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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Die Albertina in Wien läutet das Jubiläumsjahr zu Egon Schiele ein. 1918 verstarb der Expressionist und Provokateur zwar unerwartet früh, gab der österreichischen Kunst trotzdem eine neue Richtung

Der verdrehte Mensch


Egon Schiele, Aktselbstbildnis, 1916

Mit Egon Schiele verlor die Kunstwelt vor 99 Jahren einen der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Die Albertina in Wien würdigt den am 31. Oktober 1918 im Alter von nur 28 Jahren verstorbenen Österreicher mit einer hochkarätigen Ausstellung und gibt damit den Auftakt zum Gedenkjahr 2018. Die Schau positioniert das radikale Œuvre des Wegbereiters und Hauptmeisters des österreichischen Expressionismus in einer zwischen Moderne und Tradition zerrissenen Epoche. ...mehr

Viel mehr als nur Landschaften, Blumen und Knochen: Das Bank Austria Kunstforum in Wien zeigt mit der bisher größten Georgia O’Keeffe-Ausstellung auf dem europäischen Kontinent eine Schau voller neuer Erkenntnisse zu Amerikas beliebtester Malerin

Dialog der Künste


Erstmals ausgestellt wurde ihr Schaffen vor genau hundert Jahren von dem amerikanischen Fotografen und Galeristen Alfred Stieglitz. Im Jahr 1916 zeigte er in seiner Galerie 291 in New York frühe Kohlezeichnungen der damals 29jährigen Georgia O’Keeffe. Die beiden wurden ein Paar, heirateten 1924 und befruchteten sich gegenseitig in ihrem jeweiligen Werk. Der 23 Jahre ältere Fotograf Stieglitz machte Aufnahmen von der sexuell emanzipierten, androgynen jungen Malerin. Georgia O’Keeffe wiederum trat in ihren frühen Stadtgemälden von New York, aber auch in abstrakten Aquarellen in einen produktiven Dialog mit anderen Fotografen um Stieglitz wie Paul Strand oder Edward Weston. ...mehr

Zumutung oder geschenkte Zeit: Die Hamburger Kunsthalle zeigt jetzt in der Galerie der Gegenwart in der Ausstellung „Warten. Zwischen Macht und Möglichkeit“, wie das Warten unseren Alltag bestimmt – aber auch, wie wir es produktiv nutzen können

Warte, warte nur ein Weilchen


Fünf Minuten, zehn Minuten, eine Viertelstunde. Warten gehört zum Alltag. Egal ob im Feierabendstau, an der Bushaltestelle, beim Check-in am Flughafen oder – der Klassiker – beim Hausarzt im Wartezimmer voller schniefender und dauerhustender Patienten. Wir alle kennen dieses enervierende Gefühl, diesen unproduktiven Zwischenzustand im minutiös getakteten Tagesablauf. Doch halt: Bedeutet Warten wirklich immer nur etwas Negatives? Lässt sich der vermeintliche Zeitverlust nicht auch produktiv oder kreativ nutzen? „Wer es aushalten kann, zu warten, der gewinnt immer!“, diese Erkenntnis gab schon Robert Musil seinem „Mann ohne Eigenschaften“ mit auf den Weg. ...mehr

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen konzentriert erstmals eine Präsentation auf die Düsseldorfer Jahre des Malers Otto Dix

Bordelle, Selbstmörder, Kriegsversehrte


Da bekam es der als Dandy, Prolet und Bürgerschreck verschriene Maler Otto Dix doch tatsächlich mit der Justiz zu tun. Zwei Anklagen wegen „Unzüchtigkeit des Malens“ wurden im Jahr 1921 erhoben. Grund waren die heute vermissten Gemälde „Salon II“ und „Mädchen vor dem Spiegel“. Mit den neuen Gemälden mahnen und warnen zu wollen sowie aus moralischen Gründen eine derart drastisch verfasste Darstellung geschaffen zu haben, war Dix’ erfolgreiche Verteidigungsstrategie; er gewann er die Prozesse. Die nach dem Gemälde 1922 entstandene Kaltnadelradierung „Am Spiegel“ hat die Wirren der Zeit überstanden und gehört zu den signifikantesten unter den rund 230 Exponaten aus den Jahren 1918/19 bis 1931, die derzeit in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalens präsentiert werden. ...mehr

Die Ausstellung „Elbphilharmonie Revisited“ in den Hamburger Deichtorhallen führt zwölf deutsche und internationale Künstler zusammen, die auf die spektakuläre Architektur des Konzertgebäudes reagieren – solide gemacht, aber leider auch streckenweise zu affirmativ

Elbphilharmonie und kein Ende


Peter Buggenhout, Babel Variationen, 2017

Intern spricht man im Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron vom „Projekt 230“. Gemeint ist die Elbphilharmonie in Hamburg, die am 11. Januar nach einer langen und schwierigen Bauphase mit großem Erfolg eröffnet wurde. Die Architektur ist spektakulär. Über die extreme Klarheit der Akustik, die keine Fehler verzeiht, wird indes unter Experten noch heftig debattiert. Doch dem extremen Run auf die Eintrittskarten tut das keinen Abbruch. Das Konzerthaus ist auf Monate hinaus ausgebucht, und auf dem Schwarzmarkt explodieren die Ticketpreise. ...mehr

Suhrkamp, twen und das FAZ Magazin: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe widmet Willy Fleckhaus, dem legendären Gestalter von Buchcovern, Zeitschriften-Layouts, Plakaten und vielen anderen Drucksachen, eine umfangreiche Ausstellung

Das absolute Auge


Willy Fleckhaus war ein Autodidakt. Doch bei wem hätte ein radikaler Erneuerer wie er schon in die Lehre gehen sollen? Das, was der 1925 in Velbert im Bergischen Land geborene Gestalter seit Ende der 1940er Jahre in Deutschland etabliert hat, nämlich eine revolutionäre und konsequent moderne Neugestaltung von Zeitschriften-Layouts und Buchcovern, ein zeitgemäßes Erscheinungsbild von Plakaten, Kunstkatalogen und Firmenbroschüren gab es zuvor in Deutschland nicht. Die richtungweisenden Ideen des Bauhauses waren von den Nationalsozialisten geächtet und verbannt worden, und in den ersten Jahren der Nachkriegszeit brach sich eher eine gewisse Biederkeit Bahn als ein gestalterischer Aufbruch. ...mehr

Ein neuer Blick auf Paula Modersohn-Becker: Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg denkt die Malerin der Moderne nicht von Worpswede sondern von Paris aus und überzeugt mit dieser neuen Sichtweise

Don Quijote im Teufelsmoor


Paula Modersohn-Becker, Don Quichote, 1900

Mit einer Ausstellung im Louisiana Museum of Modern Art unweit von Kopenhagen ging es 2014 los. Es folgte eine große und sehr erfolgreiche Retrospektive im vergangenen Jahr im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, und seit Dezember läuft im Kino – ebenfalls sehr erfolgreich – der Film „Paula – Mein Leben soll ein Fest sein“. Auch wenn man über die künstlerische Qualität dieses sehr frei mit den historisch verbürgten Tatsachen operierenden Kinofilms streiten kann: Fest steht, dass es zur Zeit offenbar außergewöhnlich großes öffentliches Interesse an Paula Modersohn-Becker gibt. ...mehr

Das Haus der Kunst in München fordert in seiner Ausstellung „Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965“ einen Paradigmenwechsel. Erstmals wird die Nachkriegskunst als globale Kategorie bewertet. Der Versuch einer komplexen Betrachtung

Die Stunde Null der globalen Kunst


Es geht um Menschheitsfragen, um Sinn- und Identitätsstiftendes, um humanistische Visionen und Realismen an einem Drehpunkt der Geschichte. Aber vor allem geht es in der Ausstellung „Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965“ im Münchner Haus der Kunst um die Erweiterung des Betrachtungshorizontes. Denn bislang spalteten Begriffe wie Informel und Abstrakter Realismus als Synonym für den freien Westen und auf der anderen Seite der Realismus als Ausdruck kommunistischer Kunstdoktrin die Kunst Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sauber ab von den Disputen über Nachkriegskunst. Aber die Welt ist komplexer, verflochtener und nicht zuletzt vernetzter geworden. ...mehr

Georgia O’Keeffe im Kunstforum Wien

Ideenreich bis ins hohe Alter


Es ist das Schicksal zahlreicher Künstlerinnen, dass sie ungeachtet kontinuierlicher Entwicklung und trotz immer neuer Experimente mitunter auf einen einzigen Aspekt ihres künstlerischen Œuvres reduziert werden. Frida Kahlos traumatische Selbstportraits gehören dazu, ebenso wie die gemalten Blüten der amerikanischen Künstlerin Georgia O’Keeffe. In den 1920er Jahren revolutionierte sie die traditionelle Blumenmalerei, indem sie Bilder von Blüten malte und sie dabei aus extremer Nahsicht zeigte. Es sind vor allem diese Werke, die in der Öffentlichkeit als „Inbegriff des Weiblichen“ verankert sind, auf unzähligen Postkarten oder Kalenderblättern reproduziert wurden und die O’Keeffe zur Ikone der „Roaring Twenties“ werden ließen. ...mehr

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