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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Alles ist im nächsten Augenblick schon etwas anderes: Die Hamburger Kunsthalle zeigt das beeindruckende fotografische Werk der New Yorker Künstlerin Roni Horn

Identität im Wandel


Georgia schmollend. Georgia in Bodybuilderpose. Georgia mit Perücke, Brille, Schaum im Gesicht oder beim Aufblasen eines roten Luftballons. 48mal hat die amerikanische Konzeptkünstlerin und Fotografin Roni Horn, Jahrgang 1955, ihre Nichte Georgia in verschiedenen Posen aufgenommen. Georgia begegnet uns als naiv-verträumtes Mädchen im Baum hockend oder als herausfordernd dreinblickende Lolita mit rot geschminkten Lippen. Dabei ist sie doch immer dieselbe: Ein amerikanisches Mädchen, fotografiert von ihrer Tante, einer weltberühmten Künstlerin, im Alter von acht bis zehn Jahren. „This is Me, This is You“ heißt die zwischen 1999 und 2000 entstandene Serie, die jetzt neben zehn weiteren Serien mit insgesamt über 300 Fotografien in der Ausstellung „Roni Horn. Photographien“ in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle zu sehen ist. Nur getrennt durch eine kleine Zwischenwand, begegnen wir nochmals 48 Aufnahmen von Georgia. Die Posen sind die gleichen. Doch die Bilder stimmen nicht vollständig überein. Roni Horn hat ihre Nichte im Abstand weniger Sekunden nochmals fotografiert und fordert durch die Gegenüberstellung beider Bildergruppen zum noch genaueren Hinsehen auf. Wer ist Georgia? Ist überhaupt eines dieser Bilder in der Lage, uns einen Eindruck von der Persönlichkeit, vom Charakter dieses Mädchens zu vermitteln? ...mehr

Das Aachener Suermondt-Ludwig-Museum zeigt die erste umfassende monographische Ausstellung des Renaissancekünstlers Joos van Cleve

Kreativität zwischen Kunstschaffen und Marktgespür


Joos van Cleve, Selbstbildnis, um 1519

Er trägt über der glänzenden Rüstung einen kostbaren Pelz und auf dem Kopf einen leuchtend roten Hut, der über und über mit Federn geschmückt ist. In solch stolzer und unmittelbarer Pose malte Joos van Cleve im Jahre 1516 den heiligen Reinhold auf einen Außenflügel des Reinhold-Altars für die Marienkirche in Danzig. Aber nicht nur die feine, naturnahe Schilderung der Oberflächen und Stofflichkeiten in typisch niederländischer Manier machen dieses Werk bemerkenswert; erstaunlicher ist vielmehr, dass der Maler dem Heiligen seine eigenen Gesichtszüge schenkte. Und dies ist kein Einzelfall: Immer wieder taucht das Antlitz des vom Niederrhein stammende Meisters in seinen Altarbildern auf, mal ist er Mundschenk, wie in der durch Leonardo da Vinci inspirierten Abendmahlsdarstellung des Della-Pace-Altars aus Genua, mal Beobachter im Hintergrund. Aber auch autonome Selbstbildnisse hat Joos van Cleve geschaffen. Mit forschendem, konzentriertem und doch ruhigem Blick schaut der Maler aus dem Madrider Selbstporträt mit Nelke dem Betrachter entgegen. ...mehr

Koblenz richtet 60 Jahre nach dem Auftakt eine neue Ausgabe der Bundesgartenschau aus, die Kunst auf Schritt und Tritt bietet und das Weltkulturerbe des romantischen Mittelrheintales einbezieht

Kunst und Natur in enger Symbiose


Rekonstruierte rheinseitige Gärten des ehemaligen kurfürstlichen Residenzschlosses in Koblenz

Am 28. April 1951 beginnt in Hannover eine neue Ära. Hier soll die erste Bundesgartenschau die Begrünung von Kriegsbrachen voranbringen. Viele weitere Städte folgen im Zweijahresrhythmus. Immer stärker betonen die Verantwortlichen auch die bildende Kunst. So liegen die Wurzeln der Documenta in der Kasseler Bundesgartenschau des Jahres 1955. Seit Mitte April gastiert die 31ste Ausgabe der Gartenbauausstellung in Koblenz. Wiederum haben die Ausrichter auf allen Geländeteilen Schöpfungen vieler Künstler einbezogen. Komplett saniert zeigen sich die Feste Ehrenbreistein und das ehemalige kurfürstliche Residenzschloss von ihrer besten Seite. 49 Millionen Euro beträgt allein der Zuschuss des Rheinland-Pfalz für die erste Bundesgartenschau im Bundesland, auf 500 Millionen Euro werden die gesamten Investitionen geschätzt. Der Großteil floss in die Restaurierung und Erschließung historischer Gebäude samt ihrem Umfeld wie Plätze, Promenaden oder Anlagen. „Koblenz verwandelt“, unter diesem Slogan bietet die zum Gesamtkunstwerk verzauberte Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel bis zum 16. Oktober ein lohnendes Ziel. ...mehr

Basteleien mit Tiefgang: Die Hamburger Kunsthalle zeigt eine umfangreiche Werkschau des ungarischen Künstlers Attila Csörgö

Versuchsanordnungen für die Wahrnehmung


Man fühlt sich fast wie in einem Science Museum. Die Hamburger Kunsthalle zeigt jetzt in einer umfangreichen Werkschau Arbeiten des 1965 in Budapest geborenen Attila Csörgö. Der überwiegend installativ arbeitende Ungar ist einer der bekanntesten Künstler der mittleren Generation seines Landes. Seine an Experimente, Versuchsanordnungen und Tüfteleien eines skurrilen Bastlers erinnernden Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen kinetischer Kunst und Naturwissenschaft. ...mehr

Die Frankfurter Kunsthalle Schirn widmet sich zum 25sten Bestehen surrealen Dingwelten

Abseits der Norm


Welche Funktion besitzt Kunst und wie vermitteln dies Ausstellungshäuser? Die Konzepte dazu sind ebenso divergent wie konträr. Vor besonderen Herausforderungen stehen allerdings jene Kunsthallen, die ohne eigenen Fundus agieren müssen, wie das Haus der Kunst in München, der Martin-Gropius-Bau in Berlin, die Bonner Bundeskunsthalle oder die Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main. Um den Mangeln an kontinuierlich anziehenden eigenen Glanzpunkten auszugleichen, sind neben originellen Ideen am Puls der Zeit finanzielle Kraftakte sowie eine visionär wie umsichtig agierende Leitung gefragt. Etabliert vor einem Vierteljahrhundert in einer kulturell fruchtbaren Epoche, konnte sich die Schirn unter dem Direktorat von Christoph Vitali (1986-1994), Hellmut Seemann (1994-2001) und seit 2001 von Hans Hollein nachhaltig und weitreichende Resonanz in Europa verschaffen. ...mehr

Hinter den harmlos-bunten Oberflächen steckt oft ein ernster Hintergrund: die neuesten Bilder des dänischen Malers Tal R im Hamburger Kunstverein

Bilder mit doppeltem Boden


Clowns und Kasperlefiguren, Zirkuszelte und Polopferde, mysteriöse Chinesen und stille Interieurs: Auf den neuesten Bildern des Malers Tal R mischt sich die fröhliche Welt des Karnevals mit rätselhaften Metaphern und Symbolen. In den letzten zwei Jahren entstand eine konzentrierte Werkgruppe von Gemälden. Der 1967 als Tal Rosenzweig in Israel geborene und in Kopenhagen aufgewachsene Künstler benutzt Hasenleim, Pigment, Wachskreide und Buntstifte. Anders als bei Ölfarbe erfordert dieser schnell trocknende Farbauftrag ein rasches Arbeiten in wenigen Schichten auf der ungrundierten Leinwand. Bei Formaten von zwei mal zwei Metern muss man Einiges an Erfahrung und Können vorweisen. ...mehr

Zwei Künstler, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Wilhelm Kohlhoff in der Kunsthalle Schweinfurt und August Gaul im Museum Georg Schäfer

Tiere und Menschen auf der Zeitenwende


Auch aus einem geringen eigenen Fundus lässt sich viel machen: Nur zwei Ölgemälde und einige Zeichnungen besitzt die vor zwei Jahren eröffnete Kunsthalle Schweinfurt von dem deutschen Expressionisten Wilhelm Kohlhoff. Dennoch präsentiert das Haus zum nunmehr vierten Mal seit Eröffnung der vormaligen Galerie in der Alten Reichsvogtei den 1893 in Berlin geborenen Maler. Den äußeren Anlass bildet diesmal der vierzigste Todestag des Künstlers 1971 in Schweinfurt. Knapp fünfzig Arbeiten Kohlhoffs, ganz überwiegend aus Privatbesitz und begrenzt auf die 1910er und 1920er Jahre, hat man für die Ausstellung zusammengetragen, dazu einige Vergleichsbeispiele von Max Liebermann, Curt Herrmann, Albert Birkle und Franz Heckendorf – Künstler, die zum Teil auch nebenan hängen, in der Sammlung Joseph Hierling, die sich der sogenannten „Vergessenen Generation“ angenommen hat. ...mehr

Von 5000 vor Christus bis 300 nach Christus: Eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt frühe Menschenbilder und ihre Rezeptionsgeschichte

Götzen, Fälscher und Gelehrte


Weibliches Idol, Syrien, 2. Jahrtausend v. Chr.

Sie sind klein, oft nur wenige Zentimeter hoch, teils extrem verwittert und teils äußerst zerbrechlich. Doch das, was sie für ihre Schöpfer und Besitzer einst verkörperten, umfasste mitunter die gesamte Schöpfungsgeschichte der Menschheit und des Universums. Die Rede ist von stark reduzierten Menschen-, Tier- und Götterdarstellungen, wie sie sich bereits seit dem fünften Jahrtausend vor Christi Geburt nachweisen lassen. Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe hat rund 210 Objekte aus den frühen Hochkulturen des Mittelmeerraumes und des Vorderen Orients für die Ausstellung „Götter, Götzen und Idole“ zusammengetragen. Ergänzt wird die Auswahl auch um einige Fundstücke aus Norddeutschland. Objekte aus Ton, Stein und Marmor sind ebenso darunter wie edlere Stücke aus Edelsteinen oder Bronze. Ein ganzes Kapitel der Schau ist aber auch der wissenschaftlichen Antikenrezeption gewidmet. Und nicht zuletzt zeigen die Ausstellungsmacher auch, mit welcher Dreistigkeit und kriminellen Energie antike Funde immer wieder erfunden und gefälscht wurden. ...mehr

Ouyang Chun im Wiener Ausstellungshaus Augarten Contemporary

Macht und Machtmissbrauch nicht nur im alten China


Das Atelier Augarten, Zentrum für zeitgenössische Kunst der Österreichischen Galerie Belvedere, ist seit seiner Eröffnung 2001 zu einem attraktiven, wenn auch ein wenig abgelegenen Ausstellungsort der Wiener Kunstszene geworden. Das ehemalige Atelier und Wohnhaus des Bildhauers Gustinus Ambrosi im großzügigen Ambiente des Wiener Augartens gelegen, setzt sich aus einer großzügigen Ausstellungshalle für Gegenwartskunst, einem multifunktionalen Seminar- und Veranstaltungsraum, einem Café und einer Artist-in-Residence-Wohnung zusammen. Seit Januar 2011 wird die Künstlerwohnung der Österreichischen Galerie Belvedere von dem 1974 in Peking geborenen Künstler Ouyang Chun genutzt, der hier seine Ausstellung vorbereitet hat, die derzeit im „Augarten Contemporary“ zu sehen ist. ...mehr

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