanischen Exzentrik, wie ich sie schon heute für verwirklichbar halte. ... I. Bühne. Die II. Bühne (oben) mit aufklappbarer Glasplatte für kleinere Formen und Bewegungen. (Die Glasplatte ist zugleich präparierte Projektionswand für von der Rückseite der Bühne kommende Filmvorführungen.) Auf der III. (Zwischen-) Bühne mechanische Musikapparate; meist ohne Resonanzkasten, nur mit Schalltrichter (Schlag- Geräusch- und Blas-Instrumente). ... Die 1. und 2. Kolonne der Partitur bedeuten in senkrecht abwärtsgehender Kontinuität Form- und Bewegungsvorgänge. Die 3. Kolonne zeigt“ etc. etc. Die dazugehörige Skizze zeigt eine Reihe von Linien, Balken und technoid anmutenden Figuren, die sich zu einem dichten Gespinst und Spiel von Form und Farben verflechten. Man weiß nicht so recht, ob man den dazu gehörigen Text, den der Erfinder bereits 1923, ein oder zwei Jahre vor seiner zeichnerischen Illustration, veröffentlicht hat, ganz ernst nehmen soll. Man weiß ohnehin nicht, ob man diesen Künstler und sein Werk immer so ganz ernst nehmen soll. Doch über alle Zweifel erhaben ist dieser Experimentier, dieser Neuerer der modernen Kunst, dieser Streiter für eine Synthese von Mensch und Technik unbedingt: László Moholy-Nagy. ...mehr

Goldgrund, Pomp und Emotionen: Die Ausstellung „Zwischen Himmel und Hölle“ im Bucerius Kunst Forum präsentiert eine geballte Ladung mittelalterlicher Frömmigkeit – und das mitten im protestantisch unterkühlten Hamburg

Bilder als Glaubensangelegenheit


Meister des Hausbuchs, Kalvarienberg, tätig um 1470/1505

Seit zehn Jahren gab es in Hamburg keine Ausstellung mehr zur Kunst des Mittelalters. Andachtsbilder, aus Holz geschnitzte Gekreuzigte, Darstellungen der schützenden Maria mit dem Kinde – geht das überhaupt im protestantisch geprägten Norden? Im Bucerius Kunst Forum gibt es jetzt eine geballte Ladung hochkarätiger Kunst aus dem Mittelalter zu Bestaunen. Die neue Ausstellung des Kunsthauses der ZEIT-Stiftung direkt am Hamburger Rathausmarkt trägt den Titel „Zwischen Himmel und Hölle. Die Kunst des Mittelalters von der Gotik bis Baldung Grien“. Sie wird fast ausschließlich mit Leihgaben aus dem Augustinermuseum in Freiburg bestückt. Dieses befindet sich gerade im Umbau. Eine gute Gelegenheit also, die Highlights der Sammlung, die die christliche Kunst vor 1500 aus dem Kulturraum des Oberrheins, also von Straßburg und Colmar über Freiburg und Basel bis in die Bodenseeregion umfasst, in Hamburg zu präsentieren. Vorher wurden die Gemälde, Skulpturen und Reliefs sorgsam restauriert und von einer dicken Schicht aus Ruß, Weihrauch und Staub befreit. ...mehr

Die in New York lebende deutsche Künstlerin Josephine Meckseper zeigt in der Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster, wie zugespitzte Konflikte in Politik und Gesellschaft ihren kritisch-ironischen Widerhall in der Kunst finden können

Auf dem Pulverfass


„Kunst ist für mich nicht Entertainment“, sagt Josephine Meckseper. Die deutschstämmige New Yorker Künstlerin, Jahrgang 1964, setzt sich in ihren Arbeiten mit den harten Realitäten des immer maßloseren US-Kapitalismus auseinander. Dessen zumindest vorübergehender Kollaps ist zur Zeit wohl in keiner anderen Stadt deutlicher zu spüren als im finanzkrisengeschüttelten New York. „In New York hatte man schon vor zwei Jahren das Gefühl, auf einem Pulverfass zu leben“, erzählt Josephine Meckseper, die jetzt mit einer dezidiert gesellschaftskritischen Einzelausstellung in der „Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster“ vertreten ist. ...mehr

Wuppertal zeigt Claude Monet quer durch alle Schaffensphasen in einer sehenswerten Retrospektive

Neubeginn der Malerei


Claude Monet, Seerosenteich, Spiegelung von Trauerweiden, 1916/19

Bilder von Claude Monet sind omipräsent. Von der Kunstliteratur bis zur Postkarte, vom Geschenkpapier bis zum Poster, überall finden sich seine Motive. Längst gehören sie zu den Inkunabeln liebreizender Künste. Umso mehr mag es überraschen, dass es in Deutschland noch nie eine umfassende Retrospektive gab, die alle Abschnitte und Facetten des Klassenprimus unter den Impressionisten vorstellt. Bisher standen lediglich Einzelaspekte im Fokus, zuletzt die „Felder im Frühling“, präsentiert 2006 von der Staatsgalerie Stuttgart. Bedingt durch einen Ringtausch ergab sich für das Wuppertaler Von der Heydt-Museum die Chance, als Gegenleistung für bedeutende expressionistische Gemälde rund 30 Werke Claude Monets aus dem Pariser Musée Marmottan ins Bergische Land zu holen. Zusammen mit drei Gemälden des hauseigenen Bestandes sowie vielen weiteren Leihgaben aus 40 hochkarätigen Kollektionen bietet sich hier erstmals ein fulminanter Überblick. Er versammelt 101 meisterliche Gemälde aus insgesamt rund 2000, die uns Claude Monet hinterlassen hat. ...mehr

Unter dem Motto „Halt und Zierde“ zeigt das Liechtenstein Museum in Wien Spitzenstücke europäischer Rahmenkunst vom 16ten bis 19ten Jahrhundert

Ornamentale Meisterwerke


Francesco Salviati, Porträt eines jungen Mannes, nach 1548

Historische Rahmen sind Echos ihrer Zeit. Und wohl bei keinem anderen Exponat spürt man die Rolle, die ein alter Rahmen für die Wirkung eines Alten Meisters spielt, so deutlich wie bei Francesco Salviatis „Porträt eines jungen Mannes“ von 1550/60. Der gut betuchte Jüngling ist eingefasst von einem prunkvollen Kassettenrahmen der Renaissance mit gesprengtem Giebel und ausladender Kartusche als Bekrönung. Auf den Eckwinkeln des Rahmens ragen vier vollplastische Männerbüsten hervor, wie man es von Fassaden der Zeit kennt, und an den vertikalen Außenkanten sind aufwendig geschnitzte Karyatiden montiert. Der Rahmen ist Repräsentationsmedium und zugleich ein Verbindungsglied in die Entstehungszeit des Gemäldes, ruft er doch mit seinem Habitus Assoziationen an die elegante Pracht italienischer Renaissance-Palazzi hervor. Der Rahmen atmet den Geist der Zeit. ...mehr

Ein Maler auf Abwegen: Der portugiesische Künstler Pedro Cabrita Reis erhält in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle eine große Überblicksausstellung

Der Letzte der Karawane


„Ich sehe mich als Maler, im klassischen Sinne des Wortes. Ich war immer Maler, und als Maler setze ich mich in Bezug zur Welt, zu dem, was ich tue, und zu mir selbst.“ Der portugiesische Künstler Pedro Cabrita Reis, Jahrgang 1956, verblüfft seine Zuhörer gerne mit Aussagen dieser Art. Bekannt geworden aber ist er mit Skulpturen und raumgreifenden Installationen, mit Fundstücken von der Straße und Baumaterialien, die er im Raum zu bedeutungsschweren Ensembles und Gehäusen arrangiert und verdichtet. Auf Jan Hoets Documenta IX, 1992, waren seine Arbeiten ebenso zu sehen wie auf der Biennale Venedig 2003. Auch seine erste große Einzelausstellung in einem deutschen Museum seit 13 Jahren in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle ist ganz bestimmt nicht in erster Linie eine Malereiausstellung. ...mehr

Übersinnliche Erlebnisse nicht ausgeschlossen: Der amerikanische Lichtmagier James Turrell hat im Kunstmuseum Wolfsburg einen einzigartigen Erfahrungsraum für das Sehen gebaut

Zwischen Wahrnehmung und Imagination


James Turrell, Bridget’s Bardo, 2009

Mutige voran. Wer James Turrells weltweit bisher größte Lichtinstallation in einem Museum erfahren will, der muss zunächst einmal geduldig warten. Nur in kleinen Gruppen werden die Besucher auf die Reise in ihr eigenes Unbewusstes und ins Reich der Kapriolen und Sinnestäuschungen geschickt, die die eigene Wahrnehmung und Imagination dem menschlichen Gehirn bescheren können. Eine steile Rampe führt acht Meter hinab in „Bridget’s Bardo“, einen vollkommen leeren Erfahrungsraum aus reinem Licht. Auf 700 Quadratmetern Grundfläche hat Turrell, Jahrgang 1943, hier eines seiner so genannten „Ganzfeld Pieces“ geschaffen. Der Begriff stammt von dem deutschen Gestaltpsychologen Wolfgang Metzger, der das Phänomen der visuellen Wahrnehmung trotz fehlender oder monotoner optischer Reize in den 1930er Jahren untersucht hat. So ähnlich, wie wir auch im Traum und in völliger Dunkelheit Bilder hervorbringen, regt auch Turrells Lichtraum unser Bewusstsein zu übersinnlichen Wahrnehmungen an, die das Gefühl für Raum und Zeit, Farbe und Orientierung für kurze Zeit in die Irre leiten. Eine Ausstellung zum kurzweiligen Hindurchschlendern bietet das Kunstmuseum Wolfsburg bestimmt nicht. ...mehr

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