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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Die Hafenstadt als Motiv weltberühmter Maler: Die Ausstellung „Hamburger Ansichten“ im Hubertus-Wald-Forum der Hamburger Kunsthalle versammelt Hamburg-Bilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Möwen, Dampfer, Kaiserwetter


Max Liebermann, Abend am Uhlenhorster Fährhaus, 1910

„Venedig hat seine Tauben von St. Marco, Hamburg hat seine Alstermöwen“, so beschrieb ein Reiseführer aus dem Jahr 1908 eines der Hauptcharakteristika der wichtigsten Hafen- und Handelsstadt in Deutschlands Norden. Gerade für Besucher aus dem Binnenland üben Möwenschwärme und Alsterdampfer, Hafenkräne und in der Sonne glänzende Wasserflächen bis heute eine große Faszination aus. Hamburg war schon vor rund 100 Jahren ein wichtiges Reiseziel, zumindest aber für viele Durchreisende von oder nach Skandinavien eine bedeutende Etappe. Unter den Hamburg-Besuchern befand sich auch der eine oder andere unbekannte oder weltberühmte Maler. Die deutschen Impressionisten Max Liebermann, Lovis Corinth oder Max Slevogt zog es ebenso an Elbe und Alster wie später die Franzosen Pierre Bonnard und Edouard Vuillard. Und natürlich kamen auch Skandinavier wie der Schwede Anders Zorn oder der Norweger Frits Thaulow nicht an Hamburg vorbei, ohne die Stadt als Motiv für ihre Bilder zu entdecken. Deren künstlerische Verarbeitung der vielfältigen Eindrücke und Stimmungen der Hansestadt zeigt derzeit die Ausstellung „Hamburger Ansichten – Maler sehen die Stadt“ im Hubertus-Wald-Forum der Hamburger Kunsthalle. ...mehr

Daniel Buren greift behutsam und doch unübersehbar in die Architektur des Neuen Museums Nürnberg ein

Farben und Streifen zwischen Spiel und Ernst


„Modulation“ nennt Daniel Buren seine aktuelle Ausstellung, die er im vergangenen Herbst für das Neue Museum in Nürnberg konzipiert hat. Einen sinnfälligeren Titel hätte er sicher kaum wählen können. Unübersehbar ist die Abwandlung von etwas Gegebenen gleichsam in eine neue Tonart auch im Künstlerischen schon an der breitgelagerten Fassade des Großbaus. Der französische Künstler hat den rasterartig in querrechteckige Glaseinheiten gegliederten Kubus durch diagonale Reihungen blauer, gelber, grüner, violetter und roter Felder transparenter Folien bereichert und damit eine Modulation der Strenge einer Architektur in das Spielerische einer Bild-Plastik vorgenommen, die sowohl nach innen herein als auch von innen heraus unerwartete Neudeutungen der Umwelt erlaubt. Auch Burens schon seit der Mitte der 1960er Jahre unverwechselbares Markenzeichen fügt sich – sicher nicht zufällig an prominentester Stelle, nämlich der einzigen Diagonale, die eine horizontal durchlaufende Auf- und Abbewegung ermöglicht – in die Reihe ein: seine immer genau 8,7 Zentimeter messenden Vertikalstreifen, hier in Weiß. Jeden, der es nicht schon ahnt, stoßen sie schon vor Eintritt ins Haus mit dem Kopf darauf: Hier habe ich gearbeitet, Daniel Buren, Meister des angewandten Minimalismus! ...mehr

Lichtreize im Vorstadium ihrer mentalen Verarbeitung: Der Berliner Maler Eberhard Havekost begibt sich mit seinen neuesten Bildern ins Innere unserer Wahrnehmung

Futter für die Netzhaut


Wenn wir sehen, dann greifen Auge, Nervenbahnen und Gehirn eng ineinander. Lichtreize werden auf der Netzhaut wahrgenommen. Über Nervenleitungen gelangen sie ins Gehirn, wo sie mit bereits vorhandenen und gespeicherten Informationen abgeglichen und interpretiert werden. Unser Bild von der Wirklichkeit speist sich also aus physikalischen Reizen, bereits abgespeicherten Seherfahrungen und mentalen Verarbeitungsprozessen. Wie aber könnten Lichtreize aussehen, bevor sie vom Gehirn weiterverarbeitet werden? Wie könnte man sich Bilder vorstellen, die auf der Innenseite des Auges eingefroren sind? Diese Frage stellt der 1967 in Dresden geborene und heute in Berlin lebende Maler Eberhard Havekost in seiner aktuellen Ausstellung „Retina“ in der Frankfurter Schirn Kunsthalle. ...mehr

Die Staatlichen Museen zu Berlin stellen im Kulturforum am Potsdamer Platz das Œuvre des Baumeisters Alfred Messel vor

Alles beruht auf Weiterentwicklung


Alfred Messel, Warenhaus Wertheim, 1903-1905

Heute noch gefragt und hoch geschätzt, sind sie morgen oft vergessen. So ergeht es vielen Baumeistern. Alfred Messel gehörte lange dazu. In Verbindung gebracht wurde er stets nur mit seinen größten Bauwerken, dem Warenhaus Wertheim und dem Pergamonmuseum in Berlin. Alles Weitere verblasste in ihrem Schatten. Ausnehmend dezent behandelte ihn über Jahrzehnte die Architekturgeschichtsschreibung. Seine Beuten waren wohl nicht modern genug. Vor einhundert Jahren, am 24. März 1909, verstarb er in Berlin, knapp 56 Jahre alt. Dies ist für die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und das Architekturmuseum der dortigen Technischen Universität Anlass, dem umfänglichen Werkschaffen des für die Hauptstadt bedeutenden Architekten ein Forum zu bieten. ...mehr

Die Hamburger Deichtorhallen 2010: Drei große Kunstausstellungen, ganz viel Fotografie und hoffentlich auch neue Kooperationen mit privaten Geldgebern

Sammler, Stifter und Sponsoren


Neues Jahr, neuer Schwung: Der frisch gebackene Intendant der Deichtorhallen Dirk Luckow, bis Oktober war er noch Direktor der Kunsthalle zu Kiel, gab jetzt einen ausführlichen Ausblick auf das Programm 2010 des international renommierten Ausstellungshauses. Vor allem aber wies er auf chronische Finanzprobleme hin. Die schlechte Nachricht kam im Herbst: Einsparungen im Hamburger Kulturhaushalt von 10 Millionen Euro sollen umgesetzt werden – bittere Einschnitte auch bei den Museen, zum Glück jedoch noch nicht bei den Deichtorhallen. Dirk Luckow: „Wenn uns nur 1 Prozent davon getroffen hätte, wäre das desaströs geworden. Zum Glück ist das nicht passiert.“ ...mehr

Horst Janssen zum 80. Geburtstag: Die Hamburger Kunsthalle und das Museum für Kunst und Gewerbe ehren den zeichnenden Berserker mit Jubiläumsausstellungen

Geliebter Außenseiter


Vierzehn Jahre schon ist er jetzt tot, doch das Werk des extrem produktiven Hamburger Zeichners und Druckgrafikers Horst Janssen (1929-1995) fällt in seiner Heimatstadt durch eine Dauerpräsenz auf, die ihm so schnell kein anderer Hamburger Künstler des 20. Jahrhunderts streitig macht. Seine Werke werden in Antiquariaten und Auktionshäusern angeboten, und viele Kunstsammler, auch die, die sonst viel näher am Zeitgeist sammeln, besitzen zumindest das eine oder andere Blatt von ihm. Die Hamburger Kunsthalle zeigt im 1997 in der Galerie der Gegenwart eingerichteten Janssen-Kabinett regelmäßig Ausstellungen zu einzelnen Aspekten seines zeichnerischen und druckgrafischen Werks. ...mehr

Eine etwas andere Modefotografie: Juergen Teller in der Kunsthalle Nürnberg

Wanderer auf Graten


Eine beachtlich große Menschenmenge strömte in den ersten Tagen der Ausstellung „Juergen Teller. Logisch!“ in die Kunsthalle Nürnberg. Großteils junge Leute suchten die Begegnung mit einem fotografischen Werk, das erotisch und subtil, elegant und ordinär zugleich ist. Ob sie alle fanden, was sie erwarteten? Das Titel- und Plakatbild der Ausstellung steht jedenfalls exemplarisch für die Vorgehensweise Juergen Tellers: Eine junge Frau in eng anliegenden schwarzen Beinkleidern, breitbeinig hingefläzt auf zerknitterte Gold- und Silberfolien und mit einer milchigen Soße in der Schamgegend, schaut den Betrachter lasziv und doch auf ganz frigide Art herausfordernd an, die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Berühmtheit erlangte Teller mit einem ähnlichen Bild, das nicht minder mit der Erwartungshaltung des Betrachters spielt: Ganz in eine Plastiktüte, auf der gerade noch die Aufschrift des Modeschöpfers Marc Jacobs zu erahnen ist, versenkt sich ein Frauenkörper. Aus der Tüte hängen lediglich die weit auseinandergespreizten Beine heraus. Ihre schwarzvioletten Schuhe sind verkehrt herum an die Füße gehängt. Das Bild kann nicht als klassische Modefotografie gelten und ist doch für eine Marc-Jacobs-Kampagne 2008 entstanden. Mit Victoria Beckham als Modell! ...mehr

Dialog der Gegensätze: Das Hamburger Ernst Barlach Haus konfrontiert das Frühwerk des lange Zeit vergessenen Expressionisten Ludwig Meidner mit den Werken Ernst Barlachs

Wiederentdeckung eines Ungestümen


Fahles Mondlicht, im Hintergrund die Überreste eines vom Feuer zerstörten Hauses. Alles ist in kaltes Blau getaucht. Im Bildzentrum kauert eine Gruppe verzweifelt wirkender Personen auf der Erde. Sie scheinen alles verloren zu haben: ihr Zuhause, ihre wirtschaftliche Existenz und vielleicht auch ihre Angehörigen. Auf dem 1912 entstandenen Gemälde „Die Abgebrannten (Heimatlose)“ von Ludwig Meidner dominiert Hoffnungslosigkeit. Das Individuum, eben noch geborgen in seiner schützenden Behausung, ist plötzlich ausgesetzt, bedroht von Hunger, Kälte und der Unberechenbarkeit seiner Mitmenschen. ...mehr

Das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt inszeniert in einer ersten monografischen Schau wirkungsvoll und opulent die Möbel André-Charles Boulles

Prachtentfaltung am Hof des Sonnenkönigs


André-Charles Boulle und Söhne, Münzschrank von Jules-Robert de Cotte, um 1723

Er hat ihn sogar um einige Jahre überlebt: André-Charles Boulle starb hoch betagt im Alter von 89 Jahren 1732 in Paris. Da war der nur vier Jahre ältere Ludwig XIV. schon 17 Jahre tot. Geprägt haben sie beide ihre Epoche. Der französische König als einer der mächtigsten Herrscher das absolutistische Staatswesen in seinem Land und in Europa, Boulle die Möbelkunst. Wie kein zweiter Künstler bestimmte er um 1700 die Raumausstattungen am Hof des Sonnenkönigs und in den Schlössern vieler europäischer Fürsten. Mit seinen Entwürfen kam er dem barocken Repräsentationsbedürfnis seiner Auftraggeber nach. Die prunkvollen Möbel Boulles trafen exakt den damals herrschenden Geschmack für verschwenderische Prachtentfaltung. Sein Name wurde gar zum Synonym für eine handwerkliche Technik. Obwohl er nicht der Erfinder von Einlegearbeiten aus Messing und Schildpatt ist, hat sich dafür der Begriff „Boulle-Marketerie“ durchgesetzt. ...mehr

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