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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Das Kunstmuseum in Solingen feiert Georg Meistermanns einhundertsten Geburtstag

Schweben zwischen Kunst, Kirche und Politik


Sich dem gesamten Leben Georg Meistermanns anzunähern, gestaltet sich schwierig. Neben Fritz Winter, Willi Baumeister und Ernst Wilhelm Nay gehört Meistermann zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts, war aber auch der wohl mit Abstand eigenwilligste. Prägnant äußert sich dies durch nachdrückliche Hinwendung zu sakralen Künsten, ein von vielen Kollegen eher verschmähter Schaffenszweig. Aber nicht nur dies: Der glänzende Rhetoriker engagierte sich eifrig in der Kunst- und Kulturpolitik, kraftvoll, kompromisslos, unabhängig, wie eben auch seine Werke dies zum Ausdruck bringen. Behaglichkeit war seinem Lebensweg mitnichten beschieden. ...mehr

Die deutschen Fotografen Thomas Hoepker und Daniel Biskup dokumentierten das Leben vor und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in der DDR und in Osteuropa. Zu sehen im Deutschen Historischen Museum in Berlin

Zwischen Mauerbau und Mauerfall


Thomas Hoepker, Kind an der Berliner Mauer, Berlin (West), 1963

„Gehweg. Sowjetsektor“ steht auf einem Schild gleich neben der Berliner Mauer. Ein kleiner Junge mit Tretroller hat sich den tristen Ort im Westberliner Wedding als Spielplatz ausgesucht. Der Stacheldraht und die Flutlichtmasten hinter ihm scheinen ihn nicht zu kümmern. „Geh weg! Sowjetsektor.“ Hat man sich in die Bildsprache des 1936 geborenen Fotografen Thomas Hoepker erst einmal eingesehen, dann erhalten Aufnahmen wie diese aus dem Jahr 1963 plötzlich einen ironischen Subtext und mithin eine ganz andere Lesart und Bedeutung. „Chemie gibt Schönheit“ lautet die Werbung auf einem Schaufenster an der Ost-Berliner Karl-Marx-Allee. Die Dame, die gerade vorübergeht, aber hält sich die Nase zu. Ihr stinkt’s offenbar. Einer, der den ironischen Reiz solcher Momentaufnahmen aus dem sozialistischen Alltag immer wieder präzise mit der Kamera herausgearbeitet hat, ist der heute in New York lebende deutsche Fotograf Thomas Hoepker. ...mehr

Alles ist im nächsten Augenblick schon etwas anderes: Die Hamburger Kunsthalle zeigt das beeindruckende fotografische Werk der New Yorker Künstlerin Roni Horn

Identität im Wandel


Georgia schmollend. Georgia in Bodybuilderpose. Georgia mit Perücke, Brille, Schaum im Gesicht oder beim Aufblasen eines roten Luftballons. 48mal hat die amerikanische Konzeptkünstlerin und Fotografin Roni Horn, Jahrgang 1955, ihre Nichte Georgia in verschiedenen Posen aufgenommen. Georgia begegnet uns als naiv-verträumtes Mädchen im Baum hockend oder als herausfordernd dreinblickende Lolita mit rot geschminkten Lippen. Dabei ist sie doch immer dieselbe: Ein amerikanisches Mädchen, fotografiert von ihrer Tante, einer weltberühmten Künstlerin, im Alter von acht bis zehn Jahren. „This is Me, This is You“ heißt die zwischen 1999 und 2000 entstandene Serie, die jetzt neben zehn weiteren Serien mit insgesamt über 300 Fotografien in der Ausstellung „Roni Horn. Photographien“ in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle zu sehen ist. Nur getrennt durch eine kleine Zwischenwand, begegnen wir nochmals 48 Aufnahmen von Georgia. Die Posen sind die gleichen. Doch die Bilder stimmen nicht vollständig überein. Roni Horn hat ihre Nichte im Abstand weniger Sekunden nochmals fotografiert und fordert durch die Gegenüberstellung beider Bildergruppen zum noch genaueren Hinsehen auf. Wer ist Georgia? Ist überhaupt eines dieser Bilder in der Lage, uns einen Eindruck von der Persönlichkeit, vom Charakter dieses Mädchens zu vermitteln? ...mehr

Das Aachener Suermondt-Ludwig-Museum zeigt die erste umfassende monographische Ausstellung des Renaissancekünstlers Joos van Cleve

Kreativität zwischen Kunstschaffen und Marktgespür


Joos van Cleve, Selbstbildnis, um 1519

Er trägt über der glänzenden Rüstung einen kostbaren Pelz und auf dem Kopf einen leuchtend roten Hut, der über und über mit Federn geschmückt ist. In solch stolzer und unmittelbarer Pose malte Joos van Cleve im Jahre 1516 den heiligen Reinhold auf einen Außenflügel des Reinhold-Altars für die Marienkirche in Danzig. Aber nicht nur die feine, naturnahe Schilderung der Oberflächen und Stofflichkeiten in typisch niederländischer Manier machen dieses Werk bemerkenswert; erstaunlicher ist vielmehr, dass der Maler dem Heiligen seine eigenen Gesichtszüge schenkte. Und dies ist kein Einzelfall: Immer wieder taucht das Antlitz des vom Niederrhein stammende Meisters in seinen Altarbildern auf, mal ist er Mundschenk, wie in der durch Leonardo da Vinci inspirierten Abendmahlsdarstellung des Della-Pace-Altars aus Genua, mal Beobachter im Hintergrund. Aber auch autonome Selbstbildnisse hat Joos van Cleve geschaffen. Mit forschendem, konzentriertem und doch ruhigem Blick schaut der Maler aus dem Madrider Selbstporträt mit Nelke dem Betrachter entgegen. ...mehr

Koblenz richtet 60 Jahre nach dem Auftakt eine neue Ausgabe der Bundesgartenschau aus, die Kunst auf Schritt und Tritt bietet und das Weltkulturerbe des romantischen Mittelrheintales einbezieht

Kunst und Natur in enger Symbiose


Rekonstruierte rheinseitige Gärten des ehemaligen kurfürstlichen Residenzschlosses in Koblenz

Am 28. April 1951 beginnt in Hannover eine neue Ära. Hier soll die erste Bundesgartenschau die Begrünung von Kriegsbrachen voranbringen. Viele weitere Städte folgen im Zweijahresrhythmus. Immer stärker betonen die Verantwortlichen auch die bildende Kunst. So liegen die Wurzeln der Documenta in der Kasseler Bundesgartenschau des Jahres 1955. Seit Mitte April gastiert die 31ste Ausgabe der Gartenbauausstellung in Koblenz. Wiederum haben die Ausrichter auf allen Geländeteilen Schöpfungen vieler Künstler einbezogen. Komplett saniert zeigen sich die Feste Ehrenbreistein und das ehemalige kurfürstliche Residenzschloss von ihrer besten Seite. 49 Millionen Euro beträgt allein der Zuschuss des Rheinland-Pfalz für die erste Bundesgartenschau im Bundesland, auf 500 Millionen Euro werden die gesamten Investitionen geschätzt. Der Großteil floss in die Restaurierung und Erschließung historischer Gebäude samt ihrem Umfeld wie Plätze, Promenaden oder Anlagen. „Koblenz verwandelt“, unter diesem Slogan bietet die zum Gesamtkunstwerk verzauberte Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel bis zum 16. Oktober ein lohnendes Ziel. ...mehr

Basteleien mit Tiefgang: Die Hamburger Kunsthalle zeigt eine umfangreiche Werkschau des ungarischen Künstlers Attila Csörgö

Versuchsanordnungen für die Wahrnehmung


Man fühlt sich fast wie in einem Science Museum. Die Hamburger Kunsthalle zeigt jetzt in einer umfangreichen Werkschau Arbeiten des 1965 in Budapest geborenen Attila Csörgö. Der überwiegend installativ arbeitende Ungar ist einer der bekanntesten Künstler der mittleren Generation seines Landes. Seine an Experimente, Versuchsanordnungen und Tüfteleien eines skurrilen Bastlers erinnernden Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen kinetischer Kunst und Naturwissenschaft. ...mehr

Die Frankfurter Kunsthalle Schirn widmet sich zum 25sten Bestehen surrealen Dingwelten

Abseits der Norm


Welche Funktion besitzt Kunst und wie vermitteln dies Ausstellungshäuser? Die Konzepte dazu sind ebenso divergent wie konträr. Vor besonderen Herausforderungen stehen allerdings jene Kunsthallen, die ohne eigenen Fundus agieren müssen, wie das Haus der Kunst in München, der Martin-Gropius-Bau in Berlin, die Bonner Bundeskunsthalle oder die Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main. Um den Mangeln an kontinuierlich anziehenden eigenen Glanzpunkten auszugleichen, sind neben originellen Ideen am Puls der Zeit finanzielle Kraftakte sowie eine visionär wie umsichtig agierende Leitung gefragt. Etabliert vor einem Vierteljahrhundert in einer kulturell fruchtbaren Epoche, konnte sich die Schirn unter dem Direktorat von Christoph Vitali (1986-1994), Hellmut Seemann (1994-2001) und seit 2001 von Hans Hollein nachhaltig und weitreichende Resonanz in Europa verschaffen. ...mehr

Hinter den harmlos-bunten Oberflächen steckt oft ein ernster Hintergrund: die neuesten Bilder des dänischen Malers Tal R im Hamburger Kunstverein

Bilder mit doppeltem Boden


Clowns und Kasperlefiguren, Zirkuszelte und Polopferde, mysteriöse Chinesen und stille Interieurs: Auf den neuesten Bildern des Malers Tal R mischt sich die fröhliche Welt des Karnevals mit rätselhaften Metaphern und Symbolen. In den letzten zwei Jahren entstand eine konzentrierte Werkgruppe von Gemälden. Der 1967 als Tal Rosenzweig in Israel geborene und in Kopenhagen aufgewachsene Künstler benutzt Hasenleim, Pigment, Wachskreide und Buntstifte. Anders als bei Ölfarbe erfordert dieser schnell trocknende Farbauftrag ein rasches Arbeiten in wenigen Schichten auf der ungrundierten Leinwand. Bei Formaten von zwei mal zwei Metern muss man Einiges an Erfahrung und Können vorweisen. ...mehr

Zwei Künstler, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Wilhelm Kohlhoff in der Kunsthalle Schweinfurt und August Gaul im Museum Georg Schäfer

Tiere und Menschen auf der Zeitenwende


Auch aus einem geringen eigenen Fundus lässt sich viel machen: Nur zwei Ölgemälde und einige Zeichnungen besitzt die vor zwei Jahren eröffnete Kunsthalle Schweinfurt von dem deutschen Expressionisten Wilhelm Kohlhoff. Dennoch präsentiert das Haus zum nunmehr vierten Mal seit Eröffnung der vormaligen Galerie in der Alten Reichsvogtei den 1893 in Berlin geborenen Maler. Den äußeren Anlass bildet diesmal der vierzigste Todestag des Künstlers 1971 in Schweinfurt. Knapp fünfzig Arbeiten Kohlhoffs, ganz überwiegend aus Privatbesitz und begrenzt auf die 1910er und 1920er Jahre, hat man für die Ausstellung zusammengetragen, dazu einige Vergleichsbeispiele von Max Liebermann, Curt Herrmann, Albert Birkle und Franz Heckendorf – Künstler, die zum Teil auch nebenan hängen, in der Sammlung Joseph Hierling, die sich der sogenannten „Vergessenen Generation“ angenommen hat. ...mehr

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