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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Erstmals analysiert eine Ausstellung in Antwerpen die Leistungen Rubens’ auf dem Sektor der Architektur

Malen als Berufung, Baukunst als Leidenschaft


Anthonis van Dyck, Isabella Brant, um 1620

Ein Vordringen in verwandte Gattungen war früher unter hoch gebildeten, universal denkenden Künstlern eher selbstverständlich, Spartendenken nicht so gefragt. Auch heute ist das teils noch so: Der Architekt Gustav Peichl arbeitet mit Erfolg als Karikaturist, Le Corbusier als Maler und viele andere Baumeister als Designer. Doch noch mehr als in der Gegenwart war vor Jahrhunderten interdisziplinäres Schaffen nichts Außergewöhnliches. Neben dem Universaltalent Leonardo da Vinci schuf etwa dessen Renaissancekollege Giorgio Vasari Fresken, Tafelbildern sowie Bauten und verfasste Biografien. Auch Raffael betätigte sich als Architekt, Maler und Bildhauer ähnlich wie Michelangelo oder Giulio Romano. Letztere inspirierten vor allem Peter Paul Rubens, den überragenden Hauptmeister der flämischen Barockmalerei, zu eigenen Betätigungen auf dem Feld der Baukunst. Diese Leistungen und ihre Wirkung waren bislang kaum Gegenstand einschlägiger Untersuchungen. Eine exquisite Auswahl von 59 Gemälden, Zeichnungen, Drucken und Büchern von „Malerarchitekten“ in Rubens’ ehemaligem Antwerpener Wohn- und Atelierhaus, dem größten Exponat der Schau, beleuchten nun erstmals ausschließlich diesen Sektor. ...mehr

Die verlorene Unschuld der Fotografie: C/O Berlin untersucht Bilder des Terrors zwischen Konstruktion und Konsumtion

Auf dem Marktplatz des Terrors


Wie brennen sich Terrorbilder ins kollektive Gedächtnis ein? Welchen Bildern können wir trauen und welchen nicht? Mit Fragen dieser Art setzt sich die Ausstellung „Unheimlich vertraut. Bilder vom Terror“ bei C/O Berlin im Postfuhramt auseinander. Kurator Felix Hoffmann hat rund 200 Pressefotografien ausgewählt. Das zeithistorische Material konfrontiert er mit Foto- und Videoarbeiten von rund 30 internationalen Künstlern. Zahlreiche anonyme Fotografien von Augenzeugen der 9/11-Attentate, Cover von Zeitungen und Magazinen sowie kitschig-patriotische Souvenirs, wie sie bis heute an Ground Zero verkauft werden, ergänzen die Schau, in deren Fokus die Zeitspanne vom Münchner Olympia-Attentat 1972 bis zu den Ereignissen vom 11. September 2001 in New York steht. ...mehr

Italienische Altäre im Fokus der Londoner National Gallery

Bilder zum Anbeten?


Andrea Mantegna, Jungfrau mit Kind, der heiligen Magdalena und Johannes dem Täufer, 1490/1505

Altarbilder sind in unserer heutigen Wahrnehmung fester Bestandteil der Kirchenausstattung und aus dem sakralen Raum nicht wegzudenken. Doch das war nicht immer so. Erste zuverlässige Belege über ihre Existenz gibt es zwar bereits aus dem 11ten Jahrhundert. Doch selbst im 15ten Jahrhundert waren Kunstwerke hinter den Altären noch keineswegs allgemein in Gebrauch. Im Laufe der Geschichte haben die Bildwerke eine mannigfaltige Entwicklung vollzogen, sich immer wieder in ihrer Form, ihrem Stil und ihrem Typus verändert. Abhängig waren diese Veränderungen von Neuerungen in Liturgie und Ritus, vom Geschmackswandel, aber auch von regionalen Unterschieden. Italienischen Altären vom 13ten bis zum Ende des 15ten Jahrhunderts ist nun eine Ausstellung in der Londoner National Gallery gewidmet, welche die ursprünglichen Funktionen und Aufstellungsorte der Gemälde sowie die Entwicklung des Genres beleuchtet. „Devotion by Design“ präsentiert mehr als 40 Werke aus der ständigen Sammlung des Museums. ...mehr

Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum zeigt erstmals in Deutschland eine große Werkschau zu Alfred Sisley

Unspektakuläre Impressionen


Alfred Sisley, An den Ufern des Loing, 1885

Wenn von französischen Impressionisten die Rede ist, gehört zwar Alfred Sisley als Protagonist der Bewegung mit dazu, wird aber keineswegs als bahnbrechend wahrgenommen. In allen wichtigen Museen weltweit präsent, steht er gleichberechtigt neben Zeit- und Gesinnungsgenossen. Doch in dem, was man heutzutage mit Markenzeichen beschreibt, war Sisley keineswegs talentiert. Was ist das Besondere an seinem Werk? Claude Monet versteigt sich in kühn, ja monumental zerfließende, großformatige Sujets, Pierre-Auguste Renoir wird mit seinen Staffagefiguren zum Geschichtenerzähler. Sisley dagegen trifft mit unspektakulären, kleinformatigen Sujets im feinen, klanghaften Duktus am wenigsten den Geschmack des damaligen wie heutigen Publikums: Während Monets Gemälde mehrere tausend Francs einbrachten, verkauften sich die Sisleys nur sehr schlecht und dann nur für wenige hundert Francs. ...mehr

Die Hamburger Deichtorhallen entdecken die französische Hauptstadt als Wiege und Mekka der Fotografie und propagieren das Fotobuch, ein wunderbares, aber oft übersehenes Medium

Paris – Ein Fest fürs Leben


Im Kino kennt die Paris-Begeisterung zur Zeit keine Grenzen. Seit Wochen schon füllt Woody Allens romantische Komödie „Midnight in Paris“ die Kinosäle. Allen schickt seinen männlichen Hauptdarsteller auf eine schier unglaubliche Zeitreise ins Paris der Goldenen Zwanziger. Dort begegnet er so illustren Figuren wie Pablo Picasso oder Ernest Hemingway, der der Stadt mit seinem Erinnerungsbuch „Paris – Ein Fest fürs Leben“ ein literarisches Denkmal gesetzt hat. ...mehr

Er war der Meister des „rechten Augenblicks“. Seine Reportage- und Reisefotografien machten ihn weltberühmt. Jetzt zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg zum ersten Mal in Deutschland eine Zusammenstellung der Landschaftsaufnahmen des französischen Meisterfotografen Henri Cartier-Bresson

Landschaftsbilder von stiller Schönheit


Die Aufnahme mit dem Titel „Paris. Place de l’Europe. Gare Saint Lazare“ von 1932 ist eine Ikone der Fotografiegeschichte. Ein schwarz gekleideter Mann mit Melone eilt über einen regennassen Platz vor dem Pariser Bahnhof. Elegant springt er über eine tiefe Pfütze. Just in diesem Moment war der Fotograf Henri Cartier-Bresson zur Stelle und drückte auf den Auslöser. Er hielt einen eindrucksvollen Moment voller Dynamik und großstädtischer Intensität fest. Bildkomposition, Lichtführung, Schärfe: Hier stimmt alles. Im Hintergrund Lagerhallen, Zäune und Plakate, im Bildvordergrund der „Pfützenspringer“ und sein Schatten, der sich symmetrisch in der riesigen Wasserlache spiegelt. ...mehr

Der Erfinder des nach ihm benannten Zinns, Engelbert Kayser, verstarb vor einhundert Jahren. Eine große Retrospektive im Kölner Museum für Angewandte Kunst stellt sein bedeutendes kunstgewerbliches Produkt und seine Person vor

Verkaufsschlager des Jugendstil


Hugo Leven, Fledermausleuchter, Köln um 1901/02

Gegenstände aus Zinn waren im 19ten Jahrhundert aus der Mode, ja sogar in Verruf geraten. Aufgrund des gesundheitsschädlichen Bleigehaltes lag die Herstellung am Boden. Nur noch Randprodukte wie etwa Deckel für Bierkrüge wurden aus Zinn gefertigt. Spezifische Umstände veranlassten den Kölner Unternehmer und Kunstgewerbehändler Engelbert Kayser gegen Ende des 19ten Jahrhunderts zu einer Änderung dieses Zustandes. Zwischen 1898 und 1906 erlebten die in originellen Jugendstilformen gehaltenen, auf eine besser gestellte Klientel zielenden Gebrauchsgegenstände eine weltweite Blüte. Damals musste man zwischen fünf und einhundert Goldmark anlegen, um ein Stück zu erstehen. Heute variieren die Preise von wenigen Euro bis hin zu vierstelligen Summen. An die 200 Geschirrteile, Behältnisse, Leuchter, Vasen, Dosen, Kannen, Bestecke und vieles mehr der bedeutendsten Marke im deutschen Jugendstilzinn versammelt nun eine sehenswerte Schau im Kölner Museum für Angewandte Kunst, in der auch Engelbert Kayser als umtriebige Figur im neureichen Kölner Establishment vorgestellt wird. ...mehr

Ein letztes Aufbäumen: Das Glückstädter Palais für aktuelle Kunst zeigt den Leipziger Fotografen Hans-Christian Schink. Es ist die vorletzte Ausstellung vor der nahezu unausweichlichen Schließung des Hauses

Ein Ort für die Kunst muss schließen


„Wir haben alles versucht in den letzten Jahren, aber ich fürchte, man hat uns hier letztlich nicht gewollt“, bedauert Christiane Gehner. Zehn Jahre lang war sie die Vorsitzende des Kunstvereins Glückstadt. Zehn Jahre Ausstellungsprogramm mit zeitgenössischer Kunst, unterstützt von jungen Kuratoren und vielen ehrenamtlichen Helfern. Den Betrieb konnte der engagierte Verein im historischen Adelspalais am Hafen mit einem jährlichen Zuschuss seitens der Stadt von 28.000 Euro aufrecht erhalten. Eine halbe Stelle für einen Kurator – zur Zeit ist es Christiane Opitz aus Hamburg – garantierte professionelles Arbeiten jenseits von Provinzialität. Das Programm der letzten Jahre war jung, kritisch und international. Besucher kamen aus Glückstadt, Hamburg, Schleswig-Holstein und darüber hinaus. Das alles reichte anscheinend nicht aus. Die Stadt streicht jetzt den Zuschuss, und der Verein wird zum Jahresende seine Ausstellungstätigkeit im Palais beenden, wenn nicht noch ein Wunder geschieht. ...mehr

Das Badische Landesmuseum Karlsruhe zeigt in einer Überblicksschau die Glasmalerei der Moderne und deren Entwicklung im 20sten Jahrhundert

Lichte Inszenierungen


Jan Thorn Prikker, Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe, 1910/1911

Er hält einen Zirkel in der rechten und einen Plan in der linken Hand und blickt leicht gebeugt auf sein Werk. Etwas entrückt reihen sich beidseitig auf ihn ausgerichtete Gestalten in lebendiger und ausdrucksvoller Gestik an. Der Künstler und Architekt steht gleichberechtigt neben den Handwerkern in der Mitte. „Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe“ ist der Titel des neun auf vier Meter großen Glasbildes, das Ankommende im Hagener Hauptbahnhof begrüßt. 1910 beauftragte der Unternehmer und Mäzen Karl Ernst Osthaus den Niederländer Jan Thorn Prikker mit der Verbildlichung des fruchtbaren Zusammenwirkens von Kunst, Industrie und Handwerk – quasi ein Motto für die Gewerbestadt Hagen. Für Thorn Prikker war es die erste Auseinandersetzung mit der Glasmalerei. Mit seiner neuartigen, monumentalen, auf die Architektur bezogenen Formensprache verlieh er diesen Ideen einen entsprechenden Ausdruck. ...mehr

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