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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Baden-Württemberg zeigt zum 125sten Geburtstag des Automobils bunteste Schnittmengen zwischen Kunst, Technik und Mobilität

Kunst und Technik auf gemeinsamen Wegen


Andy Warhols Drucke aus der „Cars Serie“ von 1986/87 und das passende historische Gefährt

Der eigensinnige Hang zum Tüfteln und Experimentieren der Baden-Württemberger ist legendär. Im Ländle wird mehr quer gedacht, ohne Netz und doppelten Boden Neues gewagt, kompromisslos Risiken eingegangen, abseits ausgetretener Pfade neues Terrain erobert. Dies alles sind Eigenschaften, auf denen nicht nur technische Innovationen, sondern auch künstlerische Werke fußen. Und dem nicht genug: Kaum Anderswo befruchten sich Kunst und Technik gegenseitig so sehr wie im deutschen Südwesten, initiieren Firmen und Unternehmer Kunststiftungen, Schauräume oder Museen. Bis heute setzt dies Energien frei, öffnet den Blick und weitet Perspektiven. Was lag da näher, den diesjährigen 125sten Geburtstag des Automobils in seinem Ursprungsland vor dem Hintergrund der Kunst zu feiern? ...mehr

Popikone mit frühem Hang zur künstlerischen Selbstinszenierung: In der Deichtorhallen-Dependance Sammlung Falckenberg wird der Yello-Sänger Dieter Meier jetzt als Konzeptkünstler wiederentdeckt

Dandytum trifft auf Marketing


Wer in den 1980er Jahren, lange vor Youtube, Musikvideos ansehen wollte, kam an der ARD-Sendung „Formel Eins“ nicht vorbei. Ein dröhnender Elektro-Soundtrack diente dort ab 1988 als Erkennungsmelodie: der Titel „The Race“ des Schweizer Pop-Duos Yello. Der Erfolg von Yello machte die beiden Musiker Boris Blank und Dieter Meier schlagartig berühmt. Blank und Meier gelten als Elektro-Sound-Pioniere. Künstlich verzerrter Sprechgesang und eingeübte Dandy-Posen wurden zu ihren Markenzeichen. Sänger Dieter Meier steuerte auch die Texte bei und zeichnete für die selbstproduzierten Videos verantwortlich. ...mehr

Das Bayerische Nationalmuseum besitzt eine beachtliche Kollektion an Prunkmöbeln in Boulle-Technik. Nach einem umfangreichen Restaurierungsprojekt wird das Beste aus dem eigenen Haus und aus Museen in Wien und Prag in der Sonderschau „Prunkmöbel am Münchner Hof“ gezeigt

Die Prachtexemplare des Kurfürsten Max Emanuel


Johann Puchwiser, Doppelschreibschrank, München 1704-1715

Spitzenpreise wie die 2,6 Millionen Pfund bei Christie’s für ein Paar atemberaubende Truhen von André-Charles Boulle und 460.000 Schweizer Franken für eine Kommode in Boulle-Technik von dem nicht ganz so bekannten Pariser Ebenisten Gilles-Marie Oppenord bei Koller in Zürich machen klar, dass Prunkmöbel dieser Art noch heute das sind, was sie schon um 1700 waren, als die Mode der „Schildkrott-Möbel“ unter Europas Fürsten um sich griff: der Gipfel der Möbelkunst und natürlich ein Repräsentationsobjekt höchsten Ranges. Das Bayerische Nationalmuseum, das eine einzigartige Kollektion von Prunkmöbeln in Boulle-Technik besitzt, hatte gewiss nie Zweifel, welche Schätze, vor allem kunsthistorische, da schlummern. Aber erst jetzt, nach umfangreicher Restaurierung der prachtvollen Möbel des Münchner Kunstschreiners Johann Puchwiser, die von der Getty Foundation, von der Ernst von Siemens Kunststiftung und Eleonora-Schamberger-Stiftung gefördert wurde, kann es endlich zeigen, was es hat. ...mehr

In den bayerischen Expressionisten-Museen in Kochel, Bernried, Murnau und Penzberg kreisen die Sommerausstellungen unter anderem um Paul Klee und Heinrich Campendonk. Gemeinsames Motto: das „Blaue Jahr“. Denn vor 100 Jahren fand die erste „Blaue-Reiter“-Ausstellung in der Münchner Galerie Thannhauser statt

Blau ist mehr als eine Farbe


In den Museen geht es letztlich zu wie im wirklichen Leben. Hauptsache man hat einen Anlass zum Feiern. Denn ist hier in Kochel im Franz Marc Museum, im Schlossmuseum Murnau, wo man in diesem Sommer die Beziehung der Blaue Reiter-Maler zu Japan in den Fokus rückt, und in Penzberg, wo man das Werk Heinrich Campendonks betreut, ist hier nicht eigentlich jedes Jahr ein blaues? Wie immer man es nimmt – in diesem Sommer zeigen sie Ausstellungen, die auch manche größeren Museen gerne vorweisen würden, und haben daher das „Blaue Jahr“ ausgerufen. ...mehr

Henning Bohl stellt für seine konzeptuellen Bilder und Skulpturen Alltagsgegenstände in neue Bedeutungszusammenhänge. Ein sehr offen angelegter Parcours im Hamburger Kunstverein legt viele mögliche Fährten

Tüten und Töne


Ist es Malerei? Ist es Skulptur? Ist es Installation? Sind es Displays für mögliche Bilder? Die Ausstellung von Henning Bohl im Hamburger Kunstverein offeriert viele Lesarten. Der 1975 in Oldenburg geborene Absolvent der Frankfurter Städelschule lebt heute in Berlin. Ausstellungen in Baden-Baden, London, Wien oder New York machen ihn zu einem der bekannteren Vertreter seiner Generation. In Hamburg fällt sofort eine Installation mit tischartigen Skulpturen ins Auge. Die Tischbeine bestehen aus farbigen Schultüten, die Tischplatten aus Keilrahmen, auf die Holzplatten gelegt sind, die sich mal nahtlos einfügen, sich mal über den Rahmen wölben, als wollten sie ausbrechen. „Für mich bedarf es einer vorhandenen Konstruktion, um eine Arbeit zu beginnen, also dass ich auf etwas stoße, was schon da ist und das eine Struktur mit sich bringt, an der sich meine Fragestellungen bilden. Von hier aus erarbeite ich verschiedene Inhalte, die sich auch wieder sehr weit von dem Ursprung entfernen können“, hat Bohl einmal gesagt. Wohl wahr. Henning Bohl gibt den einzelnen Arbeiten anspielungsreiche, humorvolle Titel wie „Späte Pause“ oder „Nursery School Teacher“. Dadurch öffnet er ein weites Interpretationsfeld für den Betrachter. ...mehr

Das Clemens-Sels-Museum in Neuss zeigt die ererbte Kunstsammlung seiner ehemaligen Direktorin Irmgard Feldhaus

Erträge einer Leidenschaft


Die Zahl Museumskunsthistoriker, die auch privat ohne merkantile Intentionen Kunst sammeln, ist in den letzten Jahrzehnten verschwindend klein geworden. Vor wenigen Jahren gaben in einer allerdings nicht repräsentativen Umfrage eines Fachmagazins sämtliche ausgewählte, ausschließlich führende deutsche Museumsleiter an, keine Kunstwerke zu Hause an den Wänden zu haben. Den Abstand halten, die Urteilsfähigkeit zu bewahren, andere private Vorlieben lauteten die Gründe. Die Tätigkeit in der Kunstbranche wird immer mehr als Job, nicht mehr als Beruf verstanden. Museumsleute alten Schlages war dagegen fast immer ein fließender Übergang zwischen beruflichen und privaten Professionen zueigen, mit übergreifenden Freundschaften und Beziehungen. Dies erleichterte oft die Umsetzung vieler Vorhaben. Doch die Zeiten, in denen der Kenner, Wissenschaftler, Enthusiast sich voll und ganz der Kunst hingab, scheinen vorbei. ...mehr

Nah dran und in Farbe: Das Essener Museum Folkwang zeigt eine große Übersichtsschau des New Yorker Fotografen Joel Sternfeld

Amerikanische Augenblicke


Joel Sternfeld ist ein sympathischer und erzählfreudiger Mensch. Doch in einem Punkt versteht der New Yorker Fotograf absolut keinen Spaß. Niemand darf ihn fotografieren. „Ein guter Fotograf muss versuchen, unsichtbar zu bleiben. Wie eine Fliege auf der Wand“, sagt er und verbittet sich jegliches Porträt. Sternfelds Werk ist jetzt in einer großen Übersichtsschau im Essener Museum Folkwang zugegen. 130 seit 1970 entstandene Farbfotografien sind zu sehen. Einen Schwerpunkt mit 60 Aufnahmen bildet sein bisher unveröffentlichtes Frühwerk aus den Jahren zwischen 1970 und 1980. Es ist Joel Sternfelds erste große Einzelausstellung in Europa. Eigentlich erstaunlich, denn seine Fotografien des amerikanischen Alltags, von Menschen auf der Straße und unheroischen Landschaften wurden bereits in allen großen amerikanischen Museen gezeigt. Seine anspruchsvollen Buchprojekte werden auch hierzulande mit großer Aufmerksamkeit wahrgenommen. Ute Eskildsen, seit 1979 Kuratorin für Fotografie am Museum Folkwang, zeigt den 1944 geborenen Joel Sternfeld nun in der letzten großen Einzelpräsentation vor ihrer Pensionierung. Mit Sternfelds Werk ist sie seit langem bestens vertraut: „Es geht bei ihm immer um den Menschen, auch wenn er auf den Bildern nicht immer zu sehen ist.“ ...mehr

Charley Harpers außergewöhnliches Tierleben im Kunstverein in Hamburg

Im Panoptikum der einfachen Formen


Reduzieren auf das Wesentliche. So lautete die Devise des amerikanischen Grafikers Charley Harper (1922-2007). Die zahlreichen Siebdrucke mit Tierdarstellungen, die der Amerikaner während seiner jahrzehntelangen Karriere als Grafiker produzierte, sind reduziert auf Kreise, Kästchen, Kurven und gerade Linien. Doch genau dafür ist Harper berühmt. Sein vielfältiges Tierpanoptikum ist jetzt erstmals in einer institutionellen Einzelausstellung in Deutschland im Hamburger Kunstverein zu sehen. Es umfasst stolze Reiher mit elegant gebogenen Hälsen, abstrahierte Insekten, verspielte Leopardenjunge. Tiere in ihrer natürlichen, mal feindlichen, mal schützenden Umgebung waren die bevorzugten Motive des Naturfreundes Harper. In den USA kennt ihn jedes Kind. Die dortige Marketingmaschinerie verbreitet seine optimistischen Motive auf nahezu allen geeigneten Trägermedien: vom Briefpapier bis zur iPad-Hülle. ...mehr

Mit einer hochkarätigen Landesausstellung begibt sich Sachsen-Anhalt auf die Spuren des Naumburger Meisters und präsentiert zugleich die Erneuerung gotischer Plastik im 13ten Jahrhundert

Utas Schöpfer


Naumburger Meister, Uta von Ballenstedt, um 1243

Wenn ein Bildwerk über Jahrhunderte hinweg zu fesseln vermag, kann es sich nur um ein überragendes Artefakt handeln. Die deutsche Mona Lisa heißt Uta von Ballenstedt und steht in fünf Metern Höhe im Westchor des Naumburger Domes. Zwischen 1243 und 1249 schuf sie ein anonymer Bildhauer als Teil eines Zyklus’ aus zwölf weltlichen Stifterfiguren, die selbst nicht heilig und doch Aposteln gleichgestellt unter Baldachinen ihre Stiftung bezeugen – damals eine Sensation. Lebensgroß in der Gewandung der Entstehungszeit, mit fein gezeichneten Gesichtern und Händen, detailreichem Schmuck sowie eleganten Faltenwürfen geben sich alle Personen so beispiellos lebensecht wie nie zuvor in der skulpturalen Kunst. Besonders Uta avancierte in der Rezeptionsgeschichte zum Urbild des Frauenideals. ...mehr

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