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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Im Mauritshuis im Den Haag treffen hochrangige Genrewerke des goldenen Zeitalters aus dem Besitz der britischen Königin Elisabeth II. auf den ehemaligen Gemäldebestand der Oranier

Liebevolle majestätische Kreuzungen


Jan Vermeer, Die Musikstunde, 1660/62

Weit hinten und doch genau in der Bildmitte platziert, spielt die Musikerin am Virginal. Sie kehrt dem Betrachter den Rücken zu, ihr Antlitz ist aber im Spiegel über dem Instrument zu erkennen, direkt unter dem Fußgestell der Staffelei des Malers Jan Vermeer. Gestützt auf das Virginal sowie einen Stock, steht rechts daneben der Sänger, erkennbar am leicht geöffneten Mund. Im Gegensatz zum wenig bedeutenden Geschehen stehen Licht und Atmosphäre im Zentrum des malerischen Interesses. Weniger die diskrete Platzierung der Personen, sondern vielmehr in das Bild leitende Elemente aus Vermeers üblichem Formenvokabular wie der weißschwarz gerasterte Fußboden oder der den Tisch bedeckende, kraftvoll gemusterte Teppich mit Silbertablett und Karaffe dienen als Blickfänger. Sie führen vorbei am blauen Stuhl und auf dem Boden liegenden Cello zur eigentlichen Handlung. Jan Vermeer ließ sich bei der Konzeption der seltsamen Perspektive wohl von der Camera obscura inspirieren und kreierte auf diese Weise zwischen 1660 bis 1662 ein Werk voller scharfsinniger räumlicher Effekte in einem für die damalige Zeit typischen Salon mit Balkendecke und kleinteilig bleigesprossten Fenstern. ...mehr

Bedeutungsvolle Fragen, zurückhaltende Ästhetik: Das Musée régional d’art contemporain Languedoc-Roussillon im südfranzösischen Sérignan zeigt jetzt die erste große Einzelausstellung der deutschen Künstlerin und Documenta-Teilnehmerin Andrea Büttner in Frankreich

Wie wollen wir leben?


Männlicher Zerstörungsdrang trifft auf weibliche Anmut: Im Mittelpunkt der Einzelausstellung der deutschen Künstlerin Andrea Büttner, geboren 1972 in Stuttgart, im Musée régional d’art contemporain (MRAC) Languedoc-Roussillon im südfranzösischen Sérignan steht die Mehrkanalvideoarbeit „Piano Destructions“ aus dem Jahr 2014. Die in London, Frankfurt und Berlin lebende Künstlerin hat zahlreiche Archivaufnahmen von Performances, Happenings und Aktionen zusammengestellt, in denen überwiegend männliche Künstler, darunter George Maciunas, Nam June Paik, Wolf Vostell oder Ben Vautier, Klaviere und Konzertflügel zerstören. Eine Hochkonjunktur erlebte das destruktive Treiben zwischen den späten 1950er und den frühen 1960er Jahren in Städten wie San Francisco, New York, Köln und – last but not least – in Wiesbaden. Die beschauliche hessische Landeshauptstadt war 1962 der Schauplatz der ersten großen Manifestation der Fluxus-Bewegung, die unter dem Titel „Fluxus: Internationale Festspiele Neuester Musik“ im Museum Wiesbaden stattfand. Jedoch taucht das Phänomen bis in unsere unmittelbare Gegenwart immer wieder auf. ...mehr

Francis Alÿs in der Wiener Secession

Gehen als Kunst


Mit seinen Streifzügen und Spaziergängen durch Mexiko City erlangte Francis Alÿs in den 1990er Jahren internationale Bekanntheit. Eigentlich hatte der 1959 geborene Belgier in Tournai und Venedig Architektur studiert und kam 1987 als Ingenieur nach Mexiko, um an einem Hilfsprojekt der belgischen Regierung für die von einem Erdbeben zerstörte Hauptstadt teilzunehmen. Doch auch nach Ablauf des Projekts blieb Alÿs in der mexikanischen Hauptstadt und machte 1991 mit einem Spaziergang, den er wie die folgenden auf einem Video dokumentierte, seine erste Kunstaktion. Auf seinem Streifzug – er nennt ihn „Paseo“ – durch das Stadtzentrum zog er einen magnetischen Hund auf Rädern hinter sich her, an dem im Verlauf immer mehr auf der Straße liegende Eisenteile haften blieben. In der 1997 begonnenen Diaserie „Schläfer“ dokumentierte er reglos in den Straßen von Mexiko-Stadt liegende Menschen, bei denen nicht zu unterscheiden war, ob es sich um Tote oder nur um Schlafende handelte. ...mehr

Heute wird die Elbphilharmonie in Hamburg eröffnet. Die Deichtorhallen beteiligen sich mit einer Ausstellung an den Feierlichkeiten und lassen deutsche und internationale Künstler auf die spektakuläre Architektur des Konzertgebäudes reagieren

Künstler blicken auf die Elbphilharmonie


Herzog & de Meuron, Elbphilharmonie  Hamburg

Über zehn Jahre lang galt sie als die umstrittenste Baustelle in Hamburg. Jetzt ist die Elbphilharmonie, das Landmark-Building des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron, fertig. Trotz der erheblichen Mehrkosten und der Bauverzögerung ist der Chor der Kritiker jetzt weitgehend verstummt. Der Run auf die Eintrittskarten war dagegen kaum zu bremsen. In den Hamburger Deichtorhallen nimmt man die Eröffnung der Elbphilharmonie ab Mitte Februar zum Anlass für eine große Ausstellung, in der bildende Künstler auf die Architektur des Gebäudes reagieren sollen. Unter dem Titel „Elbphilharmonie Revisited“ ist rund ein Dutzend internationaler Künstler eingeladen, mit Skulpturen, Installationen, Fotografien oder Filmen auf den markanten Bau zu reagieren. Die Schau entsteht in Kooperation mit Jacques Herzog und Pierre de Meuron, die auch die Ausstellungsarchitektur beisteuerten, sowie der HamburgMusik gGmbH. ...mehr

Eine umfangreiche Schau im Düsseldorfer Museum Kunst Palast unternimmt den Versuch, Vorhänge zu lüften

Ein Korso der (Ent-)Täuschung


Tizian, Bildnis des Filippo Archinto, 1558

Nur schemenhaft gibt sich der Mailänder Erzbischof Filippo Archinto zu erkennen. Ein durchsichtiger Schleier verwischt den sitzenden Amtsträger zur Hälfte. Mitten durch die Pupille seines rechten Auges, des Symbols der Gerechtigkeit, fällt der Saum und lässt den Bischofsring an der rechten Hand weiter unten gerade noch frei. Der gekonnt illustrierte, scharfe und analytische Blick des umstrittenen Reformers missfiel Aristokratie und Klerus gleichermaßen. Sein konsequentes Anwenden notwendiger Neuerungen ließ sie um Privilegien fürchten. Obgleich Papst Paul IV. kategorisch Archintos Einsetzung befohlen hatte, konnte er das Bischofsamt nicht ausüben, da er aus Mailand verwiesen wurde. Wenige Monate später im Juni 1558 verstarb der 58jährige und hielt erst als Toter Einzug in die Kathedrale. ...mehr

Die Ausstellung „ReVision“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe wirft einen neuen und erfrischenden Blick auf die 75.000 Werke umfassende Fotografiesammlung des Hauses

Aus dem Depot geholt


in der Ausstellung „ReVision – Fotografie im MKG“

Die fotografische Sammlung des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe (MKG) umfasst Werke von den Anfängen des Mediums in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart. Sie ist damit eine der bedeutendsten institutionellen Fotografiekollektionen in Deutschland. Wohl nirgends anders ist das Medium seit dem Ende des 19. Jahrhunderts so kontinuierlich gesammelt worden wie am MKG. „Wir waren eines der ersten Häuser, in denen man verstanden hatte, dass Fotografie Kunst ist“, resümierte denn auch MKG-Direktorin Sabine Schulze anlässlich der Präsentation der Ausstellung „ReVision“. ...mehr

Eine Doppelausstellung in der Bundeskunsthalle und dem Rheinischen Landesmuseum widmet sich Deutschlands prägendem Strom

Bonn lädt zur Kunst am Rhein


Moritz von Schwind, Vater Rhein, 1848

Die Schlangenlinien, die der Besucher in einer großen biografischen Schau über den Rhein ablaufen muss, sind nicht dem Rheinweingenuss, sondern der geschlängelten Ausstellungsarchitektur geschuldet. Der raumgreifend geschwungene Raumteiler erinnert an die einst weit ausgreifenden Schleifen des Flusses, bevor er im vorletzten Jahrhundert radikal begradigt wurde. Zwischen Basel und Worms wurde so die Strecke um ein rund Viertel von 345 auf 273 Kilometer verkürzt. Dies und viele weitere natur-, kultur- und kunsthistorische Aspekte ruft am Beispiel von rund 300 Exponaten die Bundeskunsthalle derzeit in Erinnerung. Die Schau „Der Rhein – eine europäische Flussbiografie“, so ihr Titel, findet ihre Ergänzung im „Bilderstrom“ des Rheinischen Landesmuseums in Bonn. Hier steht der Fluss im Spiegel der Fotografie seit 1853 im Fokus. ...mehr

Menschen, Schicksale und Landschaften jenseits des American Dream: Die Fundación Mapfre in Madrid zeigt eine großangelegte Retrospektive zum Werk des 1933 geborenen New Yorker Fotografen Bruce Davidson

Humanist mit der Kamera


Berühmt geworden ist der amerikanische Fotograf Bruce Davidson mit Aufnahmen, deren Entstehungszeit zwar schon lange zurückliegt, deren Aktualität aber auch heute noch mit den Händen greifbar ist. In den 1950er und 1960er fotografierte er amerikanische Individuen, an denen die aufgewühlte Grundstimmung und Verfasstheit einer Nation ablesbar wurde. Für sein Langzeitprojekt „Brooklyn Gang“ etwa dokumentierte er 1959 den Alltag einer Jugendbande in New York. Zwischen 1961 und 1965 reiste er für seine umfangreiche Serie „Time of Change“ im Auftrag der New York Times durch das ganze Land, insbesondere aber immer wieder in die Südstaaten der USA, um dort die Auswüchse der Rassentrennung, den harten Alltag der Farbigen, die Machenschaften des Ku-Klux-Klans, aber auch das allmähliche Erstarken der Bürgerrechtsbewegung zu fotografieren. Seine Aufnahmen aus Selma, Alabama, oder vom legendären „March on Washington“ im August 1963 gehören zu den Ikonen der US-amerikanischen Fotografiegeschichte. ...mehr

Das Porzellanikon in Hohenberg an der Eger stellt in einer umfassenden Überblicksschau die Porzellanmanufaktur „Royal Copenhagen“ vor

Im Gleichmaß zeitlicher Strömungen


Christian Thomsen, Maria mit Kind, 1908

Vor bald 300 Jahren von Fürstenhäusern in Europa gegründet, lieferten Manufakturen Porzellan für hochgestellte Kreise. Trotz individueller Interpretation war in den Anfängen die Orientierung am chinesischen Vorbild überall spürbar. So war es auch in Kopenhagen. Zu Beginn einer sorgfältigen, rund 300 Exponate umfassenden Auswahl im Porzellanikon in Hohenberg offenbart die Blaumalerei der ersten Serie der Manufaktur „Royal Copenhagen“ dieses Phänomen. Dem nordischen Charakter und der Natur angepasst, repräsentiert das „Muster Nr. 1“ mit zeitlos klarem Duktus ohne schwülstig verspieltes Dekor symptomatisch Frische und Klarheit. „Musselmalet“, übersetzt „muschelbemalt“, wird seit 240 Jahren produziert und besitzt den Status als Aushängeschild Dänemarks. Immer wieder variiert und neu interpretiert, reduziert sich nun die einst aus vielen spezifischen Teilen bestehende Folge auf multifunktionale Stücke. Bis jetzt ist die Serie wirtschaftliches Fundament der Manufaktur. ...mehr

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